Ernährung bei Wassereinlagerungen (Ödemen) – Tipps für Herz und Kreislauf
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Ödem ist eine Schwellung, weil sich Flüssigkeit im Gewebe ansammelt. Das passiert zum Beispiel, wenn das Herz nicht stark genug pumpt oder die Venen geschwächt sind. Dann staut sich Flüssigkeit in den Beinen, Knöcheln oder anderen Körperteilen. Die richtige Ernährung kann helfen, die Beschwerden zu lindern.
Wichtige Fakten
- Ödeme entstehen durch Flüssigkeitsansammlung im Gewebe.
- Salz bindet Wasser im Körper. Weniger Salz kann Schwellungen verringern.
- Die Trinkmenge spielt eine Rolle – aber nur nach ärztlicher Anweisung anpassen, nicht eigenmächtig.
Ja, Wassereinlagerungen sind häufig, besonders bei Menschen mit Herzschwäche oder Venenschwäche.
Besonders betroffen sind ältere Menschen, Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Menschen, die viel sitzen oder stehen. Auch Schwangere können Wassereinlagerungen bekommen.
Symptome
- Plötzlich starke Atemnot – sofort die 112 rufen
- Schmerzen im Brustbereich
- Schnelle Zunahme der Schwellung oder Gewichtszunahme – zum Beispiel mehr als 2 kg über Nacht
- Husten mit schaumigem Auswurf
- ⚠Zunehmende Schwellung nur an einem Bein – möglicherweise eine Thrombose
- ⚠Fieber mit Schwellung und Rötung
- ⚠Schwellung im Gesicht oder an den Lippen
- ⚠Weniger Urin als normal
Häufige Symptome
- Schwellung an Knöcheln oder Unterschenkeln
- Schwere und müde Beine
- Haut glänzt oder spannt
- Eindrückbare Delle nach Druck (Fingerprobe)
- Zunahme des Körpergewichts in kurzer Zeit
Symptome bei Kindern
- Seltener; wenn Kinder Ödeme haben, zum Beispiel geschwollene Augenlider oder ein aufgedunsenes Gesicht, sollte das immer ärztlich abgeklärt werden.
- Auch wenig Urin oder dunkler Urin können bei Kindern ein Zeichen sein.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schwellungen an Füßen und Beinen durch nachlassende Venenfunktion oder Herzschwäche
- Langsam zunehmende Ödeme – oft auch nach langem Sitzen vorhanden
Ursachen
Hauptursachen
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Das Herz pumpt nicht kräftig genug.
- Venenschwäche: Venen transportieren Blut nicht gut zurück zum Herzen.
- Nieren- oder Lebererkrankungen können ebenfalls Ödeme verursachen.
- Bestimmte Medikamente als Nebenwirkung – fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder in der Apotheke.
Risikofaktoren
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Hoher Blutdruck
- Bewegungsmangel, langes Sitzen oder Stehen
- Salzreiche Ernährung
- Alter
- Übergewicht
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Atemnot nicht zögern: sofort die 112 anrufen.
- Wenn nur ein Bein anschwillt und zusätzlich Schmerzen oder Rötung auftreten, sofort ärztliche Hilfe holen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Schwellungen länger als ein paar Tage bestehen
- Wenn Sie unklar an Gewicht zunehmen
- Wenn Sie eine Herz-Kreislauf-Erkrankung haben und neue Ödeme bemerken
- Vor einer geplanten Ernährungsumstellung bei Ödemen
Diagnose
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fragt nach Ihren Beschwerden, tastet die Schwellungen ab, hört Herz und Lunge ab und prüft, ob sich eine Delle eindrücken lässt. Sie orientieren sich dabei an aktuellen Leitlinien – zum Beispiel der AWMF.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung mit Abtasten und Abhören
- Blutuntersuchung
- Ultraschall des Herzens oder der Venen
- Urinuntersuchung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei. Falls nötig, überweist die Ärztin oder der Arzt Sie zur weiteren Diagnostik an eine Fachpraxis oder in eine Klinik.
Behandlung
Die Behandlung eines Ödems richtet sich nach der Ursache. Bei Herz- und Kreislauferkrankungen gehören eine angepasste Ernährung, moderate Bewegung und – falls ärztlich verordnet – Medikamente zur Entwässerung dazu. Wichtig: Passen Sie Ihre Trinkmenge oder Medikamente nie eigenmächtig an.
