Leben mit Durchblutungsstörungen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Durchblutungsstörungen bedeuten, dass das Blut nicht überall so gut fließt wie normal. Das Blut transportiert Sauerstoff und Nährstoffe durch den Körper. Ist der Fluss gestört, bekommen manche Organe oder Gewebe zu wenig davon.
Wichtige Fakten
- Viele Durchblutungsstörungen lassen sich mit Bewegung und gesunder Lebensweise deutlich bessern.
- Kalte Füße, Kribbeln oder Schmerzen in den Beinen beim Gehen können erste Anzeichen sein.
- Bei plötzlich auftretenden starken Beschwerden sofort die Notrufnummer 112 wählen.
Ja, Durchblutungsstörungen sind weit verbreitet. Besonders Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck sowie Raucherinnen und Raucher sind betroffen.
Durchblutungsstörungen kommen bei älteren Menschen häufiger vor, können aber auch jüngere betreffen – vor allem, wenn Risikofaktoren wie Rauchen oder Diabetes bestehen.
Symptome
- Plötzliche, starke Schmerzen in der Brust, die in den Arm oder Kiefer ausstrahlen können
- Plötzliche Lähmung, Taubheit oder Sprachstörung
- Plötzliche, starke Atemnot
- Ein Bein wird plötzlich blass, kalt und fühllos
- ⚠Neue oder stark zunehmende Beinschmerzen
- ⚠Wunde am Fuß, die nicht abheilt
- ⚠Geschwollenes, gerötetes Bein mit Fieber – das kann auf eine Thrombose hinweisen
Häufige Symptome
- Kalte Hände und Füße
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl
- Schmerzen in den Beinen beim Gehen, die nach kurzem Stehenbleiben nachlassen
- Verlangsamtes Nagelwachstum an den Zehen
- Blasse oder bläuliche Haut an den betroffenen Stellen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern tritt das selten auf. Mögliche Zeichen sind blasse Haut, kalte Gliedmaßen oder eine Wunde, die nur langsam heilt.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schmerzen in den Waden beim Gehen
- Schlecht heilende Wunden an den Füßen oder Unterschenkeln
- Spannungs- oder Schweregefühl in den Beinen
Ursachen
Hauptursachen
- Ablagerungen in den Gefäßen (Arteriosklerose)
- Blutgerinnsel, die ein Gefäß verschließen (Thrombose)
- Eine Gefäßentzündung (selten)
- Krampfartige Verengung der Gefäße, zum Beispiel bei Kälte
Risikofaktoren
- Rauchen
- Diabetes mellitus
- Hoher Blutdruck
- Erhöhte Blutfettwerte
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Alter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn ein Bein plötzlich kalt, blass oder taub wird – sofort die 112 anrufen.
- Wenn Sie starke und zunehmende Schmerzen in Ruhe bekommen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie beim Gehen regelmäßig Schmerzen in den Beinen bemerken.
- Wenn Wunden an den Füßen nur langsam heilen.
- Wenn Sie wiederkehrendes Kribbeln oder Taubheitsgefühle haben.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt nimmt sich Zeit für die Vorgeschichte und untersucht den Puls an Beinen und Füßen. Zusätzlich können einfache Messungen zeigen, wie gut das Blut fließt.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung mit Pulsmessung an den Füßen
- Blutdruckmessung an Fuß und Arm – das nennt man Knöchel-Arm-Index
- Ultraschalluntersuchung (Doppler- oder Duplexsonographie)
- Bei Bedarf eine Blutuntersuchung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei und ambulant möglich. Sie bekommen danach eine verständliche Erklärung Ihrer Ergebnisse und besprechen die nächsten Schritte mit Ihrem Behandlungsteam.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. In vielen Fällen reichen Bewegung, gesunde Ernährung und der Verzicht auf Nikotin. Bei stärkeren Beschwerden gibt es medikamentöse und manchmal auch eingreifende Behandlungen.
Selbsthilfe zu Hause
- Tägliche Bewegung – zum Beispiel zügiges Gehen in Raten, bis der Schmerz beginnt
- Fußpflege mit Eincremen und regelmäßiger Kontrolle auf Verletzungen
- Beine hochlegen, wenn sie schwer und müde sind
- Bequeme Schuhe tragen, die nicht einengen
Medizinische Behandlungen
Es gibt Medikamente, die das Zusammenklumpen der Blutplättchen verhindern oder die Gefäße erweitern. Auch ein gefäßtrainingsprogramm unter Anleitung kann helfen. Ihr Behandlungsteam entscheidet gemeinsam mit Ihnen, was am besten passt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn eine Engstelle ein Gefäß stark verengt, kann sie mit einem Ballon geöffnet und mit einer kleinen Stütze (Stent) offen gehalten werden. Bei längeren Verschlüssen ist auch eine Operation (Bypass) möglich. Ihr Gefäßteam erklärt Ihnen die Vor- und Nachteile.
Leben mit der Erkrankung
Geben Sie Ihren Beinen täglich eine Chance, mehr Blutfluss aufzubauen. Pausen sind erlaubt, aber dauerhafter Stillstand ist nicht hilfreich.
Tipps für den Alltag
- Mit dem Rauchen aufhören – am besten mit Unterstützung
- Sich regelmäßig bewegen, so oft wie möglich
- Stress reduzieren, zum Beispiel mit Atemübungen oder Spaziergängen
- Auf eine ausgewogene Ernährung achten
- Kontrolltermine beim Arzt nicht auslassen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkorn und wenig tierischen Fetten unterstützt Ihre Gefäße. Bewegung – auch einfache Spaziergänge – kurbelt den Kreislauf an und fördert die Bildung von Umgehungskreisläufen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine chronische Erkrankung kann verunsichern. Vielen Menschen hilft es, über ihre Ängste zu sprechen – mit Angehörigen, in Selbsthilfegruppen oder mit einer Psychologin. Seien Sie nachsichtig mit sich selbst.
Vorbeugung
Sie können viel selbst tun: Nicht rauchen, sich regelmäßig bewegen, gesund essen und Blutdruck, Blutzucker und Blutfette im Blick behalten. So sinkt das Risiko für Durchblutungsstörungen deutlich.
Impfungen
Eine Grippeimpfung kann sinnvoll sein, denn schwere Infekte belasten das Herz-Kreislauf-System. Sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin und Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Wenn bei Ihnen Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck vorliegen, lassen Sie die Durchblutung regelmäßig ärztlich überprüfen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Offene Wunden an den Unterschenkeln (Ulkus)
- Eingeschränkte Beweglichkeit im Alltag
- Höheres Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall
- In schweren Fällen Gewebeverlust, der eine Amputation nötig machen kann
Langzeitprognose
Die meisten Menschen können mit einer Durchblutungsstörung gut leben, wenn sie die Behandlung aktiv unterstützen. Viele Beschwerden bessern sich mit Bewegung und gesunden Gewohnheiten deutlich. Ihr Behandlungsteam begleitet Sie gerne Schritt für Schritt.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.