Handekzem vorbeugen: Gesundheitspersonal
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Handdermatitis ist eine entzündliche Hauterkrankung an den Händen. Sie tritt besonders häufig bei Menschen auf, die oft die Hände waschen oder Handschuhe tragen, wie zum Beispiel im Gesundheitswesen.
Wichtige Fakten
- Handdermatitis ist eine der häufigsten Berufskrankheiten bei Pflegekräften und Ärzten.
- Sie wird oft durch häufiges Händewaschen, Desinfektionsmittel und das Tragen von Handschuhen verursacht.
- Mit der richtigen Vorbeugung und Behandlung kann sie meist gut in den Griff bekommen werden.
Ja, Handdermatitis ist eine sehr häufige Hauterkrankung bei Beschäftigten im Gesundheitswesen. In Deutschland sind etwa 20–30% der Pflegekräfte betroffen.
Besonders betroffen sind Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, z.B. Krankenschwestern, Ärzte, Reinigungskräfte. Aber auch Friseure, Köche oder andere Berufe mit häufigem Hautkontakt zu Wasser oder Chemikalien sind gefährdet.
Symptome
- Wenn sich die Rötung plötzlich ausbreitet und starke Schmerzen auftreten
- Bei Fieber oder Schüttelfrost – das können Zeichen einer schweren Infektion sein
- Bei Eiterbildung oder starkem Austritt von Flüssigkeit aus den Bläschen
- ⚠Bei starken Schmerzen, die den Schlaf beeinträchtigen
- ⚠Wenn die Haut so rissig ist, dass Sie trotz Behandlung nicht arbeiten können
- ⚠Wenn die Handdermatitis sich auf andere Körperstellen ausbreitet
Häufige Symptome
- Trockene, rissige Haut an den Händen
- Rötung und Schuppung
- Juckreiz oder Brennen
- Bläschenbildung (kleine mit Flüssigkeit gefüllte Blasen)
- Schmerzhafte Einrisse in der Haut (Rhagaden)
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern, die im Gesundheitswesen arbeiten, ist Handdermatitis selten. Falls doch, zeigen sich die gleichen Symptome wie bei Erwachsenen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen heilt die Haut langsamer, und die Symptome können stärker ausgeprägt sein. Die Haut wird oft dünner und trockener.
Ursachen
Hauptursachen
- Häufiges Händewaschen und Desinfizieren (wäscht die natürlichen Fette der Haut weg)
- Tragen von Handschuhen über längere Zeit (schweißtreibend und reizend)
- Kontakt mit hautreizenden Stoffen wie Seifen, Desinfektionsmitteln oder Reinigungsmitteln
- Allergische Reaktion auf Latex, Duftstoffe oder andere Substanzen in Handschuhen oder Pflegeprodukten
Risikofaktoren
- Vorgeschichte von Neurodermitis oder anderen Hauterkrankungen
- Häufige nasse Arbeit (Handarbeit, bei der die Hände oft nass sind)
- Verwendung von aggressiven Reinigungsmitteln ohne ausreichenden Schutz
- Unzureichendes Eincremen der Hände nach dem Waschen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Anzeichen einer Infektion: Rötung breitet sich aus, Schwellung, Eiter, Fieber
- Wenn Sie starke Schmerzen haben oder die Haut tief eingerissen ist
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Hautveränderungen länger als zwei Wochen anhalten
- Wenn der Juckreiz so stark ist, dass er Ihren Schlaf oder die Arbeit beeinträchtigt
- Wenn Sie befürchten, dass eine Allergie dahintersteckt
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin wird Ihre Hände genau untersuchen und Sie nach Ihren Arbeitsbedingungen und Hautpflegegewohnheiten fragen. Oft reicht die Untersuchung für eine Diagnose.
