Krampfadern-Schübe: Was Sie über Ursachen, Symptome und Behandlung wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Krampfadern sind geschwollene, manchmal verformte Venen, die oft an den Beinen sichtbar sind. Venen sind die Blutgefäße, die das Blut zurück zum Herzen bringen. Bei Krampfadern sind die Venenwände schwach oder die Klappen in den Venen arbeiten nicht richtig. Deshalb staut sich das Blut und die Vene weitet sich. Ein Krampfadern-Schub bedeutet, dass die Beschwerden vorübergehend stärker werden – zum Beispiel Schmerzen, Schweregefühl, Schwellungen oder Juckreiz. Das ist unangenehm, aber meistens nicht gefährlich.
Wichtige Fakten
- Krampfadern sind sehr häufig: Etwa jeder und jede fünfte Erwachsene hat irgendwann damit zu tun.
- Frauen sind häufiger betroffen als Männer, besonders während einer Schwangerschaft.
- Ein Krampfadern-Schub klingt oft durch einfache Maßnahmen wieder ab – etwa durch Hochlegen der Beine und Bewegung.
Ja, Krampfadern gehören zu den häufigsten Erkrankungen der Beinvenen. Mit zunehmendem Alter nehmen sie zu: Bei Menschen über 80 Jahren sind Krampfadern sogar sehr verbreitet.
Krampfadern treten meist bei Erwachsenen auf. Besonders betroffen sind Menschen, die viel stehen oder sitzen, Übergewicht haben, werdende Mütter und Personen, bei denen Krampfadern in der Familie vorkommen.
Symptome
- Plötzlich stark angeschwollenes, hartes und sehr schmerzhaftes Bein – das kann ein Zeichen für ein Blutgerinnsel (Thrombose) sein.
- Starke Brustschmerzen oder Atemnot zusammen mit einem geschwollenen Bein – das kann auf ein Blutgerinnsel in der Lunge hindeuten.
- Aktive Blutung aus einer Krampfader, die sich nicht stoppen lässt.
- ⚠Zeichen einer Entzündung: Rötung, Wärme, starke Schmerzen oder Fieber
- ⚠Eine Hautstelle, die sich verfärbt und zunehmend schmerzt
- ⚠Aufgeplatzte, nässende oder offene Stelle an der Krampfader
- ⚠Plötzliche starke Schwellung nur in einem Bein
Häufige Symptome
- Sichtbar erweiterte, bläulich schimmernde, geschlängelte Venen an den Beinen
- Schwere-, Spannungs- oder Druckgefühl in den Beinen
- Geschwollene Beine und Knöchel, besonders abends
- Schmerzen oder ein Gefühl von müden Beinen
- Juckreiz oder ein leichtes Brennen an den betroffenen Stellen
- Wadenkrämpfe, besonders nachts
- Rötungen oder Hautveränderungen im Bereich der Krampfadern
Ursachen
Hauptursachen
- Schwache Venenwände – manche Menschen haben sie von Geburt an
- Schäden an den Venenklappen – diese Klappen verhindern normalerweise, dass das Blut nach unten zurückfließt
- Erhöhter Druck in den Beinvenen, etwa durch langes Stehen oder Sitzen, Übergewicht oder Schwangerschaft
Risikofaktoren
- Alter – mit den Jahren werden Venenwände und Klappen anfälliger
- Familienvorgeschichte: Krampfadern in der Familie erhöhen das Risiko
- Geschlecht: Frauen sind häufiger betroffen
- Schwangerschaft – die Hormone und der erhöhte Druck begünstigen Krampfadern
- Langes Stehen oder Sitzen im Beruf
- Übergewicht, das die Beinvenen zusätzlich belastet
- Bewegungsmangel
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn das Bein plötzlich stark schmerzt, dick anschwillt und sich heiß anfühlt
- Wenn die Haut an der Krampfader aufbricht und blutet
- Wenn sich ein offenes Geschwür oder eine nässende Hautstelle bildet
- Wenn Sie Fieber und Rötung rund um eine Krampfader bemerken
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Beschwerden trotz Hochlegen der Beine und ausreichend Bewegung nicht besser werden
- Wenn Schwellungen regelmäßig auftreten und den Alltag stören
- Wenn Sie sich Sorgen um das Aussehen oder mögliche Folgen machen
- Wenn Sie auf Dauer viel stehen oder sitzen müssen und über Beinbeschwerden sprechen möchten
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt sieht sich Ihre Beine an, fragt nach Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte. Oft ist die Diagnose schon durch den Anblick und das Abtasten der Venen zu stellen.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschalluntersuchung (Duplexsonografie): Mit Schallwellen werden die Venen und die Richtung des Blutflusses sichtbar gemacht.
- Körperliche Untersuchung im Stehen und Liegen – dabei wird geprüft, wie stark die Venen gefüllt sind.
- Manchmal eine Venendruckmessung oder eine Röntgenuntersuchung der Venen, wenn der Arzt es für notwendig hält.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Meist ist keine besondere Vorbereitung nötig. Sie werden gebeten, die Beine frei zu machen. Die Untersuchung ist schmerzfrei. Beim Ultraschall führt eine Art Stab mit Gel über die Haut. Sie bekommen danach direkt eine Einschätzung und können Fragen stellen.