Selbsthilfe zu Hause
- Beine hochlegen – das erleichtert den Rückfluss des Bluts.
- Kompressionsstrümpfe tragen, wenn sie verordnet wurden.
- Salz sparen: weniger Wurst, Käse, Fertiggerichte und Knabbereien.
- Auf Alkohol verzichten oder stark einschränken.
- Regelmäßige Bewegung in Absprache mit dem Arzt. Geeignet sind Spaziergänge oder leichtes Radfahren.
- Nicht lange sitzen oder stehen – öfter aufstehen und die Füße bewegen.
Medizinische Behandlungen
Ärztinnen und Ärzte können Entwässerungsmedikamente (Diuretika) verordnen, die vermehrt Urin bilden. Die Auswahl und Dosierung hängt von der Ursache, dem Allgemeinzustand und den Begleiterkrankungen ab. Auch Medikamente zur Stärkung des Herzens können infrage kommen – die Entscheidung trifft Ihr Behandlungsteam.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur bei bestimmten Venenleiden oder Herzklappenproblemen nötig – nicht bei jeder Wassereinlagerung. Das besprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam.
Leben mit der Erkrankung
Mit Ödemen kann man gut leben, wenn man die Ursache behandeln lässt. Wichtig sind eine bewusste Ernährung, ausreichend Bewegung im Alltag und regelmäßige Kontrolltermine. Wiegen Sie sich am besten jeden Morgen zur gleichen Zeit – eine rasche Gewichtszunahme kann auf Flüssigkeitsansammlungen hinweisen.
Tipps für den Alltag
- Täglich auf die Waage stellen und Gewicht notieren
- Salzarme, frische Küche – selbst kochen statt Fertigprodukte
- Flüssigkeit nur in der ärztlich empfohlenen Menge trinken
- Stress vermeiden und Entspannung einplanen
- Mit dem Rauchen aufhören
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz, viel Gemüse und Obst sowie ausreichend Eiweiß unterstützt das Herz. Empfehlenswert sind zum Beispiel Kartoffeln, Reis, frische Kräuter zum Würzen statt Salz und ungesalzene Nüsse. Bei der Bewegung sind Spaziergänge oder Wassergymnastik sanft zu Herz und Venen. Fragen Sie Ihr Behandlungsteam, wie viel Flüssigkeit und Bewegung für Sie persönlich ideal sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Schwellungen und die notwendigen Einschränkungen können belasten. Es ist normal, sich manchmal unsicher oder niedergeschlagen zu fühlen. Sprechen Sie darüber – mit Angehörigen oder einer psychologischen Beratungsstelle. Wenn Sie sich stark belastet fühlen, kann auch die Telefonseelsorge helfen – die kostenlosen Rufnummern finden Sie im Internet oder im Telefonbuch.
Vorbeugung
Nicht immer, denn die Ursachen wie Herzschwäche sind oft mehrschichtig. Durch einen herzgesunden Lebensstil mit wenig Salz, viel Bewegung und Normalgewicht lassen sich Wassereinlagerungen aber oft hinauszögern oder abmildern.
Impfungen
Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden die Grippeimpfung und gegebenenfalls eine Pneumokokken-Impfnach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen. Sprechen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt darauf an.
Früherkennungsprogramme
Eine regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks und der Herzfunktion ist besonders wichtig – zum Beispiel im Rahmen des Check-ups beim Hausarzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Schwellungen können zunehmen und die Haut schädigen.
- Die Beweglichkeit wird eingeschränkt.
- Unbehandelt kann sich bei Herzschwäche eine akute Verschlechterung entwickeln – zum Beispiel eine Lungenstauung mit Atemnot.
- Bei einer Venenthrombose besteht die Gefahr einer Lungenembolie.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und einem angepassten Lebensstil lassen sich Ödeme meist gut unter Kontrolle bringen. Die meisten Menschen können ihren Alltag weitgehend selbstständig gestalten. Wichtig ist, dass Sie Ihren Körper beobachten, sich behandeln lassen und bei Veränderungen frühzeitig ärztlichen Rat holen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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