Wassereinlagerungen verhindern: Das hilft Herz und Kreislauf
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Wassereinlagerung (Ödem) ist eine Schwellung, die entsteht, wenn sich Flüssigkeit im Gewebe ansammelt. Das passiert oft in den Beinen, Knöcheln oder Füßen. Bei Herz- und Kreislauferkrankungen kann das Herz das Blut nicht mehr kräftig genug durch den Körper pumpen, wodurch Flüssigkeit in das Gewebe austritt.
Wichtige Fakten
- Ödeme sind kein eigenes Krankheitsbild, sondern ein Zeichen, dass im Körper etwas nicht stimmt.
- Bei Herzschwäche sind Wassereinlagerungen häufig – aber es gibt gute Behandlungen und Möglichkeiten, selbst etwas dagegen zu tun.
- Nicht jedes Ödem ist gefährlich. Nach langem Sitzen oder Stehen können auch gesunde Menschen kurzfristig geschwollene Füße bekommen.
Ja, Wassereinlagerungen sind häufig – besonders bei älteren Menschen und bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Schätzungsweise ein Viertel aller Menschen über 50 hat zumindest gelegentlich geschwollene Beine.
Wassereinlagerungen betreffen vor allem Menschen mit Herzschwäche, Venenschwäche oder Nierenerkrankungen. Auch Schwangere, Menschen mit Übergewicht und Personen, die viel sitzen oder stehen, sind häufiger betroffen.
Symptome
- Plötzliche Atemnot oder Kurzatmigkeit – vor allem in Ruhe oder beim Hinlegen.
- Starke Brustschmerzen oder Druckgefühl in der Brust.
- Schwellungen, die sehr schnell zunehmen, zum Beispiel innerhalb weniger Stunden an einem Bein.
- Kalte, blasse oder bläuliche Haut an einem Bein.
- ⚠Schwellung nur in einem Bein – vor allem mit Schmerzen, Wärmegefühl oder Rötung: Das kann ein Zeichen für eine Venenthrombose sein.
- ⚠Wassereinlagerungen, die trotz Hochlegen der Beine und weniger Salz stark zunehmen.
- ⚠Gleichzeitig auftretendes Fieber oder starke Schmerzen in der geschwollenen Region.
Häufige Symptome
- Schwellungen an den Füßen, Knöcheln oder Unterschenkeln, die nach dem Hochlegen der Beine oft zurückgehen.
- Eine glänzende, gespannte Haut an den geschwollenen Stellen.
- Das Gefühl von schweren, müden Beinen.
- Eine Gewichtszunahme innerhalb weniger Tage – durch eingelagertes Wasser.
Symptome bei Kindern
- Wassereinlagerungen bei Kindern sind selten. Wenn sie auftreten, zeigen sie sich oft als geschwollene Augenlider oder ein aufgedunsenes Gesicht, besonders nach dem Aufstehen. Bei Kindern sollte jede ungeklärte Schwellung zeitnah ärztlich abgeklärt werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen treten Ödeme häufig an den Beinen und Füßen auf. Die Haut ist dünner und das Bindegewebe schwächer, dadurch schwellen die Beine schneller an. Auch Medikamente und eingeschränkte Bewegung begünstigen Wassereinlagerungen.
Ursachen
Hauptursachen
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Das Herz pumpt zu schwach, das Blut staut sich und Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus.
- Venenschwäche: Die Venenklappen in den Beinen schließen nicht mehr richtig, das Blut kann nicht gut zum Herzen zurückfließen.
- Nierenerkrankungen: Die Nieren scheiden weniger Flüssigkeit und Salz aus, dadurch staut sich Wasser im Körper.
- Lebererkrankungen: Bei einer geschwächten Leber verändert sich der Eiweißgehalt im Blut, Flüssigkeit tritt leichter aus.
- Bestimmte Medikamente: Zum Beispiel Blutdrucksenker oder Schmerzmittel können Wassereinlagerungen fördern.
Risikofaktoren
- Langes Sitzen oder Stehen im Alltag.
- Hoher Salzkonsum, da Salz Wasser im Gewebe bindet.
- Übergewicht.
- Bewegungsmangel.
- Hitze und warmes Wetter.
- Bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sie haben das Gefühl, dass die Schwellung nachts oder beim Hinlegen stark zunimmt, und gleichzeitig tritt Husten oder Atemnot auf.
- Sie können das geschwollene Bein kaum bewegen oder haben starke Schmerzen.
- Ihre Leistungsfähigkeit lässt deutlich nach – zum Beispiel wenn Sie plötzlich keine Treppen mehr steigen können.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Schwellungen, die immer wieder auftreten und über mehrere Tage bestehen bleiben.
- Sie haben eine bekannte Herz-, Nieren- oder Venenerkrankung und bemerken neue oder größere Ödeme.
- Sie nehmen neue Medikamente ein und bekommen Wassereinlagerungen.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt wird zuerst ausführlich nach Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte fragen und die geschwollenen Stellen untersuchen. Dabei achtet er auch auf Hautveränderungen, Druckstellen und anhaltende Dellen nach Fingerdruck.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchungen, zum Beispiel auf Nierenwerte und bestimmte Herzwerte (wie das sogenannte BNP – ein Hinweis auf eine Herzschwäche).
- Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) und der Beingefäße (Duplexsonografie).
- Eine Urinuntersuchung, um Nierenprobleme zu erkennen.
