Tonsillitis in pregnancy
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Tonsillitis ist eine Entzündung der Mandeln, das sind zwei kleine Drüsen im hinteren Rachenbereich. In der Schwangerschaft kann eine Mandelentzündung besonders unangenehm sein, weil das Immunystem verändert ist. Sie wird meist durch Viren oder Bakterien ausgelöst.
Wichtige Fakten
- Die Mandeln sind Teil des Abwehrsystems und helfen, Keime abzufangen.
- Tonsillitis in der Schwangerschaft ist in der Regel gut behandelbar.
- Eine bakterielle Mandelentzündung kann mit bestimmten Antibiotika behandelt werden, die in der Schwangerschaft sicher sind.
- Mit einfachen Hausmitteln wie viel Trinken und Schonung können die Beschwerden oft gelindert werden.
Tonsillitis kommt bei Erwachsenen seltener vor als bei Kindern, aber in der Schwangerschaft ist das Risiko nicht erhöht. Dennoch kann jede Schwangere eine Mandelentzündung bekommen.
Tonsillitis in der Schwangerschaft betrifft werdende Mütter jeden Alters. Frauen mit geschwächtem Immunsystem oder häufigem Kontakt zu Kindern (z. B. Erzieherinnen) sind etwas häufiger betroffen.
Symptome
- Starke Atemnot oder das Gefühl, keine Luft zu bekommen
- Unfähigkeit zu schlucken (auch Speichel)
- Sehr hohes Fieber über 39,5 °C, das nicht sinkt
- Plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustands
- ⚠Fieber über 38,5 °C, das länger als 24 Stunden anhält
- ⚠Starke Schmerzen, die durch Hausmittel nicht nachlassen
- ⚠Eitrige Beläge auf den Mandeln
- ⚠Schwierigkeiten beim Trinken, sodass eine Austrocknung droht
Häufige Symptome
- Halsschmerzen, vor allem beim Schlucken
- Geschwollene, rote Mandeln mit weißen oder gelben Belägen
- Fieber (bis 39 °C oder höher)
- Geschwollene Lymphknoten am Hals
- Allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern treten ähnliche Symptome auf, oft begleitet von Übelkeit, Bauchschmerzen oder Erbrechen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch bei älteren Erwachsenen ähneln die Symptome, jedoch ist das Fieber oft niedriger. Die Heilung kann länger dauern.
Ursachen
Hauptursachen
- Viren (z. B. Erkältungsviren, Grippeviren, Epstein-Barr-Virus) – die häufigste Ursache
- Bakterien, vor allem Streptokokken der Gruppe A (bakterielle Mandelentzündung)
Risikofaktoren
- Direkter Kontakt zu erkrankten Personen
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Schlafmangel oder Stress in der Schwangerschaft)
- Rauchen oder Passivrauchen
- Trockene Raumluft oder Reizstoffe
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn das Fieber länger als 48 Stunden anhält oder sehr hoch ist
- Bei starken Schmerzen, die das Trinken unmöglich machen
- Wenn Sie Schwierigkeiten beim Atmen haben
- Wenn der Urin dunkler wird und Sie weniger trinken (Anzeichen für Austrocknung)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei leichten Halsschmerzen, die nach 3–4 Tagen nicht besser werden
- Wenn Sie unsicher sind, ob die Infektion viral oder bakteriell ist
- Vor der Einnahme von Medikamenten – fragen Sie immer Ihren Arzt oder Ihre Ärztin
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin schaut sich mit einem Licht und einem Spatel den Rachen an. Er oder sie tastet auch die Lymphknoten am Hals ab und misst das Fieber.
Mögliche Untersuchungen
- Rachenabstrich: Mit einem Wattestäbchen wird ein kleiner Abstrich von den Mandeln genommen, um Bakterien (Streptokokken) nachzuweisen.
- Schnelltest auf Streptokokken: Das Ergebnis liegt nach wenigen Minuten vor.
