Wassereinlagerungen (Ödeme) und Bewegung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ödeme sind Schwellungen im Körper, weil sich zu viel Flüssigkeit im Gewebe ansammelt. Das passiert oft in den Beinen, Knöcheln oder Füßen.
Wichtige Fakten
- Ödeme sind ein Zeichen, dass der Körper zu viel Wasser im Gewebe speichert.
- Bei Herzerkrankungen kann das Herz nicht mehr stark genug pumpen, sodass sich Blut und Flüssigkeit in den Beinen stauen.
- Bewegung hilft, das Blut wieder in Richtung Herz zu bringen – aber nur in einem Tempo, das zu Ihrer Belastbarkeit passt.
Ja, Ödeme kommen häufig vor. Sie treten besonders bei Menschen mit Herzschwäche, Venenschwäche oder Nierenerkrankungen auf – aber auch bei gesunden Menschen nach langem Sitzen oder Stehen.
Vor allem ältere Menschen, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewichtige sowie Frauen in der Schwangerschaft können Wassereinlagerungen bekommen. Aber auch wer viel sitzt oder steht, kann betroffen sein.
Symptome
- Plötzliche, starke Atemnot oder das Gefühl zu ersticken
- Starke Schmerzen im Brustkorb, die in den Arm, den oberen Bauch oder den Kiefer ausstrahlen
- Ohnmacht oder starkes Schwindelgefühl mit Herzrasen
- ⚠Die Schwellung nimmt innerhalb weniger Stunden deutlich zu
- ⚠Nur ein Bein ist schmerzhaft geschwollen und heiß – das kann auf eine Thrombose hinweisen
- ⚠Sie nehmen innerhalb von zwei bis drei Tagen mehr als zwei Kilogramm zu
- ⚠Die Schwellung geht mit Fieber einher
Häufige Symptome
- Schwere, müde oder gespannte Beine
- Schwellungen, die beim Draufdrücken eine Delle hinterlassen
- Enge Schuhe oder Strümpfe, die plötzlich nicht mehr passen
- Gewichtszunahme innerhalb weniger Tage
- Haut ist glänzend oder gespannt
Symptome bei Kindern
- Wassereinlagerungen sind bei Kindern selten. Wenn ein Kind plötzlich geschwollene Augenlider, Knöchel oder Hände bekommt, soll es ärztlich untersucht werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind die Schwellungen oft stärker und die Haut ist anfälliger für Verletzungen.
- Schwere Beine können die Sturzgefahr erhöhen.
- Manche ältere Menschen verwechseln Ödeme mit normalen Alterungserscheinungen – ein Arztbesuch ist wichtig.
Ursachen
Hauptursachen
- Herzschwäche: Das Herz pumpt nicht kräftig genug, das Blut staut sich in den Beinen und drückt Flüssigkeit ins Gewebe.
- Venenschwäche: Die Venenklappen arbeiten nicht mehr richtig, das Blut fließt zurück und staut sich.
- Langes Stehen oder Sitzen, vor allem bei großer Wärme.
- Bestimmte Medikamente können Wassereinlagerungen begünstigen.
Risikofaktoren
- Alter über 65 Jahre
- Bluthochdruck
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Schwangerschaft
- Herz- oder Nierenerkrankungen in der Vorgeschichte
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Schwellung plötzlich auftritt oder sehr stark wird
- Wenn Sie dabei Atemnot bekommen
- Wenn nur ein Bein geschwollen, heiß und schmerzhaft ist
- Wenn die Schwellung mit Fieber einhergeht
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Schwellungen immer wieder kommen
- Wenn Sie sich bei leichten Aktivitäten schnell erschöpft fühlen
- Wenn Sie eine Herzerkrankung haben und neue Ödeme bemerken
- Bevor Sie ein neues Bewegungsprogramm beginnen, fragen Sie Ihren Arzt, was für Sie sicher ist
Diagnose
Der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden, nimmt Sie gründlich unter die Lupe und drückt auf die geschwollenen Stellen. Er orientiert sich dabei an medizinischen Leitlinien, die in Deutschland von der AWMF herausgegeben werden.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung – sie zeigt, wie gut die Nieren und andere Organe arbeiten
- Ultraschall des Herzens (Echokardiografie) – er macht die Pumpkraft des Herzens sichtbar
- Ultraschall der Beinvenen – er erkennt Venenschwäche oder ein Blutgerinnsel
- Urintest – er zeigt, ob Eiweiß oder andere Stoffe im Urin auf eine Nierenerkrankung hindeuten
- Röntgen der Lunge, wenn der Verdacht auf Wasser in der Lunge besteht
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt möchte wissen: Seit wann haben Sie die Schwellung? Kommt sie morgens oder abends? Haben Sie Atemnot? Welche Medikamente nehmen Sie ein? Je nach Ursache überweist er Sie an eine Fachärztin oder einen Facharzt, zum Beispiel an eine Kardiologin.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich danach, was die Ödeme verursacht. Bei Herzerkrankungen ist das Ziel, das Herz zu entlasten. Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil – aber sie muss von Ihrem Arzt abgesegnet sein. Auch die Höhe und Häufigkeit der Bewegung sind entscheidend.
