Arterien und Familienleben: So bleiben Sie gemeinsam gesund
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Arterien sind die Blutgefäße, die sauerstoffreiches Blut vom Herzen in den ganzen Körper leiten. Wenn diese Gefäße durch Ablagerungen eng oder starr werden, spricht man von Arterienverkalkung (medizinisch: Arteriosklerose). Das bedeutet für viele Familien eine große Veränderung, denn gesunde Arterien sind wichtig für Herz, Gehirn und Beine. Mit der richtigen Unterstützung im Alltag können Sie gemeinsam viel für Ihre Gefäße tun.
Wichtige Fakten
- Arteriosklerose entwickelt sich meist über Jahre still und unbemerkt.
- Gesunde Lebensgewohnheiten in der Familie helfen allen, nicht nur einem erkrankten Angehörigen.
- Regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung können das Fortschreiten der Gefäßverkalkung verlangsamen.
- Auch mit einer Arterienerkrankung ist ein erfülltes Familienleben möglich – mit Anpassungen im Alltag.
Ja, eine Arterienverkalkung ist in Deutschland sehr häufig. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko bei Männern und Frauen. Viele Menschen haben sie, ohne es zu wissen.
Betroffen sind vor allem Menschen über 60 Jahre, aber auch Jüngere, wenn in der Familie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorkommen. Auch Rauchen, Bluthochdruck oder Diabetes erhöhen das Risiko – unabhängig vom Alter.
Symptome
- Plötzlich auftretende, starke Schmerzen oder Druck in der Brust, die länger als ein paar Minuten anhalten oder in den Arm, Rücken oder Kiefer ausstrahlen
- Plötzliche Lähmungserscheinungen oder Taubheit einer Körperhälfte
- Plötzliche Sprach- oder Sehstörungen
- Atemnot in Ruhe
- Bewusstlosigkeit oder Kollaps
- ⚠Neu auftretende Brustschmerzen bei geringer Anstrengung, die schnell wieder verschwinden
- ⚠Schwellung oder starke Schmerzen in einem Bein, besonders wenn es plötzlich blass oder kalt wird
- ⚠Fieber mit Schüttelfrost und schmerzhafter Rötung entlang eines Gefäßes (Hinweis auf eine Gefäßentzündung)
Häufige Symptome
- Schmerzen oder Druck in der Brust bei körperlicher Anstrengung (sog. Belastungsangina)
- Beinschmerzen oder Krämpfe beim Gehen, die nach kurzer Pause wieder verschwinden
- Atemnot bei leichter Belastung
- Schwindel oder das Gefühl, kurz wegzutreten
Symptome bei Kindern
- Arteriosklerose im Kindesalter ist sehr selten und meist angeboren. Mögliche Warnzeichen sind auffällige blasse Haut, schnelle Ermüdung oder Brustschmerzen bei Bewegung. Suchen Sie bei solchen Anzeichen immer eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt auf.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen treten Symptome oft untypischer auf, zum Beispiel allgemeine Schwäche, Verwirrtheit oder plötzliche Gangunsicherheit. Auch ein nachlassendes Gedächtnis kann auf eine Durchblutungsstörung hindeuten.
Ursachen
Hauptursachen
- Ablagerungen aus Fett und Kalk an den Innenwänden der Arterien (sog. Plaques)
- Verhärtung und Elastizitätsverlust der Gefäßwände
- Entzündungsprozesse in den Gefäßen, die die Entstehung von Ablagerungen begünstigen
Risikofaktoren
- Rauchen oder Passivrauchen
- Hoher Blutdruck
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Starker oder andauernder Stress
- Erbliche Vorbelastung (Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Familie)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Brustschmerzen, die in Ruhe auftreten oder nach einigen Minuten schlimmer werden
- Schmerzen oder Gefühllosigkeit in einem Bein, das plötzlich blass und kalt ist
- Wiederholte Ohnmachtsanfälle oder starke Schwindelanfälle
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie regelmäßig geraucht haben oder rauchen und über 45 Jahre alt sind
- Wenn Diabetes, Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterinwerte bekannt sind
- Wenn in Ihrer Familie bereits früh Herzinfarkte oder Schlaganfälle aufgetreten sind (vor dem 60. Lebensjahr)
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden, Ihrer Krankengeschichte und Ihren Lebensgewohnheiten. Danach folgt eine körperliche Untersuchung samt Blutdruckmessung und Abtasten der Pulse. Mit modernen Verfahren kann die Durchblutung genau überprüft werden.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschalluntersuchung der Gefäße (sog. Doppler-Sonographie)
- EKG (Elektrokardiogramm) in Ruhe und unter Belastung
- Blutuntersuchung: Blutzucker, Blutfette und Entzündungswerte
- Bei Bedarf Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Für die meisten Untersuchungen müssen Sie nichts Besonderes tun. Manche erfordern, dass Sie einige Stunden vorher nüchtern bleiben. Ihr Arzt wird Sie vorher genau informieren. Falls ein Eingriff nötig ist, erklärt das Team Ihnen jeden Schritt – nehmen Sie ruhig einen Angehörigen mit, der zuhört und Fragen notiert.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, die Arterien zu entlasten und Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu verhindern. Dafür gehören ein gesunder Lebensstil und die Behandlung von Risikofaktoren zusammen. Die Familienmitglieder können diesen Weg gemeinsam gehen – das stärkt und erleichtert viele Umstellungen.
