Ödeme (Wassereinlagerungen): Tipps für den Alltag bei Herz und Kreislauf
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Ödem ist eine Schwellung, die durch eingelagertes Wasser im Gewebe entsteht. Bei einer Herzerkrankung pumpt das Herz oft nicht kräftig genug. Dadurch staut sich Blut zurück, und Flüssigkeit tritt in die Umgebung aus – zum Beispiel in die Beine, Knöchel oder Füße.
Wichtige Fakten
- Ödem bedeutet ‚Schwellung durch Wasser im Gewebe‘.
- Bei Herzschwäche ist das Herz nicht stark genug, das Blut richtig durch den Körper zu pumpen, daher staut sich Flüssigkeit.
- Mit Bewegung, Hochlagern der Beine und salzarmer Ernährung lassen sich Beschwerden oft spürbar lindern.
Ja, Ödeme sind ein häufiges Zeichen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Vor allem Menschen mit Herzschwäche kennen geschwollene Beine. Auch viele ältere Menschen sind betroffen.
Ödeme kommen besonders bei Menschen mit Herzschwäche vor. Auch Personen mit Nierenschwäche, Venenleiden oder Lebererkrankungen können Wassereinlagerungen entwickeln. Mit zunehmendem Alter und bei Bewegungsmangel steigt das Risiko.
Symptome
- Plötzliche starke Atemnot, auch ohne körperliche Anstrengung
- Schmerzen oder Druckgefühl in der Brust, die länger als 5 Minuten anhalten
- Kollaps oder Bewusstlosigkeit
- Bläuliche Verfärbung der Lippen oder Fingerspitzen
- ⚠Atemnot, die beim Hinlegen auftritt oder sich verschlimmert
- ⚠Schnelle Gewichtszunahme über mehrere Kilogramm innerhalb von 1 bis 2 Tagen
- ⚠Schwellung, die sich auf den Oberschenkel oder das Gesicht ausbreitet
- ⚠Nur ein Bein ist geschwollen, zusätzlich mit Schmerzen und Rötung – das kann ein Zeichen für eine Thrombose sein
Häufige Symptome
- Schwellungen an Füßen, Knöcheln und Unterschenkeln, die bei Druck eine Delle hinterlassen
- Spannungsgefühl oder Schweregefühl in den Beinen
- Haut glänzt und fühlt sich kühl an
- Zunahme des Körpergewichts durch eingelagertes Wasser
- Die Schwellung wird im Tagesverlauf stärker, besonders nach langem Sitzen oder Stehen
Symptome bei Kindern
- Schwellungen im Gesicht, besonders an den Augenlidern
- Auch Hände und Füße können anschwellen
- Weniger Urin als sonst oder dunkel verfärbter Urin
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ödeme an beiden Unterschenkeln, Dellen bleiben nach Fingerdruck sichtbar
- Die Haut ist dünn und kann leichter einreißen
- Durch eingeschränkte Beweglichkeit nehmen Schwellungen schneller zu
Ursachen
Hauptursachen
- Herzschwäche: Die Pumpkraft des Herzens ist vermindert.
- Nierenschwäche: Der Körper scheidet zu wenig Wasser aus.
- Chronische Venenschwäche: Die Venenklappen arbeiten nicht mehr richtig.
- Langes Sitzen oder Stehen, durch das das Blut schwer aus den Beinen zurückfließt.
- Sehr salzreiche Ernährung: Salz bindet Wasser im Gewebe.
Risikofaktoren
- Alter über 65 Jahre
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Hoher Blutdruck
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Schwellung innerhalb weniger Tage deutlich größer wird
- Wenn nur ein Bein geschwollen ist und schmerzt
- Wenn Fieber oder Rötung an der geschwollenen Stelle auftritt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihre Beine regelmäßig anschwellen und die Schwellung nachts nicht zurückgeht
- Wenn Sie trotz gesundem Lebensstil zunehmend Wassereinlagerungen bemerken
- Wenn Sie bereits Herzmedikamente einnehmen und neue Beschwerden auftreten
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt beginnt mit einem Gespräch über Ihre Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung. Dabei schaut er oder sie sich die geschwollenen Stellen genau an und drückt leicht auf die Haut, um zu prüfen, ob sich Dellen bilden. Danach sucht er nach der Ursache – zum Beispiel im Herzen oder in den Nieren.
Mögliche Untersuchungen
- Blutdruckmessung und Pulskontrolle
- Blutuntersuchung auf Nieren- und Herzwerte
- Ultraschall des Herzens (Echokardiografie)
- Ultraschall der Beinvenen
- Urinuntersuchung zur Kontrolle der Nierenfunktion
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Untersuchungen werden im Sitzen oder Liegen durchgeführt und sind schmerzlos. Sie dauern meist etwa 30 Minuten. Im Anschluss besprechen Sie in Ruhe die Ergebnisse und die nächsten Schritte.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Ödeme. Das Ziel ist, die überschüssige Flüssigkeit loszuwerden und das Herz zu entlasten. In Deutschland orientieren sich Ärztinnen und Ärzte dabei an den aktuellen Leitlinien der Fachgesellschaften. Neben ärztlichen Maßnahmen können Sie im Alltag selbst viel dazu beitragen.
