Ernährung für eine gesunde Durchblutung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Der Begriff „Durchblutung“ beschreibt, wie gut das Blut durch Ihre Blutgefäße fließt. Eine gesunde Ernährung kann dazu beitragen, die Blutgefäße zu schützen und den Fluss zu verbessern – zum Beispiel, indem sie die Gefäßwände elastisch hält und Ablagerungen verhindert.
Wichtige Fakten
- Bereits 30 Minuten Bewegung pro Tag unterstützen die Durchblutung.
- Eine ausgewogene Ernährung mit viel Ballaststoffen senkt das Risiko für Gefäßablagerungen.
- Ausreichend Trinken von Wasser oder ungesüßtem Tee hält das Blut besser flüssig.
Ja, viele Menschen in Deutschland haben Risikofaktoren, die die Durchblutung beeinträchtigen können – zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Blutfette.
Sie kann in jedem Lebensalter auftreten, wird aber mit zunehmendem Alter häufiger. Besonders betroffen sind Menschen, die rauchen, sich wenig bewegen, übergewichtig sind oder unter Diabetes beziehungsweise Bluthochdruck leiden.
Symptome
- Plötzlich auftretende starke Schmerzen oder Engegefühl in der Brust, die länger als fünf Minuten anhalten
- Plötzliche Schwäche, Taubheit oder Lähmung in Gesicht, Arm oder Bein – besonders einseitig
- Plötzliche Sprach- oder Verständnisstörungen
- Plötzlicher, sehr starker Schwindel mit Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit
- Ein blasses, kaltes und schmerzendes Bein innerhalb kurzer Zeit
- ⚠Starke, wiederkehrende Beinschmerzen auch bei Belastung
- ⚠Offene oder nässende Wunden an den Füßen, die nicht heilen
- ⚠Rötung, Schwellung und Überwärmung eines Beins (mögliches Zeichen einer Thrombose)
- ⚠Sehstörungen oder kurze Aussetzer des Sehens auf einem Auge
Häufige Symptome
- Kalte Hände und Füße, auch bei normalen Temperaturen
- Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Fingern, Zehen, Armen oder Beinen
- Schmerzen oder Krämpfe in den Waden beim Gehen
- Müde, schwere Beine, besonders am Abend
- Blasse, gerötete oder bläuliche Haut an den Gliedmaßen
Symptome bei Kindern
- Sehr selten; wenn vorhanden, oft als deutliche Blässe oder blaurotes Hautbild an Händen und Füßen
- Häufig sind angeborene Gefäßfehler die Ursache – bei Auffälligkeiten bitte zeitnah ärztlich abklären lassen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Zunehmende Schwäche oder Schmerzen in den Beinen beim Gehen
- Schlecht heilende Wunden an Füßen oder Unterschenkeln
- Schwindelgefühl oder Gleichgewichtsprobleme
- Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen (bei verengten Halsschlagadern)
Ursachen
Hauptursachen
- Arteriosklerose: Ablagerungen (Plaques) verengen die Arterien und erschweren den Blutfluss.
- Blutgerinnsel (Thrombose): Ein Gerinnsel kann ein Gefäß plötzlich verschließen.
- Krampfadern: Erweiterte Venen können den Rücktransport des Blutes zum Herzen stören.
- Gefäßentzündungen oder andere Erkrankungen, die die Gefäßwand angreifen.
Risikofaktoren
- Rauchen oder Passivrauchen
- Bewegungsmangel
- Übergewicht, besonders ein großer Bauchumfang
- Ungesunde Ernährung mit viel Salz, Zucker und schlechten Fetten
- Bluthochdruck
- Erhöhte Blutfettwerte (LDL-Cholesterin, Triglyceride)
- Diabetes mellitus
- Stress und Schlafmangel
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Rufen Sie sofort die 112, wenn Sie Zeichen eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts bemerken (siehe oben).
- Wenn ein Bein plötzlich kalt, blass und schmerzhaft wird, ist dies ein Notfall – rufen Sie ebenfalls die 112.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wiederholt Beinschmerzen beim Gehen haben.
- Wenn kalte Füße oder Kribbeln über einen längeren Zeitraum auftreten.
- Wenn Sie Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Blutfette haben – zur Kontrolle und Beratung.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt wird Sie zunächst nach Ihren Beschwerden, Ihrem Lebensstil und möglichen Risikofaktoren fragen. Danach folgen in der Regel ein Blutdruckcheck, das Abtasten der Pulse und eine Ultraschalluntersuchung der Gefäße.
