Preparing for allergy immunotherapy injection
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Allergie-Immuntherapie (auch Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung genannt) ist eine Behandlung, bei der Ihr Körper langsam an die Stoffe gewöhnt wird, die Ihre Allergie auslösen. Die Spritzen enthalten winzige Mengen des Allergens (des auslösenden Stoffes) und helfen Ihrem Immunsystem, weniger heftig zu reagieren.
Wichtige Fakten
- Die Behandlung kann bei Heuschnupfen, Hausstaubmilbenallergie und Insektengiftallergie helfen.
- Sie erfolgt meist über mehrere Jahre mit regelmäßigen Spritzen – zuerst wöchentlich, dann monatlich.
- Vor jeder Spritze müssen Sie mindestens 30 Minuten in der Arztpraxis bleiben, um mögliche Reaktionen zu beobachten.
Ja, in Deutschland erhalten jedes Jahr viele tausend Menschen eine Allergie-Immuntherapie. Sie ist eine gut erprobte Behandlungsform, die von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel bezahlt wird.
Die Behandlung wird vor allem bei Erwachsenen und Kindern ab etwa 5 Jahren eingesetzt, bei denen die Allergie starke Beschwerden verursacht und Medikamente nicht ausreichen.
Symptome
- Plötzliche Atemnot oder Keuchen
- Schwellung von Zunge, Lippen oder Rachen
- Starker Blutdruckabfall mit Schwindel oder Ohnmacht
- Hautausschlag am ganzen Körper (Nesselsucht)
- ⚠Starke, zunehmende Schwellung an der Einstichstelle (größer als eine Handfläche)
- ⚠Starke Müdigkeit oder Verwirrtheit nach der Spritze
- ⚠Starke Übelkeit oder Erbrechen innerhalb einer Stunde nach der Injektion
Häufige Symptome
- Leichte Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle
- Juckreiz an der Stelle
- Müdigkeit nach der Injektion
Symptome bei Kindern
- Wie bei Erwachsenen: lokale Reaktionen an der Einstichstelle
- Selten: leichte Unruhe oder Bauchschmerzen
- Bei Kindern ist die Beobachtungszeit besonders wichtig
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Möglicherweise stärkere lokale Reaktionen aufgrund dünnerer Haut
- Gleichzeitige andere Medikamente können die Verträglichkeit beeinflussen (Fragen Sie Ihren Arzt)
Ursachen
Hauptursachen
- Allergie-Immuntherapie wird verabreicht, um die Ursache einer Allergie zu behandeln – nicht nur die Symptome.
- Die genaue Ursache einer Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe (Allergene).
Risikofaktoren
- Unbehandeltes Asthma oder schwere Allergien
- Frühere schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie)
- Bestimmte Herzkrankheiten oder die Einnahme von Betablockern (Arzt fragen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nach der Spritze Symptome einer schweren allergischen Reaktion bemerken (siehe Notfall-Symptome oben).
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Falls die Spritze vergessen wurde oder Sie länger als 4 Wochen pausiert haben (Arzttermin vereinbaren).
- Wenn Sie eine Infektion, Fieber oder andere Erkrankungen haben, die die Behandlung beeinflussen könnten.
Diagnose
Vor dem Start der Immuntherapie wird Ihre Allergie genau diagnostiziert. Das geschieht durch eine ausführliche Befragung (Anamnese) und Allergietests.
Mögliche Untersuchungen
- Pricktest: Kleine Tropfen verschiedener Allergene werden auf die Haut getragen und leicht eingeritzt.
- Bluttest: In Ihrem Blut wird nach spezifischen Antikörpern gegen Allergene gesucht.
- Bei Insektengiftallergie: eventuell zusätzliche Tests mit dem Gift selbst.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Testung ist meist ambulant. Sie müssen danach nicht lange bleiben. Die Ergebnisse bespricht Ihr Arzt mit Ihnen und entscheidet gemeinsam, ob eine Immuntherapie für Sie infrage kommt.
Behandlung
Die Allergie-Immuntherapie wird mit Spritzen unter die Haut (subkutan) durchgeführt. Sie besteht aus einer Aufdosierungsphase (meist wöchentlich) und einer Erhaltungsphase (alle 4–6 Wochen). Die genaue Dauer und Häufigkeit legt Ihr Allergologe fest.
Selbsthilfe zu Hause
- Am Tag der Spritze: Vermeiden Sie starke körperliche Anstrengung, Sauna und Alkohol.
- Tragen Sie bequeme Kleidung, die am Oberarm leicht hochgeschoben werden kann.
- Essen Sie vor der Spritze eine leichte Mahlzeit – nicht nüchtern kommen.
- Informieren Sie den Arzt über alle aktuellen Medikamente und Beschwerden.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung erfolgt ausschließlich durch einen Arzt oder speziell geschultes Fachpersonal. Es gibt keine Medikamente zur selbstständigen Durchführung. Die Spritzenlösung wird individuell für Sie hergestellt. Nach der Injektion müssen Sie 30 Minuten in der Praxis warten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Die Allergie-Immuntherapie ist keine Operation. Sie wird im Rahmen einer allergologischen Behandlung verabreicht.
Leben mit der Erkrankung
Die meiste Zeit Ihres Alltags ändert sich nicht. Sie müssen nur an den Behandlungstagen an Ihren Arzttermin denken. Die Termine sind planbar und stören den beruflichen oder schulischen Alltag kaum.
Tipps für den Alltag
- Führen Sie ein Allergietagebuch: Notieren Sie Beschwerden und Reaktionen nach der Spritze.
- Tragen Sie immer Ihren Allergieausweis und gegebenenfalls ein Notfallset bei sich.
- Informieren Sie andere Bezugspersonen (z. B. Lehrer, Trainer) über Ihre Allergie.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung sind generell empfehlenswert, beeinflussen die Wirkung der Immuntherapie aber nicht direkt. Vermeiden Sie an den Behandlungstagen extreme Belastungen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Manche Menschen haben Angst vor Spritzen. Das ist normal. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem Praxispersonal – sie können Ihnen helfen, die Angst zu nehmen. Die Behandlung kann Ihre Lebensqualität deutlich verbessern.
Vorbeugung
Eine Allergie lässt sich nicht verhindern. Die Immuntherapie soll die allergische Reaktion vermindern oder sogar ganz zum Verschwinden bringen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelt können Allergien zu chronischem Schnupfen, Asthma oder anderen Folgeerkrankungen führen.
- Schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie) können lebensbedrohlich sein – daher ist die Behandlung wichtig.
Langzeitprognose
Die Allergie-Immuntherapie ist eine sehr wirksame Behandlung, die bei etwa 80 % der Patienten zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden führt. Sie ist eine gute Chance, langfristig beschwerdefrei zu werden. Mit Geduld und regelmäßiger Teilnahme können Sie Ihren Alltag wieder besser genießen.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
- Europäische Allergie-Stiftung (ECARF)
Lokale Organisationen
- Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.