Day of dialysis session
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Dialyse-Sitzungstag ist der Tag, an dem Sie zur Blutwäsche (Dialyse) ins Krankenhaus oder Dialysezentrum kommen. Bei der Dialyse wird das Blut von Abfallstoffen gereinigt, weil die eigenen Nieren das nicht mehr können. Die Behandlung dauert meist einige Stunden und wird mehrmals pro Woche wiederholt.
Wichtige Fakten
- Die Dialyse übernimmt die Aufgabe der Nieren, das Blut zu filtern.
- Eine Sitzung dauert in der Regel 4 bis 5 Stunden.
- Sie findet in einem Dialysezentrum oder manchmal zu Hause statt.
- Vor der ersten Sitzung wird ein Zugang zum Blutkreislauf geschaffen, z. B. über einen Shunt (eine Verbindung zwischen Arterie und Vene) oder einen Katheter.
Ja, weltweit werden jedes Jahr Millionen von Dialysebehandlungen durchgeführt. In Deutschland sind etwa 80.000 Menschen auf eine Dialyse angewiesen.
Die Dialyse betrifft Menschen mit fortgeschrittener Nierenschwäche (Nierenversagen), deren Nieren nicht mehr ausreichend arbeiten. Dies kann Menschen jeden Alters betreffen, am häufigsten sind jedoch ältere Erwachsene betroffen.
Symptome
- Akute Atemnot oder Brustschmerz während oder nach der Dialyse
- Bewusstlosigkeit oder Krampfanfall
- Starke Blutung aus dem Shunt oder Katheter, die nicht aufhört
- Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion (z. B. Schwellung von Gesicht oder Zunge, Atemnot)
- ⚠Rötung, Schwellung oder Eiterbildung an der Einstichstelle (Anzeichen einer Infektion)
- ⚠Fieber oder Schüttelfrost
- ⚠Starke Schmerzen im Shunt-Arm oder an der Katheterstelle
- ⚠Übelkeit und Erbrechen, die nicht aufhören
Häufige Symptome
- Müdigkeit oder Erschöpfung nach der Behandlung
- Kopfschmerzen oder Schwindel während oder nach der Dialyse
- Muskelkrämpfe (besonders in den Beinen)
- Niedriger Blutdruck (Hypotonie) während der Sitzung
- Juckreiz, trockene Haut
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern können zusätzlich Übelkeit, Erbrechen oder Unruhe auftreten.
- Manche Kinder haben Angst vor der Nadel oder der Behandlung.
- Wachstumsverzögerungen sind möglich, wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen sind häufiger von Blutdruckabfall und Muskelkrämpfen betroffen.
- Die Erholungszeit nach der Dialyse kann länger sein.
- Stürze aufgrund von Schwäche oder Schwindel sind ein erhöhtes Risiko.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Notwendigkeit einer Dialyse entsteht durch chronisches Nierenversagen, bei dem die Nieren ihre Filterfunktion weitgehend verloren haben.
- Akutes Nierenversagen (z. B. durch schwere Infektion, Blutverlust oder Vergiftung) kann ebenfalls eine vorübergehende Dialyse erforderlich machen.
Risikofaktoren
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Bluthochdruck (Hypertonie)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Erkrankungen der Nieren selbst, z. B. Glomerulonephritis
- Langjährige Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Schmerzmittel bei Nierenschädigung)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Zeichen einer Infektion am Shunt oder Katheter (Rötung, Schwellung, Fieber)
- Wenn Sie starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Verwirrtheit bemerken
- Bei plötzlicher Atemnot oder Brustschmerz
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Regelmäßige Kontrolltermine beim Nephrologen (Nierenfacharzt) zur Überwachung des Dialyseerfolgs
- Laborkontrollen des Bluts (z. B. Harnstoff, Kreatinin, Elektrolyte)
- Überprüfung des Shunts oder Katheters durch den Arzt
Diagnose
Die Entscheidung zur Dialyse wird anhand von Blutuntersuchungen (z. B. Kreatinin, Harnstoff, glomeruläre Filtrationsrate (GFR)) und dem allgemeinen Gesundheitszustand getroffen. Die Vorbereitung für die Dialyse umfasst die Anlage eines Gefäßzugangs (Shunt oder Katheter) in einem kleinen chirurgischen Eingriff.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung zur Bestimmung der Nierenfunktion (GFR, Kreatinin)
- Ultraschall oder Angiographie zur Beurteilung der Blutgefäße für den Shunt
- Urinuntersuchung (bei noch vorhandener Restfunktion)
- Allgemeine Gesundheitschecks wie Blutdruck und Gewicht
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor der ersten Dialyse wird ein Zugang geschaffen (ggf. in einem kurzen chirurgischen Eingriff). Am Behandlungstag werden Sie gewogen, Blutdruck und Puls gemessen. Während der Dialyse liegen Sie bequem, können lesen, schlafen oder Musik hören. Nach der Behandlung können Sie kurz nachruhen und werden erneut gewogen.