Selbsthilfe zu Hause
- Beine hochlegen – die Füße sollten dabei höher als die Hüfte liegen
- Wenn Sie lange sitzen, stehen Sie jede Stunde auf und gehen Sie ein paar Schritte
- Lockere Kleidung und weite Schuhe tragen
- Körpergewicht bei Bedarf reduzieren – das entlastet die Venen
- Stützstrümpfe tragen, wenn Ihr Arzt sie empfiehlt
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen entwässernde Medikamente verschreiben. Diese helfen, überschüssige Flüssigkeit über die Nieren auszuscheiden. Welches Medikament für Sie geeignet ist und wie hoch die Dosis sein darf, entscheidet ausschließlich der Arzt. Nehmen Sie niemals auf eigene Faust entwässernde Mittel ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur bei manchen Grunderkrankungen nötig, zum Beispiel bei einer verengten Herzklappe. Die Ödeme selbst werden in der Regel nicht operiert.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie Bewegung als festen Bestandteil Ihres Tages ein. Pflegen Sie einen Rhythmus aus Gehen, Sitzen und Liegen. Wenn Sie sitzen, stellen Sie die Füße auf einen Hocker oder ein Kissen, sodass die Beine leicht erhöht sind.
Tipps für den Alltag
- Tägliche Spaziergänge mit einem ruhigen Tempo
- Radfahren auf ebener Strecke oder mit einem Heimtrainer
- Schwimmen oder Wassergymnastik – das Wasser stützt die Beine von außen
- Treppensteigen, aber nur so viele Stufen, wie Sie sich wohlfühlen, ohne außer Atem zu geraten
Ernährung und Bewegung
Essen Sie ausgewogen und sparsam mit Salz. Salz bindet Wasser im Gewebe und verstärkt Ödeme. Fertiggerichte, Wurst und Salzgebäck enthalten häufig viel Salz. Beim Sport gilt: Hören Sie auf Ihren Körper. Wenn Sie Atemnot, Schwindel oder starke Müdigkeit spüren, machen Sie eine Pause oder beenden Sie die Einheit.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Ödeme können das Selbstbild und die Stimmung belasten. Sie fühlen sich vielleicht eingeschränkt oder machen sich Sorgen um Ihr Herz. Das ist verständlich. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt – auch über Ihre seelische Verfassung. Wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen oder Gedanken an Selbstverletzung haben, suchen Sie sofort professionelle Hilfe. In Deutschland können Sie sich jederzeit an die kostenlose Telefonseelsorge wenden – die Nummer finden Sie im Internet oder im Telefonbuch.
Vorbeugung
Nicht alle Ursachen lassen sich vermeiden, aber Sie können einiges tun: Bewegen Sie sich regelmäßig, vermeiden Sie langes Stehen und einseitige Belastung, und lassen Sie Grunderkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzschwäche konsequent behandeln.
Impfungen
Für Menschen mit Herzerkrankung werden Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken empfohlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Haut an den geschwollenen Stellen kann dünn und verletzlich werden
- Es können Hautrisse entstehen, aus denen Flüssigkeit austritt – das erhöht die Infektionsgefahr
- Bewegungseinschränkungen, weil die Beine schwer und unbeweglich werden
- Bei schwerer Herzschwäche kann Wasser in die Lunge gelangen und Atemnot verursachen
Langzeitprognose
Lassen Sie sich nicht entmutigen. Mit einer guten Behandlung, einer angepassten Bewegung und der richtigen Unterstützung können Sie Ihre Beschwerden meist wirksam lindern. Auch mit einer Herzerkrankung ist ein aktives, erfülltes Leben möglich – Schritt für Schritt.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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