Behandlung
Die Behandlung von Krampfadern hat zum Ziel, Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Sie richtet sich danach, wie stark Ihre Beschwerden sind und ob bereits Hautveränderungen oder Blutgerinnsel aufgetreten sind. Meist steht zunächst die Selbstfürsorge im Vordergrund – mit komprimierenden Maßnahmen, Bewegung und Hochlegen der Beine.
Selbsthilfe zu Hause
- Legen Sie die Beine regelmäßig hoch – am besten so, dass die Füße über Herzhöhe liegen.
- Tragen Sie medizinische Kompressionsstrümpfe oder –strumpfhosen nach ärztlicher Verschreibung, wenn sie Ihnen empfohlen werden.
- Bewegen Sie sich regelmäßig: Gehen, Treppensteigen, Radfahren oder Schwimmen fördern den Blutfluss.
- Vermeiden Sie langes Stehen und langes Sitzen mit hängenden Beinen. Machen Sie öfter kleine Pausen und gehen Sie ein paar Schritte.
- Kühlen Sie die Beine bei Hitze oder Anstrengung mit kühlem Wasser oder einem feuchten Tuch.
- Achten Sie auf ein Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie zu Mitteln wie saftigen Cremes greifen – viele helfen nicht nachweislich.
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene schonende Verfahren, die je nach Befund infrage kommen. Dazu gehören Verödung von Krampfadern durch eine Injektion, Verfahren mit Laser oder Radiowellen, bei denen die Vene von innen verschlossen wird, sowie kleinere Operationen, bei denen betroffene Venen entfernt werden. Welches Verfahren für Sie geeignet ist, hängt von der Größe und Lage der Krampfadern ab. Ihr Arzt wird Sie ausführlich beraten. Medikamente wie Blutverdünner werden nur in bestimmten Situationen eingesetzt – nie ohne ärztliche Verordnung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt vor allem dann infrage, wenn andere Behandlungen nicht ausreichen, die Krampfadern sehr ausgeprägt sind oder bereits Beschwerden wie Hautgeschwüre oder wiederholte Entzündungen der Venen aufgetreten sind.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag hilft es, einfache Gewohnheiten einzubauen: Legen Sie beim Fernsehen die Beine hoch, wechseln Sie bei sitzender Tätigkeit immer wieder die Position, stellen Sie sich gelegentlich auf die Zehen und wieder ab. Tragen Sie bequeme Schuhe und enge Kleidung vermeiden – vor allem an Taille und Beinen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung – mindestens 30 Minuten an den meisten Tagen der Woche.
- Gewicht im normalen Bereich halten – das entlastet die Beinvenen.
- Ausreichend trinken, am besten Wasser oder ungesüßte Getränke, damit das Blut gut flüssig bleibt.
- Verzichten Sie auf langes, intensives Sonnenbaden, denn Hitze lässt die Venen stärker hervortreten.
- Ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten unterstützt die Gefäßgesundheit.
- Fußgymnastik oder Venentraining in Wasser – Wasser übt von außen Druck aus und erleichtert den Blutrückstrom zum Herzen.
Ernährung und Bewegung
Bewegung ist besonders wichtig: Gehen, Wandern, Radfahren und Schwimmen eignen sich sehr gut. Auch gezielte Beinübungen im Sitzen oder Liegen können helfen. Achten Sie auf eine Kost mit viel Ballaststoffen – eine gute Verdauung vermeidet Pressen bei Verstopfung, was den Druck in den Bauchvenen und damit in den Beinvenen erhöhen würde.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Krampfadern können nicht nur körperlich belasten, sondern auch das Selbstwertgefühl beeinträchtigen. Manche Menschen schämen sich für die sichtbaren Venen oder sorgen sich um die Zukunft. Es ist wichtig, darüber zu sprechen – mit vertrauten Personen oder einer Ärztin beziehungsweise einem Arzt. Auch wenn die Venen nicht immer verschwinden, können die Beschwerden deutlich gebessert werden.
Vorbeugung
Man kann Krampfadern nicht immer verhindern, aber man kann viel tun, um Schübe seltener und milder zu machen: regelmäßig bewegen, lange Stand- und Sitzphasen unterbrechen, die Beine hochlegen und Normgewicht halten. Auch Kompressionsstrümpfe, die bereits frühzeitig getragen werden, können das Fortschreiten bremsen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Entzündung einer oberflächlichen Vene (Thrombophlebitis) – die Vene wird schmerzhaft, rot und verhärtet sich.
- Hautveränderungen: Ekzeme, braune Verfärbungen oder Verdickung der Haut.
- Offenes Bein (Ulcus cruris) – eine schlecht heilende Wunde am Unterschenkel, die entsteht, wenn die Haut über längere Zeit nicht genug versorgt wird.
- Blutung aus einer oberflächlich gelegenen Krampfader – das kann passieren, wenn die Haut sehr dünn ist.
- In seltenen Fällen kann sich ein Blutgerinnsel in einer tiefen Beinvene bilden (tiefe Venenthrombose) – das ist ein Notfall.
Langzeitprognose
Mit einer guten Behandlung und regelmäßigen Maßnahmen lassen sich Krampfadern-Beschwerden meist deutlich bessern. Die meisten Menschen können damit gut leben. Auch wenn Krampfadern nicht immer vollständig verschwinden: Die Symptome lassen sich lindern und Folgen wie Hautschäden verhindern, wenn man frühzeitig etwas tut. Eine Ärztin oder ein Arzt kann Sie dabei gut begleiten.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie e.V. · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.