Infection control after surgery
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Infektionskontrolle nach einer Operation umfasst alle Maßnahmen, die helfen, eine Wundinfektion zu verhindern. Eine Wundinfektion ist eine Entzündung, die durch Bakterien oder andere Keime im Bereich der Operationswunde entsteht.
Wichtige Fakten
- Eine gute Händehygiene vor und nach dem Berühren der Wunde ist der wichtigste Schutz.
- Rötung, Schwellung, Überwärmung oder Eiter sind mögliche Anzeichen einer Infektion.
- Die meisten Wundinfektionen sind mit einer sorgfältigen Wundpflege und frühzeitiger Behandlung gut in den Griff zu bekommen.
Wundinfektionen nach Operationen kommen vor, sind aber durch moderne Hygienemaßnahmen deutlich seltener geworden. Die Häufigkeit hängt von der Art des Eingriffs ab – bei sauberen, kleinen Operationen ist das Risiko sehr gering.
Jeder operierte Mensch kann eine Wundinfektion bekommen. Besonders betroffen sind Personen mit geschwächtem Immunsystem, Diabetes, starkem Übergewicht oder Rauchergewohnheiten.
Symptome
- Schüttelfrost mit hohem Fieber über 39 °C
- Schnelle Atmung oder Herzrasen ohne erkennbaren Grund
- Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen
- Die Wunde klafft auseinander oder blutet stark
- ⚠Zunehmende Rötung, die sich über den Wundrand ausbreitet
- ⚠Fieber über 38 °C, das länger als einen Tag anhält
- ⚠Starke Schmerzen, die durch Schmerzmittel nicht besser werden
- ⚠Übelkeit oder Erbrechen nach der Operation
Häufige Symptome
- Vermehrte Rötung oder Schwellung um die Wunde herum
- Wärmegefühl an der Wunde
- Austritt von klarem oder eitrigem Wundsekret
- Zunehmende Schmerzen im Wundbereich
- Fieber über 38 °C
Symptome bei Kindern
- Ungewöhnliche Unruhe oder Schreien bei Berührung der Wunde
- Appetitlosigkeit oder Trinkverweigerung
- Fieber, auch wenn die Wunde selbst unauffällig aussieht
- Gelblicher oder grünlicher Belag auf dem Wundpflaster
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder plötzliche Müdigkeit ohne erkennbaren Grund
- Nachlassender Appetit
- Leicht erhöhte Temperatur, die nicht abklingt
- Verschlechterung des Allgemeinzustands
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien, die während oder nach der Operation in die Wunde gelangen
- Ungenügende Händehygiene bei der Wundversorgung zu Hause
- Feuchte oder verschmutzte Wundverbände, die die Haut reizen
Risikofaktoren
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Rauchen
- Starkes Übergewicht (Adipositas)
- Lange Operationsdauer
- Notfalleingriffe
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Chemotherapie oder Medikamente)
- Bewegungseinschränkung oder langes Liegen nach der OP
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Fieber über 38,5 °C oder Schüttelfrost
- Wenn die Wunde sich plötzlich öffnet oder stark blutet
- Bei starken, zunehmenden Schmerzen im Wundbereich
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Zu allen vereinbarten Nachsorgeterminen beim Chirurgen oder in der Klinik
- Bei leichten Auffälligkeiten wie leichter Rötung ohne Fieber innerhalb von 24 Stunden
Diagnose
Der Arzt untersucht die Wunde und fragt nach Beschwerden. Bei Verdacht auf eine Infektion wird ein Abstrich von der Wunde genommen und im Labor auf Bakterien untersucht.
Mögliche Untersuchungen
- Wundabstrich und mikrobiologische Untersuchung
- Blutuntersuchung auf Entzündungswerte (z. B. CRP, Leukozyten)
- Gegebenenfalls Ultraschall oder andere Bildgebung, um tiefer liegende Abszesse auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden gebeten, die Wunde zu zeigen. Der Arzt tupft sanft mit einem sterilen Wattestäbchen über die Wunde – das ist meist schmerzlos. Die Ergebnisse des Abstrichs liegen nach ein bis zwei Tagen vor. Bei einer Infektion erhalten Sie eine Behandlung, die oft zu Hause durchgeführt werden kann.
