Herzprobleme bei Kindern: Ein Überblick
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Herzprobleme bei Kindern sind Erkrankungen des Herzens, die entweder von Geburt an bestehen (angeboren) oder sich später entwickeln. Sie können die Pumpleistung des Herzens beeinträchtigen und den Blutfluss im Körper stören.
Wichtige Fakten
- Die meisten angeborenen Herzfehler lassen sich heute gut behandeln.
- Früherkennung und regelmäßige Kontrollen sind wichtig für die Gesundheit des Kindes.
- Viele Kinder mit Herzproblemen können ein fast normales Leben führen.
Herzprobleme bei Kindern sind selten. Etwa 1 von 100 Neugeborenen hat einen angeborenen Herzfehler. Das macht sie zur häufigsten angeborenen Fehlbildung.
Herzprobleme können jedes Kind betreffen, unabhängig von Geschlecht oder Herkunft. Manche Formen sind vererbt, andere entstehen ohne erkennbaren Grund.
Symptome
- Plötzliche Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- Schwere Atemnot oder Kurzatmigkeit
- Plötzliche starke Brustschmerzen
- Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, der nicht aufhört
- ⚠Anhaltende Müdigkeit oder Antriebslosigkeit ohne ersichtlichen Grund
- ⚠Bläuliche Verfärbung der Lippen oder Haut
- ⚠Wiederholtes Erbrechen oder Trinkverweigerung bei Babys
Häufige Symptome
- Schnelle Ermüdung beim Spielen oder Trinken
- Kurzatmigkeit oder schnelles Atmen
- Bläuliche Verfärbung von Lippen, Zunge oder Nägeln
- Schwellungen an Füßen, Knöcheln oder Bauch
- Wiederkehrende Lungenentzündungen oder Bronchitis
- Geringe Gewichtszunahme oder Gedeihstörung
Symptome bei Kindern
- Babys können beim Trinken schnell erschöpfen und viel schwitzen.
- Kinder werden spielerisch schnell müde und brauchen häufige Pausen.
- Manche Kinder klagen über Brustschmerzen oder Herzrasen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nicht zutreffend – dieser Artikel konzentriert sich auf Kinder.
Ursachen
Hauptursachen
- Angeborene Herzfehler (von Geburt an bestehende Fehlbildungen des Herzens)
- Infektionen, die das Herz angreifen (zum Beispiel rheumatisches Fieber nach einer Streptokokkeninfektion)
- Erkrankungen des Herzmuskels (Kardiomyopathie) oder Entzündungen (Myokarditis)
Risikofaktoren
- Familiäre Vorbelastung (Herzfehler bei nahen Verwandten)
- Infektionen der Mutter während der Schwangerschaft (z.B. Röteln)
- Bestimmte genetische Syndrome (z.B. Down-Syndrom)
- Ungesunde Lebensweise der Mutter in der Schwangerschaft (Rauchen, Alkohol)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Ohnmacht
- Bei schwerer Atemnot
- Bei starken Brustschmerzen
- Bei anhaltend sehr schnellem oder unregelmäßigem Herzschlag
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihr Kind ungewöhnlich schnell müde wird
- Wenn das Gedeihen (Gewichtszunahme, Größe) nicht altersgerecht ist
- Wenn Sie ein Herzgeräusch oder andere Auffälligkeiten bemerken
- Zur Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt
Diagnose
Der Kinderarzt stellt die Diagnose meist durch eine körperliche Untersuchung, ein Abhören des Herzens und gezielte Tests. Bei Verdacht auf ein Herzproblem überweist er an einen Kinderkardiologen.
Mögliche Untersuchungen
- Herzultraschall (Echokardiographie)
- Elektrokardiogramm (EKG)
- Röntgenaufnahme des Brustkorbs
- Belastungs-EKG bei älteren Kindern
- Blutuntersuchungen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei und dauern etwa 30 bis 60 Minuten. Ihr Kind kann während der Untersuchung spielen oder schlafen. Der Arzt erklärt alles genau und nimmt sich Zeit für Ihre Fragen.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Art und Schwere des Herzproblems ab. Ziel ist es, das Herz zu entlasten, den Blutfluss zu verbessern und das Kind bestmöglich zu fördern.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend Ruhepausen einplanen
- Auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achten
- Regelmäßige Bewegung nach Absprache mit dem Arzt
- Stress vermeiden und für eine entspannte Umgebung sorgen
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Behandlungsansätze: Medikamente unterstützen die Herzfunktion oder regulieren den Herzrhythmus. Manchmal kommen Herzkatheter-Eingriffe zum Einsatz, bei denen über einen dünnen Schlauch das Herz minimalinvasiv behandelt wird. In schwerwiegenden Fällen kann eine Operation notwendig sein, um die Herzstruktur zu korrigieren.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist oft nötig, wenn der Herzfehler die Pumpleistung stark beeinträchtigt oder wenn die Lungen mit zu viel Blut versorgt werden. Viele dieser Eingriffe werden heute noch im Säuglingsalter durchgeführt.
Leben mit der Erkrankung
Kinder mit Herzproblemen können meist einen normalen Alltag erleben – zur Schule gehen, Freundschaften pflegen und spielen. Wichtig sind regelmäßige Kontrolltermine und eine angepasste Belastung.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie übermäßige körperliche Anstrengung ohne Rücksprache
- Planen Sie ausreichend Erholungsphasen ein
- Stärken Sie das Selbstbewusstsein Ihres Kindes – es ist nicht weniger wert
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist empfehlenswert. Bewegung ist grundsätzlich gut, sollte aber mit dem Arzt abgestimmt sein. Bei manchen Herzfehlern wird von bestimmten Sportarten abgeraten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Sowohl das Kind als auch die Eltern können unter der Belastung leiden. Ängste, Schlafprobleme oder Traurigkeit sind nicht ungewöhnlich. Psychologische Unterstützung kann helfen, den Alltag besser zu bewältigen.
Vorbeugung
Nicht alle Herzprobleme bei Kindern sind vermeidbar. Eine gesunde Lebensweise der Mutter in der Schwangerschaft (kein Rauchen, kein Alkohol, ausgewogene Ernährung) sowie Impfungen (z.B. gegen Röteln) können das Risiko senken.
Impfungen
Die Röteln-Schutzimpfung für Frauen vor einer Schwangerschaft sowie die allgemeinen Impfungen im Kindesalter (z.B. gegen Masern, Mumps, Röteln) können helfen, Infektionen zu verhindern, die das Herz angreifen könnten.
Früherkennungsprogramme
Während der Schwangerschaft wird bei den Vorsorgeuntersuchungen oft ein Feindiagnostik-Ultraschall des Herzens durchgeführt. Viele Herzfehler lassen sich so bereits vor der Geburt erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
- Wachstums- und Entwicklungsverzögerungen
- Lungenüberlastung durch zu viel Blut
- Herzrhythmusstörungen
- Erhöhtes Risiko für Schlaganfälle oder Lungenentzündungen
Langzeitprognose
Mit den heutigen Behandlungsmöglichkeiten erreichen die meisten Kinder mit Herzproblemen ein erfülltes Leben. Regelmäßige medizinische Kontrollen und eine gute Begleitung durch Familie und Ärzte sind der Schlüssel. Jedes Kind ist einzigartig – die Prognose hängt von der Art des Herzfehlers ab.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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