Krampfadern in der Schwangerschaft – was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Krampfadern sind erweiterte, geschlängelte Venen, die meist an den Beinen sichtbar sind. Sie entstehen, wenn die Venenklappen nicht mehr richtig schließen und sich Blut in den Venen staut. In der Schwangerschaft kommen sie häufiger vor, weil das Blutvolumen zunimmt und die wachsende Gebärmutter auf die großen Beckenvenen drückt.
Wichtige Fakten
- Krampfadern treten bei etwa 40 % der Schwangeren auf.
- Sie bessern sich oft nach der Geburt von selbst.
- Regelmäßige Bewegung und Hochlagern der Beine können helfen.
- Selten treten ernste Komplikationen wie eine Thrombose auf.
Ja, Krampfadern sind in der Schwangerschaft sehr verbreitet. Viele Frauen bemerken sie vor allem im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel.
Sie betreffen vor allem Schwangere, besonders wenn bereits vor der Schwangerschaft Krampfadern bestanden, die Frau mehrere Kinder erwartet oder Übergewicht hat.
Symptome
- Plötzliche, starke Schwellung eines Beins
- Starke Schmerzen in Wade oder Oberschenkel
- Rötung und Überwärmung eines Beins
- Atemnot oder Brustschmerz (kann auf eine Lungenembolie hinweisen)
- ⚠Blutende Krampfader
- ⚠Geschwür (offene Stelle) an der Haut über einer Krampfader
- ⚠Sehr starke, anhaltende Schmerzen in einer Krampfader
Häufige Symptome
- Sichtbare, bläuliche oder violette geschlängelte Venen an den Beinen
- Schwere- oder Spannungsgefühl in den Beinen
- Leichte Schwellungen (Ödeme) der Knöchel oder Unterschenkel
- Juckreiz oder Brennen über den betroffenen Venen
- Müdigkeit und Schweregefühl besonders nach langem Stehen oder Sitzen
Ursachen
Hauptursachen
- Erhöhtes Blutvolumen in der Schwangerschaft
- Druck der wachsenden Gebärmutter auf die großen Beckenvenen
- Hormonelle Veränderungen, die die Venenwände weicher machen
Risikofaktoren
- Bereits vor der Schwangerschaft bestehende Krampfadern
- Mehrlingsschwangerschaft (Zwillinge, Drillinge)
- Übergewicht oder starke Gewichtszunahme
- Langes Stehen oder Sitzen im Beruf
- Familiäre Veranlagung (Krampfadern in der Familie)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Symptomen einer möglichen Thrombose (plötzliche Schwellung, Schmerz, Rötung, Überwärmung)
- Bei blutender Krampfader oder offener Wunde an der Haut
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei starken Beschwerden wie Schmerzen oder Schweregefühl, das den Alltag einschränkt
- Wenn Sie sich unsicher sind oder die Krampfadern schnell größer werden
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin stellt die Diagnose meist durch eine körperliche Untersuchung: Er oder sie betrachtet die Beine und tastet die Venen ab. Bei Unsicherheit oder Verdacht auf Komplikationen kann eine Ultraschalluntersuchung der Venen (Duplexsonographie) durchgeführt werden.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung (Begutachtung und Abtasten der Venen)
- Farbkodierte Duplexsonographie (Ultraschall der Venen)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert etwa 15–30 Minuten. Sie liegen dabei bequem auf einer Liege. Bei der Ultraschalluntersuchung wird ein Gel auf die Haut aufgetragen und ein Schallkopf über die Beine geführt.
Behandlung
In der Schwangerschaft stehen schonende Maßnahmen im Vordergrund, da viele Behandlungen (z. B. Verödung oder Operation) erst nach der Geburt empfohlen werden. Ziel ist es, die Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.
Selbsthilfe zu Hause
- Beine hochlegen – mehrmals täglich für 15–30 Minuten
- Regelmäßige Bewegung (Spazierengehen, Schwimmen, sanfte Gymnastik)
- Vermeiden Sie langes Stehen oder Sitzen; wechseln Sie die Position
- Tragen Sie Stützstrümpfe (Kompressionsstrümpfe) – fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Hebamme nach der richtigen Stärke
- Vermeiden Sie enge Kleidung, die die Durchblutung behindert
Medizinische Behandlungen
Bei starken Beschwerden können Kompressionsstrümpfe verordnet werden. Medikamente zur venenstraffenden Behandlung sind in der Schwangerschaft meist nicht empfohlen – Ihr Arzt oder Ihre Ärztin bespricht mit Ihnen die individuell beste Lösung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation oder Verödung (Sklerosierung) von Krampfadern wird in der Regel erst nach der Schwangerschaft und Stillzeit durchgeführt, da die Krampfadern sich nach der Geburt häufig zurückbilden.
Leben mit der Erkrankung
Krampfadern in der Schwangerschaft sind meist harmlos und verschwinden nach der Geburt oft von selbst. Mit einfachen Maßnahmen wie Hochlagern der Beine und Bewegung können Sie die Beschwerden lindern. Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeit und vermeiden Sie langes Stehen.
Tipps für den Alltag
- Integrieren Sie kleine Bewegungspausen in den Alltag
- Tragen Sie bequeme Schuhe mit niedrigem Absatz
- Vermeiden Sie übermäßige Wärme (lange Bäder, Sauna)
- Schlafen Sie mit leicht erhöhten Beinen (z. B. Kissen unter die Füße legen)
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Ballaststoffen (Vollkorn, Obst, Gemüse) beugt Verstopfung vor, die den Druck in den Venen erhöht. Trinken Sie ausreichend Wasser. Bewegung wie Schwimmen, Gehen oder Radfahren fördert die Durchblutung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Manche Frauen fühlen sich durch das Aussehen der Krampfadern unsicher oder belastet. Das ist verständlich, aber wichtig: In den allermeisten Fällen bilden sie sich nach der Geburt zurück. Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Arzt/Ärztin über Ihre Sorgen – sie können Ihnen helfen.
Vorbeugung
Krampfadern in der Schwangerschaft lassen sich nicht immer verhindern, aber Sie können das Risiko durch regelmäßige Bewegung, Hochlagern der Beine und Vermeidung von langem Stehen oder Sitzen senken.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft sind wichtig. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann bei Bedarf die Venen begutachten. Spezielle Screening-Untersuchungen auf Krampfadern sind nicht routinemäßig vorgesehen, werden aber bei Beschwerden angeboten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Oberflächliche Venenentzündung (Thrombophlebitis) – schmerzhafte, gerötete Stelle
- Verzögerte Heilung von Hautveränderungen bis hin zu Geschwüren
- Selten: Tiefe Beinvenenthrombose (Blutgerinnsel in den tiefen Venen) – ein medizinischer Notfall
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Die meisten Krampfadern, die in der Schwangerschaft neu auftreten, bilden sich innerhalb von drei bis sechs Monaten nach der Geburt zurück oder bessern sich deutlich. Auch wenn einige Krampfadern bestehen bleiben, können sie meist gut mit konservativen Maßnahmen behandelt werden. Selten sind schwerwiegende Komplikationen. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrer Hebamme und Ihrem Arzt – dann ist alles gut zu bewältigen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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