Keeping your cardiovascular system healthy
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein gesundes Herz-Kreislauf-System ist die Grundlage für Ihr Wohlbefinden. Es besteht aus Ihrem Herzen (dem Muskel, der das Blut pumpt) und Ihren Blutgefäßen (den Adern, die das Blut durch den Körper transportieren). Wenn dieses System gut funktioniert, werden alle Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Bei einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sind diese Bahnen verengt oder blockiert, zum Beispiel durch Ablagerungen (Plaques). Prävention bedeutet, dass Sie aktiv etwas dafür tun, dass Ihr Herz und Ihre Gefäße gesund bleiben.
Wichtige Fakten
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland die häufigste Todesursache, aber viele Risiken lassen sich durch einen gesunden Lebensstil senken.
- Regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und Nichtrauchen sind die drei Säulen der Herzgesundheit.
- Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und Diabetes sind oft lange unbemerkt, aber behandelbar – regelmäßige Vorsorge ist wichtig.
Ja, Herz-Kreislauf-Probleme sind weit verbreitet. Etwa jeder Dritte in Deutschland hat Bluthochdruck, einer der wichtigsten Risikofaktoren. Aber die gute Nachricht: Mit den richtigen Maßnahmen können Sie viel für Ihre Herzgesundheit tun.
Herz-Kreislauf-Risiken betreffen Menschen jeden Alters, aber das Risiko steigt mit dem Alter. Männer sind vor den Wechseljahren häufiger betroffen, Frauen nach den Wechseljahren. Auch familiäre Vorbelastung, Rauchen, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und Stress erhöhen das Risiko.
Symptome
- Plötzlicher starker Schmerz oder Druck in der Brust, der in Arme, Schultern, Kiefer oder Rücken ausstrahlt
- Plötzliche Atemnot
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- Sehr schneller oder unregelmäßiger Puls mit Schwindel, Übelkeit
- Plötzliche einseitige Lähmung des Arms oder Beins, Sprachstörungen (Hinweis auf Schlaganfall)
- ⚠Neu auftretende Brustschmerzen bei Belastung
- ⚠Anhaltender Schwindel oder Benommenheit
- ⚠Herzrasen, das von selbst nicht aufhört
- ⚠Geschwollene Beine mit Schmerzen oder Rötung (mögliche Thrombose)
Häufige Symptome
- Kurzatmigkeit oder Atemnot bei Belastung, die früher leichter fiel
- Druckgefühl oder Schmerzen in der Brust (Angina pectoris)
- Schnelle Ermüdung oder Schwäche
- Herzklopfen oder unregelmäßiger Herzschlag (Herzrhythmusstörungen)
- Geschwollene Knöchel oder Beine (Ödeme)
Symptome bei Kindern
- Kinder haben selten typische Herzbeschwerden. Warnsignale können sein: schnelle Erschöpfung beim Spielen, bläuliche Lippen oder Fingernägel (bei Sauerstoffmangel), auffällige Herzgeräusche beim Abhören.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen berichten oft über allgemeine Schwäche, Schwindel, Atemnot bei leichter Anstrengung, Verwirrtheit (durch Minderdurchblutung des Gehirns) oder Brustschmerz, der nicht immer stechend ist, sondern eher als Druck oder Unwohlsein.
Ursachen
Hauptursachen
- Ablagerungen (Plaques) in den Blutgefäßen durch einen hohen Cholesterinspiegel (Arteriosklerose)
- Verengung der Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit)
- Bluthochdruck (Hypertonie), der das Herz und die Gefäße dauerhaft belastet
- Herzklappenprobleme (z. B. Verengung oder Undichtigkeit)
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz), bei der das Herz nicht mehr ausreichend pumpt
Risikofaktoren
- Rauchen oder Passivrauchen
- Übergewicht mit einem hohen Bauchumfang
- Bewegungsmangel
- Ungesunde Ernährung (viel Fett, Zucker, Salz, wenig Ballaststoffe)
- Hoher Blutdruck, hohes Cholesterin, Diabetes
- Stress und wenig Schlaf
- Familiäre Vorbelastung (Herzinfarkt oder Schlaganfall bei nahen Verwandten)
- Hohes Alter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen Brustschmerzen, die nicht nachlassen
- Bei Atemnot, die Sie auf einmal befällt
- Bei Ohnmacht oder dem Gefühl, gleich umzukippen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Lassen Sie alle ein bis zwei Jahre Ihren Blutdruck, Cholesterin- und Blutzuckerwert beim Hausarzt kontrollieren. Fragen Sie Ihren Arzt, wie oft das für Sie sinnvoll ist.
- Wenn Sie über 40 sind, gehört eine regelmäßige Vorsorge zur Krankenkassenleistung (Check-up 35).
- Bei Beschwerden wie Schwindel, Herzstolpern oder unerklärlicher Müdigkeit sollten Sie einen Termin machen.
