Stress incontinence living in pregnancy
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Stressinkontinenz in der Schwangerschaft bedeutet, dass Sie beim Husten, Niesen, Lachen oder bei körperlicher Anstrengung ungewollt Urin verlieren. Dies passiert, weil der Schließmuskel der Blase nicht stark genug ist und der Druck durch die wachsende Gebärmutter die Blase belastet.
Wichtige Fakten
- Sehr viele Schwangere haben zeitweise Stressinkontinenz, besonders im letzten Drittel der Schwangerschaft.
- Die Beschwerden bessern sich bei den meisten Frauen nach der Geburt von selbst.
- Mit Beckenbodentraining können Sie die Muskeln stärken und die Kontrolle verbessern.
Ja, Stressinkontinenz in der Schwangerschaft ist sehr häufig. Bis zu 40 von 100 Schwangeren sind betroffen, vor allem in den letzten Monaten.
Sie betrifft hauptsächlich schwangere Frauen, besonders solche, die bereits Kinder geboren haben oder Mehrlinge erwarten. Auch Übergewicht und ein höheres Alter der Mutter erhöhen das Risiko.
Symptome
- Wenn Sie plötzlich starke Schmerzen im Unterleib oder Rücken haben
- Wenn Sie Blut im Urin sehen und gleichzeitig Fieber bekommen
- ⚠Wenn das Urinieren schmerzhaft ist oder brennt (möglicher Harnwegsinfekt)
- ⚠Wenn Sie das Gefühl haben, die Blase nicht vollständig entleeren zu können
- ⚠Wenn der Urinverlust so stark wird, dass Sie sich kaum noch versorgen können
Häufige Symptome
- Urinverlust beim Husten, Niesen oder Lachen
- Urinverlust beim Heben, Treppensteigen oder Sport
- Urinverlust beim plötzlichen Aufstehen oder Laufen
- Nasses Gefühl in der Unterwäsche nach solchen Situationen
Ursachen
Hauptursachen
- Die wachsende Gebärmutter drückt auf die Blase und den Beckenboden.
- Schwangerschaftshormone (wie Relaxin) lockern das Bindegewebe, sodass der Schließmuskel der Blase nicht mehr richtig schließt.
- Der Beckenboden ist durch die Schwangerschaft und frühere Geburten geschwächt.
Risikofaktoren
- Mehrlingsschwangerschaften (Zwillinge, Drillinge)
- Übergewicht vor oder während der Schwangerschaft
- Schwangerschaft in höherem Alter (über 35 Jahre)
- Vorherige Geburten, besonders wenn diese schwer oder mit einer Zange oder Saugglocke waren
- Verstopfung oder chronischer Husten
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Schmerzen beim Wasserlassen oder Blut im Urin
- Wenn Sie Fieber und gleichzeitig verstärkten Urinverlust haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn der Urinverlust für Sie belastend ist und Sie im Alltag einschränkt
- Wenn Sie unsicher sind, welche Übungen für Ihren Beckenboden richtig sind
Diagnose
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Sie zu Ihren Symptomen befragen. Meist reicht das schon aus, um die Diagnose zu stellen. Manchmal wird auch eine Urinprobe untersucht, um einen Harnwegsinfekt auszuschließen.
Mögliche Untersuchungen
- Fragebogen zu Ihren Beschwerden
- Urinuntersuchung (Teststreifen oder Labor)
- Körperliche Untersuchung: Dabei können Sie gebeten werden, zu husten, während Ihre Ärztin oder Ihr Arzt den Beckenboden beurteilt
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist einfach, schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Sie müssen keine Angst haben – Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird einfühlsam vorgehen.
Behandlung
Im Vordergrund stehen sanfte Maßnahmen, die Sie selbst umsetzen können. Erst wenn diese nicht ausreichen, kommen Therapien in Frage, die von Fachleuten begleitet werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Beckenbodentraining (Kegel-Übungen): Spannen Sie die Muskeln rund um die Scheide und den After an und halten Sie die Spannung einige Sekunden. Wiederholen Sie dies mehrmals täglich.
- Trinken Sie ausreichend, aber nicht übermäßig (ca. 1,5–2 Liter pro Tag). Vermeiden Sie stark koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder schwarzen Tee.
- Gehen Sie regelmäßig auf die Toilette, auch wenn Sie keinen starken Harndrang haben.
- Vermeiden Sie schweres Heben und starkes Pressen (z. B. bei Verstopfung).
Medizinische Behandlungen
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen eine Überweisung zur Physiotherapie oder zu einer speziellen Beckenboden-Schulung geben. In einigen Fällen werden Biofeedback oder elektrische Stimulation eingesetzt – das sind Verfahren, die Ihnen helfen, die Beckenbodenmuskulatur bewusster anzusteuern und zu kräftigen. Sprechen Sie immer mit einer Fachperson, bevor Sie Geräte oder Programme ausprobieren.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen werden in der Schwangerschaft fast nie durchgeführt. Sollte die Inkontinenz nach der Geburt weiter bestehen und durch konservative Maßnahmen nicht besser werden, kann nach der Stillzeit eine Operation besprochen werden.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie Ihren Alltag mit kleinen Pausen für den Toilettengang. Tragen Sie dunkle Kleidung oder nehmen Sie eine Ersatzunterwäsche mit. Spezielle Einlagen oder Vorlagen aus der Apotheke können Sie sicherer fühlen lassen.
Tipps für den Alltag
- Halten Sie ein gesundes Gewicht – sprechen Sie mit Ihrer Hebamme, wie eine ausgewogene Zufuhr in der Schwangerschaft aussieht.
- Vermeiden Sie Rauchen, da Husten den Beckenboden zusätzlich belastet.
- Beugen Sie Verstopfung vor (Ballaststoffe, genug trinken, Bewegung).
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten hält den Stuhlgang weich. Sanfte Bewegung wie Schwimmen oder Spazierengehen ist gut, aber achten Sie auf ruckartige Bewegungen. Beckenbodengymnastik kann in speziellen Kursen für Schwangere erlernt werden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Es ist verständlich, dass Urinverlust peinlich sein kann und Sie sich zurückziehen. Aber Sie sind nicht allein – viele Frauen haben dieses Problem. Sprechen Sie mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner, Ihrer Hebamme oder einer Freundin. Das nimmt den Druck und hilft, Lösungen zu finden.
Vorbeugung
Ganz verhindern lässt sich Stressinkontinenz nicht immer. Aber Sie können das Risiko senken, indem Sie schon vor der Schwangerschaft und während der gesamten Zeit regelmäßig Ihre Beckenbodenmuskeln trainieren. Auch ein gesundes Körpergewicht und eine gute Verstopfungsvorbeugung helfen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Der Urinverlust kann zunehmen und auch in Ruhe auftreten.
- Harnwegsinfekte können häufiger vorkommen, weil Keime leichter in die Harnröhre gelangen.
- Die Lebensqualität leidet – einige Frauen vermeiden deshalb soziale Kontakte oder Bewegung.
Langzeitprognose
Die meisten Frauen erleben nach der Geburt eine deutliche Besserung oder völlige Beschwerdefreiheit. Sollte die Inkontinenz anhalten, gibt es sehr gute Behandlungsmöglichkeiten, von Beckenbodentraining bis zu minimalinvasiven Verfahren. Bleiben Sie zuversichtlich – mit der richtigen Unterstützung können Sie fast immer eine gute Kontrolle erreichen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.