Augenschmerzen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Bei schweren, sich verschlechternden oder lebensbedrohlichen Symptomen sofort ärztliche Hilfe suchen.
Übersicht
Augenschmerzen sind Schmerzen oder Unbehagen im oder um das Auge herum. Sie können verschiedene Ursachen haben, von harmlosen Reizzuständen bis hin zu ernsten Erkrankungen, die sofort behandelt werden müssen.
Wichtige Fakten
- Augenschmerzen sind ein häufiges Symptom und können viele Ursachen haben.
- Nicht jeder Augenschmerz ist gefährlich, aber plötzliche oder starke Schmerzen sollten immer ärztlich abgeklärt werden.
- Bei plötzlichem Sehverlust oder Verletzungen des Auges sofort den Notruf 112 wählen.
Ja, Augenschmerzen treten häufig auf. Viele Menschen haben mindestens einmal im Leben leichte Augenschmerzen, zum Beispiel durch trockene Augen oder eine Bindehautentzündung.
Augenschmerzen können Menschen jeden Alters betreffen. Besonders gefährdet sind Personen, die viel am Bildschirm arbeiten, Kontaktlinsen tragen oder bestimmte Vorerkrankungen haben, wie Glaukom (Grüner Star) oder Augentrockenheit.
Symptome
- Plötzlicher Sehverlust auf einem oder beiden Augen
- Starke, stechende Schmerzen im Auge (z. B. bei akutem Glaukom)
- Verletzung des Auges (z. B. durch Fremdkörper, Chemikalien oder Schlag)
- Plötzliche Sehstörungen wie Blitze, Schatten oder Vorhänge im Sichtfeld
- ⚠Anhaltende, mäßige Augenschmerzen ohne Besserung
- ⚠Rötung des Auges mit Ausfluss oder verklebten Lidern
- ⚠Lichtempfindlichkeit oder Sehverschlechterung
- ⚠Augenschmerzen bei Kontaktlinsenträgern (mögliche Infektion)
Häufige Symptome
- Schmerzen oder Druckgefühl im oder um das Auge
- Rötung des Auges
- Tränenfluss oder Ausfluss
- Lichtempfindlichkeit (Photophobie)
- Verschwommenes Sehen oder Sehstörungen
- Gefühl von Fremdkörper im Auge (Sandkorngefühl)
Symptome bei Kindern
- Reiben der Augen
- Übermäßiges Blinzeln oder Zusammenkneifen der Augen
- Klagen über Kopfschmerzen
- Empfindlichkeit gegenüber hellem Licht
- Vermeiden von Aktivitäten, die die Augen anstrengen (z. B. Lesen, Fernsehen)
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schmerzen im Auge oder um das Auge herum
- Verschlechterung des Sehvermögens
- Erhöhter Augeninnendruck (z. B. bei Glaukom)
- Rötung und Schwellung (z. B. bei Augenentzündungen wie Uveitis)
- Trübung der Augenlinse (Katarakt) – selten schmerzhaft, aber oft mit Sehverschlechterung
Ursachen
Hauptursachen
- Trockene Augen (Keratoconjunctivitis sicca) – häufige Ursache für ein Sandkorngefühl und leichte Schmerzen.
- Bindehautentzündung (Konjunktivitis) – Infektion oder allergische Reaktion mit Rötung, Juckreiz und Ausfluss.
- Hornhautverletzung (Korneaabrasion) – z. B. durch einen Fremdkörper oder falsche Handhabung von Kontaktlinsen.
- Glaukom (Grüner Star) – erhöhter Augeninnendruck, der Nerven schädigen kann, oft mit plötzlichen starken Schmerzen.
- Uveitis – Entzündung der mittleren Augenhaut (Uvea), oft mit Schmerzen, Rötung und Sehverschlechterung.
- Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) – Schmerzen, die in die Augen ausstrahlen.
- Eingewachsenes Haar (Trichiasis) oder Fremdkörper im Auge.
- Überanstrengung der Augen (Asthenopie) durch langes Arbeiten am Bildschirm oder Lesen.
Risikofaktoren
- Langes Arbeiten am Computer oder Handy (Bildschirmarbeit)
- Tragen von Kontaktlinsen, besonders bei unsachgemäßer Pflege
- Trockene Raumluft oder Zugluft
- Allergien (z. B. Heuschnupfen)
- Rauchen und Passivrauchen
- Bestimmte Augenerkrankungen wie Glaukom in der Familie
- Alter >40 Jahre (erhöhtes Risiko für Glaukom und trockene Augen)
- Diabetes mellitus (erhöhtes Risiko für Netzhauterkrankungen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche, starke Augenschmerzen
- Sehverlust oder plötzliche Sehverschlechterung
- Verletzung des Auges oder Eindringen eines Fremdkörpers
- Anhaltende Schmerzen, die mit Hausmitteln nicht besser werden
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Leichte, wiederkehrende Augenschmerzen ohne akute Verschlechterung
- Trockene Augen, die regelmäßige Behandlung erfordern
- Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt, besonders wenn Risikofaktoren vorliegen (z. B. Familie mit Glaukom)
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin führt eine augenärztliche Untersuchung durch. Dazu gehören Fragen zu Ihren Beschwerden und eine gründliche Untersuchung der Augen mit speziellen Geräten.
