Gesunde Ernährung für Ihre Arterien – was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ihre Arterien sind die Blutgefäße, die sauerstoffreiches Blut vom Herzen in den ganzen Körper transportieren. Bei vielen Menschen lagern sich mit der Zeit Fett- und Kalkbestandteile in den Arterienwänden ab – das nennt man Arterienverkalkung oder Arteriosklerose. Diese Ablagerungen können die Gefäße verengen und das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen. Mit der richtigen Ernährung können Sie diese Ablagerungen verlangsamen und Ihre Gefäße schützen.
Wichtige Fakten
- Eine ausgewogene Ernährung kann den Blutdruck und die Blutfettwerte günstig beeinflussen.
- Viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte sind gut für die Blutgefäße.
- Weniger gesättigte Fette aus rotem Fleisch, Wurst und frittierten Speisen entlasten die Arterien.
- Dauerhaft zu viel Speisesalz kann den Blutdruck erhöhen – besser frisch kochen und wenig Salz verwenden.
- Alkohol nur in geringen Mengen trinken – am besten in Maßen oder ganz darauf verzichten.
Sehr häufig. Gefäßveränderungen treten bei den meisten Menschen im Laufe des Lebens auf. Eine gesunde Lebensweise kann aber das Fortschreiten deutlich verlangsamen – selbst im mittleren und höheren Alter.
Arterienverkalkung betrifft Männer und Frauen in jedem Alter. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter, insbesondere nach den Wechseljahren bei Frauen. Auch Menschen mit familiärer Vorbelastung, Diabetes, Rauchern und körperlich wenig Aktiven sind häufiger betroffen.
Symptome
- Plötzlich auftretende, sehr starke Schmerzen oder Engegefühl in der Brust, die in den Arm, den Rücken oder den Kiefer ausstrahlen können.
- Schwere Atemnot oder Erstickungsgefühl in Ruhe.
- Plötzliche Schwäche, Taubheit oder Lähmung einer Körperseite oder im Gesicht.
- Plötzliche Sprachstörungen oder Verwirrtheit.
- Bewusstlosigkeit oder Kollaps.
- Bei diesen Anzeichen rufen Sie sofort die 112 – auch in Deutschland gilt diese Notrufnummer rund um die Uhr.
- ⚠Neu aufgetretene oder zunehmende Brustbeschwerden auch ohne Belastung.
- ⚠Schwindel oder ohnmachtsähnliche Gefühle.
- ⚠Starke Schwellung oder bläuliche Verfärbung eines Beines.
- ⚠Fieber mit Brustschmerzen – bitte suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe auf.
Häufige Symptome
- Viele Menschen spüren lange Zeit keine Beschwerden.
- Ein Druck- oder Engegefühl in der Brust bei körperlicher Anstrengung (zum Beispiel beim Treppensteigen).
- Schmerzen in den Waden beim Gehen, die im Stehen nachlassen (Zeichen für verengte Beinarterien).
- Kurzatmigkeit bei leichter Anstrengung.
- Müdigkeit und allgemeine Leistungsminderung.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind Arterienablagerungen sehr selten. Aber bestimmte Risiken wie starkes Übergewicht, Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte durch ungesunde Ernährung können schon im Kindesalter beginnen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch im Alter ist eine gesunde Ernährung sinnvoll. Ältere Menschen spüren oft typische Zeichen wie Schmerzen in der Brust, Atemnot oder Schmerzen in den Beinen. Die Behandlung lohnt sich in jedem Alter – sie verbessert die Lebensqualität.
Ursachen
Hauptursachen
- Der Hauptgrund ist die Arteriosklerose – eine Ansammlung von Fett, Cholesterin und Entzündungszellen in den Arterienwänden.
- Auch Kalzium und Bindegewebe können in die Ablagerungen eingelagert werden, wodurch die Gefäßwand hart und unelastisch wird.
- Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle, weil sie den Cholesterinspiegel, den Blutdruck und den Blutzucker beeinflusst – entscheidende Faktoren für die Gefäßgesundheit.
Risikofaktoren
- Rauchen und Passivrauchen.
- Hoher Blutdruck (Hypertonie).
- Erhöhte Blutfettwerte, vor allem hohes LDL-Cholesterin.
