Angina pectoris: Komplikationen erkennen und vorbeugen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Angina pectoris (kurz: Angina) ist ein Druck- oder Engegefühl im Brustkorb. Es entsteht, wenn der Herzmuskel kurzzeitig zu wenig Blut und Sauerstoff bekommt. Meist sind die Herzkranzgefäße verengt. Das ist ein Warnzeichen einer Herzkrankheit – aber kein Herzinfarkt.
Wichtige Fakten
- Angina ist kein Herzinfarkt, aber ein ernstes Warnsignal.
- Die Beschwerden treten meist bei Belastung auf und bessern sich mit Ruhe.
- Mit einer guten Behandlung können Komplikationen vermieden werden.
Ja, Angina pectoris ist häufig. Mehrere Millionen Menschen in Deutschland leben mit dieser Diagnose.
Sie betrifft meist Menschen über 45 Jahre. Männer erkranken im Schnitt früher als Frauen. Menschen mit hohem Blutdruck, Diabetes oder Rauchern sind besonders betroffen.
Symptome
- Starke, anhaltende Brustschmerzen, die nicht nachlassen – sofort die 112 wählen
- Brustschmerzen mit Atemnot, Übelkeit oder kalten Schweißausbrüchen – sofort die 112 wählen
- Schwindel, starke Schwäche oder das Gefühl, bewusstlos zu werden – sofort die 112 wählen
- Ein Gefühl, als würde die Brust zerdrückt – sofort die 112 wählen
- ⚠Ihre Angina-Beschwerden verändern sich: Sie sind häufiger, stärker oder treten schon bei Ruhe auf.
- ⚠Ihre verschriebene Notfallmedikation wirkt nicht wie gewohnt.
- ⚠Sie haben wiederholt Angstzustände zusammen mit Brustschmerzen.
Häufige Symptome
- Druck, Enge oder Schmerzen in der Mitte der Brust
- Schmerzen, die in den linken Arm, den Rücken, den Hals oder den Unterkiefer ausstrahlen
- Kurzatmigkeit bei körperlicher Anstrengung
- Beschwerden, die bei Ruhe wieder verschwinden
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ist Angina sehr selten. Schmerzen in der Brust haben bei Kindern meist harmlose Ursachen.
- Wenn Ihr Kind wiederholt Brustschmerzen und Atemnot hat, sollten Sie es ärztlich abklären lassen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen merken Angina oft untypisch: zum Beispiel als unklare Erschöpfung, Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch oder Verwirrtheit.
- Manche spüren nur Atemnot ohne Brustschmerzen.
Ursachen
Hauptursachen
- Verengung der Herzkranzgefäße durch Ablagerungen (Arteriosklerose)
- Verkrampfung eines Herzkranzgefäßes (Gefäßspasmus)
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Blutdruck
- Hohe Blutfettwerte (Cholesterin)
- Diabetes mellitus
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Eingeschränkte Herzgesundheit in der Familie
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sie haben zum ersten Mal Schmerzen oder Enge in der Brust.
- Ihre bekannten Beschwerden werden heftiger oder kommen bei Ruhe.
- Sie haben zusätzlich Atemnot, Schwindel oder Übelkeit.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sie brauchen eine neue Einschätzung Ihres Behandlungsplans.
- Sie haben Fragen zu Bewegung, Ernährung oder Stressabbau.
Diagnose
Im ersten Schritt befragt Sie die Ärztin oder der Arzt zu Ihren Beschwerden. Dann folgen körperliche Untersuchungen und meist ein EKG – also eine Messung der Herzströme. Weitere Untersuchungen schließen sich je nach Befund an. Die Behandlung in Deutschland folgt verlässlichen Leitlinien der AWMF.
