Kreislaufrisiko senken – So bleiben Ihre Gefäße gesund
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Unser Kreislauf transportiert Blut durch den Körper und versorgt Organe und Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen. Von einem Kreislaufrisiko spricht man, wenn Gefäße durch Ablagerungen, Verengungen oder Blutgerinnsel geschädigt sind. Das Risiko lässt sich aber oft senken – mit einem gesunden Lebensstil und regelmäßigen Checks.
Wichtige Fakten
- Durchblutungsstörungen entstehen häufig über Jahre und bleiben lange unbemerkt.
- Die wichtigsten Risikofaktoren sind Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und Diabetes.
- Regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung können das Risiko deutlich verringern.
Ja, Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören in Deutschland zu den häufigsten Krankheiten. Viele davon ließen sich durch Früherkennung und Lebensstiländerung vermeiden.
Betroffen sind vor allem ältere Menschen. Aber auch jüngere Erwachsene können ein erhöhtes Risiko haben, wenn sie rauchen, sich wenig bewegen oder eine erbliche Vorbelastung haben.
Symptome
- Starke Schmerzen oder ein starkes Engegefühl in der Brust, die länger als 5 Minuten anhalten
- Plötzliche Schwäche oder Taubheit in Gesicht, Arm oder Bein, besonders auf einer Seite
- Plötzliche Atemnot, Sprach- oder Sehstörungen
- Schwindelgefühl mit Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit
- ⚠Neue oder zunehmende Schmerzen in den Beinen beim Gehen oder in Ruhe
- ⚠Ein geschwollenes, gerötetes und überwärmtes Bein – möglicherweise ein Hinweis auf ein Blutgerinnsel
- ⚠Eine schlecht heilende Wunde, die sich dunkel verfärbt oder stark nässt
Häufige Symptome
- Schmerzen in den Waden beim Gehen, die in Ruhe nachlassen
- Kalte Füße oder Hände
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Extremitäten
- Verlangsamt heilende Wunden am Unterschenkel oder Fuß
Symptome bei Kindern
- Durchblutungsstörungen sind bei Kindern selten. Bei Warnzeichen wie auffälliger Blässe oder blauen Lippen sollte ein Arzt hinzugezogen werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Müdigkeit und Schwäche beim Gehen
- Gleichgewichtsprobleme durch mangelnde Durchblutung
- Verschlechterung bestehender Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck
Ursachen
Hauptursachen
- Atherosklerose – auch Arterienverkalkung genannt: Fett- und Kalkablagerungen verengen die Gefäße
- Blutgerinnsel, die ein Gefäß plötzlich verschließen
- Entzündungen der Gefäßwände, die die Durchblutung beeinträchtigen
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Blutdruck
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)
- Diabetes mellitus
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Ungesunde Ernährung mit viel Salz, Zucker und industriell verarbeiteten Lebensmitteln
- Erbliche Vorbelastung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich starke Schmerzen in der Brust, Atemnot oder Lähmungserscheinungen bemerken, rufen Sie sofort die 112.
- Bei einem geschwollenen, heißen oder schmerzenden Bein sollten Sie noch am selben Tag medizinische Hilfe suchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie zur Risikogruppe gehören – etwa wegen Bluthochdruck, Diabetes oder Rauchen – lassen Sie einmal im Jahr Blutdruck, Blutzucker und Blutfette überprüfen.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Krankheitsbildern in der Familie, klärt Ihre Beschwerden und misst Blutdruck und Puls. Es gibt einfache Untersuchungen, um die Durchblutung zu prüfen. In Deutschland richten sich Ärzte dabei unter anderem nach Leitlinien der AWMF.
