Hautpilz
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Pilzinfektion der Haut (auch Dermatophytose genannt) ist eine häufige Hauterkrankung. Sie wird durch winzige Pilze verursacht, die auf der Haut, den Nägeln oder Haaren leben und dort Entzündungen und Juckreiz auslösen können.
Wichtige Fakten
- Pilzinfektionen der Haut sind weltweit verbreitet und meist gut behandelbar.
- Sie sind oft ansteckend, aber nicht bei jedem Kontakt bricht die Krankheit aus.
- Die Behandlung erfolgt in der Regel mit speziellen Cremes oder Tabletten.
Ja, Pilzinfektionen der Haut gehören zu den häufigsten Hauterkrankungen. Schätzungen zufolge ist jeder zweite Mensch mindestens einmal im Leben betroffen.
Jeder kann eine Hautpilzinfektion bekommen. Besonders häufig tritt sie bei Menschen auf, die viel schwitzen, enge Schuhe tragen, oft in Gemeinschaftsduschen gehen oder ein geschwächtes Immunsystem haben, etwa bei Diabetes oder nach einer Chemotherapie.
Symptome
- Wenn sich der Ausschlag plötzlich ausbreitet und mit starken Schmerzen, Fieber oder Eiterbildung einhergeht – das kann auf eine zusätzliche bakterielle Infektion hindeuten. Rufen Sie sofort den Notruf 112.
- ⚠Wenn der Ausschlag trotz einer Woche Selbstpflege nicht besser wird oder sich verschlimmert.
- ⚠Wenn Sie zusätzlich Fieber, Schüttelfrost oder starke Schmerzen haben.
Häufige Symptome
- Juckender, roter oder schuppiger Ausschlag
- Runde oder ovale Flecken mit schuppigem Rand
- Risse in der Haut, besonders zwischen den Zehen
- Bläschen oder nässende Stellen
- Verdickte, verfärbte oder brüchige Nägel bei Nagelpilz
Symptome bei Kindern
- Bei Kleinkindern häufig im Windelbereich als rote, schuppige Stellen
- Auf der Kopfhaut: schuppige Stellen mit Haarausfall
- An den Händen oder Füßen: juckende Bläschen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Trockene, rissige Haut, besonders an den Füßen (Fußpilz)
- Infektionen in Hautfalten (z. B. Leisten, unter der Brust)
- Oft begleitende Nagelpilzinfektionen
Ursachen
Hauptursachen
- Verschiedene Pilzarten (Dermatophyten, Hefepilze), die auf der Haut leben können.
- Direkter Hautkontakt mit einer infizierten Person oder einem infizierten Tier.
- Kontakt mit feuchten Oberflächen (wie in Schwimmbädern, Duschen, Umkleideräumen), auf denen Pilze lange überleben.
- Weitergabe über gemeinsam genutzte Handtücher, Bettwäsche oder Kleidung.
Risikofaktoren
- Starkes Schwitzen oder feuchte Haut (z. B. nach dem Sport)
- Enge, nicht atmungsaktive Schuhe oder Kleidung
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Medikamente, Krankheiten wie Diabetes)
- Hautverletzungen oder Ekzeme
- Häufiger Aufenthalt in Gemeinschaftseinrichtungen (Sportvereine, Schwimmbäder, Saunen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn der Ausschlag sich über mehrere Körperstellen ausbreitet.
- Wenn Sie Fieber, Schüttelfrost oder starke Schmerzen haben.
- Wenn die Haut stark nässend oder eitrig wird.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn der Juckreiz oder Ausschlag länger als zwei Wochen anhält oder immer wieder kommt.
- Wenn Sie sich unsicher sind, ob es sich um einen Pilz handelt.
- Wenn enge Familienmitglieder ähnliche Symptome zeigen.
- Wenn die Nägel betroffen sind (Verdickung, Verfärbung).
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin wird sich die Haut genau ansehen und Sie nach Ihren Beschwerden fragen. Meist reicht das schon für eine erste Einschätzung. Um sicherzugehen, kann eine kleine Hautprobe entnommen werden.
Mögliche Untersuchungen
- Hautabschabung: Mit einem Skalpell werden vorsichtig ein paar Hautschuppen abgetragen.
- Mikroskopische Untersuchung: Die Schuppen werden unter dem Mikroskop auf Pilze untersucht.
- Pilzkultur: Die Probe wird auf einem Nährboden angelegt, um die Pilzart zu bestimmen.
- Wood-Licht-Untersuchung: Unter UV-Licht leuchten manche Pilze gelb-grün auf.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Die Ergebnisse der Mikroskopie liegen oft sofort vor. Die Pilzkultur kann bis zu zwei Wochen dauern, ist aber für die gezielte Behandlung wichtig. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen genau erklären, was er oder sie tut.