Mögliche Untersuchungen
- Elektrokardiogramm (EKG) in Ruhe
- Belastungs-EKG auf dem Fahrrad
- Blutprobe (zum Beispiel auf Blutfette und Blutzucker)
- Ultraschall des Herzens (Echokardiographie)
- Herzkatheteruntersuchung bei unklarem Befund
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie bekommen von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt eine Überweisung zur Kardiologin oder zum Kardiologen – ein Fachgebiet speziell für Herz und Kreislauf. Dort werden die meisten Untersuchungen durchgeführt. Sie erhalten zu jedem Schritt eine verständliche Erklärung.
Behandlung
Angina ist gut behandelbar. Die Therapie hat zwei Ziele: Die Beschwerden verringern und einen Herzinfarkt verhindern. Oft ist eine Kombination aus Medikamenten, Eingriffen und Bewegung im Alltag nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Bewegung im Alltag – am besten mit ärztlicher Rücksprache
- Mit dem Rauchen aufhören
- Stress vermeiden oder besser abbauen
- Ein gesundes Körpergewicht anstreben
- Einen Notfallausweis für Ihr Herz mit sich führen
Medizinische Behandlungen
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Medikamente verschreiben, die das Blut verdünnen, die Gefäße erweitern oder die Fettwerte im Blut senken. Wichtig: Nehmen Sie nur genau die Medikamente ein, die persönlich für Sie bestimmt sind – niemals auf eigene Faust.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn Gefäße stark verengt sind, können sie in einem Herzkatheter-Eingriff mit einem kleinen Schlauch behandelt werden. In schweren Fällen ist auch eine Bypass-Operation möglich. Diese Entscheidung treffen Spezialistinnen und Spezialisten gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Achten Sie auf Ihr Tempo. Planen Sie Pausen. Lernen Sie, Ihre persönlichen Warnzeichen zu erkennen. Viele Menschen können mit Angina ein aktives Leben führen – wenn sie sich an den Behandlungsplan halten.
Tipps für den Alltag
- Bevorzugen Sie eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten
- Bewegen Sie sich regelmäßig, zum Beispiel täglich 20 bis 30 Minuten zügig spazieren
- Vermeiden Sie Zigaretten und Rauch
- Reduzieren Sie Stress durch Atemübungen oder Entspannungsverfahren
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung enthält wenig gesättigte Fettsäuren, wenig Salz und viel pflanzliche Kost. Bewegung ist eines der besten Mittel gegen Angina – sie verbessert die Durchblutung und senkt den Blutdruck. Besprechen Sie ein Trainingsprogramm vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Angst vor einem Herzinfarkt kann sehr belastend sein. Nehmen Sie diese Gefühle ernst. Viele Herzpatientinnen und -patienten finden Halt in Herz-Sportgruppen oder im Gespräch mit der Familie. Es ist ein Zeichen von Mut, mit Ärztinnen und Ärzten auch über Ängste zu sprechen.
Vorbeugung
Ja, das Risiko lässt sich stark senken. Wer gesund isst, sich bewegt, nicht raucht und Blutdruck und Blutfette im Blick behält, kann Angina wirksam vorbeugen.
Impfungen
Gegen Angina selbst gibt es keine Impfung. Eine Grippeimpfung wird für Menschen mit Herzerkrankung aber empfohlen – sprechen Sie dazu mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Ein regelmäßiger Check-up beim Hausarzt (ab 35 Jahren) kann Risikofaktoren wie hohen Blutdruck und erhöhte Blutfettwerte früh erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt – wenn ein verengtes Gefäß plötzlich ganz verschließt
- Herzrhythmusstörungen – das Herz schlägt unregelmäßig
- Herzschwäche – das Herz pumpt nicht mehr stark genug
- Plötzlicher Herztod – selten, aber möglich
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Eine erkannte und behandelte Angina muss Ihr Leben nicht beherrschen. Mit Medikamenten, Eingriffen und einem gesunden Lebensstil können die meisten Menschen ein langes und aktives Leben führen. Bleiben Sie dran – für Ihr Herz.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.