Durchblutung und Familienleben
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Unter Durchblutung versteht man den Fluss des Blutes durch den Körper. Das Blut transportiert Sauerstoff und Nährstoffe in alle Organe. Wenn die Durchblutung nicht gut funktioniert, können Beschwerden wie kalte Füße oder schwere Beine auftreten. In einer Familie betrifft das alle Altersgruppen – vom Kind bis zu den Großeltern. Dieser Artikel erklärt, wie Sie die Durchblutung in Ihrer Familie fördern und Probleme früh erkennen können.
Wichtige Fakten
- Ein gesunder Blutkreislauf versorgt alle Körperteile mit Sauerstoff und Nährstoffen.
- Regelmäßige Bewegung ist das beste Mittel, um die Durchblutung zu fördern.
- Durchblutungsstörungen können sich durch Kribbeln, kalte Gliedmaßen oder Müdigkeit bemerkbar machen.
Durchblutungsstörungen sind in Deutschland weit verbreitet. Besonders mit zunehmendem Alter und bei Bewegungsmangel treten sie häufiger auf. Viele Erwachsene kennen zum Beispiel schwere Beine oder kalte Zehen.
Betroffen sind alle Altersgruppen: Kinder und Jugendliche haben meist nur kurzzeitige Beschwerden, etwa beim schnellen Aufstehen. Erwachsene und ältere Menschen haben dagegen ein höheres Risiko für ernsthafte Gefäßerkrankungen, zum Beispiel durch Ablagerungen in den Gefäßen.
Symptome
- Rufen Sie sofort die 112 an, wenn eines dieser Zeichen auftritt:
- Starke Schmerzen oder Engegefühl in der Brust
- Plötzliche Atemnot ohne erkennbaren Grund
- Halbseitige Lähmung oder Taubheit im Gesicht oder Körper
- Plötzliche Sprach- oder Sehstörungen
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag eine ärztliche Praxis auf, wenn:
- ⚠Anhaltender Schwindel mit Erbrechen auftritt
- ⚠Ein Bein plötzlich anschwillt, kalt wird und stark schmerzt
- ⚠Eine neue, unerklärliche Schwellung mit roten Streifen an einem Bein entsteht
- ⚠Wunden an den Füßen nicht heilen oder sich dunkel verfärben
Häufige Symptome
- Kalte Hände oder Füße
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Beinen
- Schwere oder müde Beine, besonders am Abend
- Geschwollene Knöchel oder Füße
- Blasse oder bläuliche Haut an den Zehen
- Krämpfe in den Waden bei Belastung
Symptome bei Kindern
- Schwindel beim schnellen Aufstehen
- Müdigkeit und Unwohlsein bei langem Stehen
- Kribbeln in den Beinen nach langem Sitzen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schmerzen in den Beinen beim Gehen, die nach einer Pause nachlassen
- Schlecht heilende Wunden an den Füßen
- Kalte Füße auch in warmen Räumen
- Vergesslichkeit oder Konzentrationsprobleme bei verengten Gefäßen im Kopf
Ursachen
Hauptursachen
- Ablagerungen in den Blutgefäßen, auch Arteriosklerose genannt
- Blutgerinnsel, die ein Gefäß verschließen
- Hoher Blutdruck, der die Gefäßwände schädigt
- Diabetes mellitus, der kleine Gefäße angreift
- Zu wenig Bewegung und langes Sitzen
Risikofaktoren
- Rauchen
- Übergewicht
- Hohe Blutfettwerte
- Hoher Blutdruck
- Zuckerkrankheit
- Familienvorbelastung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Hohes Alter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie wiederholt Schmerzen im Brustkorb spüren
- Wenn ein Bein plötzlich anschwillt, kalt wird und stark schmerzt
- Wenn eine Wunde am Fuß nicht abheilt oder sich dunkel verfärbt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie dauerhaft kalte oder kribbelnde Füße haben
- Wenn Ihre Beine bei Belastung schmerzen, sich in Ruhe aber bessern
- Wenn Sie sich müde und leistungsschwach fühlen, ohne erkennbaren Grund
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Symptomen, Ihrer Krankengeschichte und den Gewohnheiten in der Familie. Danach folgt eine körperliche Untersuchung: Puls an den Beinen und Füßen, Blutdruckmessung und Abhören des Herzens.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung (zum Beispiel Blutzucker und Blutfette)
- Ultraschall der Gefäße (Duplexsonografie)
- Puls- und Blutdruckmessung an Arm und Bein
- Elektrokardiogramm (EKG) zur Prüfung der Herzfunktion
- Bei Verdacht auf verengte Herzkranzgefäße eine Herzkatheteruntersuchung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei und dauern zwischen einigen Minuten und einer Stunde. Sie bekommen danach eine verständliche Erklärung der Ergebnisse und – wenn nötig – einen Behandlungsplan.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache und der Schwere der Durchblutungsstörung ab. Im Mittelpunkt stehen immer ein gesunder Lebensstil und die Behandlung von Grunderkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes. Dabei orientieren sich die Ärztinnen und Ärzte an den aktuellen Leitlinien der AWMF.
