Herz und Alter: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Mit zunehmendem Alter verändert sich auch das Herz. Es kann sein, dass die Herzwände dicker werden oder die Blutgefäße weniger elastisch sind. Das ist ein natürlicher Vorgang. Manche ältere Menschen bekommen aber auch Herzkrankheiten wie Bluthochdruck, Herzschwäche oder Rhythmusstörungen. Dieser Artikel erklärt, worauf Sie achten können, um Ihr Herz fit zu halten.
Wichtige Fakten
- Das Herz altert mit dem Körper – das ist normal.
- Herzkrankheiten im Alter sind häufig, lassen sich aber oft gut behandeln.
- Ein gesunder Lebensstil kann auch im Alter das Herz stärken.
Ja, Herzerkrankungen sind bei älteren Menschen sehr verbreitet. Jeder dritte Erwachsene ab 65 Jahren hat beispielsweise Bluthochdruck oder eine andere Herz-Kreislauf-Erkrankung.
Vor allem Menschen über 65 Jahre sind betroffen. Männer erkranken etwas früher, aber nach den Wechseljahren holen Frauen auf. Auch Vorerkrankungen wie Diabetes oder Übergewicht erhöhen das Risiko.
Symptome
- Plötzliche starke Brustschmerzen, die länger als 5 Minuten anhalten
- Atemnot in Ruhe
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- Plötzliche Schwäche oder Lähmungserscheinungen
- ⚠Anhaltende Schmerzen im Brustbereich, die nicht nachlassen
- ⚠Schnell zunehmende Atemnot
- ⚠Schwindel mit Sturzgefahr
- ⚠Herzrasen in Ruhe über längere Zeit
Häufige Symptome
- Kurzatmigkeit bei Belastung
- Müdigkeit
- Geschwollene Knöchel
- Herzklopfen oder unregelmäßiger Puls
Symptome bei Kindern
- Kinder sind in der Regel nicht von herztypischen Alterserkrankungen betroffen. Bei Kindern treten andere Herzerkrankungen auf, die nicht altersbedingt sind.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Kurzatmigkeit beim Treppensteigen
- Schwindel
- Brustschmerzen oder Druckgefühl
- Unregelmäßiger Puls
- Wassereinlagerungen in den Beinen
Ursachen
Hauptursachen
- Natürliche Alterungsprozesse des Herzens und der Blutgefäße
- Arteriosklerose (Ablagerungen in den Arterien)
- Langjähriger Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
Risikofaktoren
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Ungesunde Ernährung
- Hohe Cholesterinwerte
- Stress
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen Brustschmerzen, starker Atemnot oder Ohnmacht sofort den Notruf 112 wählen oder in die Notaufnahme gehen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt, auch ohne Beschwerden.
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose durch ein Gespräch, eine körperliche Untersuchung und verschiedene Tests.
Mögliche Untersuchungen
- Blutdruckmessung
- Blutuntersuchung (z. B. Cholesterin, Blutzucker)
- EKG (Elektrokardiogramm) – Aufzeichnung der Herzströme
- Herzultraschall (Echokardiografie)
- Belastungs-EKG (z. B. auf dem Fahrrad)
- Langzeit-EKG über 24 Stunden
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei. Sie dauern meist nur wenige Minuten. Der Arzt bespricht die Ergebnisse mit Ihnen und empfiehlt gegebenenfalls weitere Schritte.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der genauen Erkrankung. Oft helfen schon Änderungen im Lebensstil. Bei Bedarf kommen Medikamente oder manchmal auch Eingriffe infrage.
Selbsthilfe zu Hause
- Gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkorn
- Regelmäßige Bewegung, z. B. Spazierengehen oder leichtes Radfahren
- Nicht rauchen
- Stress reduzieren
- Gewicht im Normalbereich halten
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Medikamente, die das Herz entlasten oder den Blutdruck senken. Bei Rhythmusstörungen können blutverdünnende Mittel zum Einsatz kommen. Auch Blutdrucksenker, entwässernde Mittel oder herzstärkende Wirkstoffe werden verordnet. Ihr Arzt wählt das für Sie passende Mittel aus.
Wann kommt eine Operation infrage?
Manchmal ist ein kleiner Eingriff nötig, zum Beispiel um verengte Herzkranzgefäße zu weiten (Ballondilatation) oder einen Herzschrittmacher einzusetzen. Auch Herzklappen können repariert werden. Ihr Arzt bespricht die Notwendigkeit mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Herzerkrankung können Sie trotzdem ein aktives Leben führen. Achten Sie auf Ihren Körper und passen Sie Ihr Tempo an.
Tipps für den Alltag
- Täglich leichte Bewegung, z. B. 20 Minuten Spaziergang
- Ausreichend Schlaf
- Vermeiden Sie große körperliche Anstrengung
- Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit wenig Salz und Fett, dafür viel Obst und Gemüse, ist wichtig. Bewegung an der frischen Luft tut gut – fragen Sie Ihren Arzt, welche Aktivitäten für Sie geeignet sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Herzerkrankung kann auch Ängste oder Niedergeschlagenheit auslösen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt oder suchen Sie sich Unterstützung.
Vorbeugung
Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko für Herzkrankheiten im Alter senken, aber eine vollständige Vorbeugung ist nicht immer möglich.
Impfungen
Die Grippeimpfung und die Impfung gegen Pneumokokken werden für ältere Menschen empfohlen, da Atemwegsinfekte das Herz belasten können.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wie der Gesundheits-Check-up ab 35 (und alle 3 Jahre) helfen, Risikofaktoren früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt
- Schlaganfall
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
- Plötzlicher Herztod
Langzeitprognose
Viele Herzerkrankungen lassen sich heute gut behandeln. Mit der richtigen Therapie und einem gesunden Lebensstil können Sie auch im Alter lange beschwerdefrei bleiben. Wichtig ist, dass Sie regelmäßig zum Arzt gehen und auf Ihren Körper hören.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.