Day of radiotherapy session
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
An diesem Tag erhalten Sie eine Strahlentherapie (Bestrahlung), um Krebszellen zu zerstören oder ihr Wachstum zu stoppen. Die Behandlung dauert nur wenige Minuten und ist schmerzfrei. Sie liegen dabei ruhig auf einer Liege, während ein Gerät gezielt Strahlen auf die betroffene Stelle richtet.
Wichtige Fakten
- Strahlentherapie wird in vielen Sitzungen über mehrere Wochen durchgeführt – jeden Tag dauert die eigentliche Bestrahlung nur 10 bis 20 Minuten.
- Vor der ersten Sitzung wird ein genauer Bestrahlungsplan erstellt – der sogenannte Bestrahlungssimulator – damit die Strahlen genau die Krebszellen treffen und gesundes Gewebe geschont wird.
- Nach der Bestrahlung sind Sie nicht radioaktiv – Sie können bedenkenlos mit Familie und Freunden zusammen sein.
Strahlentherapie ist eine sehr häufige Krebstherapie. Rund die Hälfte aller Krebspatienten in Deutschland erhält im Laufe ihrer Erkrankung eine Bestrahlung.
Strahlentherapie wird bei vielen Krebsarten eingesetzt – zum Beispiel bei Brustkrebs, Prostatakrebs, Lungenkrebs oder Tumoren im Kopf-Hals-Bereich. Sie kann bei Erwachsenen und – seltener – auch bei Kindern angewendet werden.
Symptome
- Plötzliche Atemnot oder Luftnot nach der Bestrahlung, falls die Lunge betroffen ist.
- Starkes Fieber über 38,5 °C, das nicht durch andere Ursachen erklärbar ist – kann auf eine Infektion hinweisen.
- Plötzliche Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit – sehr selten, aber sofort 112 wählen.
- ⚠Starke Hautrötung mit Blasenbildung oder offenen Wunden an der bestrahlten Stelle – noch am selben Tag ärztlich vorstellen.
- ⚠Unstillbares Erbrechen oder Durchfall, das zu Flüssigkeitsverlust führt.
- ⚠Starke Schmerzen im bestrahlten Bereich, die mit Hausmitteln nicht besser werden.
Häufige Symptome
- Müdigkeit – das häufigste Nebenwirkung, die oft erst nach einigen Wochen auftritt.
- Hautreaktionen: Rötung, Trockenheit, Juckreiz oder leichte Schälung der bestrahlten Hautstelle.
- Übelkeit oder Appetitlosigkeit – vor allem, wenn der Bauch oder die Brust bestrahlt wird.
- lokale Schwellungen oder Entzündungen im bestrahlten Bereich.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern können zusätzlich zu den oben genannten Symptomen auch Wachstumsverzögerungen oder Veränderungen der Knochenentwicklung auftreten.
- Kinder können besonders empfindlich auf Müdigkeit und Übelkeit reagieren.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen leiden häufiger unter verstärkter Müdigkeit und einem allgemeinen Schwächegefühl.
- Die Haut kann empfindlicher sein, was zu stärkeren Hautreaktionen führen kann.
- Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme können die Verträglichkeit der Bestrahlung beeinflussen.
Ursachen
Hauptursachen
- Strahlentherapie wird eingesetzt, um Krebszellen zu zerstören – die Ursache für die Notwendigkeit der Bestrahlung ist also eine Krebserkrankung.
- Sie kann als alleinige Behandlung, vor einer Operation (neoadjuvant) oder nach einer Operation (adjuvant) angewendet werden, um verbliebene Krebszellen zu beseitigen.
- Auch bei gutartigen Erkrankungen wie schweren Schilddrüsenvergrößerungen oder Keloiden (Narbenwucherungen) kann eine Bestrahlung helfen – das ist aber seltener.
Risikofaktoren
- Risikofaktoren für Krebserkrankungen, die eine Strahlentherapie nötig machen können, sind Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Übergewicht, bestimmte Virusinfektionen (z.B. HPV, Hepatitis) und erbliche Veranlagung.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Treten während der Bestrahlungsserie starke Hautreaktionen, Fieber oder unkontrollierbare Schmerzen auf, sollten Sie noch am selben Tag Ihren Strahlentherapeuten oder den ärztlichen Dienst der Klinik kontaktieren.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vor Beginn der Bestrahlung ist ein ausführliches Vorgespräch mit dem Strahlentherapeuten notwendig, um den Bestrahlungsplan zu besprechen.
- Während der Behandlung finden regelmäßig Kontrolltermine statt – meist einmal pro Woche – um Nebenwirkungen zu überwachen und die Dosis anzupassen.
Diagnose
Die Entscheidung für eine Strahlentherapie wird nach einer umfassenden Diagnose der Krebserkrankung getroffen – mittels Bildgebung (z.B. CT, MRT, PET), Biopsie und Tumorboard. Für den konkreten Bestrahlungsplan wird eine spezielle Planungs-CT durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Bestrahlungsplanungs-CT – damit wird die genaue Lage und Größe des Tumors vermessen.