Selbsthilfe zu Hause
- Bewegen Sie sich regelmäßig, am besten mindestens 20 bis 30 Minuten pro Tag
- Vermeiden Sie langes Sitzen und Stehen – machen Sie kleine Bewegungspausen
- Lagern Sie bei geschwollenen Beinen die Füße hoch
- Verzichten Sie aufs Rauchen
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse
Medizinische Behandlungen
Der Arzt oder die Ärztin kann Medikamente verschreiben, die den Blutdruck senken, den Blutzucker einstellen oder die Blutgerinnung beeinflussen. Diese Behandlung wird individuell auf Sie abgestimmt. Auch ein medizinisches Gefäßtraining, zum Beispiel Gehtraining, gehört oft dazu.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei verengten oder verschlossenen Gefäßen kann ein Eingriff nötig sein, etwa um das Gefäß wieder zu öffnen oder eine Umleitung (Bypass) zu schaffen. Solche Entscheidungen bespricht das Ärzteteam ausführlich mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Durchblutungsstörung ist der Alltag gut machbar, wenn Sie kleine Veränderungen einbauen. Planen Sie feste Zeiten für Spaziergänge, tragen Sie bequemes Schuhwerk und gönnen Sie sich Pausen, in denen Sie die Beine hochlegen.
Tipps für den Alltag
- Bewegungsroutinen in die Woche einbauen, zum Beispiel Familienausflüge zu Fuß oder mit dem Fahrrad
- Treppensteigen statt Aufzug
- Vor dem Fernseher die Füße kreisen und Waden dehnen
- Ausreichend trinken und auf größere Mengen Alkohol verzichten
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung enthält viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und gesunde Fette aus Nüssen oder Pflanzenölen. Bewegung ist genauso wichtig: Schon regelmäßiges zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen verbessert die Durchblutung spürbar.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Durchblutungsstörung kann Ängste und Sorgen auslösen – zum Beispiel die Angst vor einem Schlaganfall oder vor körperlichen Einschränkungen. Es hilft, offen in der Familie darüber zu sprechen. Wenn die Belastung zu groß wird, suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Sie können auch helfen, eine psychologische Beratung zu vermitteln.
Vorbeugung
Viele Durchblutungsstörungen lassen sich verhindern oder hinauszögern. Das Wichtigste ist ein gesunder Lebensstil: nicht rauchen, sich regelmäßig bewegen und auf ein gesundes Körpergewicht achten. Auch die Behandlung von Bluthochdruck und Zuckerkrankheit gehört dazu.
Impfungen
Schutzimpfungen, zum Beispiel gegen Grippe, können vor schweren Krankheitsverläufen schützen, die das Herz zusätzlich belasten. Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt berät Sie, welche Impfung für Sie sinnvoll ist.
Früherkennungsprogramme
Ab 35 Jahren haben Sie im Rahmen des Gesundheits-Check-ups in der Hausarztpraxis Anspruch auf eine Untersuchung, die auch Blutdruck und Blutfette berücksichtigt. Lassen Sie diese Vorsorge in Anspruch nehmen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei einer Gefäßverengung in den Beinen können Wunden entstehen, die kaum heilen
- Ein Blutgerinnsel kann sich lösen und eine Lungenembolie auslösen
- Eine unbehandelte Herzerkrankung kann zu einer Herzschwäche führen
- Im Gehirn können Durchblutungsstörungen einen Schlaganfall verursachen
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und gesunden Gewohnheiten bleiben viele Gefäße stabil. Typische Beschwerden wie schwere Beine oder Kribbeln können sich deutlich bessern. Auch nach Eingriffen sind die Chancen auf ein beschwerdearmes Leben heute gut – im Alltag und in der Familie.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.