Diagnose
Der Arzt beginnt mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) zu Ihren Beschwerden, Lebensgewohnheiten und familiären Risiken. Dann folgt eine körperliche Untersuchung, bei der er Ihren Blutdruck misst, Ihr Herz abhört und nach Schwellungen schaut.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung: Bestimmung von Blutfetten (Cholesterin), Blutzucker, Entzündungswerten
- Elektrokardiogramm (EKG): Zeichnet die Herzströme auf, in Ruhe oder unter Belastung (Belastungs-EKG)
- Langzeit-EKG: Misst den Herzrhythmus über 24 Stunden
- Herzultraschall (Echokardiographie): Beurteilt die Pumpfunktion und die Herzklappen
- Belastungstest (Ergometrie): Zeigt, wie das Herz unter Belastung arbeitet
- Bei Bedarf: Computertomographie (CT) oder Herzkatheteruntersuchung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei und ambulant möglich. Sie liegen entspannt auf einer Liege oder fahren Fahrrad auf einem Ergometer. Der Arzt erklärt jeden Schritt. Bei einer Herzkatheteruntersuchung werden Sie örtlich betäubt und sind dabei wach. Alles geschieht unter kontrollierten Bedingungen.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, Risikofaktoren zu senken, das Herz zu entlasten und Folgeschäden zu verhindern. Im Vordergrund stehen eine Umstellung des Lebensstils, Medikamente und bei Bedarf Eingriffe wie eine Aufdehnung verengter Gefäße.
Selbsthilfe zu Hause
- Mit dem Rauchen aufhören – nutzen Sie Angebote der Krankenkasse oder Ihren Hausarzt für eine Beratung
- Regelmäßige Bewegung: mindestens 30 Minuten pro Tag an fünf Tagen pro Woche (zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen)
- Gesunde Ernährung: viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, wenig gesättigte Fette, wenig Salz und Zucker
- Gewicht reduzieren, wenn Sie übergewichtig sind – schon wenige Kilos entlasten das Herz
- Stress abbauen: Entspannungstechniken wie Yoga, progressive Muskelentspannung oder Achtsamkeitstraining
- Ausreichend Schlaf (7–8 Stunden pro Nacht) fördert die Herzgesundheit
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Medikamente verschreiben, um den Blutdruck zu senken, Cholesterin zu reduzieren, den Blutzucker zu regulieren oder die Blutgerinnung zu beeinflussen. Diese Medikamente müssen regelmäßig eingenommen werden. Eine Ernährungsumstellung und Bewegung unterstützen die Wirkung. Besprechen Sie alle Optionen mit Ihrem Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn Medikamente und Lebensstil nicht ausreichen, können Eingriffe wie eine Ballondilatation (Aufdehnung verengter Herzkranzgefäße) mit oder ohne Stent-Einlage oder eine Bypassoperation nötig sein. Diese Entscheidung trifft ein Spezialist (Kardiologe oder Herzchirurg) auf Basis Ihrer individuellen Situation.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer guten Einstellung und regelmäßiger Kontrolle können Sie trotz Herz-Kreislauf-Risiken ein aktives und erfülltes Leben führen. Planen Sie Ihren Alltag mit ausreichend Pausen und Bewegung. Hören Sie auf Ihren Körper.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie Ihre Medikamente immer genau nach Absprache ein – auch wenn Sie sich gut fühlen
- Führen Sie ein Bewegungstagebuch oder nutzen Sie eine App, um aktiv zu bleiben
- Kochen Sie selbst, um Salz- und Fettgehalt zu kontrollieren
- Vermeiden Sie große Mahlzeiten am Abend, sie belasten das Herz
- Trinken Sie ausreichend Wasser (1,5–2 Liter pro Tag), aber nicht zu viel bei Herzschwäche – fragen Sie Ihren Arzt
Ernährung und Bewegung
Die sogenannte Mittelmeerkost ist ideal: viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Fisch, Olivenöl, Nüsse und Obst. Wenig rotes Fleisch, Wurstwaren und Süßigkeiten. Bewegung kann moderat sein: Gehen Sie täglich 10.000 Schritte oder trainieren Sie mit dem Fahrrad. Krafttraining mit leichten Gewichten stärkt die Muskulatur und entlastet das Herz.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose oder das Risiko einer Herzkrankheit kann Angst machen und den Alltag belasten. Fühlen Sie sich traurig, ängstlich oder überfordert, ist das normal. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie psychologische Unterstützung – das hilft nicht nur Ihrer Seele, sondern auch Ihrem Herzen.
Vorbeugung
Ja, zu einem großen Teil. Mit einem gesunden Lebensstil können Sie Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken. Wichtig sind: Nichtrauchen, regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Stressmanagement, ausreichend Schlaf, sowie die Kontrolle von Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker.
Impfungen
Es gibt keine spezielle Impfung für das Herz-Kreislauf-System. Aber eine Grippeimpfung wird empfohlen, weil eine Grippe das Herz belasten kann. Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten.
Früherkennungsprogramme
Ein regelmäßiger Gesundheitscheck (ab 35 alle drei Jahre bei der Krankenkasse) misst Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker. Auch ein Belastungs-EKG kann sinnvoll sein – fragen Sie Ihren Arzt, was für Sie passt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt (akute Durchblutungsstörung des Herzmuskels)
- Schlaganfall (Durchblutungsstörung im Gehirn)
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (Durchblutungsstörung in den Beinen)
- Nierenversagen
- Gefäßrupturen oder Aneurysmen (Aussackungen der Gefäßwand)
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Viele Komplikationen lassen sich durch frühzeitige Behandlung und einen gesunden Lebensstil verhindern oder hinauszögern. Auch wenn Sie bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung haben, können Sie mit der richtigen Therapie und Eigeninitiative Ihre Lebensqualität erhalten und ein langes, aktives Leben führen. Bleiben Sie dran – Ihr Herz wird es Ihnen danken.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
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