Herzrisiko senken – was Sie selbst tun können
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Unter Herzrisiko versteht man die Wahrscheinlichkeit, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu bekommen, zum Beispiel einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Das Risiko lässt sich senken, wenn Sie gesunde Gewohnheiten übernehmen und Warnzeichen ernst nehmen.
Wichtige Fakten
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland – aber viele Risiken sind veränderbar.
- Schon 30 Minuten Bewegung am Tag können das Risiko deutlich senken.
- Regelmäßige Vorsorge beim Hausarzt macht unsichtbare Risiken wie Bluthochdruck sichtbar.
- Auch im Alter beginnen lohnt sich: Jede gesunde Veränderung zählt.
Ja. Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und weniger Bewegung treten sehr häufig auf. Etwa jeder vierte Erwachsene in Deutschland hat einen zu hohen Blutdruck.
Betroffen sind Menschen jeden Alters. Das Risiko steigt mit dem Alter, aber auch Rauchen, Stress und Übergewicht spielen eine große Rolle. Schon Kinder und Jugendliche können ein erhöhtes Risiko haben.
Symptome
- Plötzlicher, starker Druck oder Schmerz in der Brust, der länger als ein paar Minuten anhält.
- Schmerzen, die in den linken Arm, den Rücken, den Hals oder den Kiefer ausstrahlen.
- Schwere Atemnot oder Atemnot in Ruhe.
- Ohnmacht oder das Gefühl, gleich zusammenzubrechen.
- ⚠Neu aufgetretenes Druckgefühl in der Brust bei leichter Anstrengung.
- ⚠Wiederholtes Herzrasen oder Herzstolpern mit Schwindel.
- ⚠Plötzliche starke Kopfschmerzen mit Sehstörungen – das kann ein Zeichen für sehr hohen Blutdruck sein.
Häufige Symptome
- Auffälliger hoher Blutdruck – er verursacht oft keine Beschwerden.
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin) – nur durch Bluttest zu erkennen.
- Kurzatmigkeit bei Anstrengung, die früher nicht auftrat.
- Druck- oder Engegefühl in der Brust bei Belastung.
Symptome bei Kindern
- Herz-Kreislauf-Risiko im Kindesalter macht sich meist nicht durch Symptome bemerkbar, sondern durch Übergewicht, wenig Bewegung oder eine familiäre Vorbelastung.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können Warnzeichen untypisch sein: Müdigkeit, Unwohlsein, Bauchschmerzen oder Verwirrtheit statt Brustschmerz.
Ursachen
Hauptursachen
- Ablagerung von Fett und Entzündungen in den Gefäßen (Arterien), bekannt als Arterienverkalkung.
- Bluthochdruck schädigt die Gefäßwände über Jahre.
- Hoher Blutzucker bei Diabetes fördert Gefäßschäden.
Risikofaktoren
- Rauchen und Passivrauchen
- Ungesunde Ernährung mit viel Salz, Zucker und ungünstigen Fetten
- Zu wenig körperliche Bewegung
- Übergewicht, besonders am Bauch
- Dauerhafter Stress
- Hoher Blutdruck, hohe Blutfette, Diabetes
- Familiäre Vorbelastung – Eltern oder Geschwister mit Herzinfarkt
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie eines der Notfallzeichen bemerken, rufen Sie sofort den Notruf 112 – auch wenn Sie unsicher sind.
- Bei neu auftretendem Brustschmerz innerhalb von 24 Stunden ärztliche Hilfe suchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Ab 35 Jahren beim Check-up der Krankenkasse, danach nach ärztlicher Empfehlung.
- Bei Übergewicht, Diabetes oder Raucher: auch früher und häufiger.
- Fragen Sie bei Ihrem Hausarzt nach einer Herz-Kreislauf-Check-up.
Diagnose
Das Herzrisiko wird nicht mit einem einzelnen Test bestimmt. Die Ärztin oder der Arzt spricht mit Ihnen über Ihre Lebensweise und Ihre Familie. Dabei helfen auch die Leitlinien der AWMF – das sind offizielle, wissenschaftlich geprüfte Handlungsempfehlungen für Ärzte.
