Cholesterin: Komplikationen erkennen und vorbeugen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Cholesterin ist ein lebenswichtiges Fett, das der Körper für den Zellaufbau und die Bildung von Hormonen braucht. Zu viel davon im Blut kann sich an den Innenwänden der Blutgefäße ablagern. Diese Ablagerungen verengen die Gefäße und können Herzinfarkte oder Schlaganfälle auslösen. Dieser Zustand wird Arterienverkalkung (Atherosklerose) genannt.
Wichtige Fakten
- Erhöhte Cholesterinwerte verursachen lange Zeit keine Beschwerden.
- Gefäßablagerungen entstehen oft über Jahrzehnte unbemerkt.
- Herzinfarkt und Schlaganfall sind die häufigsten Folgen unbehandelter hoher Cholesterinwerte.
- Eine Blutuntersuchung zeigt, ob die Cholesterinwerte im gesunden Bereich liegen.
Ja. In Deutschland hat etwa ein Drittel der Erwachsenen erhöhte Cholesterinwerte. Viele wissen nichts davon, weil es keine direkten Symptome gibt.
Hohe Cholesterinwerte betreffen Männer und Frauen jeden Alters. Menschen mit erblicher Vorbelastung, Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck haben ein höheres Risiko. Mit zunehmendem Alter steigt der Cholesterinspiegel natürlicherweise an.
Symptome
- Starke Schmerzen oder ein starkes Druckgefühl in der Brust, das länger als ein paar Minuten anhält
- Plötzliche Atemnot ohne erkennbare Ursache
- Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühl oder Schwäche im Gesicht, Arm oder Bein
- Plötzliche Sprach- oder Sehstörungen
- Bewusstlosigkeit, Zusammenbruch
- ⚠Neu auftretende Brustschmerzen bei Belastung, die in Ruhe nachlassen
- ⚠Wiederholtes Schwindelgefühl oder Ohnmachtsanwandlungen
- ⚠Deutlich nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit
Häufige Symptome
- Erhöhtes Cholesterin verursacht keine spürbaren Symptome. Deshalb bleibt es oft lange unentdeckt.
- Bei stark erhöhten Werten können sich Fettablagerungen an Augenlidern, Ellbogen oder Achillessehnen zeigen (Xanthelasmen).
- Bei verengten Gefäßen treten Symptome auf: Druckgefühl in der Brust, Kurzatmigkeit oder Schmerzen in den Beinen beim Gehen.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern und Jugendlichen ist hohes Cholesterin meist erblich bedingt (familiäre Hypercholesterinämie).
- Mögliche Zeichen sind gelbliche Fettknoten an Händen, Ellbogen oder Knien.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Im Alter sind Gefäßablagerungen häufiger. Folgen können Schmerzen in der Brust, Gehschwierigkeiten oder Konzentrationsprobleme sein.
- Eine plötzliche Verschlechterung der Sehkraft oder wiederkehrender Schwindel können ebenfalls auf Durchblutungsstörungen hinweisen.
Ursachen
Hauptursachen
- Erbliche Veranlagung für hohe Cholesterinwerte (familiäre Hypercholesterinämie)
- Ungesunde Ernährung mit viel gesättigten Fetten, etwa aus Wurst, fettem Fleisch, Butter und frittierten Speisen
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Starker Zigarettenkonsum
Risikofaktoren
- Alter über 40 Jahre (Männer) bzw. über 50 Jahre oder nach den Wechseljahren (Frauen)
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Nierenerkrankungen
- Schilddrüsenunterfunktion
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall sofort den Notruf 112 wählen.
- Bei plötzlich auftretenden Brustschmerzen, Atemnot oder Lähmungserscheinungen sofort ärztliche Hilfe holen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Ab dem 35. Lebensjahr im Rahmen des Gesundheits-Check-ups beim Hausarzt
- Bei erblicher Vorbelastung bereits früher
- Bei Bluthochdruck, Diabetes oder bestehenden Herzerkrankungen regelmäßig den Cholesterinspiegel überprüfen lassen
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine Blutuntersuchung gestellt. Dabei werden das Gesamtcholesterin, das LDL-Cholesterin (das ‚schlechte‘ Cholesterin), das HDL-Cholesterin (das ‚gute‘ Cholesterin) und die Triglyceride (Blutfette) bestimmt.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest zur Bestimmung der Blutfettwerte
- Körperliche Untersuchung und ausführliche Befragung zur Krankengeschichte
- Blutdruckmessung
- Je nach Befund auch Ultraschall der Gefäße, Belastungs-EKG oder Herz-Ultraschall
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arztbesuch dauert meist nicht lange. Lassen Sie sich am besten nüchtern Blut abnehmen – das heißt, sieben bis zwölf Stunden vorher nichts essen oder trinken (Wasser ist erlaubt). Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bespricht die Werte mit Ihnen und erklärt, ob eine Behandlung nötig ist.
