Day of ICD placement
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Der Tag der ICD-Implantation (Implantation eines implantierbaren Kardioverter-Defibrillators) ist der Tag, an dem Ihnen unter die Haut ein kleines Gerät eingesetzt wird, das gefährliche Herzrhythmusstörungen erkennt und durch einen elektrischen Impuls (Schock) beheben kann. Der Eingriff wird meist unter örtlicher Betäubung oder leichter Narkose durchgeführt und dauert etwa ein bis zwei Stunden.
Wichtige Fakten
- Das Gerät wird meist unter dem Schlüsselbein platziert und mit feinen Drähten (Elektroden) mit dem Herzen verbunden.
- Der Eingriff erfolgt meist unter örtlicher Betäubung – Sie sind wach, aber die Stelle ist betäubt.
- Nach der Implantation bleiben Sie meist ein bis zwei Tage im Krankenhaus zur Überwachung.
Ja, die ICD-Implantation ist ein häufiger Eingriff bei Patientinnen und Patienten mit bestimmten Herzerkrankungen, bei denen das Risiko für lebensbedrohliche Rhythmusstörungen besteht.
Betroffen sind überwiegend Erwachsene mit fortgeschrittener Herzschwäche, nach einem Herzinfarkt oder mit angeborenen Herzfehlern. Auch manche Kinder mit seltenen Rhythmusstörungen können einen ICD erhalten.
Symptome
- Atemnot oder Brustschmerzen, die nicht nachlassen
- Starke Blutung oder Schwellung an der Wunde, die nicht aufhört
- Plötzliche Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen (Zeichen eines Schlaganfalls)
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- ⚠Fieber über 38,5°C oder Schüttelfrost (Zeichen einer Infektion)
- ⚠Rötung, Überwärmung oder Eiteraustritt an der Wunde
- ⚠Starke Schmerzen, die trotz Medikamenten nicht besser werden
- ⚠Herzrasen oder unregelmäßiger Puls in Ruhe
Häufige Symptome
- Am Tag des Eingriffs selbst haben Sie keine Symptome – Sie werden auf den Eingriff vorbereitet.
- Nach dem Eingriff können leichte Schmerzen, ein Druckgefühl oder ein Bluterguss an der Implantationsstelle auftreten.
- Ein leichter Muskelkater im Schulter- und Brustbereich ist normal.
Symptome bei Kindern
- Kinder erhalten den ICD meist unter Vollnarkose und haben nach dem Aufwachen möglicherweise leichte Übelkeit.
- Sie können nach dem Eingriff müde oder unruhig sein.
- Schmerzen an der Wunde sind meist gut mit Schmerzmitteln behandelbar.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen vertragen den Eingriff oft gut, haben aber möglicherweise eine längere Erholungszeit.
- Bestehende Erkrankungen wie Nierenprobleme oder Blutgerinnungsstörungen müssen vor dem Eingriff genau beachtet werden.
- Nach dem Eingriff ist die Gefahr von Verwirrtheit (Delir) leicht erhöht, die aber meist vorübergehend ist.
Ursachen
Hauptursachen
- Eine ICD wird implantiert, wenn das Risiko für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern hoch ist.
- Häufige Ursachen sind eine stark geschwächte Herzmuskelfunktion (Herzinsuffizienz), ein überstandener Herzinfarkt oder bestimmte Erbkrankheiten des Herzens.
- Auch nach einem plötzlichen Herztod (Reanimation) wird oft ein ICD eingesetzt, um einen erneuten Vorfall zu verhindern.
Risikofaktoren
- Herzinsuffizienz (Herzschwäche) mit eingeschränkter Pumpfunktion
- Zustand nach Herzinfarkt
- Angeborene Herzfehler oder Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien)
- Bestimmte Erbkrankheiten wie das Long-QT-Syndrom oder das Brugada-Syndrom
- Hohes Alter und Begleiterkrankungen können das Risiko eines Eingriffs erhöhen, sind aber keine Kontraindikation.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nach der Entlassung Fieber, starke Schmerzen oder Zeichen einer Infektion an der Wunde bemerken.
- Wenn der ICD einen Schock abgegeben hat und Sie sich unwohl fühlen oder mehrere Schocks hintereinander auftreten.
- Bei plötzlicher Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit ohne ersichtlichen Grund.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vor dem Eingriff werden Sie von Ihrem Kardiologen oder Ihrer Kardiologin gründlich untersucht.
- Nach der Implantation sind regelmäßige Kontrollen beim Arzt oder in der ICD-Ambulanz notwendig, um die Funktion des Geräts zu überprüfen.
- Die erste Kontrolle findet meist vier bis sechs Wochen nach dem Eingriff statt, danach alle drei bis sechs Monate.
Diagnose
Die Entscheidung für eine ICD-Implantation basiert auf einer gründlichen Herzuntersuchung. Dazu gehören unter anderem ein EKG, ein Langzeit-EKG, eine Echokardiographie (Herzultraschall) und manchmal eine Herzkatheteruntersuchung. Auch die persönliche Krankengeschichte und frühere Rhythmusstörungen fließen in die Bewertung ein.
Mögliche Untersuchungen
- Elektrokardiogramm (EKG) – Aufzeichnung der Herzströme
- Langzeit-EKG – Herzaufzeichnung über 24 Stunden
- Echokardiographie (Herzultraschall) – Beurteilung der Herzmuskelstruktur und -funktion
- Belastungs-EKG – Herzreaktion unter körperlicher Belastung
- Bei Bedarf: Herzkatheteruntersuchung oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Herzens
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Am Tag des Eingriffs werden Sie im Krankenhaus aufgenommen. Nach einigen Vorbereitungen (Blutabnahme, Anlegen eines Zugangs) werden Sie in den Operationssaal gebracht. Der Eingriff dauert etwa ein bis zwei Stunden. Währenddessen sind Sie wach oder leicht sediert – die Stelle unter dem Schlüsselbein wird örtlich betäubt. Nach der Implantation werden die Gerätefunktionen getestet. Sie wachen anschließend im Aufwachraum auf und werden für die nächsten Stunden überwacht.
