Vertigo
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Vertigo ist ein Gefühl, dass Sie selbst oder die Umgebung sich dreht, auch wenn Sie stillstehen. Es entsteht meist im Gleichgewichtsorgan im Innenohr und ist kein eigenes Krankheitsbild, sondern ein Symptom.
Wichtige Fakten
- Vertigo ist eine Form von Schwindel, die sich wie ein Karussell anfühlen kann.
- Oft steckt eine gutartige Störung des Innenohrs dahinter, die mit einfachen Übungen behandelbar ist.
- In manchen Fällen kann Schwindel auf ernstere Ursachen hinweisen – dann ist ärztliche Abklärung wichtig.
Ja, Vertigo kommt sehr häufig vor. Etwa jeder dritte Mensch erlebt mindestens einmal im Leben eine Schwindelattacke.
Vertigo kann Menschen jeden Alters treffen, besonders häufig tritt er jedoch bei Erwachsenen über 40 Jahren auf.
Symptome
- Plötzlich auftretender, sehr starker Schwindel mit Lähmungserscheinungen (z. B. einseitige Armlähmung, hängender Mundwinkel)
- Schwindel mit Sprachstörungen oder Doppelbildern
- Schwindel nach einem Schlag auf den Kopf oder Sturz
- Schwindel mit Brustschmerzen oder Atemnot
- ⚠Schwindel, der länger als zwei Tage anhält und sich nicht bessert
- ⚠Schwindel mit neu aufgetretenem Hörsturz oder Ohrgeräuschen
- ⚠Schwindel, der mit starkem Kopfweh oder Nackensteifigkeit verbunden ist
Häufige Symptome
- Drehgefühl, als ob man auf einem Karussell sitzt
- Übelkeit und Erbrechen
- Unsicherer Gang oder Schwanken
- Schweißausbrüche
- Augenzittern (unkontrollierte, schnelle Augenbewegungen)
Symptome bei Kindern
- Kinder mit Vertigo wirken oft ängstlich und halten sich an Möbeln fest.
- Sie klagen über Übelkeit, aber können das Gefühl des Drehens noch nicht gut beschreiben.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen stürzen leichter bei Vertigo, was zu Knochenbrüchen führen kann.
- Der Schwindel kann länger anhalten und mit Hörminderung oder Tinnitus einhergehen.
Ursachen
Hauptursachen
- Gutartiger Lagerungsschwindel: Kleine Kristalle im Innenohr lösen sich und geraten in die Bogengänge.
- Morgen Morbus Menière: Flüssigkeitsdruck im Innenohr steigt an, oft mit Hörverlust und Tinnitus.
- Vestibularis-Neuritis: Eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs durch Viren.
- Durchblutungsstörungen im Gehirn oder Kleinhirn (selten).
Risikofaktoren
- Alter über 50 Jahre
- Zustand nach Kopfunfall oder Schleudertrauma
- Migräne (sogenannte vestibuläre Migräne)
- Bluthochdruck oder Diabetes (erhöhtes Risiko für Durchblutungsstörungen)
- Einnahme von Medikamenten, die den Blutdruck oder das Gleichgewichtssystem beeinflussen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichem, heftigem Schwindel mit Übelkeit und Erbrechen
- Wenn der Schwindel nach einer Kopfverletzung auftritt
- Bei zusätzlichen Symptomen wie Sprachstörungen, Lähmungen oder Doppelbildern
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Schwindel wiederholt auftritt oder länger als ein paar Minuten anhält
- Um die genaue Ursache abzuklären, damit die passende Behandlung eingeleitet werden kann
Diagnose
Die Diagnose beginnt mit einem ausführlichen Gespräch über Ihre Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung. Der HNO-Arzt wird spezielle Tests durchführen, um das Gleichgewichtsorgan zu prüfen.
Mögliche Untersuchungen
- Lagerungsprobe: Der Arzt dreht Ihren Kopf in bestimmte Positionen, um Lagerungsschwindel auszulösen.
