Risks and benefits of blood transfusion
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Bluttransfusion ist die medizinische Gabe von Blut oder Blutzellen über eine Infusion in die Blutbahn. Sie wird durchgeführt, um einen lebensbedrohlichen Blutverlust oder eine schwere Blutarmut (Anämie) zu behandeln.
Wichtige Fakten
- Bluttransfusionen können Leben retten, zum Beispiel nach einem schweren Unfall oder einer großen Operation.
- Moderne Blutprodukte sind sehr sicher, aber es gibt geringe Risiken wie allergische Reaktionen oder eine sehr seltene Infektion.
- Vor jeder Transfusion wird das Blut von Spender und Empfänger genau geprüft (Kreuzprobe), um Unverträglichkeiten zu vermeiden.
Ja, Bluttransfusionen sind in der Medizin weit verbreitet. In Deutschland werden jährlich etwa 4,5 Millionen Blutkonserven verbraucht.
Betroffen sind vor allem Menschen mit starken Blutungen (zum Beispiel nach Unfällen oder Operationen), mit bestimmten Blutkrankheiten oder während einer Chemotherapie oder Bestrahlung.
Symptome
- Plötzliches hohes Fieber oder Schüttelfrost während oder kurz nach der Transfusion
- Atemnot oder pfeifendes Atemgeräusch
- Starker Juckreiz am ganzen Körper, Nesselsucht oder Schwellungen im Gesicht
- Übelkeit mit Erbrechen
- Starke Brust- oder Rückenschmerzen
- ⚠Anhaltende Müdigkeit oder Schwäche trotz Transfusion
- ⚠Zeichen einer erneuten Blutung (zum Beispiel Blut im Urin oder Stuhl)
- ⚠Gelbliche Verfärbung der Haut oder Augen (Gelbsucht)
Häufige Symptome
- Starke Müdigkeit und Erschöpfung
- Kurzatmigkeit schon bei leichter Anstrengung
- Blasse oder fahle Haut
- Schwindel oder Ohnmachtsgefühl
Symptome bei Kindern
- Reizbarkeit oder Antriebslosigkeit
- Blasse Haut und blasse Lippen
- Schnelle Ermüdung beim Spielen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verstärkte Verwirrtheit oder Desorientierung
- Schwäche und Unsicherheit beim Gehen
- Starke Müdigkeit auch in Ruhe
Ursachen
Hauptursachen
- Schwerer Blutverlust durch einen Unfall, eine Verletzung oder eine Operation
- Schwere Blutarmut (Anämie), zum Beispiel durch eine chronische Erkrankung, eine Blutkrankheit oder eine Krebstherapie
- Störungen der Blutgerinnung, die zu starken Blutungen führen
Risikofaktoren
- Große Operationen, besonders am Herzen, an der Wirbelsäule oder bei Organtransplantationen
- Schwere Mehrfachverletzungen (Polytrauma)
- Blutkrankheiten wie Leukämie, Lymphom oder Thalassämie
- Chemotherapie oder Strahlentherapie
- Medikamente, die die Blutbildung hemmen (wie manche Krebsmedikamente)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Anzeichen einer Transfusionsreaktion (Fieber, Atemnot, Ausschlag, Schmerzen) sofort den Arzt oder das Pflegepersonal informieren. Bei schwerer Atemnot den Notruf 112 wählen.
- Bei starken Blutungen aus einer Wunde oder aus dem Körper (zum Beispiel Bluterbrechen) sofort den Notruf 112 wählen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie vor einer geplanten Operation über eine Eigenblutspende oder andere Methoden zur Vermeidung einer Fremdbluttransfusion sprechen möchten
- Wenn Sie regelmäßig Transfusionen benötigen und über Ihren aktuellen Behandlungsplan sprechen möchten
Diagnose
Vor einer Bluttransfusion wird Ihr Blut untersucht, um den Schweregrad der Blutarmut und Ihre Blutgruppe zu bestimmen. Auch andere Faktoren wie Gerinnungswerte und mögliche Antikörper werden geprüft.