Mögliche Untersuchungen
- Blutdruckmessung
- Bluttest auf Cholesterin und Blutzucker
- Elektrokardiogramm (EKG) zur Messung der Herzströme
- Ultraschall des Herzens (Echokardiographie)
- Berechnung des persönlichen Herzrisikos mit anerkannten Tabellen, zum Beispiel dem ESC-Score
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Es ist keine schwierige Untersuchung. Sie müssen nicht nüchtern sein, außer Ihr Arzt bittet Sie ausdrücklich darum. Sie bekommen im Anschluss eine persönliche Einschätzung und Empfehlungen.
Behandlung
Das Wichtigste bei der Behandlung des Herzrisikos sind keine Medikamente, sondern gesunde Gewohnheiten. Bei hohem Risiko können Medikamente die Behandlung unterstützen – immer verschrieben von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Selbsthilfe zu Hause
- Mit dem Rauchen aufhören – das ist der größte Einzelgewinn für Ihr Herz.
- Bewegung in den Alltag einbauen, zum Beispiel Treppen statt Aufzug.
- Salz-, zucker- und fettarme Ernährung.
- Stress reduzieren mit Achtsamkeit oder Spaziergängen.
- Achten Sie auf erholsamen Schlaf.
Medizinische Behandlungen
Es gibt gut wirksame Medikamente gegen Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und Diabetes. Sie müssen regelmäßig und genau nach Anweisung eingenommen werden. Ihr Arzt wird Sie über mögliche Nebenwirkungen aufklären und die Werte kontrollieren.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen sind nur dann notwendig, wenn bereits eine starke Verengung der Herzkranzgefäße vorliegt. Dann können Gefäßstützen (Stents) eingesetzt oder Bypässe gelegt werden.
Leben mit der Erkrankung
Leben mit Herzrisiko heißt: nicht perfekt sein zu müssen, sondern dranbleiben. Kleine Schritte, die Sie dauerhaft durchhalten, sind wertvoller als eine kurze Radikalkur.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich an den meisten Tagen mindestens 30 Minuten.
- Kochen Sie frisch und pflanzlich, verwenden Sie ungesättigte Fette wie Rapsöl.
- Planen Sie feste Auszeiten und Schlafenszeiten ein.
- Nehmen Sie Vorsorgetermine regelmäßig wahr.
Ernährung und Bewegung
Empfohlen wird eine mediterrane Kost: viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse, Fisch und wenig verarbeitetes Fleisch. Bei Bewegungsterminen hilft es, mit einer Begleitung zu trainieren, dann fällt es leichter.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Sorge vor einem Herzinfarkt kann belasten. Das ist verständlich. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt und vertrauten Menschen. Wenn Sie im Alltag stark eingeschränkt sind, sollten Sie sich professionelle Unterstützung holen.
Vorbeugung
Ja, viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen lassen sich verhindern oder deutlich hinauszögern. Wer nicht raucht, sich ausgewogen ernährt, sich bewegt und Blutdruck sowie Blutzucker kontrollieren lässt, senkt sein Risiko erheblich.
Impfungen
Eine Grippeimpfung und eine Impfung gegen Pneumokokken werden für Menschen mit Herz-Kreislauf-Risiko empfohlen, weil Infekte das Herz zusätzlich belasten können. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt nach der aktuellen Impfempfehlung.
Früherkennungsprogramme
Ab 35 Jahren übernimmt die Krankenkasse in Deutschland den Check-up, bei dem auch Blutdruck und Blutfette gemessen werden. Nutzen Sie dieses Angebot regelmäßig.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt
- Schlaganfall
- Dauerhafte Herzschwäche
- Durchblutungsstörungen in den Beinen (Schaufensterkrankheit)
- Nierenschäden
Langzeitprognose
Wenn Sie Ihr Risiko erkennen und aktiv handeln, können Sie sehr viel bewirken. Die Aussichten sind gut: Die Rate an Herzinfarkten ist in Deutschland in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen – nicht zuletzt, weil Menschen früher behandelt werden und gesünder leben.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.