Nachsorgeplan nach einer Krebserkrankung – was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Nachsorgeplan (auch Survivorship-Care-Plan genannt) ist ein persönliches Dokument. Es fasst zusammen, welche Krebserkrankung Sie hatten, welche Behandlungen Sie bekommen haben, welche Spätfolgen möglich sind und wann Sie zur Nachsorge kommen sollten.
Wichtige Fakten
- Der Plan hilft Ihnen und Ihren Ärzten, den Überblick über Ihre Gesundheit nach der Krebsbehandlung zu behalten.
- Er enthält einen persönlichen Nachsorgeplan mit Untersuchungen und Terminen, die zu Ihnen passen.
- Er gibt Hinweise auf gesunde Lebensweise und stellt Empfehlungen vor, um Spätfolgen früh zu erkennen.
Nach einer Krebsbehandlung erhalten heute viele Patientinnen und Patienten einen solchen Nachsorgeplan. Krebszentren und Kliniken bieten ihn immer häufiger als Standard an.
Der Plan richtet sich an alle Menschen, die eine Krebsbehandlung abgeschlossen haben – unabhängig von Alter oder Krebsart.
Symptome
- Fieber über 39° Celsius (insbesondere nach einer Chemotherapie)
- Schwere Blutungen
- Atemnot oder starke Brustschmerzen
- Neu aufgetretene Lähmungen oder Sprachstörungen – rufen Sie sofort die 112
- ⚠Neu aufgetretene Knoten oder Schwellungen
- ⚠Unerklärlicher Gewichtsverlust
- ⚠Anhaltende Schmerzen, die trotz Schmerzmitteln nicht nachlassen
- ⚠Fieber unter 39° Celsius oder Schüttelfrost
Häufige Symptome
- Müdigkeit und Erschöpfung (auch Fatigue genannt)
- Nervenschmerzen oder Kribbeln in Händen und Füßen
- Ängste und depressive Verstimmung
Symptome bei Kindern
- Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme in der Schule
- Verzögertes Wachstum oder verzögerte Pubertät
- Erhöhtes Risiko für später auftretende gesundheitliche Probleme
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verminderte Knochendichte (Osteoporose)
- Herz-Kreislauf-Probleme
- Nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit
Ursachen
Hauptursachen
- Eine Krebserkrankung selbst kann lange nach der Behandlung noch Auswirkungen haben.
- Behandlungen wie Chemotherapie, Strahlentherapie oder Operationen können Spätfolgen verursachen.
- Auch psychische Belastungen gehören zu den möglichen Folgen einer Krebserkrankung.
Risikofaktoren
- Hohe Dosen von Strahlentherapie oder bestimmten Chemotherapien
- Mehrere Krebserkrankungen oder ein fortgeschrittener Tumor
- Weitere Grunderkrankungen wie Diabetes oder Herzprobleme
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn neue Symptome auftreten oder bestehende Symptome sich verschlimmern
- Bei Fieber, Blutungen, Atemnot oder starken Schmerzen – sofort ärztliche Hilfe suchen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Nehmen Sie Ihren Nachsorgeplan regelmäßig zur Hand
- Gehen Sie zu den geplanten Nachsorgeterminen – auch wenn Sie sich gesund fühlen
Diagnose
Ein Nachsorgeplan wird nicht aus einer Diagnose erstellt. Er wird gemeinsam mit Ihrem onkologischen Team entwickelt, möglichst nach Abschluss der Behandlung. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen die Inhalte und übergeben Ihnen das Dokument schriftlich.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung
- Laboruntersuchungen des Bluts
- Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT, wenn sie medizinisch nötig sind
- Gespräche zu Ihrem körperlichen und seelischen Befinden
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
In einem gemeinsamen Gespräch werden Ihre Krankengeschichte, die erhaltenen Therapien und Ihre persönliche Situation aufgenommen. Danach erhalten Sie einen schriftlichen Plan, den Sie auch zu allen anderen Arztbesuchen mitnehmen können.
Behandlung
Der Nachsorgeplan selbst heilt nicht, aber er hilft, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Je nach Beschwerden können einzelne Bausteine wie Unterstützungsgespräche, Ernährungsberatung oder physiotherapeutische Übungen angezeigt sein. Die Empfehlungen orientieren sich an den Leitlinien der Fachgesellschaften (AWMF).
Selbsthilfe zu Hause
- Bewahren Sie Ihren Nachsorgeplan gut auf und führen Sie ihn zu jedem Arztbesuch mit
- Halten Sie neue Beschwerden in einem Symptomtagebuch fest
- Nehmen Sie an Nachsorgeuntersuchungen teil, auch wenn Sie keine Beschwerden haben
- Suchen Sie sich Unterstützung, wenn Sie sich überfordert fühlen
Medizinische Behandlungen
Medikamente oder Spezialtherapien werden immer individuell von Ihrem Arzt geplant. Dazu gehören beispielsweise Schmerzmittel, Entwässerungsmedikamente oder Hormonpräparate – aber nur nach ärztlicher Verordnung. In bestimmten Situationen kann auch eine Rehabilitation, Psychotherapie oder Osteoporosebehandlung sinnvoll sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist für den Nachsorgeplan selbst nicht nötig. Falls Sie später operiert werden müssen, wird Ihr Arzt das gesondert mit Ihnen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Ein Nachsorgeplan hilft Ihnen, den Alltag zu strukturieren. Er erinnert Sie an anstehende Vorsorgetermine und gibt Sicherheit im Umgang mit möglichen Spätfolgen.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig – passend zu Ihrem Zustand
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Erholung
- Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkohol
- Bleiben Sie in Kontakt mit Familie und Freunden
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten wird empfohlen. Leichter Ausdauersport wie Spazierengehen oder Radfahren kann Fatigue lindern und das Wohlbefinden steigern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Nach einer Krebsbehandlung sind Ängste und Niedergeschlagenheit normal. Sprechen Sie offen darüber. Psychoonkologische Beratung kann helfen. Wenn Sie Gedanken haben, sich das Leben zu nehmen, wenden Sie sich umgehend an eine Klinik oder den Notruf 112.
Vorbeugung
Spätfolgen lassen sich nicht immer verhindern, aber mit einem guten Nachsorgeplan früh erkennen und behandeln. Das Planen hilft, die Lebensqualität zu erhalten.
Impfungen
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über den aktuellen Impfschutz. Manche Impfungen sind nach einer Krebsbehandlung besonders empfohlen, zum Beispiel gegen Grippe oder Lungenentzündung.
Früherkennungsprogramme
Zu den regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen gehören empfohlene Krebsfrüherkennungsuntersuchungen. Genaueres steht in Ihrem persönlichen Plan.
Komplikationen
Unbehandelt
- Mögliche Spätfolgen werden später erkannt
- Neue Gesundheitsprobleme bleiben länger unbehandelt
- Zusätzlicher psychischer Druck durch Unsicherheit
Langzeitprognose
Ein strukturierter Nachsorgeplan gibt Ihnen das Gefühl, die Kontrolle über Ihre Gesundheit zu behalten. Die meisten Menschen können nach einer Krebserkrankung ein erfülltes und aktives Leben führen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Krebshilfe ↗ · Deutschland
- Deutsche Krebsgesellschaft ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.