- Ein EKG (Elektrokardiogramm), um die Herzfunktion zu prüfen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
In der Regel dauert die Untersuchung nicht lange. Manche Tests sind schmerzlos, wie Ultraschall und EKG. Möglicherweise müssen Sie vor einer Blutabnahme etwas trinken oder dürfen nichts essen – das wird Ihnen vorher gesagt. Sie bekommen die Ergebnisse meist in einem persönlichen Gespräch erklärt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Wassereinlagerung. Steht eine Herzschwäche dahinter, wird diese behandelt. Zusätzlich gibt es viele Maßnahmen, die Sie selbst ergreifen können, um das Wasser loszuwerden und weitere Einlagerungen zu verhindern.
Selbsthilfe zu Hause
- Beine hochlegen – am besten mit den Füßen über Herzhöhe für 10 bis 15 Minuten am Nachmittag.
- Waden und Füße öfter abwechselnd mit kühlem und warmem Wasser abzuduschen.
- Bewegung in den Alltag einbauen: regelmäßige Spaziergänge und lockere Gelenkübungen, um die Muskelpumpe in den Beinen zu aktivieren.
- Auf stark salzige Speisen verzichten – zum Beispiel Fertiggerichte, Chips oder gepökelte Wurst.
- Wenn Ihr Arzt Stützstrümpfe empfiehlt (medizinische Kompressionsstrümpfe), ziehen Sie diese regelmäßig an, vor allem bei langen Sitz- oder Stehphasen.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache werden Medikamente eingesetzt, die die Wasserausscheidung über die Nieren steigern (sogenannte Diuretika) oder andere Herz-Kreislauf-Mittel, die die Pumpleistung stärken und die Blutgefäße entlasten. Auch entwässernde Tees oder pflanzliche Präparate können bei leichten Ödemen unterstützend wirken – sprechen Sie vor der Anwendung immer mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur selten infrage. Zum Beispiel, wenn ein schwerer Herzklappenfehler oder eine Engstelle an den Beinarterien die Ursache ist. Dann wird mit einem kleinen Eingriff versucht, die Durchblutung zu verbessern und damit auch die Wassereinlagerung zu verringern.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag kann es helfen, ein kleines Tagebuch zu führen: Wiegen Sie sich regelmäßig zur gleichen Zeit und notieren Sie sichtbare Schwellungen. So bemerken Sie früh, ob sich die Wassereinlagerung verstärkt, und können beim Arzt vorsorglich davon erzählen.
Tipps für den Alltag
- Tägliche Bewegung ist ein wichtiger Baustein – bei Bedarf auch nur 10–15 Minuten Spaziergang am Stück.
- Bei sitzender Tätigkeit: jede Stunde einmal aufstehen und ein paar Schritte gehen oder die Füße auf- und abbewegen.
- Bei langen Flugreisen: viel Wasser trinken, gelegentlich aufstehen und die Beine vertreten.
- Weite Schuhe und lockere Kleidung tragen, um Stauungen nicht zu begünstigen.
Ernährung und Bewegung
Trinken Sie ausreichend: Auch wer viel sitzt, braucht genug Flüssigkeit. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Vollkornprodukten und wenig Salz. Ein bis zwei Liter Wasser oder ungesüßter Tee pro Tag sind für die meisten Menschen ein guter Richtwert. Leichtes Ausdauertraining, wie Schwimmen oder Radfahren, verbessert den Blutrückfluss aus den Beinen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ständig geschwollene Beine oder Füße können belasten und unsicher machen. Manche Menschen schämen sich oder fühlen sich in ihrem Bewegungsraum eingeschränkt. Es ist wichtig zu wissen: Sie sind mit diesem Problem nicht allein, und es gibt wirksame Hilfe. Wenn die seelische Belastung groß ist, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt – auch psychologische Unterstützung und Selbsthilfegruppen können sehr entlastend sein.
Vorbeugung
Nicht immer ist ein Ödem vermeidbar – besonders bei bestehender Herzschwäche. Aber Sie können Ihr Risiko senken: mit regelmäßiger Bewegung, salzarmer Ernährung, einem gesunden Körpergewicht und dem Vermeiden langer Sitz- und Stehphasen. Wer bereits Medikamente einnimmt, sollte diese unbedingt regelmäßig und wie verordnet nehmen und nicht eigenmächtig absetzen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine allgemeine Screening-Untersuchung für Wassereinlagerungen. Wenn Sie jedoch zu einer Risikogruppe gehören, zum Beispiel wegen Herz- oder Nierenerkrankungen, sind routinemäßige Kontrollen beim Arzt wichtig – dabei werden Blutdruck, Gewicht und Laborwerte regelmäßig überprüft.
Komplikationen
Unbehandelt
- Offene Wunden und Hautgeschwüre an den Unterschenkeln (sogenanntes Ulcus cruris).
- Hautinfektionen, zum Beispiel eine Wundrose.
- Verstärkte Bewegungseinschränkung und Muskelabbau.
- Bei Herzschwäche: Zunehmende Atemnot bis hin zu Wasseransammlungen in der Lunge – das ist ein Notfall und Sie sollten sofort den Notruf rufen (112).
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung lässt sich eine Wassereinlagerung in den Griff bekommen. Auch wenn die Grunderkrankung, zum Beispiel eine Herzschwäche, weiterbesteht, können Sie durch eigene Maßnahmen viel tun, um Lebensqualität und körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten. Offene Gespräche mit Ihrem Behandlungsteam geben Sicherheit – und die meisten Menschen fühlen sich schnell besser, wenn ein Behandlungsplan steht.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.