Angina pectoris bei älteren Menschen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Angina pectoris (kurz Angina) ist ein Druck-, Enge- oder Schmerzgefühl in der Brust. Es tritt auf, wenn der Herzmuskel vorübergehend zu wenig Sauerstoff bekommt. Meist ist eine Verengung der Herzkranzgefäße die Ursache.
Wichtige Fakten
- Angina ist ein Warnsignal des Herzens, keine eigenständige Krankheit.
- Die Beschwerden treten häufig bei körperlicher Belastung auf und bessern sich in Ruhe.
- Eine ärztliche Abklärung ist wichtig, um einen Herzinfarkt und andere Folgen zu vermeiden.
Ja, Angina pectoris ist bei älteren Menschen recht häufig. Mit dem Alter nimmt die Ablagerung von Fetten und Kalk in den Gefäßen zu – das begünstigt eine Angina.
Betroffen sind überwiegend Menschen ab 60 Jahren. Männer erkranken oft früher, Frauen meist nach den Wechseljahren.
Symptome
- Plötzliche, starke Brustschmerzen, die länger als fünf Minuten anhalten
- Schmerzen, die in den Rücken, den Kiefer oder den Arm ausstrahlen
- Zusätzliche Atemnot, kalter Schweiß, Übelkeit oder Erbrechen
- Schwindel oder das Gefühl, gleich bewusstlos zu werden
- ⚠Neu auftretende Brustschmerzen oder Beschwerden, die in Ruhe auftreten
- ⚠Brustschmerzen, die trotz Pause nicht verschwinden
- ⚠Beschwerden, die sich plötzlich während gewohnter Aktivitäten verändern
Häufige Symptome
- Druck- oder Engegefühl in der Brust
- Schmerzen hinter dem Brustbein
- Kurzatmigkeit bei Belastung
- Ausstrahlung der Schmerzen in den linken Arm, den Rücken oder den Unterkiefer
- Unwohlsein, Ängstlichkeit oder ein Gefühl von Schwere
Symptome bei Kindern
- Angina pectoris ist bei Kindern extrem selten und meist angeboren; solche Beschwerden gehören umgehend in ärztliche Hände.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind die Symptome oft untypisch, zum Beispiel Atemnot, Abgeschlagenheit, Verwirrtheit oder Schwindel.
- Oft wird eine Angina mit Sodbrennen oder Magendruck verwechselt.
- Schmerzen können weniger stark sein oder ganz fehlen – dennoch sollte man die Anzeichen ernst nehmen.
Ursachen
Hauptursachen
- Verengung der Herzkranzgefäße durch Arteriosklerose (Ablagerungen in den Gefäßen)
- Krampf eines Herzkranzgefäßes, der den Blutfluss vorübergehend behindert
- Erkrankungen der Herzklappen oder eine vergrößerte Herzmuskulatur, die den Sauerstoffbedarf erhöhen
Risikofaktoren
- Hohes Alter
- Rauchen
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Erhöhte Blutfettwerte
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Erbliche Vorbelastung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn neu Brustschmerzen oder ein Engegefühl in der Brust auftreten
- Wenn sich die Beschwerden in Häufigkeit, Dauer oder Stärke verändern
- Wenn die Belastbarkeit rasch abnimmt, zum Beispiel beim Treppensteigen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Blutfette haben
- Wenn Sie wegen einer bestehenden Herzerkrankung in regelmäßiger ärztlicher Kontrolle sind
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden, Ihrer Krankengeschichte und Ihren Lebensgewohnheiten. Anschließend erfolgen körperliche Untersuchungen und technische Tests, um abzuklären, ob eine Angina vorliegt.
Mögliche Untersuchungen
- Elektrokardiogramm (EKG) in Ruhe und bei körperlicher Belastung
- Blutuntersuchung zur Kontrolle von Blutfetten, Blutzucker und weiteren Werten
- Echokardiographie (Herzultraschall), um Herzklappen und Herzleistung zu beurteilen
- Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT) in speziellen Fällen
- Herzkatheteruntersuchung, wenn eine Verengung der Herzkranzgefäße sehr wahrscheinlich ist
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Alle Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei und werden meist ambulant durchgeführt. Sie werden über das Vorgehen ausführlich informiert. Nach Feststellung der Diagnose wird gemeinsam ein Behandlungsplan erstellt.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, Beschwerden zu lindern, die Herzkranzgefäße zu entlasten und einen Herzinfarkt zu verhindern. Dabei gehen eine gesunde Lebensführung, Medikamente und bei Bedarf ein Eingriff Hand in Hand.