Behandlung
Die ICD-Implantation ist ein minimalinvasiver Eingriff, bei dem unter örtlicher Betäubung eine kleine Tasche unter der Haut geschaffen wird, in die das Gerät eingesetzt wird. Die Elektroden werden über eine Vene bis ins Herz geführt. Nach der Platzierung wird die Funktion des Geräts getestet. Die Wunde wird verschlossen und mit einem sterilen Verband abgedeckt.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie die Wunde in den ersten Tagen trocken und sauber. Duschen ist meist nach 2-3 Tagen erlaubt, wenn der Verband trocken bleibt.
- Vermeiden Sie in den ersten Wochen schweres Heben (mehr als 5 kg) und übermäßige Bewegungen des betroffenen Arms.
- Nehmen Sie Schmerzmittel nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ein.
- Führen Sie ein ICD-Tagebuch, um Gerätefunktionen (z. B. Schockabgaben) zu dokumentieren.
Medizinische Behandlungen
Nach der Implantation erhalten Sie in der Regel Schmerzmittel nach Bedarf. Falls nötig, wird eine Antibiotikaprophylaxe verabreicht, um Infektionen vorzubeugen. Eine Blutverdünnungstherapie muss möglicherweise vor dem Eingriff angepasst werden – besprechen Sie dies mit Ihrem behandelnden Arzt. Die ICD-Funktion wird regelmäßig über eine Kontrolleinheit ausgelesen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Die ICD-Implantation selbst ist ein operativer Eingriff. In seltenen Fällen kann eine aufwändigere Operation notwendig sein, zum Beispiel wenn ein bereits vorhandener ICD ausgetauscht werden muss oder Komplikationen auftreten. Eine erneute Operation kann auch bei einem Defekt der Elektroden oder des Gerätes nötig werden.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Heilungsphase (etwa 4-6 Wochen) können Sie Ihren Alltag in der Regel wieder uneingeschränkt führen. Sie müssen jedoch auf bestimmte Situationen achten, wie zum Beispiel starke Magnetfelder (MRT nur nach Freigabe, nicht in der Nähe von Hochspannungsleitungen oder Diebstahlsicherungen in Geschäften). Fliegen ist nach Rücksprache mit dem Arzt meist möglich. Führen Sie stets Ihren ICD-Ausweis mit sich.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Sportarten mit heftigen Stößen oder Druck auf den Brustkorb (z. B. Boxen, Rugby).
- Schwimmen, Radfahren, Wandern und leichtes Joggen sind in der Regel erlaubt.
- Achten Sie darauf, dass Ihr Umfeld über Ihre ICD-Implantation Bescheid weiß (z. B. im Notfall).
- Regelmäßige Kontrolltermine in der ICD-Ambulanz sind wichtig.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz und gesättigten Fetten unterstützt die Herzgesundheit. Bewegung ist erwünscht – am besten nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Beginnen Sie langsam und steigern Sie die Belastung allmählich. Vermeiden Sie jedoch Extrembelastungen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Der Eingriff und das Wissen um eine Herzrhythmusstörung können Angst auslösen oder das Wohlbefinden beeinträchtigen. Viele Patientinnen und Patienten haben Sorge vor Schockabgaben. Es ist wichtig, sich über die Funktionsweise des Geräts zu informieren – das nimmt oft die Angst. Bei anhaltenden psychischen Belastungen suchen Sie rechtzeitig Unterstützung, z. B. bei einer psychologischen Beratungsstelle.
Vorbeugung
Eine ICD-Implantation selbst kann nicht verhindert werden, da sie nach einer klaren medizinischen Indikation erfolgt. Allerdings kann ein gesunder Lebensstil (ausgewogene Ernährung, Bewegung, Nichtrauchen, Stressvermeidung) das Fortschreiten der Herzerkrankung verlangsamen und das Risiko für Rhythmusstörungen verringern.
Impfungen
Lassen Sie sich jährlich gegen Grippe impfen und fragen Sie Ihren Arzt nach einer COVID-19-Impfung. Eine Impfung gegen Pneumokokken (Lungenentzündung) kann ebenfalls sinnvoll sein – sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.
Früherkennungsprogramme
Personen mit erhöhtem Risiko für Herzerkrankungen (z. B. familiäre Vorbelastung) sollten regelmäßig kardiologische Untersuchungen durchführen lassen. Dazu gehören EKG, Langzeit-EKG und Echokardiographie. Ein Screening kann helfen, eine Herzrhythmusstörung frühzeitig zu erkennen und eine ICD-Implantation rechtzeitig zu planen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne eine ICD-Therapie können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen zu plötzlichem Herztod führen.
- Wiederholte Ohnmachtsanfälle (Synkopen) aufgrund von Rhythmusstörungen.
- Fortschreiten der Herzinsuffizienz durch unerkannte und unbehandelte Rhythmusprobleme.
Langzeitprognose
Die Prognose nach einer ICD-Implantation ist in der Regel sehr gut. Die Geräte können gefährliche Rhythmusstörungen zuverlässig beenden und die Lebenserwartung deutlich verbessern. Viele Betroffene führen ein aktives und erfülltes Leben. Wichtig sind regelmäßige Kontrollen und ein offener Umgang mit der Erkrankung.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. · Deutschland
- Bundesverband Herzkranke Kinder e.V. · Deutschland
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.