Behandlung
Die Behandlung einer Wundinfektion besteht meist aus einer konsequenten Wundpflege, gegebenenfalls unterstützt durch Antibiotika. In manchen Fällen muss die Wunde erneut geöffnet und gereinigt werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Waschen Sie sich vor jeder Wundversorgung gründlich die Hände mit Seife und Wasser oder desinfizieren Sie sie.
- Wechseln Sie den Wundverband so oft, wie vom Arzt verordnet – in der Regel ein- bis zweimal täglich.
- Lassen Sie die Wunde möglicherweise kurz an der Luft trocknen, bevor Sie einen neuen Verband anlegen.
- Berühren Sie die Wunde nicht mit ungewaschenen Händen oder schmutzigen Gegenständen.
- Vermeiden Sie feuchte Umgebungen – duschen Sie erst, wenn der Arzt es erlaubt, und kleben Sie die Wunde wasserdicht ab.
Medizinische Behandlungen
Bei einer bestätigten bakteriellen Infektion werden Antibiotika eingesetzt – entweder als Tablette oder in schweren Fällen als Infusion. Die Wahl des Antibiotikums richtet sich nach den im Labor gefundenen Bakterien. Gelegentlich muss die Wunde chirurgisch gereinigt werden (chirurgisches Débridement). Dies geschieht unter örtlicher Betäubung oder Kurznarkose.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nur selten ist eine erneute Operation nötig, etwa wenn sich ein Abszess (Eiteransammlung) unter der Haut gebildet hat oder die Wundränder nicht heilen wollen.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Operation und während der Wundheilung sollten Sie auf körperliche Anstrengung und Sport verzichten, bis Ihr Arzt es erlaubt. Die Wunde sollte trocken und sauber gehalten werden. Tragen Sie lockere Kleidung, die nicht auf der Wunde reibt.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Wasser, ungesüßte Tees).
- Vermeiden Sie Rauchen und Alkohol, da sie die Wundheilung verzögern.
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Ruhe – der Körper benötigt Energie für die Heilung.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß, Vitaminen (besonders Vitamin C und Zink) unterstützt die Wundheilung. Gönnen Sie sich Ruhe, aber bewegen Sie sich – nach Absprache mit Ihrem Arzt – vorsichtig (z. B. kurze Spaziergänge).
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Infektion nach einer Operation kann verunsichern und ängstigen. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Ängste. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit kann eine psychologische Beratung helfen. Bei akuten Krisen wenden Sie sich an die Telefonseelsorge (kostenlos, rund um die Uhr).
Vorbeugung
Ja, viele Wundinfektionen lassen sich durch konsequente Hygiene vermeiden. Die deutschen Leitlinien (AWMF) empfehlen vor der Operation eine antiseptische Dusche, bei bestimmten Risikofaktoren vorbeugende Antibiotika sowie eine sorgfältige Wundversorgung nach dem Eingriff.
Impfungen
Gegen die häufigsten Erreger von Wundinfektionen (Staphylokokken, Streptokokken) gibt es keine Impfung. Ein aktueller Tetanus-Impfschutz ist jedoch wichtig und sollte vor der Operation überprüft werden.
Früherkennungsprogramme
Vor geplanten Operationen wird häufig ein Nasenabstrich auf MRSA (multiresistente Keime) durchgeführt. Wenn Sie Träger sind, erhalten Sie eine spezielle Behandlung, um das Risiko einer Infektion zu senken.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung der Infektion auf tiefer liegende Gewebe (Zellulitis, Abszess)
- Wundheilungsstörung und verzögerte Narbenbildung
- Blutvergiftung (Sepsis) – ein lebensbedrohlicher Zustand, der sofortige Notfallbehandlung erfordert
Langzeitprognose
Die meisten Wundinfektionen lassen sich bei frühzeitiger Erkennung gut behandeln und heilen vollständig aus. Mit modernen Hygienestandards und Behandlungsmethoden ist die Prognose in aller Regel sehr gut. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Ärzteteam und melden Sie Veränderungen frühzeitig – dann stehen die Chancen für eine schnelle Heilung besonders günstig.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.