Risks and benefits of dialysis session
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Dialyse ist ein medizinisches Verfahren, das das Blut reinigt, wenn die Nieren ihre Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen können. Sie wird auch Blutwäsche genannt. Dabei werden überschüssige Flüssigkeit und Abfallstoffe aus dem Blut entfernt.
Wichtige Fakten
- Die Dialyse ist keine Heilung, sondern eine lebenserhaltende Behandlung bei fortgeschrittener Nierenschwäche.
- Es gibt zwei Hauptarten: Hämodialyse (Blutwäsche in einer Praxis oder Klinik) und Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse zu Hause).
- Die Behandlung erfolgt in der Regel mehrmals pro Woche und dauert mehrere Stunden.
Ja, in Deutschland leben viele tausend Menschen mit einer Dialysebehandlung. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter und bei bestimmten Erkrankungen wie Diabetes zu.
Die Dialyse betrifft Menschen, deren Nieren dauerhaft versagen (terminale Niereninsuffizienz). Dies kann in jedem Alter vorkommen, tritt aber häufiger bei älteren Erwachsenen auf, insbesondere bei Personen mit Bluthochdruck oder Diabetes.
Symptome
- Starke Atemnot oder das Gefühl zu ersticken
- Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust
- Bewusstlosigkeit oder plötzliche Verwirrtheit
- ⚠Sehr hoher Blutdruck (über 180/120 mmHg) mit Kopfschmerzen oder Sehstörungen
- ⚠Stark erhöhte Kaliumwerte (z. B. Muskelschwäche, unregelmäßiger Herzschlag)
- ⚠Anzeichen einer Infektion an der Dialysestelle (Rötung, Schwellung, Eiter)
Häufige Symptome
- Müdigkeit und Schwächegefühl
- Geschwollene Beine, Knöchel oder Hände (Ödeme)
- Kurzatmigkeit
- Übelkeit und Appetitlosigkeit
- Juckreiz
Symptome bei Kindern
- Wachstumsverzögerung oder vermindertes Größenwachstum
- Müdigkeit und Konzentrationsprobleme in der Schule
- Weniger Appetit als üblich
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Gedächtnisprobleme
- Gewichtsverlust ohne ersichtlichen Grund
- Stürze oder allgemeine Gebrechlichkeit
Ursachen
Hauptursachen
- Ein dauerhafter Nierenschaden (terminale Niereninsuffizienz) führt dazu, dass die Nieren das Blut nicht mehr filtern können.
- Häufige Ursachen: langjähriger schlecht eingestellter Bluthochdruck oder Diabetes, aber auch entzündliche Nierenerkrankungen oder Schädigungen durch Medikamente.
Risikofaktoren
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Übergewicht (Adipositas)
- Rauchgewohnheiten
- Höheres Lebensalter
- Familiäre Vorbelastung für Nierenerkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Atemnot oder Schwellungen im Gesicht, die sich plötzlich verschlimmern.
- Brustschmerzen, die in die Arme oder den Kiefer ausstrahlen.
- Höhe des Blutdrucks über 180/120 trotz Ruhe.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei geplanter Erstdiagnose einer Nierenschwäche oder Vorbereitung auf eine Dialyse.
- Regelmäßige Kontrolltermine zur Überwachung des Nierenwerts und der Dialyseeinstellung.
- Bei ungewolltem Gewichtsverlauf oder Verschlechterung des Allgemeinbefindens.
Diagnose
Die Entscheidung zur Dialyse wird anhand von Blutuntersuchungen, dem Verlauf der Nierenfunktion (eGFR-Wert) und den Beschwerden getroffen. Ein 24-Stunden-Sammelurin oder bildgebende Verfahren können helfen, die Ursache zu klären.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung auf Kreatinin, Harnstoff, Elektrolyte und eGFR
- Urinuntersuchung auf Eiweiß und Blut
- Ultraschall der Nieren und der ableitenden Harnwege
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor dem ersten Dialysetermin erfolgt eine ausführliche Aufklärung. Ein Zugang für die Dialyse wird gelegt – meist ein Shunt (eine Verbindung zwischen Arterie und Vene) im Arm. Die Behandlung selbst findet in einer Dialysepraxis oder Klinik statt. Sie liegen dabei bequem, lesen oder schlafen. Die Dauer beträgt etwa 4 bis 5 Stunden, 3-mal pro Woche.
Behandlung
Die Behandlung eines Nierenversagens umfasst zurzeit zwei Hauptsäulen: die Dialyse und die Nierentransplantation. Die Dialyse ist eine Lebenserhaltungsmaßnahme, die die natürliche Nierenfunktion teilweise ersetzt. Sie wird eingesetzt, wenn Medikamente und Ernährungsumstellung nicht mehr ausreichen.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie nur so viel, wie Ihr Arzt empfiehlt (Flüssigkeitsbeschränkung).
