Gute Durchblutung auf Reisen: Tipps für Herz und Kreislauf
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Auf langen Reisen mit längerem Sitzen – zum Beispiel im Flugzeug, Bus oder Auto – verlangsamt sich der Blutfluss in den Beinen. Das Blut kann sich in den Venen stauen und zu geschwollenen Knöcheln oder müden, schweren Beinen führen. In seltenen Fällen kann sich ein Blutgerinnsel (Thrombose) bilden. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich das gut vermeiden. Auch Menschen mit Herz- oder Kreislauferkrankungen können mit guter Vorbereitung sicher verreisen.
Wichtige Fakten
- Bewegung ist der beste Schutz: Stehen Sie auf, gehen Sie ein paar Schritte und machen Sie Fußübungen.
- Trinken Sie ausreichend Wasser, meiden Sie Alkohol und zu viel Koffein.
- Sprechen Sie vor einer langen Reise mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie Herz- oder Venenprobleme haben.
Viele Menschen bekommen auf langen Flügen oder Busfahrten geschwollene Füße oder schwere Beine. Das ist meist harmlos und verschwindet nach der Reise. Blutgerinnsel durch Reisen sind seltener, kommen aber vor.
Bereits jede und jeder kann bei langen Reisen vorbeugen. Ein höheres Risiko haben Menschen mit Krampfadern, Herzschwäche, Übergewicht, in der Schwangerschaft, sowie ältere Menschen und alle, die kürzlich operiert wurden oder schon einmal eine Thrombose hatten.
Symptome
- Rufen Sie sofort die 112 bei plötzlicher Atemnot oder Kurzatmigkeit.
- Rufen Sie sofort die 112 bei Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust.
- Rufen Sie sofort die 112 bei Bluthusten.
- Rufen Sie sofort die 112 bei Ohnmacht oder Beinahe-Ohnmacht.
- Rufen Sie sofort die 112 bei plötzlicher Lähmung oder Taubheit einer Körperseite.
- Rufen Sie sofort die 112 bei kalter, blasser oder bläulicher Haut an einem Bein oder Arm mit starken Schmerzen.
- ⚠Anhaltende Schwellung eines Beins mit Schmerzen oder Überwärmung
- ⚠Rötung oder Verhärtung an einer Stelle des Beins
- ⚠Neu aufgetretene, starke Schmerzen in der Wade
- ⚠Sichtbare, neu entstandene oder veränderte Krampfadern mit Beschwerden
Häufige Symptome
- Geschwollene Knöchel oder Füße
- Schwere, müde Beine
- Spannungsgefühl oder Druck in den Beinen
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl
- Wadenkrämpfe
Symptome bei Kindern
- Geschwollene Beine oder Füße
- Klagen über Schmerzen in den Beinen
- Unruhe und Unwohlsein bei langem Sitzen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Stärkere Knöchelschwellungen
- Schwere, schmerzende Beine
- Verstärkte Krampfadern oder neue Hautverfärbungen
- Verstärkte Symptome einer bestehenden Herzschwäche
Ursachen
Hauptursachen
- Langes Sitzen ohne Bewegung, zum Beispiel auf langen Flügen oder Fahrten
- Enge Sitzposition, die den Blutfluss behindert
- Zu wenig Flüssigkeit, Alkohol oder koffeinhaltige Getränke
- Vorerkrankungen wie Krampfadern oder Herzschwäche
Risikofaktoren
- Frühere Thrombose oder Lungenembolie
- Schwangerschaft oder Wochenbett
- Übergewicht
- Rauchen
- Hormonelle Verhütung oder Hormonersatztherapie
- Krampfadern
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
- Kürzliche Operation oder Verletzung
- Höheres Lebensalter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn ein Bein plötzlich schmerzt, anschwillt und sich warm anfühlt – das kann ein Zeichen für eine Thrombose sein.
- Wenn Sie nach der Reise Atemnot oder Brustschmerzen bekommen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie eine längere Reise planen und Herz-, Kreislauf- oder Venenerkrankungen haben.
- Wenn Sie schon einmal eine Thrombose hatten oder in der Familie gehäuft Thrombosen vorkommen.
