Krampfadern bei Jugendlichen: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Krampfadern sind erweiterte, geschlängelte Venen, die bläulich oder violett durch die Haut schimmern. Sie entstehen, wenn sich die Venenwände dehnen und die Klappen in den Venen nicht mehr richtig schließen. Dadurch staut sich das Blut, statt zum Herzen zurückzufließen.
Wichtige Fakten
- Krampfadern kommen bei Jugendlichen seltener vor als bei älteren Erwachsenen, sind aber möglich.
- In der Pubertät können hormonelle Veränderungen das Risiko leicht erhöhen.
- Oft sind Krampfadern in jungen Jahren harmlos und verursachen keine Beschwerden.
- Eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung kann das Fortschreiten verlangsamen.
Krampfadern sind im Jugendalter nicht häufig. Etwa 1 bis 2 von 100 Jugendlichen haben sichtbare Krampfadern. Bei den meisten bleiben sie mild.
Jugendliche beiderlei Geschlechts können Krampfadern entwickeln. Mädchen sind etwas häufiger betroffen, vor allem wenn in der Familie bereits Krampfadern vorkommen.
Symptome
- Plötzliche, starke Schwellung eines ganzen Beins, verbunden mit Schmerzen und bläulicher Verfärbung (Zeichen einer tiefen Venenthrombose – Blutgerinnsel)
- Atemnot, Brustschmerzen oder plötzlicher Husten, vor allem nach einer Beinvenenthrombose (Hinweis auf Lungenembolie)
- Starke Blutung aus einer aufgeplatzten Krampfader, die nicht aufhört
- ⚠Schmerzen, Rötung und Überwärmung entlang einer Krampfader (mögliche oberflächliche Venenentzündung)
- ⚠Offene Wunde oder Hautgeschwür an einem Bein, das nicht abheilt
- ⚠Starke, anhaltende Schwellung oder Schweregefühl, das den Alltag beeinträchtigt
Häufige Symptome
- Bläuliche oder violette, geschlängelte Linien unter der Haut, meist an den Beinen
- Schweregefühl oder Spannungsgefühl in den Beinen, besonders nach langem Stehen oder Sitzen
- Leichte Schwellungen an Knöcheln oder Unterschenkeln am Abend
- Juckreiz oder ein Spannungsgefühl über den veränderten Venen
Symptome bei Kindern
- Bei Jugendlichen treten Krampfadern oft ohne Schmerzen auf.
- Manchmal sind nur sehr feine, netzartige Venen (Besenreiser) zu sehen.
- Wenn die Krampfadern größer sind, können sie nach langem Stehen oder Sport ein leichtes Ziehen verursachen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Erwachsenen sind Krampfadern meist ausgeprägter und schmerzhafter.
- Hautveränderungen wie rötliche oder bräunliche Flecken, Verhärtungen oder offene Stellen (Geschwüre) sind möglich.
- Starke Schwellungen und nächtliche Wadenkrämpfe kommen häufiger vor.
Ursachen
Hauptursachen
- Angeborene Schwäche der Venenwände (Bindegewebsschwäche)
- Vererbung: Krampfadern treten in manchen Familien häufiger auf
- Übergewicht, das die Venen in den Beinen belastet
- Wachstumsschübe und hormonelle Umstellungen in der Pubertät
Risikofaktoren
- Familiäre Vorbelastung (Eltern oder Großeltern mit Krampfadern)
- Übergewicht oder starkes Übergewicht (Adipositas)
- Langes Stehen oder Sitzen in Schule, Ausbildung oder beim Sport
- Wenig Bewegung / sitzender Lebensstil
- Hormonelle Veränderungen, z. B. während der Pubertät oder bei Einnahme der Antibabypille (bei manchen Frauen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Schwellung, Schmerzen oder Rötung eines Beines (mögliche Thrombose)
- Wenn eine Krampfader aufplatzt und stark blutet
- Bei offenen Wunden oder Hautveränderungen an den Beinen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Krampfadern sichtbar sind und man sich unsicher fühlt
- Wenn die Beine abends oft geschwollen sind oder schmerzen
- Wenn in der Familie viele Krampfadern oder Thrombosen vorkamen
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin sieht sich die Beine genau an. Oft reicht schon die Untersuchung mit den Händen (Abtasten) und eine Betrachtung im Stehen. Bei Fragen wird eine Ultraschalluntersuchung der Venen (Farbduplexsonografie) durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung: Blick auf die Beine im Stehen und Liegen, Abtasten der Venen
- Farbduplexsonografie (Spezialultraschall): Damit wird der Blutfluss in den Venen sichtbar gemacht und geprüft, ob die Venenklappen richtig arbeiten
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Man kann danach sofort wieder nach Hause gehen. Der Arzt oder die Ärztin erklärt die Befunde und bespricht, ob eine Behandlung nötig ist.