Behandlung
Bei erhöhten Cholesterinwerten zielt die Behandlung darauf ab, die Blutfette zu senken und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall zu verringern. Grundlage sind Änderungen des Lebensstils. Wenn das nicht ausreicht, können Medikamente helfen.
Selbsthilfe zu Hause
- Auf eine herzgesunde Ernährung achten – viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und ungesättigte Fette
- Regelmäßig bewegen, zum Beispiel an den meisten Tagen 30 Minuten zügig gehen
- Mit dem Rauchen aufhören
- Stress abbauen und für ausreichend Schlaf sorgen
- Bei Übergewicht eine langsame Gewichtsabnahme anstreben
Medizinische Behandlungen
Um die Cholesterinwerte zu senken, stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Sie werden immer individuell verordnet und sollten regelmäßig eingenommen werden. Nehmen Sie Medikamente nur nach ärztlicher Anweisung ein und lassen Sie die Werte in festgelegten Abständen kontrollieren.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nur in seltenen Fällen, etwa bei sehr schweren Gefäßverengungen, kann ein Eingriff nötig sein, zum Beispiel eine Aufdehnung der Gefäße oder eine Bypass-Operation. Ob und wann ein solcher Eingriff sinnvoll ist, klären spezialisierte Ärztinnen und Ärzte.
Leben mit der Erkrankung
Die meiste Zeit spüren Sie nichts von Ihrem Cholesterinspiegel. Wichtig ist, die Behandlung konsequent durchzuhalten: Medikamente regelmäßig nehmen, Termine beim Arzt wahrnehmen und den Lebensstil schrittweise verbessern.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie Ihre Blutdruck- und Cholesterinwerte ernst und kümmern Sie sich aktiv darum
- Planen Sie feste Bewegungszeiten, wie Spaziergänge, Radfahren oder Schwimmen
- Kochen Sie so oft wie möglich frisch und verwenden Sie Pflanzenöle wie Raps- oder Olivenöl
- Vermeiden Sie stark verarbeitete Lebensmittel und Transfette, die in vielen Fertigprodukten, Gebäck und frittierten Speisen stecken
- Bauen Sie Entspannungsübungen wie Yoga, Atemtechniken oder autogenes Training in den Alltag ein
Ernährung und Bewegung
Empfohlen wird eine mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und Fisch. Tierische Fette aus Wurst, Käse und fettem Fleisch sollten Sie einschränken. Wichtig ist auch regelmäßiger Ausdauersport – mindestens 150 Minuten pro Woche sind ideal. Sie können die Zeit in kleinere Abschnitte aufteilen, etwa dreimal 20 Minuten an verschiedenen Tagen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose erhöhter Cholesterinwerte kann verunsichern und Angst vor Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen. Das ist verständlich. Sprechen Sie über Ihre Sorgen – mit Ihrem Arzt, Ihrer Familie oder einer psychologischen Beratungsstelle. Das hilft, den Alltag gelassener zu bewältigen.
Vorbeugung
Eine gesunde Lebensweise kann hohe Cholesterinwerte verhindern oder zumindest deutlich hinauszögern. Auch bei erblicher Belastung kann man das Risiko für Folgeerkrankungen durch frühzeitige Vorbeugung und Behandlung senken.
Impfungen
Gegen erhöhte Cholesterinwerte selbst gibt es keine Impfung. Allerdings sind Impfungen gegen Grippe und COVID-19 wichtig, denn diese Infektionen können das Herz-Kreislauf-System stark belasten.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland können Sie im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung (Check-up) ab 35 Jahren Ihre Cholesterinwerte beim Hausarzt bestimmen lassen. Bei familiärer Vorbelastung oder anderen Risikofaktoren kann eine frühere Untersuchung sinnvoll sein – sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt – ein plötzlicher Verschluss eines Herzkranzgefäßes
- Schlaganfall – eine Durchblutungsstörung im Gehirn
- Durchblutungsstörungen der Beine (Schaufensterkrankheit), bei denen Gehen Schmerzen in den Waden verursacht
- Verengung der Halsschlagadern, was das Schlaganfallrisiko erhöht
- Nierenschäden durch verengte Nierenarterien
Langzeitprognose
Mit modernen Behandlungen und einem gesunden Lebensstil lässt sich das Risiko für Komplikationen deutlich senken. Viele Menschen führen über viele Jahre ein aktives und erfülltes Leben. Es lohnt sich, die eigenen Werte im Blick zu behalten und auf den Körper zu achten.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.