Arterien-Selbstpflege: So bleiben Ihre Gefäße gesund
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Arterien sind die Blutgefäße, die sauerstoffreiches Blut vom Herzen in den Körper transportieren. Mit der Zeit können sich an den Gefäßwänden Ablagerungen bilden – dieser Prozess wird Arteriosklerose oder Arterienverkalkung genannt. Unter Arterien-Selbstpflege versteht man alle Maßnahmen, mit denen Sie diese Ablagerungen verhindern oder verlangsamen können.
Wichtige Fakten
- Arterien sind elastisch, können aber durch Cholesterin und Kalk starrer werden.
- Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung schützen Ihre Arterien.
- Rauchen ist einer der größten Risikofaktoren für verengte Arterien.
Ja, verengte Arterien (Arteriosklerose) sind in Deutschland sehr häufig. Fast jeder Zweite über 40 Jahre hat bereits erste Veränderungen an den Gefäßen.
Arterienverkalkung betrifft vor allem ältere Menschen. Aber auch Jüngere können betroffen sein, besonders wenn sie rauchen, unter Diabetes oder Bluthochdruck leiden.
Symptome
- Plötzlich auftretende, starke Schmerzen oder ein starkes Engegefühl in der Brust, die länger als 5 Minuten anhalten
- Schwere Atemnot, Schwindel oder Ohnmacht
- Einseitige Schwäche oder Lähmungserscheinungen im Arm oder Bein
- Plötzliche Sehstörungen oder Sprachstörungen
- ⚠Neue oder zunehmende Beschwerden beim Gehen oder Treppensteigen
- ⚠Anhaltende Müdigkeit oder Abgeschlagenheit unklarer Ursache
- ⚠Wunden oder Verfärbungen an Zehen oder Füßen ohne erkennbaren Grund
Häufige Symptome
- Häufig verursachen verengte Arterien lange Zeit keine Symptome.
- Engegefühl oder Schmerzen in der Brust bei Belastung (Angina pectoris)
- Schmerzen in den Beinen beim Gehen, die in Ruhe nachlassen
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Füßen oder Händen
Symptome bei Kindern
- Arterienerkrankungen sind bei Kindern sehr selten.
- Sie können bei angeborenen Fettstoffwechselstörungen auftreten.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind verengte Arterien häufiger.
- Typisch sind Schmerzen in Wade oder Oberschenkel beim Gehen, die sich bei Pausen bessern.
Ursachen
Hauptursachen
- Die häufigste Ursache ist die Arteriosklerose, bei der sich Fett, Cholesterin und Kalk an der Gefäßwand ablagern.
- Auch Entzündungen der Gefäße können eine Rolle spielen.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Bluthochdruck
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)
- Diabetes mellitus
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Ungesunde Ernährung
- Alter über 50 Jahre
- Familiäre Vorbelastung
- Stress
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich Brustschmerzen oder Atemnot bekommen, rufen Sie sofort die 112.
- Bei neuen oder zunehmenden Schmerzen in den Beinen oder Armen suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe.
- Bei neu aufgetretenem Kribbeln oder Taubheitsgefühl sollten Sie ebenfalls zeitnah abklären lassen, ob eine Durchblutungsstörung vorliegt.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchung ab 35 Jahren beim Hausarzt
- Wenn mehrere Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder Diabetes vorliegen
- Vor Beginn eines neuen, intensiven Sportprogramms bei bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Einmal jährlich zur Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten
Diagnose
Der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden und Risikofaktoren, misst Blutdruck und Puls und hört Herz und Gefäße ab. Es folgen meist Blutuntersuchungen und ein EKG. Bei Bedarf wird ein Ultraschall der Gefäße gemacht.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung mit Blutdruck- und Pulsmessung
- Bluttest zur Bestimmung von Blutfetten, Blutzucker und Entzündungswerten
- Elektrokardiogramm (EKG)
- Gefäßultraschall (Duplexsonografie)
- Belastungstest auf einem Fahrradergometer
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei und dauert etwa 20 bis 45 Minuten. Sie erhalten danach eine ausführliche Besprechung der Ergebnisse und der nächsten Schritte.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, das Fortschreiten der Arterienverkalkung zu stoppen und Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu verhindern. Sie besteht aus einer gesunden Lebensweise und, falls nötig, Medikamenten.