- Blutuntersuchungen – um den Allgemeinzustand zu prüfen.
- Ggf. ein MRT oder PET-CT für die präzise Bestrahlungsplanung.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Am Tag der Bestrahlungssitzung werden Sie in die Praxis oder Klinik einbestellt. Sie legen sich auf die Liege, der Arzt oder die MTRA (medizinisch-technische Radiologie-Assistentin) positioniert Sie genau nach Plan. Die Bestrahlung selbst dauert nur wenige Minuten. Sie hören ein leises Summen, spüren aber nichts. Nach der Sitzung können Sie sofort nach Hause gehen.
Behandlung
Die Strahlentherapie ist eine lokale Behandlung: Nur der Tumor und ein schmaler Sicherheitssaum werden bestrahlt. Die Gesamtdosis wird über viele kleine Einzeldosen (Fraktionen) verteilt, um gesundes Gewebe zu schonen. Die Behandlung erfolgt ambulant, also ohne Krankenhausaufenthalt.
Selbsthilfe zu Hause
- Pflegen Sie die bestrahlte Haut sanft mit parfümfreien, milden Cremes – sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt.
- Tragen Sie lockere, weiche Kleidung über der bestrahlten Stelle (z.B. aus Baumwolle).
- Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung auf die bestrahlte Haut – auch nach Abschluss der Behandlung noch für einige Wochen.
- Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe – Müdigkeit ist normal, aber moderate Bewegung hilft, die Energie zu erhalten.
Medizinische Behandlungen
Begleitend zur Bestrahlung können Medikamente eingesetzt werden, um Nebenwirkungen zu lindern – zum Beispiel gegen Übelkeit, Schmerzen oder Hautreaktionen. Ihr Arzt wird diese nach Bedarf verordnen. Eine Chemotherapie oder zielgerichtete Therapie kann zeitgleich oder in Kombination mit der Bestrahlung erfolgen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Die Strahlentherapie wird oft vor einer Operation (neoadjuvant) eingesetzt, um den Tumor zu verkleinern, oder nach einer Operation (adjuvant), um verbliebene Krebszellen zu beseitigen. In manchen Fällen ist eine alleinige Bestrahlung ausreichend und eine Operation kann vermieden werden.
Leben mit der Erkrankung
Während der Bestrahlungsserie können Sie Ihrem normalen Alltag weitgehend nachgehen. Planen Sie jedoch tägliche Ruhepausen ein, da Müdigkeit zunehmen kann. Termine für die Bestrahlung sind meist festgelegt – planen Sie Anfahrtszeit ein.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten – bei Appetitlosigkeit helfen kleine, häufige Mahlzeiten.
- Trinken Sie ausreichend Wasser (etwa 1,5 bis 2 Liter pro Tag), um den Körper zu unterstützen.
- Vermeiden Sie Nikotin und Alkohol, da diese die Heilung beeinträchtigen können.
- Bewegen Sie sich an den Tagen ohne Bestrahlung leicht – Spaziergänge an der frischen Luft tun gut.
Ernährung und Bewegung
Eine angepasste Ernährung kann helfen, Nebenwirkungen zu mildern. Bei Übelkeit sind fettarme Speisen und Ingwertee empfehlenswert. Leichte Bewegung wie Yoga oder Walken fördert das Wohlbefinden, ohne den Körper zu überlasten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die täglichen Behandlungen und die Ungewissheit über den Erfolg können belastend sein. Angst, Gereiztheit oder Niedergeschlagenheit sind verständlich. Scheuen Sie sich nicht, Unterstützung zu suchen – bei Ihrem Behandlungsteam, einem Psychoonkologen oder einer Selbsthilfegruppe.
Vorbeugung
Eine Strahlentherapie kann nicht verhindert werden, da sie eine Behandlung ist. Die zugrunde liegende Krebserkrankung lässt sich teilweise durch einen gesunden Lebensstil (nicht rauchen, gesund essen, Bewegung) vorbeugen, nicht aber vollständig.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte starke Hautreaktionen können zu Infektionen und langwierigen Wunden führen.
- Anhaltende Müdigkeit ohne Gegenmaßnahmen kann die Lebensqualität stark einschränken.
- In seltenen Fällen können Spätfolgen wie Verhärtungen des Bindegewebes (Fibrose) oder Organschäden auftreten, wenn die Bestrahlung nicht optimal geplant ist.
Langzeitprognose
Die meisten Nebenwirkungen der Strahlentherapie klingen nach Behandlungsende ab. Moderne Bestrahlungstechniken minimieren Langzeitschäden. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt über Beschwerden – es gibt viele Möglichkeiten, die Behandlung gut zu begleiten. Vertrauen Sie auf die Erfahrung Ihres Teams, und bewahren Sie Hoffnung: Für viele Krebserkrankungen ist die Strahlentherapie ein entscheidender Schritt zur Heilung.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
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