Herzstolpern beim Sport: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Palpitationen sind ein unangenehmes Gefühl, dass das Herz plötzlich schnell, stark oder unregelmäßig schlägt. Manche Menschen spüren ein Stolpern, Hüpfen oder Herzrasen in der Brust. Beim Sport tritt das häufiger auf, weil das Herz ohnehin schneller schlägt. In den meisten Fällen ist es harmlos, aber die Ursache sollte immer von einer Ärztin oder einem Arzt abgeklärt werden.
Wichtige Fakten
- Herzstolpern ist meist gutartig und klingt von selbst wieder ab.
- Sport ist für die meisten Menschen mit Herzstolpern erlaubt, wenn die Ursache geklärt ist.
- Bei Warnzeichen wie Brustschmerzen oder Ohnmacht sofort den Notruf 112 anrufen.
Ja, Herzstolpern ist weit verbreitet. Viele Menschen spüren es mindestens einmal in ihrem Leben – oft in Ruhe oder bei körperlicher Anstrengung.
Es kann jede und jeden treffen, egal ob jung oder alt. Bei jungen Menschen tritt es häufig bei Sport oder Aufregung auf, bei älteren Menschen oft im Zusammenhang mit anderen Herzerkrankungen.
Symptome
- Wenn Sie das Bewusstsein verlieren oder jemand in Ihrer Nähe ohnmächtig wird
- Wenn das Herzrasen länger als ein paar Minuten anhält und nicht von selbst aufhört
- Wenn starke Brustschmerzen oder ein Engegefühl in der Brust dazukommen
- Wenn Atemnot in Ruhe auftritt
- ⚠Wenn das Herzstolpern neu auftritt oder sich verschlimmert
- ⚠Wenn Sie dabei schwindelig werden oder das Gefühl haben, gleich umzukippen
- ⚠Wenn das Herzstolpern auch in Ruhe auftritt
- ⚠Wenn Sie bereits eine Herzerkrankung haben und neue Symptome bemerken
Häufige Symptome
- Das Herz schlägt plötzlich spürbar schnell oder stark
- Ein Stolpern oder Aussetzen im Herzschlag
- Ein kurzes Flattern in der Brust
- Schwindel oder ein leichtes Schwächegefühl
- Ein beklemmendes Gefühl in der Brust
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern zeigt sich Herzstolpern oft als plötzliches Herzrasen oder Unwohlsein beim Toben oder Sport.
- Manche Kinder klagen über Bauchschmerzen oder fühlen sich schlapp.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen kann Herzstolpern mit Atemnot oder Brustschmerzen einhergehen.
- Es tritt häufiger bei bestehenden Herzerkrankungen oder einem hohen Blutdruck auf.
Ursachen
Hauptursachen
- Stress und Aufregung
- Zu viel Koffein, zum Beispiel aus Kaffee, Energydrinks oder Cola
- Zu wenig Schlaf oder Erschöpfung
- Elektrolytstörungen, etwa bei starkem Schwitzen
- Eine Herzmuskelentzündung, zum Beispiel nach einem Infekt
- Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern
Risikofaktoren
- Hoher Blutdruck
- Bestehende Herzkrankheiten
- Eine Schilddrüsenüberfunktion
- Starkes Übergewicht
- Übermäßiger Alkohol- oder Nikotinkonsum
- Leistungssport mit ständiger Überlastung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn das Herzstolpern mit Schwindel, Ohnmachtsgefühl oder Brustschmerzen einhergeht
- Wenn Sie schon einmal ohnmächtig geworden sind
- Wenn Sie eine bekannte Herzerkrankung haben und neue Beschwerden auftreten
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn das Herzstolpern öfter als einmal pro Woche auftritt
- Wenn Sie beim Sport immer wieder Herzrasen bekommen
- Wenn Sie sich allgemein unsicher fühlen und das Herzstolpern Sie belastet
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden, Ihrem Lebensstil und möglichen Vorerkrankungen. Danach hört sie oder er das Herz ab und misst den Blutdruck.
