Folic acid before pregnancy
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Folsäure ist ein B-Vitamin, das der Körper braucht, um neue Zellen zu bilden. Vor und in der frühen Schwangerschaft hilft Folsäure, schwere Fehlbildungen des Gehirns und Rückenmarks beim Baby zu verhindern – sogenannte Neuralrohrdefekte (wie z. B. Spina bifida).
Wichtige Fakten
- Eine ausreichende Folsäurezufuhr vor und in den ersten Schwangerschaftswochen senkt das Risiko für Neuralrohrdefekte um bis zu 70 %.
- Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Frauen mit Kinderwunsch, täglich ein Folsäurepräparat einzunehmen.
- Auch eine folatreiche Ernährung (grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn) unterstützt die Versorgung.
Folsäuremangel ist in Deutschland bei Frauen im gebärfähigen Alter nicht selten. Viele nehmen zu wenig folatreiche Lebensmittel zu sich.
Betroffen sind alle Frauen mit Kinderwunsch oder im gebärfähigen Alter. Besonders wichtig ist eine ausreichende Versorgung vor der Empfängnis.
Symptome
- Bei Schwangeren: plötzliche starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Oberbauchschmerzen – das können Anzeichen einer Schwangerschaftskomplikation sein. Rufen Sie 112.
- ⚠Wenn Sie schwanger sind und bereits ein Kind mit Neuralrohrdefekt haben, sprechen Sie frühzeitig mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt über eine höhere Folsäuredosis.
Häufige Symptome
- Folsäuremangel verursacht bei der Mutter meist keine spürbaren Symptome.
Symptome bei Kindern
- Bei unzureichender Folsäureversorgung der Mutter kann das Baby einen Neuralrohrdefekt entwickeln – z. B. eine offene Wirbelsäule (Spina bifida) oder eine fehlende Hirnanlage (Anenzephalie).
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nicht relevant für das Thema vorgeburtliche Prävention.
Ursachen
Hauptursachen
- Eine unzureichende Zufuhr von Folsäure über die Nahrung.
- Ein erhöhter Bedarf in der Schwangerschaft, der nicht durch die Nahrung gedeckt wird.
Risikofaktoren
- Familienanamnese mit Neuralrohrdefekten.
- Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas).
- Diabetes mellitus.
- Einnahme von Medikamenten, die die Folsäureaufnahme beeinflussen (wie bestimmte Arzneimittel gegen Krampfanfälle).
- Rauchen, Alkoholkonsum.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Keine – die Folsäureeinnahme vor der Schwangerschaft ist kein Notfall.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sobald Sie eine Schwangerschaft planen, sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt über die Einnahme von Folsäure.
- Lassen Sie Ihren Folsäurespiegel im Blut bestimmen, falls Sie unsicher sind, ob Sie ausreichend versorgt sind.
Diagnose
Die Versorgung mit Folsäure kann durch eine Blutuntersuchung (Serumfolat, Erythrozytenfolat) beurteilt werden.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest zur Bestimmung der Folsäurekonzentration.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Blutabnahme ist einfach und schnell. Die Ergebnisse zeigen, ob Ihr Speicher gut gefüllt ist. In der Regel ist jedoch keine Testung vor der Schwangerschaft nötig – die Empfehlung lautet, vorbeugend ein Präparat einzunehmen.
Behandlung
Die Behandlung besteht in der Einnahme eines Folsäurepräparates, um den Bedarf zu decken. Die genaue Dosis richtet sich nach Ihrem Gesundheitszustand und Risikofaktoren. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin berät Sie dazu.
Selbsthilfe zu Hause
- Essen Sie folatreiche Lebensmittel: grünes Blattgemüse (Spinat, Grünkohl), Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen), Vollkornprodukte, Eier, Orangen.
- Beginnen Sie mindestens 4 Wochen vor der geplanten Schwangerschaft mit der täglichen Einnahme eines Folsäurepräparates.
- Nehmen Sie das Präparat am besten zu einer Mahlzeit ein, damit es besser aufgenommen wird.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Ihnen ein Folsäurepräparat empfehlen. Die übliche Dosis für die Prävention beträgt 400 Mikrogramm pro Tag – bei besonderen Risikofaktoren kann eine höhere Dosis erforderlich sein. Lassen Sie sich hierzu beraten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nicht erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Die tägliche Einnahme einer Folsäuretablette wird schnell zur Routine. Sie können sie gemeinsam mit anderen Vitaminen oder mit Ihrer Morgenroutine einnehmen.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit folatreichen Lebensmitteln.
- Verzichten Sie auf Alkohol und Nikotin, da diese die Folsäureaufnahme beeinträchtigen.
- Planen Sie die Schwangerschaft bewusst und sprechen Sie frühzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten liefert nicht nur Folsäure, sondern auch viele andere wichtige Nährstoffe. Bewegung an der frischen Luft tut gut und hilft, Stress abzubauen. Achten Sie auf ausreichend Schlaf.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Der Wunsch nach einem gesunden Kind kann Ängste auslösen. Die bewusste Vorbereitung auf die Schwangerschaft gibt Ihnen aber ein gutes Gefühl der Kontrolle. Bei ständiger Sorge können Gespräche mit der Hebamme oder einer psychologischen Beratungsstelle helfen.
Vorbeugung
Ja, Neuralrohrdefekte lassen sich durch eine ausreichende Folsäurezufuhr vor und in den ersten Schwangerschaftswochen sehr wirksam verhindern.
Impfungen
Nicht zutreffend.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne ausreichende Folsäurezufuhr steigt das Risiko für Neuralrohrdefekte beim Baby, wie Spina bifida (offener Rücken) oder Anenzephalie (fehlende Hirnanlage).
- Auch eine Frühgeburt oder ein niedriges Geburtsgewicht können häufiger auftreten.
Langzeitprognose
Mit der einfachen Maßnahme der täglichen Folsäureeinnahme können die meisten dieser schwerwiegenden Fehlbildungen verhindert werden. Die Prognose für Babys von Frauen, die rechtzeitig mit Folsäure beginnen, ist sehr gut.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
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