Herzstolpern und Herzrasen: Was Sie selbst tun können
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Palpitationen sind ungewöhnlich spürbare Herzschläge. Viele Menschen fühlen dann ihr Herz im Brustkorb klopfen, flattern oder stolpern. Oft sind diese Symptome harmlos, manchmal steckt aber auch eine Herzerkrankung dahinter.
Wichtige Fakten
- Ein gesundes Herz schlägt in Ruhe meist etwa 60- bis 90-mal pro Minute.
- Kaffee, Stress oder Schlafmangel können Herzstolpern auslösen.
- In den meisten Fällen sind Palpitationen harmlos – eine ärztliche Kontrolle gibt Sicherheit.
Ja, Palpitationen sind ein häufiger Grund, eine Arztpraxis aufzusuchen. Als alleiniges Symptom sind sie meist ungefährlich.
Sie können in jedem Alter auftreten. Jugendliche erleben sie oft während des Wachstums, ältere Menschen häufiger bei Herzbelastung.
Symptome
- Plötzlich einsetzendes, länger anhaltendes Herzrasen mit Brustschmerz
- Das Gefühl, ohnmächtig zu werden, oder tatsächliche Bewusstlosigkeit
- Starke Luftnot zusammen mit Herzklopfen
- Sehr schneller und unregelmäßiger Puls, der mehrere Minuten nicht zur Ruhe kommt
- ⚠Neu auftretendes Herzstolpern – auch ohne weitere Beschwerden
- ⚠Herzklopfen mit Schwindel, Übelkeit oder starkem Unwohlsein
- ⚠Herzstolpern bei bekannter Herzerkrankung oder Herzrhythmusstörung
- ⚠Herzrasen, das Minuten anhält oder immer häufiger auftritt
Häufige Symptome
- Herz klopft oder pocht spürbar
- Herz rast oder schlägt sehr schnell
- Herz stolpert oder setzt kurz aus
- Pochen im Hals oder in der Brust
- Unregelmäßiger Puls
Ursachen
Hauptursachen
- Stress, Angst oder Aufregung
- Kaffee, Energydrinks, Alkohol oder Nikotin
- Schlafmangel oder Übermüdung
- Fieber, Flüssigkeitsmangel oder niedriger Blutzucker
- Hormonumstellung – zum Beispiel in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren
- Eine Schilddrüsenüberfunktion
- Herzerkrankungen wie Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen
Risikofaktoren
- Bestehende Herzerkrankung
- Störungen der Blutsalze (Elektrolyte), zum Beispiel zu wenig Kalium oder Magnesium
- Schilddrüsenerkrankungen
- Starkes Übergewicht
- Dauerhafter Stress oder psychische Belastung
- Extremer Ausdauersport ohne ausreichende Regeneration
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei länger anhaltendem Herzrasen oder spürbarem Unwohlsein
- Wenn zusätzlich Brustschmerz, Ohnmacht oder Luftnot auftritt
- Wenn die Palpitationen immer häufiger oder stärker werden
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Einmalige oder seltene Palpitationen ohne Begleitsymptome können Sie in Ruhe mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt besprechen.
- Menschen mit Herzerkrankung oder Risikofaktoren sollten auch kurze Stolperer ärztlich abklären lassen.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt befragt Sie zuerst genau zu Ihren Beschwerden, dem zeitlichen Auftreten und möglichen Auslösern. Danach folgen körperliche Untersuchungen und Gerätetests, um die Herzfunktion zu prüfen.