Mögliche Untersuchungen
- Sehtest (Visusprüfung) – Überprüfung der Sehschärfe mit Buchstabentafeln
- Spaltlampenuntersuchung – Betrachtung von Hornhaut, Linse und Augeninnerem unter starker Vergrößerung
- Augeninnendruckmessung (Tonometrie) – Messung des Drucks im Auge, wichtig zur Glaukom-Früherkennung
- Augenhintergrunduntersuchung (Ophthalmoskopie) – Beurteilung von Netzhaut und Sehnerv
- Bei Verdacht auf Infektion: Abstrich vom Auge oder Tränenflüssigkeit
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei. Sie werden gebeten, auf eine Lichtquelle zu schauen, und es werden Augentropfen verwendet, um die Pupillen zu erweitern oder die Hornhaut zu betäuben. Die Untersuchung dauert meist 10 bis 30 Minuten.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache der Augenschmerzen ab. Ziel ist es, die Beschwerden zu lindern und die zugrunde liegende Erkrankung zu behandeln. Viele Augenprobleme können mit einfachen Maßnahmen oder Medikamenten (z. B. Augentropfen) behandelt werden. Bei schweren Erkrankungen wie einem akuten Glaukomanfall ist eine schnelle Behandlung notwendig, um dauerhafte Sehschäden zu vermeiden.
Selbsthilfe zu Hause
- Augen schonen – vermeiden Sie starkes Reiben der Augen
- Künstliche Tränen (tränenersetzende Augentropfen) bei trockenen Augen – nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker
- Warme Kompressen bei müden oder gereizten Augen
- Bildschirmpausen – alle 20 Minuten für 20 Sekunden in die Ferne schauen (20-20-20-Regel)
- Ausreichend Schlaf und ausgewogene Ernährung (z. B. Omega-3-Fettsäuren aus Fisch oder Leinsamen)
- Kontaktlinsen richtig pflegen und regelmäßig wechseln
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können Augentropfen oder Salben verschrieben werden, z. B. entzündungshemmende Präparate, Antibiotika bei bakteriellen Infektionen oder drucksenkende Mittel bei Glaukom. Auch orale Medikamente (Tabletten) kommen in manchen Fällen zum Einsatz. Alle Behandlungen werden von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin angepasst und sollten nicht eigenmächtig abgesetzt werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
In seltenen Fällen kann eine Operation nötig sein, z. B. bei einem fortgeschrittenen Glaukom, einem Augeninnendruck, der sich nicht mit Medikamenten senken lässt, oder bei einem Hornhautgeschwür. Auch bei einer Netzhautablösung oder schweren Verletzungen kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Augenschmerzen sind vorübergehend und lassen sich gut mit einfachen Maßnahmen in den Griff bekommen. Achten Sie auf Ihre Augengesundheit im Alltag: regelmäßige Pausen bei der Bildschirmarbeit, ausreichendes Blinzeln und eine gute Beleuchtung beim Lesen.
Tipps für den Alltag
- Schützen Sie Ihre Augen vor direkter Sonneneinstrahlung mit einer Sonnenbrille (UV-Schutz)
- Vermeiden Sie Rauchen – Rauchen erhöht das Risiko für trockene Augen und andere Augenkrankheiten
- Ausreichend Schlaf unterstützt die Regeneration der Augen
- Regelmäßige Augenuntersuchungen – besonders nach dem 40. Lebensjahr oder bei Risikofaktoren
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren (z. B. in Lachs, Leinsamen, Walnüssen) kann die Augengesundheit fördern. Bewegung an der frischen Luft hilft, die Durchblutung zu verbessern und den Augeninnendruck zu senken – fragen Sie Ihren Arzt nach geeigneten Sportarten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Augenschmerzen können belastend sein und zu Ängsten oder Schlafstörungen führen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Beschwerden, auch über psychische Belastungen. Bei Bedarf kann eine psychologische Unterstützung helfen, mit chronischen Schmerzen umzugehen.
Vorbeugung
Nicht alle Ursachen von Augenschmerzen sind vermeidbar, aber viele können durch einen gesunden Lebensstil und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen verhindert oder früh erkannt werden. Dazu gehören: ausreichendes Blinzeln, Pausen bei der Bildschirmarbeit, Schutz der Augen vor Verletzungen (z. B. Schutzbrille bei Heimwerkerarbeiten) und richtige Kontaktlinsenhygiene.
Impfungen
Es gibt keine spezifischen Impfungen gegen Augenschmerzen. Jedoch kann eine Grippeimpfung dazu beitragen, Infektionen zu vermeiden, die auch die Augen betreffen können (z. B. Viruserkrankungen).
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Augenuntersuchungen (Vorsorge) sind wichtig, besonders ab dem 40. Lebensjahr oder bei Risikofaktoren wie Diabetes oder Glaukom in der Familie. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel alle zwei Jahre eine Untersuchung auf Glaukom ab dem 40. Lebensjahr – fragen Sie Ihren Augenarzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Sehverschlechterung oder bleibender Sehverlust (z. B. bei unbehandeltem Glaukom oder Hornhautentzündung)
- Chronische Schmerzen
- Ausbreitung einer Infektion (z. B. auf die Augenhöhle oder das Gehirn – selten, aber ernst)
Langzeitprognose
Die Prognose bei Augenschmerzen ist meist sehr gut, wenn die Ursache rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Viele Augenschmerzen sind harmlos und klingen von selbst ab. Bei ernsteren Erkrankungen wie Glaukom oder Uveitis ist eine frühzeitige Behandlung entscheidend, um das Sehvermögen zu erhalten. Mit der richtigen Therapie und regelmäßigen Kontrollen können die meisten Menschen ein gutes Sehvermögen bewahren.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
- World Health Organization (WHO) – Blindness and vision impairment ↗
- International Agency for the Prevention of Blindness (IAPB) ↗
Lokale Organisationen
- Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) ↗ · Deutschland
- Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) ↗ · Deutschland
- Selbsthilfeverein: Glaukom-Selbsthilfe e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
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