- Blutuntersuchung: Selten nötig, z. B. bei Verdacht auf Pfeiffersches Drüsenfieber.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzlos, kann aber etwas unangenehm sein (Würgen beim Abstrich). Der Arzt oder die Ärztin bespricht mit Ihnen das Ergebnis und die beste Behandlung, die für Sie und Ihr Baby sicher ist.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich danach, ob die Entzündung durch Viren oder Bakterien verursacht wird. In der Schwangerschaft ist die Sicherheit für das Kind besonders wichtig. Daher werden nur Medikamente eingesetzt, die gut verträglich sind.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken: warme Getränke wie Tee oder Brühe, aber auch Wasser – am besten lauwarm, nicht zu heiß.
- Gurgeln mit Salzwasser (1 Teelöffel Salz auf ein Glas warmes Wasser) mehrmals täglich.
- Halswickel mit kaltem Wasser oder Quarkwickel können die Schwellung lindern.
- Schonen und ausreichend Schlaf.
- Lutschen von Eiswürfeln oder kalten Getränken kann den Hals betäuben.
Medizinische Behandlungen
Bei einer bakteriellen Infektion verschreibt der Arzt oder die Ärztin ein Antibiotikum, das in der Schwangerschaft zugelassen ist. Wichtig ist, die Einnahme genau nach Anweisung zu beenden. Gegen die Schmerzen und das Fieber können Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ein fiebersenkendes Mittel einnehmen – hier ist die richtige Dosierung entscheidend. Bei einer Virusinfektion helfen Antibiotika nicht; dann geht es vor allem um Symptomlinderung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Mandelentfernung (Tonsillektomie) wird in der Schwangerschaft fast nie durchgeführt, es sei denn, es drohen schwere Komplikationen wie ein Abszess oder eine lebensbedrohliche Entzündung. In der Regel wird der Eingriff auf die Zeit nach der Geburt verschoben.
Leben mit der Erkrankung
Eine Mandelentzündung während der Schwangerschaft kann anstrengend sein, aber mit Ruhe und guten Hausmitteln kommen Sie gut durch die akute Phase. Planen Sie für einige Tage weniger ein und gönnen Sie sich Erholung.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie regelmäßig, um den Hals feucht zu halten.
- Vermeiden Sie Rauch und trockene Luft (Luftbefeuchter aufstellen).
- Essen Sie weiche, kühle Speisen wie Joghurt, Pudding oder pürierte Suppe.
- Teilen Sie keine Gläser oder Besteck mit anderen, um eine Ansteckung zu vermeiden.
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine leichte, vitaminreiche Kost, die den Hals nicht reizt. Vermeiden Sie scharfe, saure oder sehr heiße Speisen. Bewegung ist in der akuten Phase nicht nötig; später leichte Spaziergänge, sobald Sie sich wieder fit fühlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Krankheit in der Schwangerschaft kann verunsichern. Sorgen um das ungeborene Kind sind verständlich. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, Ihrer Familie oder Ihrem Arzt darüber. Die meisten Mandelentzündungen haben keinen Einfluss auf die Schwangerschaft.
Vorbeugung
Eine komplette Vorbeugung ist nicht möglich, aber Sie können das Risiko senken: Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände, meiden Sie Menschen mit Erkältungssymptomen und stärken Sie Ihr Immunsystem durch gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf.
Impfungen
Eine Impfung gegen die häufigsten Erreger von Tonsillitis ist nicht verfügbar. Allerdings schützt die Grippeimpfung vor einer Influenza, die ebenfalls Halsschmerzen verursachen kann. Besprechen Sie Impfungen in der Schwangerschaft mit Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screening auf Tonsillitis. Bei wiederkehrenden oder schweren Infektionen kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin eine engmaschige Kontrolle empfehlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ein Abszess um die Mandeln (Peritonsillarabszess) – eine eitrige Ansammlung, die starke Schmerzen und Schluckbeschwerden verursacht.
- Ausbreitung der Infektion auf tiefer liegende Gewebe (selten).
- Bei einer unbehandelten Streptokokkeninfektion: sehr selten rheumatisches Fieber oder Nierenentzündung.
- Austrocknung (Dehydratation) durch zu wenig Trinken.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung ist die Prognose sehr gut. Die meisten Mandelentzündungen in der Schwangerschaft heilen ohne Folgen aus. Ihr Baby ist in der Regel nicht gefährdet. Halten Sie sich an die Empfehlungen Ihres Arztes und scheuen Sie sich nicht, bei Fragen nachzufragen.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.