Ringelflechte
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ringelflechte – das klingt nach Wurm, ist aber ein Pilz. Genauer gesagt ist es eine Hautinfektion, die durch Fadenpilze (Dermatophyten) verursacht wird. Diese Pilze befallen die oberste Hautschicht, Haare oder Nägel. Der Name „Ringelflechte“ kommt von dem typischen ringförmigen, roten Ausschlag, der nach außen wandert und in der Mitte heller wird.
Wichtige Fakten
- Ringelflechte wird nicht durch einen Wurm verursacht, sondern durch einen Pilz.
- Sie ist ansteckend – der Pilz kann von Mensch zu Mensch, von Tieren oder über Gegenstände übertragen werden.
- Die Behandlung ist meist einfach: Eine Creme aus der Apotheke hilft oft gut. In hartnäckigen Fällen kann der Arzt Tabletten verschreiben.
- Ringelflechte ist behandelbar und heilt in der Regel vollständig aus.
Ja, Ringelflechte kommt weltweit häufig vor. Sie tritt bei Menschen jeden Alters auf, besonders in warmen, feuchten Umgebungen.
Jeder kann eine Ringelflechte bekommen – Kinder, Erwachsene, ältere Menschen. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Menschen, die viel schwitzen, oder die engen Kontakt zu Tieren haben.
Symptome
- Plötzliche, starke Schwellung im Gesicht oder an den Händen
- Atembeschwerden
- Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion (z. B. Nesselsucht am ganzen Körper)
- ⚠Ausbreitung auf große Hautflächen
- ⚠Starke Schmerzen oder Fieber
- ⚠Eiter oder gelbe Krusten – Zeichen einer bakteriellen Zweitinfektion
- ⚠Verschlechterung trotz Behandlung nach einer Woche
Häufige Symptome
- Rote, ringförmige Flecken auf der Haut, die nach außen wachsen
- Juckreiz, oft stark
- Schuppung oder Bläschenbildung im Randbereich
- Hautstellen können nässen oder verkrusten
Symptome bei Kindern
- Häufig im Gesicht, am Hals oder auf der Kopfhaut
- Bei Kopfhautbefall: runde, kahle Stellen mit Schuppen (sogenannte Scherpilzflechte)
- Kinder kratzen oft, was die Ausbreitung fördern kann
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Symptome können weniger typisch sein – der Ring ist nicht immer deutlich sichtbar
- Häufiger an den Füßen oder in den Leisten
- Bei älteren Menschen mit trockener Haut kann der Ausschlag weniger gerötet sein
Ursachen
Hauptursachen
- Infektion mit Fadenpilzen (Dermatophyten), die sich von Keratin ernähren – einem Eiweiß in Haut, Haaren und Nägeln
- Direkter Hautkontakt mit einer infizierten Person oder einem Tier (oft Katzen, Hunde, Meerschweinchen)
- Indirekte Übertragung über kontaminierte Gegenstände wie Handtücher, Bettwäsche, Kleidung oder Sportmatten
Risikofaktoren
- Feuchte Haut (z. B. durch Schwitzen, Baden, enge Kleidung)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Medikamente oder Krankheiten)
- Enger Kontakt mit Tieren (besonders Haustiere, die Ringelflechte haben)
- Gemeinschaftseinrichtungen wie Sportvereine, Schwimmbäder oder Kindergärten
- Schlechte Hygiene oder Teilen von persönlichen Gegenständen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn der Ausschlag sich schnell ausbreitet oder immer größer wird
- Wenn Sie Fieber haben oder sich krank fühlen
- Wenn die Haut eitert oder stark schmerzt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie zum ersten Mal einen ringförmigen Ausschlag bemerken, der juckt
- Wenn Hausmittel wie kühle Umschläge oder eine rezeptfreie Pilzcreme nach einer Woche nicht helfen
- Wenn Sie unsicher sind, ob es sich um Ringelflechte handelt
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin wird sich die Hautstelle genau ansehen. Oft ist das Aussehen schon typisch. Manchmal nimmt die Ärztin eine kleine Hautprobe (Abstrich oder Schuppen) und schickt sie ins Labor, um den Pilz nachzuweisen.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung mit einer speziellen Lampe (Wood-Licht) – manche Pilzarten leuchten grünlich
- Hautabschabsel oder Abstrichtupfer zur mikroskopischen Untersuchung oder Pilzkultur
- Selten: Hautbiopsie (Entnahme einer winzigen Hautprobe) bei unklaren Fällen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und schnell. Wenn eine Probe ins Labor geschickt wird, kann das Ergebnis einige Tage bis zwei Wochen dauern. In der Zwischenzeit kann der Arzt oft schon eine Behandlung vorschlagen.