Mögliche Untersuchungen
- Ein Elektrokardiogramm (EKG): Eine schmerzlose Messung der Herzströme im Liegen
- Ein Langzeit-EKG über 24 Stunden: Ein kleiner Rekorder trägt das Gerät und zeichnet den Herzrhythmus im Alltag auf
- Ein Belastungs-EKG auf dem Fahrrad: Dabei wird das Herz unter Belastung beobachtet
- Eine Blutuntersuchung: Sie zeigt zum Beispiel, ob eine Schilddrüsenstörung oder ein Elektrolytmangel vorliegt
- Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens: Damit kann die Herzstruktur und -funktion beurteilt werden
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Alle Untersuchungen sind schmerzfrei und ungefährlich. Sie müssen sich dabei nicht ausziehen, nur das Oberteil wird frei gemacht. Nach der Untersuchung bespricht die Ärztin oder der Arzt die Ergebnisse mit Ihnen und erklärt, was die Werte bedeuten.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei vielen Menschen genügen schon kleine Änderungen im Alltag, damit das Herzstolpern seltener auftritt. Wenn eine Herzrhythmusstörung dahintersteckt, gibt es je nach Art und Schwere verschiedene Möglichkeiten.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend Wasser, besonders an heißen Tagen und beim Sport.
- Reduzieren Sie Koffein, Alkohol und Nikotin.
- Sorgen Sie für regelmäßigen erholsamen Schlaf.
- Planen Sie im Alltag Zeiten zum Entspannen ein.
- Steigern Sie die Sportbelastung langsam und hören Sie auf Ihren Körper.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können Medikamente den Herzrhythmus stabilisieren oder den Blutdruck senken. Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen wird auch eine Katheterbehandlung angeboten. Welche Therapie für Sie infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt individuell – Sie müssen keine Markennamen kennen, sondern fragen einfach nach den Möglichkeiten.
Wann kommt eine Operation infrage?
In seltenen Fällen ist ein kleiner Eingriff nötig, zum Beispiel eine Katheterablation, bei der die störende Stelle im Herzen verödet wird. Dies wird nur bei bestimmten Formen von Herzrhythmusstörungen empfohlen.
Leben mit der Erkrankung
Sie können mit Herzstolpern ein aktives Leben führen. Wichtig ist, auf Ihren Körper zu hören und bei Warnsignalen eine Pause zu machen. Regelmäßige Kontrollen beim Arzt helfen, Sicherheit zu gewinnen.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber ohne sich komplett zu verausgaben.
- Lernen Sie Entspannungsübungen wie Atemtechniken oder progressive Muskelentspannung.
- Essen Sie herzgesund mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.
- Verzichten Sie auf das Rauchen und halten Sie den Alkoholkonsum gering.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung versorgt das Herz mit wichtigen Nährstoffen. Sport ist in den meisten Fällen erlaubt und sogar förderlich. Gehen Sie es langsam an, messen Sie den Puls und wählen Sie Ausdauersportarten wie Gehen, Schwimmen oder Radfahren in einem moderaten Tempo.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Herzstolpern kann Angst machen und verunsichern. Das ist verständlich. Reden Sie offen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über Ihre Sorgen. Wenn die Angst Sie stark belastet, kann eine psychologische Unterstützung helfen.
Vorbeugung
Nicht immer lassen sich Herzstolpern vollständig verhindern, aber ein gesunder Lebensstil kann das Risiko deutlich senken. Achten Sie auf ausreichend Schlaf, weniger Stress und regelmäßige Bewegung.
Impfungen
Schutzimpfungen gegen Grippe und COVID-19 können mit dazu beitragen, schwere Infekte und mögliche Herzmuskelentzündungen zu verhindern. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Ein regelmäßiger Check-up beim Hausarzt oder bei einer Internistin oder einem Internisten kann Herzprobleme früh erkennen. Lassen Sie Blutdruck und Blutwerte einmal im Jahr überprüfen, besonders wenn in der Familie Herzerkrankungen bekannt sind.
Komplikationen
Unbehandelt
- Anhaltendes Herzrasen kann auf Dauer die Pumpleistung des Herzens schwächen
- Bei manchen Rhythmusstörungen kann es zu Bewusstlosigkeit kommen, zum Beispiel beim Sport
- Vorhofflimmern kann in seltenen Fällen die Bildung von Blutgerinnseln begünstigen und das Schlaganfallrisiko erhöhen
Langzeitprognose
Die allermeisten Menschen mit Herzstolpern haben eine gute Prognose. Mit einer richtigen Diagnose und – falls nötig – einer passenden Behandlung können Sie ein normales und aktives Leben führen. Achten Sie auf Ihren Körper und suchen Sie regelmäßig Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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