Mögliche Untersuchungen
- Messung des Knöchel-Arm-Index: Vergleich des Blutdrucks am Knöchel mit dem am Arm
- Ultraschalluntersuchung der Gefäße, auch Duplexsonografie genannt
- Blutuntersuchung zur Bestimmung von Blutfetten, Blutzucker und Entzündungswerten
- In besonderen Fällen eine Angiografie (Röntgen mit Kontrastmittel)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Untersuchungen sind schmerzfrei und ohne besondere Vorbereitung. Sie erhalten nach der Auswertung einen persönlichen Plan, was Sie selbst tun können und ob weitere Schritte nötig sind.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, das Fortschreiten von Gefäßschäden zu stoppen und Beschwerden zu lindern. Im Vordergrund stehen Lebensstiländerungen und die Behandlung von Grunderkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes.
Selbsthilfe zu Hause
- Mit dem Rauchen aufhören – das ist der wichtigste einzelne Schritt
- Sich regelmäßig bewegen, zum Beispiel zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen
- Gesund essen mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und ungesättigten Fetten
- Stress reduzieren und für ausreichend Schlaf sorgen
Medizinische Behandlungen
Ärztinnen und Ärzte können Medikamente verschreiben, die den Blutdruck senken, die Blutfette verbessern oder die Blutgerinnung beeinflussen. Auch Medikamente zur Blutzuckerkontrolle können Teil der Therapie sein. Welche Behandlung im Einzelnen sinnvoll ist, hängt von der persönlichen Situation ab.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn eine starke Verengung oder ein Verschluss nicht anders behandelt werden kann, gibt es Eingriffe wie eine Gefäßerweiterung (Ballonkatheter), das Einsetzen einer Stütze (Stent) oder eine Bypass-Operation. Eine Gefäßspezialistin oder ein Gefäßspezialist berät individuell.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie bereits eine Durchblutungsstörung haben, ist es wichtig, gut auf Ihren Körper zu achten. Nehmen Sie verordnete Medikamente regelmäßig ein und gehen Sie zu Kontrollterminen. Hören Sie bei Schmerzen auf Ihren Körper und gönnen Sie sich Pausen.
Tipps für den Alltag
- Rauchen vermeiden und passivem Rauch aus dem Weg gehen
- Auf ein gesundes Körpergewicht achten
- Bewegung in den Alltag einbauen, zum Beispiel Treppen steigen oder kurze Spaziergänge
- Alkohol nur in Maßen trinken
- Auf die Füße achten: Sie regelmäßig kontrollieren, gut pflegen und passende Schuhe tragen
Ernährung und Bewegung
Empfohlen wird eine abwechslungsreiche, überwiegend pflanzliche Ernährung mit wenig rotem Fleisch und Salz. Ideal sind täglich mindestens 30 Minuten Bewegung, die Sie gut aushalten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, bevor Sie ein neues Trainingsprogramm beginnen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer Gefäßerkrankung kann verunsichern und Ängste auslösen. Das ist normal. Suchen Sie sich Unterstützung bei Menschen, denen Sie vertrauen, und scheuen Sie sich nicht, auch psychische Belastungen beim Arzt anzusprechen.
Vorbeugung
Ja, zu einem großen Teil. Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken – selbst wenn bereits erste Anzeichen vorhanden sind. Früherkennung und Behandlung von Risikofaktoren sind entscheidend.
Impfungen
Lassen Sie sich zu empfohlenen Impfungen beraten, etwa gegen Grippe und COVID-19. Infekte können den Kreislauf zusätzlich belasten.
Früherkennungsprogramme
Lassen Sie regelmäßig Blutdruck, Blutzucker und Blutfette in Ihrer Hausarztpraxis kontrollieren – gerade wenn in Ihrer Familie Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekannt sind.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt
- Schlaganfall
- Dauerhafte Schäden an den Beinen bis hin zur Amputation
- Eingeschränkte Nierenfunktion oder Nierenversagen
Langzeitprognose
Mit einer guten Behandlung und eigenem Engagement lässt sich das Risiko für Komplikationen oft erheblich senken. Viele Menschen mit Durchblutungsstörungen führen ein aktives, erfülltes Leben. Der Schlüssel ist, dranzubleiben und sich Unterstützung zu holen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.