Diagnose
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fragt Sie nach Ihren Symptomen, Ihrer Reise und Ihren Risikofaktoren. Danach untersucht sie oder er Ihre Beine, zum Beispiel auf Schwellungen, Druckstellen und Hautveränderungen.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch und körperliche Untersuchung
- Ultraschall der Beinvenen (zeigt, ob ein Blutgerinnsel vorliegt)
- Bluttest auf D-Dimere (kann Hinweise auf eine Thrombose geben)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert meist nicht lange. Wenn möglich, gehen Sie bereits mit dem Verdacht auf eine Thrombose nicht erst nach Hause, sondern direkt zu einer Ärztin oder in die Notaufnahme.
Behandlung
Die Behandlung hängt davon ab, ob nur eine harmlose Schwellung vorliegt oder sich wirklich ein Blutgerinnsel gebildet hat. In jedem Fall gilt: Je früher gehandelt wird, desto besser.
Selbsthilfe zu Hause
- Stehen Sie regelmäßig auf und gehen Sie ein paar Schritte im Gang oder am Rastplatz.
- Machen Sie Fußübungen: Fußspitzen anziehen, Kreise drehen, Fersen aufsetzen.
- Trinken Sie über den Tag verteilt ausreichend Wasser oder ungesüßte Getränke.
- Vermeiden Sie Alkohol und starken Kaffee.
- Tragen Sie bequeme Kleidung und Schuhe, die nicht einengen.
- Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Kompressionsstrümpfe für Sie sinnvoll sind.
Medizinische Behandlungen
Wenn eine Thrombose festgestellt wird, verschreibt die Ärztin oder der Arzt Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen (Blutverdünner). Außerdem kommen meist Kompressionsstrümpfe zum Einsatz. Die Behandlung wird immer individuell geplant und überwacht.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in sehr seltenen Fällen nötig, zum Beispiel bei einer besonders schweren Form der Thrombose, die andere Maßnahmen nicht ausreichend behandeln. Ihr medizinisches Team berät Sie dazu.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie Ihre Reise so, dass Sie sich regelmäßig bewegen können. Buchen Sie wenn möglich einen Gangplatz oder planen Sie Pausen bei Autofahrten. Bewahren Sie wichtige Gesundheitsdokumente, Medikamente und Kompressionsstrümpfe im Handgepäck auf.
Tipps für den Alltag
- Bleiben Sie im Alltag aktiv – regelmäßiges Gehen, Treppensteigen und moderater Sport verbessern die Durchblutung.
- Wenn Sie rauchen, suchen Sie Unterstützung für den Ausstieg.
- Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht und regelmäßige ärztliche Kontrollen.
Ernährung und Bewegung
Essen Sie ausgewogen und trinken Sie vor und während der Reise ausreichend. Vermeiden Sie üppige Mahlzeiten unmittelbar vor der Reise. Geeignete Bewegungen sind zügiges Gehen, Schwimmen, Radfahren und auch einfache Fuß- und Wadenübungen im Sitzen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Sorgen oder Ängste vor einer Reise sind verständlich, insbesondere wenn das Herz oder die Venen betroffen sind. Reden Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Eine gute Vorbereitung gibt Sicherheit und hilft, die Reise zu genießen.
Vorbeugung
Ja, vieles lässt sich verhindern. Regelmäßige Bewegung, ausreichend Trinken, lockere Kleidung und das Vermeiden von langem, stillem Sitzen sind die wichtigsten Maßnahmen.
Impfungen
Für die Durchblutung gibt es keine speziellen Impfungen. Achten Sie dennoch darauf, dass Ihr allgemeiner Impfschutz vor Reisen aktuell ist.
Früherkennungsprogramme
Lassen Sie sich bei erhöhtem Risiko für Thrombosen vor einer langen Reise ärztlich beraten. Ihr Arzt kann gemeinsam mit Ihnen entscheiden, ob Kompressionsstrümpfe oder vorübergehende Maßnahmen sinnvoll sind.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine Beinvenenthrombose kann sich durch ein geronnenes Blutgerinnsel verschlimmern.
- Das Gerinnsel kann sich lösen und in die Lunge wandern (Lungenembolie) – das ist ein Notfall.
- Nach einer Thrombose kann ein Postthrombotisches Syndrom entstehen, mit dauerhaft geschwollenen Beinen und Hautveränderungen.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Mit frühzeitiger Erkennung und richtiger Behandlung ist die Prognose in der Regel sehr gut. Viele Thrombosen heilen ohne Spätfolgen aus. Und mit den richtigen Vorbeugungsmaßnahmen sind lange Reisen für die meisten Menschen unbedenklich.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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