Behandlung
Ringelflechte wird in der Regel mit pilztötenden oder pilzhemmenden Mitteln (Antimykotika) behandelt. Die Wahl der Behandlung hängt davon ab, wo die Infektion sitzt und wie stark sie ist. Wichtig: Auch nach Abklingen der Symptome sollte die Behandlung noch einige Tage fortgesetzt werden, wie vom Arzt empfohlen.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie die betroffenen Stellen sauber und trocken
- Vermeiden Sie Kratzen – das kann die Infektion verschlimmern
- Wechseln Sie täglich Handtücher, Bettwäsche und Kleidung – waschen Sie sie bei mindestens 60 °C
- Tragen Sie lockere, atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle
- Vermeiden Sie engen Hautkontakt mit anderen Menschen oder Haustieren während der Behandlung
Medizinische Behandlungen
Bei leichtem Befall auf der Haut reichen oft Cremes oder Salben aus der Apotheke, die Pilze abtöten. Der Arzt kann auch ein Gel oder eine Lösung verschreiben. Bei Befall der Kopfhaut oder der Nägel oder bei sehr ausgedehnten Hautstellen werden häufig Tabletten oder Kapseln eingesetzt. Die Behandlung dauert je nach Mittel und Stelle einige Wochen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, welches Präparat für Sie geeignet ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Ringelflechte nicht nötig.
Leben mit der Erkrankung
Ringelflechte ist behandelbar. Solange die Infektion aktiv ist, sollten Sie auf Hygiene achten, um andere nicht anzustecken. Nach Beginn der Behandlung sinkt die Ansteckungsgefahr schnell – Sie sind meist nach ein bis zwei Tagen kaum noch ansteckend. Setzen Sie die Behandlung aber immer wie verordnet fort.
Tipps für den Alltag
- Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände – besonders nach dem Berühren der Hautstelle
- Desinfizieren Sie gemeinsam genutzte Oberflächen wie Sportmatten oder Badezimmer
- Wenn Haustiere betroffen sind, lassen Sie sie tierärztlich behandeln
- Teilen Sie keine persönlichen Gegenstände wie Handtücher, Kämme oder Rasierer
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung stärkt das Immunsystem und kann die Heilung unterstützen. Sport ist erlaubt, aber schwitzen Sie nicht zu sehr: Duschen Sie nach dem Sport und trocknen Sie die Haut gut ab. Vermeiden Sie enge Sportbekleidung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ringelflechte kann durch den Juckreiz und das Aussehen belastend sein. Manche Menschen schämen sich wegen der Hautveränderungen. Das ist verständlich, aber denken Sie daran: Die Infektion ist vorübergehend und gut behandelbar. Bei anhaltendem Stress oder Verstimmung sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Vorbeugung
Ja, Sie können das Risiko einer Ringelflechte senken. Waschen Sie regelmäßig die Hände, trocknen Sie die Haut nach dem Duschen gut ab (besonders zwischen den Zehen), tragen Sie in öffentlichen Duschen oder Schwimmbädern Badeschuhe, und teilen Sie keine persönlichen Gegenstände. Halten Sie Haustiere gesund und lassen Sie sie bei Verdacht auf Ringelflechte behandeln.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Ringelflechte.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Screening ist nicht nötig. Bei wiederkehrenden Infektionen oder bei geschwächtem Immunsystem kann der Arzt jedoch regelmäßige Kontrollen empfehlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Infektion kann sich auf andere Körperstellen oder andere Personen ausbreiten
- Bakterielle Zweitinfektion (z. B. durch Kratzen) – die Haut kann eitern und schmerzen
- Bei Kopfhautbefall: dauerhafter Haarausfall an den betroffenen Stellen
- Selten: tiefere Hautentzündungen (Kerion) mit Schwellung und Schmerzen
Langzeitprognose
Die Prognose ist sehr gut. Ringelflechte heilt mit der richtigen Behandlung in der Regel vollständig ab, ohne Narben zu hinterlassen. Nur sehr selten – etwa bei stark geschwächtem Immunsystem – kann die Infektion hartnäckiger sein. Aber auch dann gibt es wirksame Therapien.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) ↗ · Deutschland
- Patientenleitlinie zur Ringelflechte ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2026
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