Mögliche Untersuchungen
- Blutbild (Hämoglobin, Hämatokrit)
- Blutgruppenbestimmung (AB0, Rhesusfaktor)
- Kreuzprobe (Verträglichkeitstest zwischen Spender- und Empfängerblut)
- Gerinnungstests (Quick-Wert und andere)
- Test auf Antikörper gegen rote Blutkörperchen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Eine Pflegekraft legt einen venösen Zugang (Infusion) und gibt das Blut langsam über 1 bis 4 Stunden. Während der Transfusion werden regelmäßig Puls, Blutdruck und Temperatur gemessen. Sie können währenddessen lesen, Musik hören oder sich ausruhen.
Behandlung
Die Behandlung mit einer Bluttransfusion zielt darauf ab, den Sauerstofftransport im Blut zu verbessern, den Kreislauf zu stabilisieren und Blutverluste auszugleichen. Es gibt verschiedene Blutprodukte: rote Blutkörperchen (Erythrozytenkonzentrat), Blutplättchen (Thrombozytenkonzentrat) oder Blutplasma. Welches Produkt Sie erhalten, hängt von Ihrem Mangel ab.
Selbsthilfe zu Hause
- Informieren Sie den Arzt vor der Transfusion über frühere Transfusionen und Allergien
- Sagen Sie sofort Bescheid, wenn Sie während der Transfusion Beschwerden bemerken
- Trinken Sie ausreichend (falls vom Arzt nicht anders empfohlen)
- Schonen Sie sich nach der Transfusion, wenn Sie müde sind
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache der Blutarmut können zusätzlich Medikamente eingesetzt werden, die die körpereigene Blutbildung anregen (Erythropoetin) oder Eisenpräparate (ohne Nennung eines Markennamens). Bei Blutungsstörungen werden Gerinnungsfaktoren verabreicht. Diese Behandlungen werden immer individuell vom Arzt festgelegt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei planbaren Operationen können Verfahren wie die Eigenblutspende oder die maschinelle Rückgewinnung von Blut aus dem Operationsfeld (Cell-Saver) den Bedarf an Fremdblut senken. Auch durch Medikamente zur Verringerung des Blutverlustes kann eine Transfusion manchmal vermieden werden.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie regelmäßig Bluttransfusionen benötigen (zum Beispiel bei einer chronischen Blutarmut), werden Sie diese in der Regel ambulant in einer Klinik oder Praxis erhalten. Planen Sie die Termine fest in Ihren Alltag ein und nehmen Sie sich Zeit für die Nachruhe.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie körperliche Anstrengung direkt nach einer Transfusion
- Bewegen Sie sich leicht, zum Beispiel Spazierengehen, wenn Sie sich fit fühlen
- Gönnen Sie sich Ruhepausen, wenn die Müdigkeit zunimmt
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit eisenreichen Lebensmitteln (wie Hülsenfrüchte, Vollkorn, grünes Blattgemüse) kann die Blutbildung unterstützen, ersetzt aber keine Transfusion ohne ärztlichen Rat. Moderate Bewegung tut gut, aber hören Sie auf die Signale Ihres Körpers.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Abhängigkeit von regelmäßigen Transfusionen kann belastend sein. Viele Menschen fühlen sich jedoch nach der Transfusion kräftiger und lebendiger. Wenn Sie ängstlich oder traurig sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle.
Vorbeugung
Nicht immer, aber das Risiko, eine Bluttransfusion zu benötigen, kann durch verschiedene Maßnahmen gesenkt werden: durch blutschonende Operationstechniken, die Behandlung einer Blutarmut vor einem geplanten Eingriff und den Verzicht auf unnötige Blutentnahmen. Auch die eigene Blutspende (Eigenblut) vor einer Operation kann eine Option sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine unbehandelte schwere Blutarmut kann zu Organversagen, Herzrhythmusstörungen oder einem Herzinfarkt führen.
- Ein unbehandelter schwerer Blutverlust kann innerhalb kurzer Zeit zum Kreislaufstillstand führen.
Langzeitprognose
Dank strenger Sicherheitskontrollen und moderner Medizin sind schwere Komplikationen durch Bluttransfusionen sehr selten. Die allermeisten Menschen vertragen Transfusionen gut und können sich erholen. Wenn Sie regelmäßig Transfusionen benötigen, gibt es inzwischen viele Therapien, die Ihre Lebensqualität verbessern und die Zahl der benötigten Transfusionen verringern können. Ihr Ärzteteam wird Sie dabei bestmöglich unterstützen.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.