Behandlung
Die Behandlung einer Hautpilzinfektion erfolgt in der Regel mit speziellen Arzneimitteln, die die Pilze abtöten oder ihr Wachstum hemmen. Meist werden Cremes, Salben oder Sprays direkt auf die betroffene Haut aufgetragen. Bei schweren oder weit verbreiteten Infektionen oder bei Nagel- oder Kopfhautbefall kann auch eine Behandlung mit Tabletten nötig sein. Die Dauer der Behandlung richtet sich nach der Art und dem Ort der Infektion.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie die betroffenen Hautstellen trocken und sauber.
- Tragen Sie locker sitzende, atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle.
- Wechseln Sie täglich Socken und Unterwäsche.
- Vermeiden Sie es, an den Stellen zu kratzen, um eine Verschlimmerung zu vermeiden.
- Trocknen Sie sich nach dem Duschen gründlich ab, auch zwischen den Zehen.
- Desinfizieren Sie Duschkabinen und Fußböden regelmäßig.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen ein für Ihre Pilzart und Körperstelle geeignetes Präparat verschreiben. Dies sind meist Cremes, Salben oder Sprays, die Sie ein- bis zweimal täglich über mehrere Wochen anwenden. Bei Nagelpilz oder hartnäckigen Infektionen können auch Tabletten zum Einnehmen verordnet werden. Wichtig: Auch wenn die Beschwerden nachlassen, sollten Sie die Behandlung wie verordnet zu Ende führen, um einen Rückfall zu vermeiden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist zur Behandlung einer gewöhnlichen Hautpilzinfektion nicht nötig. Nur bei sehr seltenen Komplikationen, wie einer tiefen Pilzinfektion, die mit Eiteransammlungen einhergeht, könnte ein kleiner chirurgischer Eingriff (z. B. Entfernung von abgestorbenem Gewebe) erforderlich sein. Dies kommt jedoch extrem selten vor.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag ist es wichtig, die Haut trocken zu halten und auf gute Hygiene zu achten. Wenn Sie eine Pilzinfektion haben, sollten Sie Handtücher, Bettwäsche und Kleidung regelmäßig wechseln und bei mindestens 60°C waschen. Teilen Sie diese Gegenstände nicht mit anderen Familienmitgliedern, bis die Infektion abgeheilt ist.
Tipps für den Alltag
- Tragen Sie im Sommer offene Schuhe oder Sandalen, um die Füße trocken zu halten.
- Vermeiden Sie synthetische, enge Kleidung; Baumwolle ist besser.
- Nach dem Duschen oder Baden die Haut gründlich abtrocknen, auch zwischen den Zehen und in Hautfalten.
- Verwenden Sie in öffentlichen Duschen oder Schwimmbädern Badeschuhe.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann Ihr Immunsystem stärken und damit die Abwehr gegen Pilze unterstützen. Besonders wichtig sind Vitamin C, Zink und Probiotika (z. B. aus Joghurt). Bewegung an der frischen Luft ist gut, aber achten Sie darauf, nach dem Sport sofort zu duschen und trockene Kleidung anzuziehen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine sichtbare Pilzinfektion kann quälend sein und manchmal zu Scham oder sozialem Rückzug führen. Der ständige Juckreiz ist belastend. Aber fast alle Hautpilzinfektionen sind gut behandelbar. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wenn Sie sich sehr unwohl fühlen. Auch eine psychologische Beratung kann helfen. Bei akuten Gedanken an Selbstverletzung oder Verzweiflung wenden Sie sich bitte sofort an die Telefonseelsorge (0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222) oder den Notruf 112.
Vorbeugung
Ja, Sie können das Risiko einer Pilzinfektion deutlich senken, indem Sie auf gute Hygiene achten: Trocknen Sie sich nach dem Duschen immer gründlich ab, tragen Sie in öffentlichen Bädern Badeschuhe, wechseln Sie täglich Socken und Unterwäsche, und vermeiden Sie das Teilen von Handtüchern und Kleidung. Achten Sie darauf, dass Ihre Haut nicht zu lange feucht bleibt.
Impfungen
Es gibt keine Impfung, die vor Pilzinfektionen der Haut schützt.
Früherkennungsprogramme
Eine Vorsorgeuntersuchung auf Hautpilz ist nicht üblich. Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn Sie Symptome bemerken, die nicht von selbst verschwinden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung der Infektion auf andere Körperstellen (z. B. von den Füßen auf die Leisten)
- Übertragung auf Familienmitglieder oder Haustiere
- Sekundäre bakterielle Infektion (Hautentzündung) durch Aufkratzen
- Bei geschwächtem Immunsystem: tiefere Pilzinfektionen oder Befall innerer Organe (sehr selten)
Langzeitprognose
Die allermeisten Hautpilzinfektionen heilen unter Behandlung vollständig aus. Die Behandlung dauert meist einige Wochen, aber mit Geduld und Konsequenz ist die Krankheit in fast allen Fällen besiegbar. Einige Menschen neigen zu Rückfällen, besonders bei Fußpilz. Dann ist es wichtig, die Vorbeugung zu verstärken. Insgesamt ist die Prognose sehr gut – Sie müssen sich keine Sorgen machen.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) ↗ · Deutschland
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – Hautärztesuche ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2026
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