Uterine polyps
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Gebärmutterpolypen sind gutartige (nicht bösartige) Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut. Sie entstehen meist an der Innenwand der Gebärmutter und können unterschiedlich groß sein. Oft verursachen sie keine Beschwerden und werden nur zufällig entdeckt.
Wichtige Fakten
- Gebärmutterpolypen sind fast immer gutartig.
- Sie sind besonders bei Frauen nach den Wechseljahren häufig.
- Die meisten Polypen verursachen keine Symptome und müssen nicht behandelt werden.
Ja, Gebärmutterpolypen sind recht häufig. Sie treten bei etwa 10 bis 20 % aller Frauen im Laufe des Lebens auf, besonders nach dem 40. Lebensjahr und nach den Wechseljahren.
Gebärmutterpolypen betreffen hauptsächlich Frauen im gebärfähigen Alter und nach den Wechseljahren. Sie treten selten vor dem 20. Lebensjahr auf.
Symptome
- Sehr starke Blutungen, die nicht aufhören (z. B. mehr als eine Binde pro Stunde)
- Plötzliche, heftige Unterleibsschmerzen
- ⚠Ungewöhnliche Blutungen – auch leichte – nach den Wechseljahren
- ⚠Starke Blutungen, die Sie im Alltag einschränken
- ⚠Schmerzen im Unterleib, die nicht vergehen
Häufige Symptome
- Unregelmäßige oder übermäßig starke Monatsblutungen
- Blutungen zwischen den Perioden
- Blutungen nach den Wechseljahren (wichtig: immer abklären lassen)
- Schmierblutungen oder leichte Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr
Symptome bei Kindern
- Gebärmutterpolypen bei Kindern sind äußerst selten und werden hier nicht beschrieben.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Blutungen nach den Wechseljahren (Postmenopause)
- Leichte Schmierblutungen
- Möglicherweise keine Symptome – Polypen werden zufällig bei einer Untersuchung entdeckt
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass hormonelle Schwankungen (insbesondere Östrogen) eine Rolle spielen.
- Entzündungsprozesse in der Gebärmutterschleimhaut können die Entstehung begünstigen.
Risikofaktoren
- Alter über 40 Jahre
- Übergewicht
- Bluthochdruck
- Einnahme von Hormonen (z. B. Tamoxifen nach Brustkrebs)
- Wechseljahre (hormonelle Umstellung)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nach den Wechseljahren Blutungen bemerken – auch wenn es nur Schmierblutungen sind
- Bei sehr starken Monatsblutungen, die Sie schwach oder schwindelig machen
- Bei plötzlichen, starken Unterleibsschmerzen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie regelmäßig unter ungewöhnlichen Blutungen leiden (z. B. zwischen den Perioden)
- Bei wiederkehrenden Schmerzen im Unterbauch
- Wenn Sie sich Sorgen um Ihre Gebärmuttergesundheit machen
Diagnose
Gebärmutterpolypen werden meist bei einer Routineuntersuchung oder bei Abklärung von Blutungen entdeckt. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird zunächst ein Gespräch führen und eine Ultraschalluntersuchung durchführen.
Mögliche Untersuchungen
- Transvaginaler Ultraschall (Schallkopf wird in die Scheide eingeführt) – er zeigt die Gebärmutterschleimhaut und eventuelle Polypen
- Hysteroskopie: Eine Kamera wird durch die Scheide in die Gebärmutter eingeführt, um Polypen direkt zu sehen – das ist die sicherste Methode
- Gewebeprobe (Biopsie): Manchmal wird während der Hysteroskopie eine kleine Probe entnommen, um sicherzustellen, dass der Polyp gutartig ist
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel nicht schmerzhaft. Sie können ein leichtes Ziehen im Unterleib spüren, ähnlich wie bei Regelschmerzen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erklärt Ihnen jeden Schritt und gibt Ihnen Zeit für Fragen.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Größe, der Anzahl der Polypen und Ihren Beschwerden ab. Viele Polypen müssen nicht behandelt werden, wenn sie keine Symptome verursachen. Bei Blutungen oder Kinderwunsch wird eine Entfernung empfohlen.
Selbsthilfe zu Hause
- Führen Sie ein Tagebuch über Ihre Blutungen, um Muster zu erkennen
- Achten Sie auf ausreichende Eisenaufnahme (z. B. durch Vollkorn, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse) – besonders bei starken Blutungen
- Besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, ob eine Wärmflasche bei Unterleibsschmerzen hilfreich sein kann
Medizinische Behandlungen
Bei Beschwerden kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin verschiedene Behandlungen vorschlagen. Dazu gehört die Entfernung des Polypen während einer Hysteroskopie (Polypektomie). In manchen Fällen werden entzündungshemmende Mittel oder Hormone eingesetzt – dies wird individuell mit Ihnen besprochen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (z. B. Hysteroskopie mit Entfernung des Polypen) wird meist dann empfohlen, wenn die Polypen Beschwerden verursachen, sehr groß sind oder wenn der Verdacht auf bösartige Veränderungen besteht. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin bespricht mit Ihnen die beste Vorgehensweise.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie einen Gebärmutterpolypen haben, können Sie in der Regel ein ganz normales Leben führen. Achten Sie auf Ihren Körper und notieren Sie Veränderungen. Bei Blutungen oder Schmerzen suchen Sie ärztlichen Rat.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung hilft, den Kreislauf zu stärken und Stress abzubauen
- Gesunde Ernährung mit viel Gemüse und Obst unterstützt Ihre allgemeine Gesundheit
- Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Eisen (z. B. Spinat, Linsen, Rindfleisch) kann helfen, wenn Sie durch starke Blutungen Blut verlieren. Leichter Ausdauersport wie Spazierengehen oder Schwimmen ist in der Regel gut verträglich.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Unsicherheit, ob ein Polyp gutartig ist, kann belastend sein. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, Ihrer Familie oder einer Vertrauensperson. Bei anhaltenden Ängsten kann eine psychologische Beratung helfen.
Vorbeugung
Eine sichere Vorbeugung gegen Gebärmutterpolypen gibt es nicht. Ein gesunder Lebensstil und die Vermeidung von Risikofaktoren wie Übergewicht können das Risiko senken.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screening. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt (z. B. jährlich) helfen, Auffälligkeiten früh zu erkennen. Lassen Sie insbesondere nach den Wechseljahren jede Blutung abklären.
Komplikationen
Unbehandelt
- In den meisten Fällen bleiben Polypen harmlos und verursachen keine Komplikationen
- Sehr selten können Polypen bösartig entarten – das Risiko ist gering (unter 1 %)
- Bei starken Blutungen kann es zu Blutarmut (Anämie) kommen
Langzeitprognose
Die Prognose bei Gebärmutterpolypen ist in aller Regel sehr gut. Die meisten Polypen sind gutartig. Wenn sie entfernt werden, wachsen sie selten nach. Auch ohne Behandlung verursachen die meisten Polypen keine Probleme. Wichtig ist, dass Sie ungewöhnliche Symptome ernst nehmen und ärztlich abklären lassen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2026
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