Selbsthilfe zu Hause
- Im Haushalt regelmäßig kleine Bewegungspausen einbauen, z. B. Treppensteigen oder kurze Spaziergänge
- Aktiv nach dem Essen oder am Wochenende gemeinsame Aktivitäten planen
- Rauchfreiheit in der Wohnung umsetzen – auch für Gäste
- Stress im Alltag reduzieren, z. B. mit Atemübungen oder Entspannungsmomenten
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung zielt darauf ab, den Blutdruck zu senken, Blutzucker und Blutfette zu verbessern und die Blutgerinnung zu beeinflussen. Welche Kombination für Sie geeignet ist, entscheidet ausschließlich Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Nehmen Sie Medikamente immer genau nach Anweisung ein und lassen Sie sich bei Fragen beraten – auch Ihre Apotheke hilft weiter.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn eine Arterie so stark verengt ist, dass Organe oder Gliedmaßen nicht mehr genug Blut bekommen, kann ein Eingriff nötig sein. Dabei wird die Engstelle entweder mit einem Ballon aufgedehnt und manchmal mit einer Gefäßstütze (Stent) offen gehalten oder es wird ein Bypass gelegt, der das Blut an der Engstelle vorbeiführt. Ihr Ärzteteam bespricht mit Ihnen, welche Methode sinnvoll ist.
Leben mit der Erkrankung
Der Alltag mit einer Arterienerkrankung bedeutet zunächst: neue Gewohnheiten finden. Planen Sie genug Zeit für Ruhepausen ein und sprechen Sie offen mit Ihrer Familie über Ihre Grenzen. Sie dürfen auch um Hilfe bitten – zum Beispiel beim schweren Heben oder langen Einkäufen.
Tipps für den Alltag
- Bewegung: mindestens an 5 Tagen in der Woche 30 Minuten zügig gehen oder Rad fahren, sofern Ihr Arzt nichts anderes sagt
- Rauchen vollständig aufgeben – Ihr Hausarzt kann Entwöhnungsangebote nennen
- Alkohol nur in Maßen, am besten mit dem Arzt besprechen
- Auf ausreichend Schlaf und Entspannung achten
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und ungesättigten Fetten unterstützt Ihre Gefäße. Kochen Sie so oft wie möglich gemeinsam frisch. Bei sportlichen Aktivitäten gilt: Beginnen Sie langsam und steigern Sie sich. Ihr medizinisches Team berät Sie gerne zu einer passenden Belastungsgrenze.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer Arterienerkrankung kann Sorgen auslösen – nicht nur bei Ihnen, sondern auch bei Partnern, Kindern und Verwandten. Es ist normal, sich zeitweise belastet zu fühlen. Reden Sie offen über Ihre Gefühle. Wenn die Belastung den Alltag bestimmt, suchen Sie sich professionelle Unterstützung, z. B. eine psychologische Beratung – Ihr Arzt kann Ihnen eine Empfehlung geben.
Vorbeugung
Eine gesunde Lebensweise kann dazu beitragen, einer Arterienverkalkung vorzubeugen oder ihr Fortschreiten zu verlangsamen. Dazu zählen Nichtrauchen, regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und das Vermeiden von starkem Übergewicht. Auch eine gute Behandlung von Blutdruck und Blutzucker gehört dazu.
Impfungen
Auch ein ausreichender Impfschutz – zum Beispiel gegen grippale Infekte und Lungenentzündung – kann helfen, Gefäßprobleme zu vermeiden, die durch schwere Infekte ausgelöst werden. Lassen Sie sich dazu von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt beraten.
Früherkennungsprogramme
Ab dem Alter von 35 Jahren können Sie im Rahmen des Gesundheits-Check-ups beim Hausarzt Risikofaktoren wie Blutdruck und Blutfette überprüfen lassen. Menschen mit familiärer Vorbelastung sollten erste Kontrollen früher wahrnehmen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt, wenn eine Herzkranzarterie verschlossen wird
- Schlaganfall, wenn eine hirnversorgende Arterie verengt oder verschlossen ist
- Durchblutungsstörungen der Beine, im schlimmsten Fall bis zur Amputation
- Nierenschäden durch eine verengte Nierenarterie
Langzeitprognose
Mit einer frühen Erkennung und einer konsequenten Behandlung lässt sich das Fortschreiten einer Arterienerkrankung in den meisten Fällen deutlich verlangsamen. Viele Menschen führen mit angepasstem Lebensstil noch viele Jahre ein aktives und erfülltes Familienleben. Ihr medizinisches Team begleitet Sie auf diesem Weg.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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