Selbsthilfe zu Hause
- Beine hochlegen – am besten so, dass die Füße etwas über der Herzhöhe liegen
- Fußgymnastik machen: Füße kreisen, Waden anspannen und wieder lösen
- Kompressionsstrümpfe tragen, wenn sie verordnet wurden – am besten morgens beim Anziehen
- Salzarm essen: Fertiggerichte, Chips und stark gesalzene Snacks meiden
- Übergewicht abbauen, wenn vorhanden
- Sich regelmäßig wiegen und das Gewicht notieren
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache werden entwässernde Medikamente eingesetzt, die die Nieren anregen, mehr Wasser auszuscheiden. Auch Medikamente, die das Herz stärken oder den Blutdruck senken, können Teil der Behandlung sein. Die Auswahl erfolgt immer individuell und wird regelmäßig ärztlich kontrolliert. Nehmen Sie niemals Medikamente auf eigene Faust ein, sondern nur nach Anweisung und Rücksprache mit Ihrem medizinischen Team.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn zum Beispiel eine verkalkte Herzklappe oder stark verengte Gefäße die Ödeme verursachen, kann ein Eingriff helfen. Dies wird erst nach genauer Diagnose besprochen. Nur wenige Menschen mit Ödemen benötigen eine Operation – in den meisten Fällen lässt sich mit Medikamenten und Bewegung viel erreichen.
Leben mit der Erkrankung
Führen Sie am besten ein Flüssigkeitstagebuch: Wiegen Sie sich jeden Morgen nach dem Aufstehen. So merken Sie schnell, ob Ihr Körper Wasser einlagert. Planen Sie über den Tag verteilt kleine Pausen ein, in denen Sie die Beine hochlegen. Beobachten Sie Ihren Körper, aber machen Sie sich nicht ständig Sorgen – mit den richtigen Gewohnheiten lässt sich viel erreichen.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich an 5 bis 6 Tagen pro Woche mindestens 15 bis 30 Minuten
- Kurze Bewegungseinheiten sind besser als gar keine – hören Sie auf Ihren Körper
- Vermeiden Sie langes Stehen und langes Sitzen in einem Stück
- Schlafen Sie mit leicht erhöhten Beinen, zum Beispiel mit einem Kissen unter der Matratze
- Stress abbauen: Atemübungen, Spaziergänge oder Musik hören
Ernährung und Bewegung
Trinken Sie ausreichend, aber halten Sie sich an die Flüssigkeitsmenge, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt. Eine herzgesunde Ernährung mit Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und wenig Salz unterstützt die Behandlung. Gut geeignet sind Ausdauersportarten wie Schnellgehen, Radfahren oder Wassergymnastik, weil sie den Kreislauf anregen und die Gelenke schonen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Das Leben mit einer Herzkrankheit und sichtbaren Wassereinlagerungen kann verunsichern und niedergeschlagen machen. Sie sind damit nicht allein, und es ist ganz normal, sich manchmal ängstlich zu fühlen. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, Angehörigen oder Menschen in Selbsthilfegruppen. Auch eine psychologische Beratung kann sehr helfen. Wenn Sie in einer Krise stecken und Gedanken ans Nicht-mehr-leben-Wollen haben, wenden Sie sich sofort an die Telefonseelsorge oder eine nahe Vertrauensperson – Sie haben Unterstützung verdient.
Vorbeugung
Ödeme lassen sich nicht immer vollständig verhindern, weil die Ursache oft eine bestehende Herzerkrankung ist. Aber ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung, bewusster Ernährung und Kontrolle des Blutdrucks kann das Risiko senken und dafür sorgen, dass Beschwerden seltener auftreten.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen beim Hausarzt – zum Beispiel ab 35 Jahren – können frühe Anzeichen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkennen. Wer bereits Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes hat, sollte die Kontrolltermine unbedingt wahrnehmen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Anhaltende Schwellungen können die Haut schädigen und zu schwer heilenden Wunden führen
- Eine Hautinfektion (Wundrose) kann sich ausbreiten und benötigt ärztliche Behandlung
- Flüssigkeit kann sich in der Lunge ansammeln und zu Atemnot führen – das ist ein Notfall
Langzeitprognose
Mit einer guten Behandlung, angepassten Medikamenten und einem bewussten Alltag lassen sich Ödeme bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen meist gut beeinflussen. Viele Menschen erleben deutlich weniger Beschwerden und behalten eine gute Lebensqualität. Es gibt heute viele Möglichkeiten, Sie sind also keineswegs auf sich allein gestellt.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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