Mögliche Untersuchungen
- Messung des Blutdrucks an Armen und Beinen (Knöchel-Arm-Index)
- Ultraschall der Gefäße mit Doppler-Sonographie
- Blutuntersuchung auf Cholesterin, Blutzucker und Entzündungswerte
- Bei Bedarf eine Gefäßdarstellung (Angiographie) im Krankenhaus
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern nur wenige Minuten. Sie werden dabei liegend oder sitzend untersucht. Ihre Werte werden besprochen; wenn nötig, überweist man Sie zu Fachärztinnen und -ärzten.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Schweregrad der Durchblutungsstörung. Grundlage sind immer eine Umstellung auf einen gesunden Lebensstil, ausreichend Bewegung und eine angepasste Ernährung. Je nach Situation kann eine medikamentöse Therapie oder ein Gefäßeingriff sinnvoll sein.
Selbsthilfe zu Hause
- Mit dem Rauchen aufhören – Unterstützung bietet zum Beispiel Ihre Hausarztpraxis.
- Regelmäßige Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen – langsam steigern.
- Gesund essen: viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und gesunde Öle (z. B. Raps- oder Olivenöl).
- Genügend trinken: etwa 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag – falls die Ärztin oder der Arzt nichts anderes rät.
- Stress reduzieren durch Entspannungsübungen, Yoga oder autogenes Training.
- Bei Krampfadern: Beine hochlegen und regelmäßig die Fuß- und Wadenmuskulatur bewegen.
Medizinische Behandlungen
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen Medikamente verschreiben, die zum Beispiel den Blutdruck senken, die Blutfettwerte verbessern oder die Bildung von Blutgerinnseln beeinflussen. Zusätzlich gibt es nicht-medikamentöse Ansätze wie ein kontrolliertes Gehtraining. Welche Behandlung für Sie die richtige ist, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn eine Gefäßverengung sehr stark ist oder akut die Blutversorgung bedroht, kann ein Eingriff wie eine Gefäßerweiterung (perkutane transluminale Angioplastie) oder ein Bypass erforderlich sein. Diese Verfahren werden von spezialisierten Gefäßchirurgen durchgeführt.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Durchblutungsstörung können Sie gut leben, wenn Sie aktiv werden. Planen Sie feste Zeiten für Bewegung und achten Sie auf Ihre Füße: Kontrollieren Sie die Füße täglich auf kleine Verletzungen oder Druckstellen, besonders bei Diabetes oder schlechtem Wundheilungsvermögen.
Tipps für den Alltag
- Auf das Rauchen verzichten
- Bewegung in den Alltag einbauen, z. B. Treppen statt Aufzug
- Übergewicht abbauen – schon fünf bis zehn Prozent Gewichtsverlust können helfen
- Stress aktiv abbauen
- Alkohol nur in Maßen trinken, besser vermeiden
Ernährung und Bewegung
Ernähren Sie sich bunt und pflanzlich: Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen. Fisch und hochwertige Pflanzenöle sind ebenfalls empfehlenswert. Reduzieren Sie Salz, Zucker und gesättigte Fette aus Wurstwaren, fettem Käse und Fertigprodukten. Bewegen Sie sich mindestens fünfmal pro Woche 30 Minuten – zum Beispiel zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen oder Gymnastik. Hören Sie auf Ihren Körper und steigern Sie langsam.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine chronische Erkrankung kann seelisch belasten. Es ist völlig normal, sich Sorgen zu machen oder manchmal niedergeschlagen zu sein. Sprechen Sie darüber und suchen Sie sich Unterstützung – bei der Familie, in Selbsthilfegruppen oder bei Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt. Wenn Sie in einer akuten Krise sind oder Gedanken an Selbstverletzung haben, wenden Sie sich sofort an die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder rufen Sie die 112.
Vorbeugung
Viele Durchblutungsstörungen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil verhindern oder zumindest hinauszögern. Die wichtigsten Faktoren sind: Nichtrauchen, regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, normaler Blutdruck und normale Blutzuckerwerte.
Impfungen
Impfungen können dazu beitragen, schwere Infektionen zu vermeiden, die das Herz-Kreislauf-System belasten. Eine Grippeimpfung wird insbesondere für ältere Menschen und Personen mit Grunderkrankungen empfohlen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren Anspruch auf einen Gesundheitscheck („Check-up 35“). Dabei werden Blutdruck, Blutzucker und Blutfette gemessen. Fragen Sie in Ihrer Hausarztpraxis nach dem nächsten Termin.
Komplikationen
Unbehandelt
- Akuter Gefäßverschluss, der zu starken Schmerzen und Gewebeuntergang führen kann
- Schlecht heilende Wunden bis hin zu offenen Beinen (Ulcus cruris)
- Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall
Langzeitprognose
Mit einer frühen Behandlung und einem gesunden Lebensstil lässt sich das Fortschreiten einer Durchblutungsstörung meist aufhalten oder zumindest verlangsamen. Es gibt viele wirksame Behandlungen, sodass die Aussichten heute deutlich besser sind als früher. Auch wenn Sie bereits Beschwerden haben: Eine Umstellung von Ernährung und Bewegung lohnt sich in jedem Alter.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.