Behandlung
Die Dialyse (Blutwäsche) ist die wichtigste Behandlung für Patienten mit Nierenversagen. Sie reinigt das Blut von Giftstoffen und überschüssiger Flüssigkeit. Je nach Zugang und Zentrum gibt es verschiedene Dialyseformen (z. B. Hämodialyse, Peritonealdialyse). Am Tag einer Sitzung stehen Vorbereitung, Durchführung und Nachsorge im Mittelpunkt.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie alle ärztlichen Anweisungen zur Flüssigkeits- und Diätbeschränkung ernst.
- Achten Sie auf eine ausreichende Ruhezeit vor und nach der Behandlung.
- Vermeiden Sie schwere körperliche Anstrengung unmittelbar nach der Dialyse.
- Kontrollieren Sie täglich den Shunt oder die Katheterstelle auf Rötungen oder Schwellungen.
Medizinische Behandlungen
Die Dialyse selbst ist die medizinische Behandlung. Zusätzlich kann Ihr Arzt Ihnen Medikamente verschreiben, um den Blutdruck zu regulieren, den Kalzium-Phosphat-Haushalt zu kontrollieren oder die Blutarmut (Anämie) zu behandeln. Diese Mittel werden individuell angepasst. Auch Bluttransfusionen können bei schwerer Anämie nötig sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Zur Vorbereitung der Dialyse ist in der Regel eine Operation zur Anlage eines Shunts oder eines Katheters erforderlich. Dieser Eingriff wird meist von Chirurgen durchgeführt. Auch später kann es nötig sein, den Zugang zu reparieren oder zu ersetzen.
Leben mit der Erkrankung
Das Leben mit Dialyse erfordert eine feste Terminstruktur. Planen Sie die Sitzungstage als festen Bestandteil Ihres Alltags ein. Viele Menschen führen ein erfülltes Leben mit Familie, Beruf und Hobbys, passen jedoch ihre Aktivitäten an die Behandlungstage an.
Tipps für den Alltag
- Halten Sie Ihren Dialysezugang sauber und trocken.
- Vermeiden Sie enge Kleidung oder schweren Druck auf den Shuntarm.
- Nehmen Sie Rücksicht auf Ihren Körper und gönnen Sie sich Ruhepausen.
- Tauschen Sie sich mit anderen Dialysepatienten aus – Selbsthilfegruppen können sehr hilfreich sein.
Ernährung und Bewegung
Ihr Arzt oder Ernährungsberater wird Ihnen eine nierengerechte Diät empfehlen. Häufig wichtig: Einschränkung von Flüssigkeit, Salz, Kalium und Phosphat. Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Dehnübungen ist meist erlaubt und fördert das Wohlbefinden. Fragen Sie Ihr Team, was für Sie geeignet ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Dialyse kann emotional belastend sein. Gefühle wie Traurigkeit, Wut oder Angst sind normal. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle darüber. Bei akuter Krise hilft der Notruf 112 oder die Telefonseelsorge.
Vorbeugung
Die Notwendigkeit einer Dialyse lässt sich nicht immer verhindern, aber durch eine gute Behandlung von Grunderkrankungen (wie Bluthochdruck oder Diabetes) kann das Fortschreiten der Niereninsuffizienz verlangsamt werden. Eine gesunde Lebensweise unterstützt die Nierengesundheit.
Impfungen
Ihr Arzt kann Ihnen Impfungen gegen Grippe, Pneumokokken und Hepatitis B empfehlen, da Dialysepatienten ein erhöhtes Infektionsrisiko haben.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige ärztliche Kontrollen von Blutdruck, Blutzucker und Nierenwerten tragen dazu bei, eine Verschlechterung der Nierenfunktion frühzeitig zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne Dialyse kommt es zur Ansammlung von Giftstoffen im Blut (Urämie), was zu Verwirrtheit, Übelkeit, Krämpfen und letztlich zum Tod führen kann.
- Unbehandeltes Nierenversagen führt zu schweren Störungen des Wasser- und Elektrolythaushalts, die Herz und Gehirn schädigen können.
- Eine unzureichende Behandlung des Shunts kann zu Infektionen oder Verschlüssen führen.
Langzeitprognose
Die Dialyse ist eine lebensrettende Behandlung, die viele Jahre gute Lebensqualität ermöglichen kann. Moderne Techniken und eine enge Begleitung durch das Behandlungsteam helfen, Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Eine Nierentransplantation ist für viele eine Option, die langfristig eine Unabhängigkeit von der Dialyse bieten kann.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
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