Mögliche Untersuchungen
- Patch-Test (Allergietest auf der Haut, um Kontaktallergien zu finden)
- Hautabstrich bei Verdacht auf Infektion (um Bakterien oder Pilze nachzuweisen)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel einfach und schmerzfrei. Sie werden wahrscheinlich zu einem Hautarzt überwiesen, wenn der Verdacht auf eine Allergie besteht oder die Behandlung nicht anschlägt.
Behandlung
Die Behandlung von Handdermatitis zielt darauf ab, die Haut zu beruhigen und die Entzündung zu lindern. Wichtig ist, die auslösenden Reize zu vermeiden und die Haut konsequent zu pflegen.
Selbsthilfe zu Hause
- Verwenden Sie lauwarmes Wasser statt heißem Wasser zum Händewaschen.
- Bevorzugen Sie alkoholische Händedesinfektionsmittel statt Seife, wenn die Hände nicht sichtbar verschmutzt sind.
- Tragen Sie Baumwollhandschuhe unter Plastik- oder Latexhandschuhen, um die Haut vor Feuchtigkeit zu schützen.
- Cremen Sie Ihre Hände nach jedem Waschen oder Desinfizieren mit einer rückfettenden Creme ein.
- Vermeiden Sie parfümierte Seifen oder Lotionen.
Medizinische Behandlungen
Wenn die Selbstpflege nicht ausreicht, kann der Arzt oder die Ärztin entzündungshemmende Cremes oder Salben verschreiben, die Kortison oder andere Wirkstoffe enthalten. In schweren Fällen gibt es auch Lichttherapie oder andere Behandlungen, die ein Spezialist durchführt.
Leben mit der Erkrankung
Handdermatitis erfordert eine konsequente tägliche Pflege. Sie sollten Ihre Hände immer nach dem Waschen eincremen, auch nachts mit einer reichhaltigen Creme. Im Berufsalltag ist es wichtig, die vorgeschriebenen Handschuhe zu tragen und die Hände nicht unnötig nass zu machen.
Tipps für den Alltag
- Tragen Sie bei der Arbeit die richtigen Handschuhe (z.B. Nitrilhandschuhe statt Latex bei Allergieverdacht).
- Vermeiden Sie unnötiges Händewaschen – verwenden Sie lieber Desinfektionsmittel.
- Schützen Sie Ihre Hände im Winter mit Handschuhen vor Kälte und Trockenheit.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen kann die Hautgesundheit unterstützen. Trinken Sie genug Wasser. Bewegung fördert die Durchblutung und damit auch die Hautgesundheit.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine chronische Handdermatitis kann belastend sein, besonders wenn sie Schmerzen verursacht oder das Berufsleben beeinträchtigt. Es ist wichtig, bei seelischen Belastungen Hilfe zu suchen. Die Telefonseelsorge oder ein Psychotherapeut kann unterstützen.
Vorbeugung
Ja, Handdermatitis ist in vielen Fällen vermeidbar. Die wichtigsten Maßnahmen sind: regelmäßiges Eincremen, schonendes Händewaschen, Hautschutz durch geeignete Handschuhe und die Verwendung von Hautschutzcremes vor der Arbeit.
Früherkennungsprogramme
Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsvorsorge gibt es regelmäßige Hautuntersuchungen, die von der Berufsgenossenschaft angeboten werden. Diese können helfen, eine Handdermatitis frühzeitig zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Handdermatitis mit dauerhafter Hauttrockenheit und -verdickung
- Hautinfektionen durch Bakterien (z.B. Staphylokokken) oder Pilze
- Berufliche Einschränkungen bis hin zur Berufsunfähigkeit bei schweren Verläufen
Langzeitprognose
Mit einer frühzeitigen Behandlung und konsequentem Hautschutz ist die Prognose meist gut. Die meisten Menschen können ihre Tätigkeit fortsetzen, wenn sie die Hautpflege und Schutzmaßnahmen einhalten. Bei einer bestehenden Allergie kann ein Berufswechsel notwendig sein, aber auch dann sind Anpassungen oft möglich.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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