- Gleichgewichtsprüfung: Sie sitzen auf einem Drehstuhl oder bekommen einen kalten/warmen Luftstrom ins Ohr (kalorische Prüfung).
- Hörtest (Audiometrie), um das Innenohr zu beurteilen.
- Bei Verdacht auf andere Ursachen: MRT oder CT des Kopfes.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel nicht schmerzhaft, können aber vorübergehend Schwindel auslösen. Ärzte sind darauf eingestellt und brechen ab, wenn es zu unangenehm wird.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei gutartigem Lagerungsschwindel helfen spezielle Bewegungsübungen (Lagerungsmanöver), die der Arzt zeigen kann. Bei Entzündungen werden entzündungshemmende Medikamente eingesetzt, und bei Morbus Menière wird der Druck im Innenohr medikamentös gesenkt. In schweren Fällen kann eine Physiotherapie mit Gleichgewichtstraining helfen.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei einer Schwindelattacke hinsetzen oder hinlegen, um Stürze zu vermeiden.
- Vermeiden Sie grelles Licht und plötzliche Kopfbewegungen.
- Bewegen Sie sich langsam und suchen Sie einen festen Punkt zum Fixieren.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen Medikamente verschreiben, die den Schwindel lindern (Antivertiginosa) oder die Übelkeit unterdrücken. Bei Morbus Menière werden entwässernde Medikamente oder Kortison eingesetzt. Wichtig: Alle Medikamente nur nach ärztlicher Verordnung einnehmen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in seltenen Fällen nötig, z. B. bei einem Tumor am Hörnerv (Akustikusneurinom) oder bei schwerem Morbus Menière, wenn Medikamente nicht helfen. Der Arzt bespricht alle Optionen mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Vertigo kann den Alltag stark beeinträchtigen, vor allem wenn die Attacken unvorhersehbar kommen. Viele Menschen lernen mit der Zeit, ihre Auslöser zu erkennen und zu vermeiden. Ein Schwindeltagebuch kann helfen, Muster zu erkennen.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie plötzliche Kopfbewegungen und ruckartige Drehungen.
- Halten Sie sich an stabilen Gegenständen fest, wenn Sie unsicher gehen.
- Sorgen Sie zu Hause für gute Beleuchtung und rutschfeste Böden.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz kann bei Morbus Menière helfen. Regelmäßige Bewegung wie Gehen oder leichtes Gleichgewichtstraining wird empfohlen, sofern Sie sich sicher fühlen. Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ständiger oder wiederkehrender Schwindel kann Angst auslösen und das Vertrauen in den eigenen Körper erschüttern. Es ist normal, sich manchmal verunsichert oder ängstlich zu fühlen. Suchen Sie sich Unterstützung – das gehört zur Gesundung dazu.
Vorbeugung
Nicht alle Formen von Vertigo sind vermeidbar. Bei gutartigem Lagerungsschwindel können die bekannten Lagerungsmanöver Rückfällen vorbeugen. Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung und einer salzarmen Ernährung kann das Risiko für Morbus Menière senken.
Impfungen
Gegen Vertigo selbst gibt es keine Impfung. Impfungen gegen Grippe oder andere Viruserkrankungen können jedoch helfen, entzündungsbedingte Formen zu verhindern.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening. Menschen, die einmal Vertigo hatten, sollten bei neuen Symptomen sofort einen Arzt aufsuchen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Sturzverletzungen (z. B. Knochenbrüche oder Kopfverletzungen)
- Chronische Angst vor Schwindel, die zu Vermeidungsverhalten und Einschränkungen im Alltag führt
- Bei unbehandeltem Morbus Menière fortschreitender Hörverlust bis hin zur Ertaubung
Langzeitprognose
Die meisten Formen von Vertigo sind gut behandelbar. Mit der richtigen Therapie und Geduld können die meisten Menschen ein normales Leben führen. Auch wenn der Schwindel manchmal wiederkommt, lernen Betroffene meist gut, damit umzugehen.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- HNO-Ärzte in Ihrer Nähe ↗ · Deutschland
- Schwindelambulanzen (z. B. an Universitätskliniken) ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.