Palpitationen nach der Diagnose
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Palpitationen sind spürbare Herzschläge, die sich wie Herzrasen, Stolpern oder starke Schläge anfühlen. Wenn Sie bereits eine Herzdiagnose haben, können diese Gefühle immer wieder auftreten – oft sind sie harmlos, manchmal hilft eine Behandlung.
Wichtige Fakten
- Palpitationen sind meist nicht gefährlich, sollten aber ärztlich abgeklärt werden.
- Auslöser können Stress, Koffein, Alkohol oder auch Medikamente sein.
- Ein gesunder Lebensstil und Entspannung können die Beschwerden lindern.
Ja, sehr viele Menschen mit Herzerkrankungen oder Herzrhythmusstörungen erleben Palpitationen. Auch ohne Herzdiagnose sind sie häufig.
Betroffen sind alle Altersgruppen, aber besonders Menschen mit Vorhofflimmern, nach einem Herzinfarkt oder mit Herzschwäche.
Symptome
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- Starke Schmerzen oder Druck in der Brust
- Atemnot in Ruhe
- Herzrasen, das länger als 15 Minuten anhält und nicht aufhört
- ⚠Schwindel, der nicht weggeht
- ⚠Wiederholte Ohnmachtsanfälle (auch wenn Sie sich erholen)
- ⚠Sehr niedriger Blutdruck oder Verwirrtheit
Häufige Symptome
- Herzrasen oder ein Gefühl, das Herz schlägt bis zum Hals
- Herzstolpern oder Aussetzer im Herzschlag
- Starke, spürbare Herzschläge in der Brust
- Engegefühl im Hals oder in der Brust
- Unwohlsein oder leichte Angst bei den Herzschlägen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern äußern sich Palpitationen oft als schnelles Herzklopfen beim Toben oder Sport
- Manche Kinder berichten von ‚komischem Hüpfen im Brustkorb‘
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen spüren häufiger Aussetzer im Puls
- Palpitationen können mit Schwindel oder Benommenheit verbunden sein
Ursachen
Hauptursachen
- Stress, Angst oder Aufregung
- Koffein, Alkohol oder bestimmte Medikamente
- Schilddrüsenüberfunktion (Schilddrüse arbeitet zu stark)
- Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern oder Extraschläge
- Folgen einer Herzerkrankung, zum Beispiel nach einem Herzinfarkt
Risikofaktoren
- Höheres Alter
- Bluthochdruck
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
- Übergewicht
- Rauchen
- Zu wenig Schlaf oder Schlafapnoe
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Suchen Sie sofort Hilfe, wenn Palpitationen mit Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmacht auftreten.
- Bei neu aufgetretenen, anhaltenden Herzrasenepisoden sollten Sie noch am selben Tag ärztlichen Rat einholen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vereinbaren Sie einen Termin, wenn Palpitationen öfter vorkommen – auch wenn Sie keine Notfallsymptome haben.
- Wenn Sie bereits eine Herzerkrankung haben, lassen Sie neu auftretende oder häufiger werdende Palpitationen abklären.
Diagnose
Der Arzt fragt zuerst nach Ihren Symptomen und Ihrer Krankengeschichte. Danach untersucht er Sie und nimmt meist ein EKG (Elektrokardiogramm) auf. Manchmal sind weitere Untersuchungen nötig.
Mögliche Untersuchungen
- Ruhe-EKG: Herzströme werden in Ruhe gemessen
- Langzeit-EKG: Sie tragen ein Gerät für 24 Stunden oder länger, das den Herzschlag aufzeichnet
- Belastungs-EKG: Herzströme werden während körperlicher Belastung gemessen
- Echokardiografie: Ultraschall des Herzens, um die Herzstruktur zu beurteilen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Alle diese Untersuchungen sind schmerzfrei. Sie können dabei normal atmen und liegen oder sitzen meist bequem. Der Arzt bespricht die Ergebnisse anschließend in Ruhe mit Ihnen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Handelt es sich um harmlose Palpitationen, ist oft keine Behandlung nötig. Bei zugrunde liegenden Herzrhythmusstörungen oder Herzerkrankungen gibt es verschiedene Möglichkeiten – von Medikamenten bis zu kleinen Eingriffen.
Selbsthilfe zu Hause
- Stress reduzieren, zum Beispiel durch Atemübungen oder Meditation
- Koffein, Alkohol und stark zuckerhaltige Getränke meiden
- Für regelmäßigen und ausreichenden Schlaf sorgen
- Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung erlernen
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen Medikamente verschreiben, die den Herzschlag beruhigen oder den Rhythmus stabilisieren. Es gibt auch Verfahren wie eine Katheterablation, bei der krankhafte Herzmuskelstellen verödet werden. Welche Behandlung für Sie infrage kommt, hängt von der Diagnose ab und muss sorgfältig besprochen werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten nötig, zum Beispiel wenn eine schwere Herzrhythmusstörung vorliegt oder wenn ein zusätzliches Problem am Herzen behandelt werden muss. Ihr Ärzteteam erklärt Ihnen dann genau, was ansteht.
Leben mit der Erkrankung
Führen Sie am besten ein kleines Tagebuch: Notieren Sie, wann die Palpitationen auftreten, wie lange sie dauern und was Sie gerade gemacht haben. Das hilft dem Arzt, die Ursache besser zu erkennen.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen – das entlastet Herz und Kreislauf
- Bewegung nur in Absprache mit Ihrem Arzt; gehen Sie zum Beispiel täglich spazieren
- Planen Sie feste Ruhephasen im Alltag ein
- Belasten Sie sich nicht mit schweren Lasten ohne ärztliches Okay
Ernährung und Bewegung
Essen Sie ausgewogen mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Beim Sport gilt: moderate Ausdauer ist oft gut, aber sprechen Sie zuerst mit Ihrem Arzt, welche Belastung für Sie geeignet ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Herzbeschwerden können Angst machen. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Suchen Sie das Gespräch mit Angehörigen und offen mit Ihrem Arzt. Wenn die Angst stark wird, fragen Sie nach psychologischer Unterstützung.
Vorbeugung
Nicht alle Palpitationen sind vermeidbar, aber ein gesunder Lebensstil senkt das Risiko. Dazu gehören Rauchstopp, mäßiger Alkoholkonsum, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine Rhythmusstörung unbehandelt bleibt, kann das Risiko für einen Schlaganfall steigen
- Dauerhaftes Herzrasen kann eine Herzschwäche begünstigen
- Schwere Fälle können die Lebensqualität stark einschränken
Langzeitprognose
Mit einer guten ärztlichen Begleitung lassen sich Palpitationen meist gut in den Griff bekommen. Die meisten Menschen mit Herzerkrankung leben damit aktiv und zufrieden. Ihr Herz ist stark – und Sie sind nicht allein.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.