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).
- Übergewicht und Bewegungsmangel.
- Ungesunde Ernährung mit viel Fett, Salz und Zucker.
- Familiäre Vorbelastung, also Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei nahen Verwandten.
- Zunehmendes Alter.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich oder wiederholt Brustschmerzen, Atemnot oder andere Anzeichen eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls haben – wählen Sie sofort die 112.
- Bei neuen Beschwerden beim Gehen oder bei Belastung sollten Sie zeitnah (innerhalb von ein bis zwei Tagen) ärztliche Hilfe suchen – das kann ein Warnsignal verengter Gefäße sein.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie mehrere Risikofaktoren haben (zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen oder Übergewicht), sprechen Sie bei Ihrer nächsten Vorsorgeuntersuchung über Ihre Gefäße und Ihre Ernährung.
- Ab 35 Jahren übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland in der Regel einen Gesundheitscheck – nutzen Sie diese Gelegenheit.
- Lassen Sie ab dem mittleren Lebensalter regelmäßig Blutdruck, Blutzucker und Blutfette messen.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt befragt Sie zu Beschwerden, Lebensstil und familiären Risiken. Danach folgen körperliche Untersuchungen und je nach Beschwerden unterschiedliche Tests. Die Behandlung richtet sich in Deutschland nach den AWMF-Leitlinien, den anerkannten medizinischen Empfehlungen.
Mögliche Untersuchungen
- Blutdruckmessung am Arm.
- Blutuntersuchung: Blutfette (Cholesterin), Blutzucker, Nierenwerte und Entzündungswerte.
- Ultraschall der Halsschlagadern oder der Beinarterien – die Ärztin oder der Arzt kann Verengungen sichtbar machen.
- Elektrokardiogramm (EKG) zur Prüfung der Herzaktion.
- Belastungstest auf dem Fahrrad oder Laufband, um die Durchblutung des Herzens unter Belastung zu prüfen.
- In manchen Fällen eine Herzkatheteruntersuchung – dabei wird ein dünner Schlauch durch ein Blutgefäß bis zum Herzen geführt.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Untersuchungen sind schmerzfrei und ohne große Vorbereitung möglich. Sie sollten vor dem Arztbesuch eine Liste Ihrer Medikamente und Beschwerden bereitlegen. Es ist ganz normal, wenn Sie aufgeregt sind – die Ärztin oder der Arzt nimmt sich Zeit, erklärt jeden Schritt und bespricht mit Ihnen die Ergebnisse in verständlicher Sprache.
Behandlung
Die Behandlung hat immer zwei Säulen: eine gesunde Lebensweise – insbesondere die Ernährung – und, falls nötig, Medikamente. Ziel ist es, den Blutdruck, die Blutfette und den Blutzucker gut einzustellen, den Gefäßverschluss aufzuhalten und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall zu senken. Die Ärztin oder der Arzt erstellt mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan.
Selbsthilfe zu Hause
- Ernährung umstellen: viel Gemüse, Obst, Vollkorn und Hülsenfrüchte; weniger rotes Fleisch, Wurst und stark verarbeitete Lebensmittel.
- Gesunde Fette nutzen: pflanzliche Öle wie Raps- und Olivenöl, Nüsse und fettreichen Fisch wie Lachs oder Makrele in Maßen.
- Salz reduzieren – höchstens 5–6 Gramm am Tag, also etwa einen Teelöffel, besser weniger.
- Aufs Rauchen verzichten – das ist eine der wichtigsten Maßnahmen für Ihre Arterien.
- Bewegung einbauen: mindestens 150 Minuten pro Woche moderate Bewegung (zum Beispiel zügiges Gehen oder Radfahren).
- Stress abbauen mit Entspannungsübungen, ausreichend Schlaf und Zeit für sich selbst.