Selbsthilfe zu Hause
- Bewegung: Mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, zum Beispiel zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen
- Rauchen aufgeben
- Stress abbauen, zum Beispiel mit Entspannungsübungen wie Meditation oder Autogenem Training
- Sorgfältige Fußpflege, um kleine Verletzungen an den Füßen früh zu erkennen
- Regelmäßige Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker – fragen Sie Ihren Arzt, wie oft das bei Ihnen sinnvoll ist
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Medikamente verschreiben, die zum Beispiel den Blutdruck senken, die Blutfette verbessern oder die Blutgerinnung beeinflussen. Auch bei Diabetes gibt es geeignete Medikamente. Die Auswahl hängt ganz von Ihrer persönlichen Situation ab. Wichtig: Nehmen Sie Medikamente nur nach ärztlicher Verordnung ein und verändern Sie die Dosierung nie selbst.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei stark verengten oder verschlossenen Arterien kann ein Eingriff nötig sein. Dabei wird die Gefäßverengung mit einem Ballon aufgedehnt und oft eine kleine Gefäßstütze (Stent) eingesetzt. In manchen Fällen hilft eine Bypass-Operation, bei der das Blut auf einen Umgehungsweg geleitet wird.
Leben mit der Erkrankung
Leben Sie Ihren Alltag mit festen, einfachen Gewohnheiten: Messen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck, bewegen Sie sich täglich, essen Sie ausgewogen und nehmen Sie verschriebene Medikamente zuverlässig ein. Bauen Sie sich ein unterstützendes Umfeld auf und lassen Sie sich von Rückschlägen nicht entmutigen.
Tipps für den Alltag
- Täglich 10 Minuten Bewegung, am besten an der frischen Luft
- Vollkornprodukte statt Weißmehl
- Pflanzliche Öle wie Olivenöl statt tierischer Fette
- Weniger Salz und Zucker
- Ausreichend schlafen – sieben bis acht Stunden pro Nacht
- Alkohol nur in Maßen
Ernährung und Bewegung
Eine mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen und Fisch unterstützt Ihre Gefäße. Verzichten Sie weitgehend auf verarbeitete Lebensmittel und zuckerhaltige Getränke. Bewegung regt die Durchblutung an, hilft den Blutdruck zu senken und verbessert die Blutfettwerte.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Menschen mit Gefäßerkrankungen haben oft Sorgen und Ängste – das ist normal. Wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen oder die Angst Sie im Alltag einschränkt, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt. Auch eine psychologische Beratung oder ein Selbsthilfegruppen-Angebot kann sehr entlastend sein.
Vorbeugung
Zu einem großen Teil, ja. Gesunde Ernährung, Bewegung, Nichtrauchen und Stressreduktion können das Risiko deutlich senken und auch den Verlauf bestehender Veränderungen günstig beeinflussen.
Impfungen
Eine Grippeimpfung wird für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfohlen. Besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Ab 35 Jahren haben Sie in Deutschland Anspruch auf einen regelmäßigen Gesundheits-Check beim Hausarzt. Dabei werden Blutdruck, Blutzucker und Blutfette überprüft – das ist eine gute Grundlage, um Risiken früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt
- Schlaganfall
- Durchblutungsstörungen in den Beinen (periphere arterielle Verschlusskrankheit, pAVK)
- Nierenschäden
Langzeitprognose
Mit einer guten Behandlung und einer gesunden Lebensweise lässt sich das Fortschreiten der Arteriosklerose deutlich verlangsamen. Viele Menschen bleiben über viele Jahre beschwerdefrei. Jede Veränderung ist eine Chance, den eigenen Körper zu unterstützen und aktiv etwas für die Gesundheit zu tun.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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