Selbsthilfe zu Hause
- Rauchen aufgeben – das ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen
- Übergewicht reduzieren und Stress abbauen
- Tägliche Ruhepausen einplanen
- Körperliche Aktivität langsam und in kleinen Schritten steigern
- Einen Notfallplan mit den wichtigen Telefonnummern (ärztlicher Notdienst, Notruf 112) griffbereit haben
Medizinische Behandlungen
Zur medikamentösen Behandlung gehören Mittel, die die Herzkranzgefäße erweitern, den Blutdruck senken, die Blutfettwerte verbessern oder die Bildung von Blutgerinnseln vermindern. Je nach Ursache kombiniert der Arzt diese Medikamente. Es ist wichtig, die Verordnung genau einzuhalten und nicht eigenmächtig abzusetzen. Auf Wirkstoffe und Handelsnamen wird hier bewusst verzichtet – Ihre Ärztin oder Ihr Arzt berät Sie dazu.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn Medikamente und Lebensstil nicht ausreichen oder die Verengung sehr fortgeschritten ist, kann ein Eingriff sinnvoll sein. Dazu gehören die Aufdehnung eines verengten Herzkranzgefäßes mit einer Gefäßstütze (sogenannter Stent) oder eine Bypass-Operation. Ob ein solcher Eingriff in Frage kommt, entscheidet das Herzteam individuell.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Angina zu leben bedeutet, auf die eigenen Grenzen zu achten, aber nicht auf das Leben zu verzichten. Viele Alltagsaktivitäten sind weiterhin möglich, wenn Sie sich nicht überfordern und die vom Arzt empfohlenen Kontrollen wahrnehmen.
Tipps für den Alltag
- Rauchen aufgeben – das ist der wichtigste Schritt
- Bewegung in den Alltag einbauen, zum Beispiel Spazierengehen oder leichte Gymnastik
- Auf eine herzgesunde Ernährung achten
- Ausreichend schlafen und Entspannungstechniken nutzen
- Gewicht im Normalbereich halten
Ernährung und Bewegung
Empfohlen wird eine ausgewogene Kost mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und fettarmen eiweißreichen Lebensmitteln. Gesunde Fette aus Olivenöl oder Nüssen unterstützen das Herz. Moderate Bewegung wie zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen stärkt Herz und Kreislauf – sprechen Sie aber vorher mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Angst vor einem Herzinfarkt kann sehr belastend sein. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Offene Gespräche mit Ärzten, Angehörigen oder einer psychologischen Beratung können helfen, mit der Situation umzugehen.
Vorbeugung
Eine Angina ist nicht immer zu verhindern, aber das Risiko lässt sich deutlich senken: durch einen gesunden Lebensstil, die Behandlung von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten sowie den Verzicht auf Rauchen. Eine bestehende Erkrankung lässt sich durch gute Behandlung oft stabilisieren.
Impfungen
Ein Impfschutz, zum Beispiel gegen Grippe, kann sinnvoll sein, da eine Grippe das Herz stark belasten kann. Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten, welche Impfungen in Ihrem Alter empfohlen sind.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Gesundheits-Checks beim Hausarzt sind wichtig, um Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Auch wenn Sie sich beschwerdefrei fühlen, kann eine Untersuchung sinnvoll sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt
- Herzrhythmusstörungen
- Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)
Langzeitprognose
Mit einer angepassten Behandlung und einem herzgesunden Lebensstil lässt sich die Angina meist gut kontrollieren. Viele Menschen bleiben viele Jahre aktiv. Wichtig ist, die Warnsignale ernst zu nehmen und regelmäßig ärztliche Kontrollen wahrzunehmen. Es gibt heute gute Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern und Folgen zu vermeiden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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