Medizinische Behandlungen
Je nach Risikolage kommen Medikamente zum Einsatz, die den Blutdruck senken, die Blutfette reduzieren oder die Blutgerinnung hemmen. Welche Medikamente im Einzelfall geeignet sind, entscheidet die Ärztin oder der Arzt – diese Mittel sind verschreibungspflichtig. Auch eine medikamentöse Behandlung ist eine langfristige Begleitung, und die richtige Einnahme ist wichtig. Sprechen Sie offen über mögliche Fragen oder Nebenwirkungen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn Arterien stark verengt oder verschlossen sind, kann ein Eingriff notwendig sein. Dabei wird zum Beispiel ein kleiner Ballon in das Gefäß eingeführt und aufgeblasen, eine Gefäßstütze (Stent) eingesetzt oder ein Bypass gelegt, der die Engstelle umgeht. Solche Verfahren kommen vor allem dann infrage, wenn eine konservative Behandlung nicht ausreicht oder akute Gefahr besteht.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie an einer Arterienkrankheit leiden, bedeutet das nicht, dass Sie ständig Angst haben müssen. Es bedeutet, dass Sie aktiv werden können. Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig ein, gehen Sie zu Kontrollterminen und beobachten Sie, wie es Ihnen bei Belastungen geht. Ein Ernährungsplan und Bewegung gehören zu Ihrem festen Tagesablauf wie das Zähneputzen.
Tipps für den Alltag
- Kochen Sie frisch und möglichst abwechslungsreich – Farbe auf dem Teller ist ein gutes Zeichen.
- Planen Sie über den Tag verteilt mehrere kleine Portionen Obst und Gemüse ein.
- Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee – etwa 1,5 bis 2 Liter am Tag, sofern Ihr Arzt nichts anderes empfiehlt.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber hören Sie auf Ihren Körper: Puls und Atmung dürfen sich spürbar erhöhen, aber Sie sollten sich nicht überfordern.
- Halten Sie Abstand zu Rauch – auch zu Zigarettenrauch anderer Menschen.
Ernährung und Bewegung
Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn Bewegung und Ernährung zusammenkommen. Es ist keine perfekte Ernährung notwenig – schon kleine Schritte zählen. Tauschen Sie zum Beispiel weiße Semmeln gegen Vollkornbrot, trinken Sie Wasser statt Limonade und gehen Sie mehrmals pro Woche zügig spazieren. Diese Umstellung kann den Blutdruck und die Blutfette spürbar verbessern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer Gefäßerkrankung kann Angst machen und belasten. Das ist ganz normal. Es kann helfen, sich selbst gut zuzureden, sich ausreichend Auszeiten zu nehmen und mit vertrauten Personen zu sprechen. Bei starker Unruhe oder depressiven Gefühlen ist es wichtig, professionelle Hilfe zu suchen – zum Beispiel bei Ihrer Hausärztin oder einem psychologischen Beratungsangebot.
Vorbeugung
Ja, in vielen Fällen lässt sich die Gefäßverkalkung durch einen gesunden Lebensstil deutlich hinauszögern oder abmildern – und das gilt auch, wenn bereits erste Veränderungen vorhanden sind. Besonders wichtig sind der Verzicht auf Rauchen, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und ein normales Körpergewicht.
Früherkennungsprogramme
Lassen Sie regelmäßig Blutdruck und Blutfette überprüfen – bei Hausärztinnen und Hausärzten sind diese Checks auch im Rahmen des Gesundheitsuntersuchungsprogramms der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland enthalten. Menschen über 40 sollten mindestens einmal im Jahr ihren Blutdruck messen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt – ein abgerissenes Blutgerinnsel kann ein Herzkranzgefäß ganz verschließen.
- Schlaganfall – dasselbe kann in einer hinversorgenden Arterie passieren.
- Schaufensterkrankheit – verengte Beinarterien führen zu Schmerzen beim Gehen und können im schlimmsten Fall offene Wunden verursachen.
- Herzschwäche – wenn das Herz wegen verengter Gefäße dauerhaft zu wenig Sauerstoff bekommt.
- Nierenschäden durch verengte Nierenarterien.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht ist: Eine Gefäßverkalkung ist kein Schicksal, das man hilflos hinnehmen muss. Mit einer gesunden Ernährung, ausreichend Bewegung und konsequenter Behandlung lässt sich das Risiko für Folgen deutlich senken. Viele Menschen leben mit gut eingestellten Gefäßerkrankungen viele Jahre ohne große Einschränkungen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin begleitet Sie auf diesem Weg – Schritt für Schritt.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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