Herzstolpern: Selbsthilfe und Umgang im Alltag
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Palpitationen sind spürbare Herzschläge, die sich wie Klopfen, Herzrasen, Stolpern oder Aussetzer anfühlen. Sie sind oft harmlos, aber manchmal auch ein Zeichen für eine Herzerkrankung.
Wichtige Fakten
- Die meisten Palpitationen sind harmlos.
- Auslöser können Stress, Koffein oder Schlafmangel sein.
- Schmerzen in der Brust oder Ohnmacht sind Warnzeichen – dann sofort die 112 rufen.
Ja, Palpitationen sind sehr häufig. Fast jeder Mensch spürt sie irgendwann einmal.
Sie können in jedem Alter auftreten, sind aber häufiger bei Menschen mit Stress, Angst oder bestehenden Herzerkrankungen.
Symptome
- Palpitationen mit starken Schmerzen in der Brust
- Palpitationen mit Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit
- Palpitationen mit schwerer Atemnot
- Palpitationen, die länger als einige Minuten anhalten
- ⚠Palpitationen mit Schwindel oder Benommenheit
- ⚠Palpitationen mit Schwächegefühl oder kaltem Schweiß
- ⚠Palpitationen bei bekannter Herzerkrankung
- ⚠Sehr häufiges Auftreten über mehrere Tage
Häufige Symptome
- Herzklopfen oder Herzrasen
- Pochen im Hals oder in der Brust
- Gefühl, das Herz stolpert oder setzt kurz aus
- Kurzes Flattern oder Ziehen in der Brust
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind Palpitationen oft harmlos und können durch Fieber, Aufregung oder Sport entstehen.
- Sollten sie häufig auftreten oder mit Schwindel einhergehen, ist ein Arztbesuch sinnvoll.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können Palpitationen auf Durchblutungsstörungen oder Herzrhythmusstörungen hinweisen.
- Auch Medikamente können Auslöser sein. Lassen Sie die Beschwerden daher immer abklären.
Ursachen
Hauptursachen
- Stress und Angst
- Genussmittel wie Koffein, Alkohol oder Nikotin
- Schlafmangel und Erschöpfung
- Hormonelle Veränderungen (z. B. Schwangerschaft, Wechseljahre)
- Nebenwirkungen von Medikamenten
- Herzerkrankungen wie Herzrhythmusstörungen
Risikofaktoren
- Angststörungen
- Bluthochdruck
- Herzerkrankungen
- Schilddrüsenüberfunktion
- Schwangerschaft
- Elektrolytstörungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Palpitationen mit Brustschmerz, Ohnmacht oder Atemnot auftreten – das ist ein Notfall, rufen Sie die 112.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Palpitationen regelmäßig auftreten, zum Beispiel mehrmals pro Woche
- Wenn Sie sich dabei unwohl fühlen oder unsicher sind
- Wenn Sie bereits Herzprobleme haben und neue Beschwerden bemerken
Diagnose
Ihr Arzt wird Sie zuerst nach Ihren Beschwerden, Auslösern und Ihrer Krankengeschichte fragen. Danach folgt eine körperliche Untersuchung, bei der er das Herz abhört, den Puls fühlt und den Blutdruck misst.
Mögliche Untersuchungen
- Elektrokardiogramm (EKG) – misst die Herzströme in Ruhe
- Langzeit-EKG – ein kleines Gerät wird für 24 Stunden oder länger getragen
- Ereignisrekorder – Sie können beim Auftreten von Symptomen selbst ein EKG aufzeichnen
- Ultraschall des Herzens (Echokardiographie) – zeigt die Herzstruktur und -funktion
- Blutuntersuchungen – zum Beispiel Schilddrüsenwerte und Elektrolyte
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Je nach Befund kann Ihr Arzt Sie an eine Kardiologin oder einen Kardiologen überweisen. Oft ist keine spezielle Behandlung nötig, aber die Abklärung schafft Sicherheit.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Bei harmlosen Palpitationen reichen manchmal schon Änderungen im Lebensstil. Liegt eine Herzerkrankung zugrunde, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.
Selbsthilfe zu Hause
- Koffein reduzieren oder ganz meiden (Kaffee, Energydrinks, schwarzer Tee)
- Alkohol und Nikotin vermeiden oder einschränken
- Ausreichend schlafen und Stress abbauen
- Langsam und ruhig atmen, wenn Sie das Herzklopfen spüren
- Ein Palpitationen-Tagebuch führen, um Auslöser zu finden
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Medikamente verschreiben, die den Herzrhythmus stabilisieren oder die Herzfrequenz verlangsamen. Welches Medikament geeignet ist, hängt von Ihrer Situation ab. Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen kann auch eine Katheterbehandlung – die Katheterablation – helfen. Dabei werden krankhafte Stellen im Herzen mit einem Katheter verödet.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten nötig, zum Beispiel bei schweren Herzklappenfehlern. In einigen Fällen wird ein Herzschrittmacher eingesetzt, wenn der Herzschlag zu langsam ist.
Leben mit der Erkrankung
Lernen Sie, auf Ihren Körper zu achten. Wenn Sie Palpitationen bemerken, halten Sie kurz inne, atmen Sie ruhig und überlegen Sie, was der Auslöser gewesen sein könnte.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft
- Stressbewältigung mit Entspannungsübungen, Yoga oder Meditation
- Feste Schlafenszeiten und ausreichend Erholung
- Auf übermäßigen Koffein- und Alkoholkonsum verzichten
Ernährung und Bewegung
Essen Sie ausgewogen mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Trinken Sie ausreichend Wasser. Moderate Bewegung, zum Beispiel Spazierengehen oder Radfahren, stärkt das Herz-Kreislauf-System.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Palpitationen können sehr beunruhigend sein und Angst auslösen. Das ist verständlich. Gleichzeitig können Anspannung und Sorgen Herzrasen verstärken. Ein offenes Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt kann helfen, und bei starker Angst ist eine psychologische Unterstützung sinnvoll.
Vorbeugung
Nicht immer lassen sich Palpitationen verhindern. Aber ein gesunder Lebensstil und das Meiden von Auslösern können Häufigkeit und Stärke verringern.
Früherkennungsprogramme
Wer Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Herzerkrankungen hat, sollte regelmäßig zur Vorsorge gehen. Auch bei unerklärlichem Herzstolpern ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei harmlosen Palpitationen keine
- Bei ernsten Herzrhythmusstörungen: Schlaganfallgefahr
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz) bei länger bestehenden Rhythmusstörungen
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Die meisten Palpitationen sind harmlos und verschwinden durch einfache Maßnahmen. Auch bei behandlungsbedürftigen Herzrhythmusstörungen haben moderne Verfahren gute Erfolgsaussichten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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