Mögliche Untersuchungen
- Elektrokardiogramm (EKG) – misst die Herzströme in Ruhe
- Langzeit-EKG – misst die Herzströme über 24 Stunden oder länger im Alltag
- Belastungs-EKG – misst die Herzströme während körperlicher Anstrengung, zum Beispiel auf Fahrrad oder Laufband
- Blutuntersuchung – prüft Schilddrüse, Blutsalze und weitere Werte
- Herzultraschall (Echokardiografie) – zeigt Herzstruktur und Herzklappen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei. Teilweise müssen Sie ein kleines Gerät für 24 Stunden am Körper tragen, um den Herzrhythmus im Alltag aufzuzeichnen. Wenn Sie dabei Herzstolpern bemerken, drücken Sie eine Taste am Gerät und notieren, was Sie gerade tun.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Wenn keine Herzerkrankung vorliegt, sind Ruhe, guter Schlaf und das Vermeiden von Auslösern oft schon die beste Therapie. Nur wenn eine Herzrhythmusstörung oder Vorerkrankung gefunden wird, ist eine gezielte Behandlung nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßig Wasser trinken, gut schlafen und Stress reduzieren
- Kaffee, starken Tee und Energy-Drinks einschränken
- Auf Alkohol und Nikotin verzichten, besonders wenn sie Herzstolpern auslösen
- Entspannungsübungen wie ruhige Atmung oder Spaziergänge ausprobieren
- Nicht ruckartig aufstehen, vor allem morgens nach dem Aufwachen
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können Ärztinnen und Ärzte Medikamente verschreiben, die den Herzrhythmus stabilisieren oder die elektrische Erregungsleitung des Herzens beruhigen. Das sind verschreibungspflichtige Mittel, deren Auswahl individuell festgelegt wird. Es ist wichtig, die Medikamente genau nach Anweisung einzunehmen.
Wann kommt eine Operation infrage?
In seltenen Fällen ist eine kleine Behandlung sinnvoll, bei der störende Herzmuskelstellen gezielt verödet werden – die sogenannte Katheterablation. Ob dieser Eingriff infrage kommt, klärt ein Herzspezialist anhand genauer Untersuchungen.
Leben mit der Erkrankung
Leben Sie mit Herzstolpern, ist es hilfreich, einen ruhigen Umgang mit Ihrem Herzen zu finden. Führen Sie bei Bedarf ein kurzes Beschwerde-Tagebuch. Es zeigt Ihnen und der Ärztin oder dem Arzt, wann die Symptome auftreten und was sie verschlimmert.
Tipps für den Alltag
- Stress abbauen durch Yoga, autogenes Training oder Atemtechniken
- Feste Essens- und Schlafzeiten einhalten
- Mäßige Ausdauerbewegung, zum Beispiel zügiges Gehen für 30 Minuten an den meisten Tagen der Woche
- Sehr anstrengende Belastung meiden, wenn das Herz gerade aus dem Takt gerät
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkorn unterstützt das Herz. Achten Sie auf eine gute Versorgung mit Mineralstoffen – besonders Kalium und Magnesium stecken in Bananen, Nüssen, Haferflocken und grünem Gemüse. Bei sportlicher Belastung langsam beginnen und auf ein zu starkes Pulsgefühl achten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ständiges Herzklopfen kann Angst machen und verunsichern. Diese Angst kann die Palpitationen sogar verstärken. Es ist wichtig, mit einer vertrauten Person darüber zu sprechen. Wenn die Sorge überhandnimmt, holen Sie sich ärztliche oder psychotherapeutische Unterstützung – auch das gehört zur Herzgesundheit dazu.
Vorbeugung
Nicht jedes Herzstolpern lässt sich verhindern. Aber ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung, ausreichend Schlaf, wenig Stress und maßvollem Genuss von Kaffee und Alkohol beugt vielen Auslösern vor.
Impfungen
Gegen Grippe- oder Corona-Infektionen kann die Impfung das Herz schützen, denn Infekte können Herzrhythmusstörungen begünstigen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Impfungen für Sie empfohlen werden.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, zum Beispiel ein EKG im Rahmen des Check-ups, können Herzprobleme früh erkennen. Für Menschen mit familiärer Vorbelastung gibt es besondere Angebote – fragen Sie danach.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine ernsthafte Herzrhythmusstörung nicht behandelt wird, kann das Risiko für einen Schlaganfall steigen, weil sich im Herzen Blutgerinnsel bilden können.
- Ein dauerhaft zu schneller Herzschlag kann bei Herzkranken eine Herzmuskelschwäche begünstigen.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Die allermeisten Menschen mit Palpitationen haben keine gefährliche Ursache. Nach ärztlicher Abklärung und, falls nötig, passender Behandlung ist die Prognose in der Regel sehr gut. Viele Betroffene können mit einfachen Anpassungen ein völlig normales Leben führen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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