- Achten Sie auf eine nierenfreundliche Ernährung mit wenig Salz, Kalium und Phosphat – ein Ernährungsberater hilft Ihnen dabei.
- Wiegen Sie sich täglich, um Flüssigkeitsansammlungen früh zu erkennen.
- Pflegen Sie Ihren Dialysezugang (Shunt oder Katheter) sorgfältig nach Anweisung des Pflegeteams.
Medizinische Behandlungen
Zusätzlich zur Dialyse werden Medikamente eingesetzt, um den Blutdruck zu senken, den Kalzium-Phosphat-Haushalt zu regulieren, die Blutbildung anzuregen und Übersäuerung des Blutes zu vermeiden. Die genaue Medikation wird von Ihrem Nierenarzt individuell eingestellt. Eine Nierentransplantation kann bei geeigneten Patienten eine Alternative zur Dialyse sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann nötig sein, um einen Dialyseshunt anzulegen (Gefäßchirurgie) oder im Rahmen einer Nierentransplantation. Auch bei Komplikationen wie einer Verengung des Shunts kann ein gefäßchirurgischer Eingriff erforderlich werden.
Leben mit der Erkrankung
Das Leben mit Dialyse erfordert eine gute Planung. Sie haben feste Termine drei Mal pro Woche. Viele Menschen arbeiten weiter, wenn auch eventuell in Teilzeit. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und genug Ruhe. Die Dialyse selbst ist schmerzfrei – Sie können während der Behandlung lesen, Musik hören oder schlafen.
Tipps für den Alltag
- Halten Sie die vereinbarten Dialysezeiten ein, auch wenn Sie sich mal nicht gut fühlen.
- Vermeiden Sie extreme körperliche Belastungen an Dialysetagen.
- Reisen ist mit entsprechender Planung möglich – klären Sie vorher mit Ihrem Dialyseteam, ob eine Urlaubsdialyse organisiert werden kann.
- Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
Ernährung und Bewegung
Die Ernährung bei Dialyse ist speziell: wenig Flüssigkeit, wenig Natrium, Kalium und Phosphat. Ihr Arzt oder Ernährungsberater erstellt einen individuellen Plan. Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Radfahren ist empfehlenswert, aber vermeiden Sie starke Belastung an Dialysetagen. Regelmäßige Bewegung kann den Blutdruck verbessern und die Stimmung heben.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Dialysebehandlung kann psychisch belastend sein – viele fühlen sich müde, abhängig oder haben Ängste vor der Zukunft. Es ist völlig normal, sich manchmal überfordert zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem psychosozialen Dienst des Dialysezentrums. Psychologische Unterstützung kann helfen, besser mit der Situation umzugehen. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen tut oft gut.
Vorbeugung
Ein vollständiges Nierenversagen ist nicht immer zu verhindern. Aber Sie können das Fortschreiten einer Nierenschwäche verlangsamen, indem Sie Ihren Blutdruck gut einstellen, Blutzucker bei Diabetes kontrollieren, ausreichend (aber nicht zu viel) trinken und auf eine gesunde Ernährung achten. Meiden Sie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac ohne ärztliche Rücksprache.
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen – Ihr Arzt berät Sie. Eine Impfung gegen Hepatitis B wird bei Dialysepatienten oft empfohlen, da das Infektionsrisiko höher ist.
Früherkennungsprogramme
Bei Risikogruppen (z. B. Diabetes, Bluthochdruck, familiäre Nierenerkrankungen) empfehlen die Ärzte regelmäßige Kontrollen des Blutdrucks und der Nierenwerte. Der AWMF-Leitlinie zufolge sollte die Nierenfunktion jährlich überprüft werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne Dialyse oder Nierentransplantation führt ein vollständiges Nierenversagen innerhalb kurzer Zeit zum Tod durch Vergiftung des Blutes (Urämie) oder Flüssigkeitsüberlastung.
- Mögliche Komplikationen der Dialyse: Blutdruckschwankungen, Infektionen am Zugang, Krämpfe, Übelkeit oder langfristig Knochenschäden durch Mineralstoffungleichgewicht.
Langzeitprognose
Mit einer regelmäßigen Dialyse können viele Menschen über Jahre oder sogar Jahrzehnte ein erfülltes Leben führen. Die Behandlung ermöglicht es, den Alltag weitgehend selbstständig zu gestalten. Eine Nierentransplantation kann die Lebensqualität weiter verbessern. Wichtig ist, dass Sie mit Ihrem Behandlungsteam eng zusammenarbeiten und auf Veränderungen Ihres Körpers achten. Die Medizin entwickelt sich stetig weiter, sodass die Aussichten für Betroffene besser sind als je zuvor.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
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