Behandlung
Die Behandlung von Krampfadern bei Jugendlichen richtet sich nach der Größe, den Beschwerden und der Ursache. Oft reicht es, die Beine zu schonen und auf Bewegung zu achten. Bei stärkeren Beschwerden gibt es verschiedene schonende Verfahren, um die Venen zu verschließen oder zu entfernen.
Selbsthilfe zu Hause
- Täglich die Beine hochlegen, am besten mehrmals für 15–20 Minuten
- Regelmäßig Sport treiben, besonders Ausdauersport wie Schwimmen, Radfahren oder Walken
- Langes Stehen oder Sitzen vermeiden – öfter die Beine bewegen
- Bei Bedarf Kompressionsstrümpfe tragen (Verordnung durch den Arzt)
- Beine nicht zu lange der direkten Sonne oder Hitze aussetzen (Sauna, heißes Bad)
Medizinische Behandlungen
Wenn die Selbsthilfe nicht ausreicht, können Ärzte verschiedene Verfahren anbieten. Dazu gehören die Verödung (Sklerotherapie) mit einem speziellen Mittel, das die Vene verschließt, oder die Behandlung mit Laser oder Radiofrequenz. Diese Eingriffe sind meist minimalinvasiv und werden ambulant durchgeführt. Welches Verfahren am besten geeignet ist, bespricht man mit einem Venenspezialisten (Phlebologen).
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (z. B. Venenentfernung = Stripping) wird bei Jugendlichen nur sehr selten durchgeführt – meist erst, wenn die Krampfadern sehr groß sind oder andere Behandlungen nicht geholfen haben.
Leben mit der Erkrankung
Krampfadern in jungen Jahren sind meist kein großes Problem. Mit einfachen Gewohnheiten kann man gut leben und verhindern, dass sie schlimmer werden. Wichtig ist: nicht zu lange stillstehen oder sitzen, die Beine bewegen und bei Bedarf Kompressionsstrümpfe tragen.
Tipps für den Alltag
- Viel Bewegung – am besten täglich 30 Minuten aktiv sein
- Bei langem Sitzen in der Schule oder am Schreibtisch zwischendurch aufstehen und ein paar Schritte gehen
- Beim Sitzen die Füße nicht überschlagen, da das die Durchblutung stört
- Lockere Kleidung tragen, die nicht in die Beine einschnürt
- Bei Sportarten mit viel Hüpfen oder Stemmen (z. B. Kraftsport) auf Atmung und richtige Technik achten
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten hilft, das Gewicht zu halten. Ballaststoffe beugen Verstopfung vor, die die Venen zusätzlich belastet. Bewegung wie Schwimmen, Radfahren oder Tanzen fördert die Durchblutung. Auch gezielte Fußbewegungen („Venengymnastik“) sind empfehlenswert.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Manche Jugendliche fühlen sich wegen der sichtbaren Venen unsicher oder schämen sich, besonders beim Schwimmen oder in Umkleidekabinen. Das ist verständlich. Es kann helfen, mit vertrauten Personen oder einem Arzt darüber zu sprechen. Die meisten Krampfadern sind harmlos und verschwinden mit den Jahren oder werden weniger auffällig.
Vorbeugung
Nicht alle Krampfadern lassen sich verhindern, besonders wenn die Veranlagung in der Familie liegt. Aber mit einem gesunden Lebensstil kann man das Risiko deutlich senken und das Fortschreiten verlangsamen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Zunahme der Krampfadern und stärkere Beschwerden
- Oberflächliche Venenentzündung (Entzündung der Krampfader mit Rötung, Schwellung, Schmerzen)
- Tiefe Beinvenenthrombose – Blutgerinnsel in einer tiefen Beinvene (selten bei Jugendlichen)
- Hautveränderungen wie Braunfärbung oder offene Stellen (Geschwüre) – extrem selten in jungen Jahren
Langzeitprognose
Die meisten Krampfadern bei Jugendlichen bleiben mild und verursachen keine Probleme. Mit einem gesunden Lebensstil und regelmäßiger Bewegung lässt sich das Fortschreiten meist aufhalten. In manchen Fällen bilden sie sich mit dem Ende der Pubertät sogar wieder etwas zurück. Es gibt gute und schonende Behandlungen, falls doch Beschwerden auftreten. Sie sind also kein Grund zur Sorge!
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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