Arterien gesund und elastisch halten – so beugen Sie vor
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Arterien sind die Blutgefäße, die sauerstoffreiches Blut vom Herzen in den Körper leiten. Wenn sich ihre Innenwände durch Fett- und Kalkablagerungen verändern, spricht man von Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Dieser Artikel erklärt, wie Sie Ihre Arterien schützen und Gefäßerkrankungen vorbeugen können.
Wichtige Fakten
- Arteriosklerose entwickelt sich oft über Jahre ohne Beschwerden.
- Gesunder Lebensstil ist der beste Schutz: nicht rauchen, sich bewegen, ausgewogen ernähren.
- Hoher Blutdruck, hohe Blutzuckerwerte und ungünstige Blutfette erhöhen das Risiko – lassen Sie sie regelmäßig prüfen.
Ja. Arterienverkalkung ist in Industrieländern sehr häufig. Aber man kann viel selbst dafür tun, um das Risiko zu senken und Gefäße lange fit zu halten.
Sie betrifft besonders Menschen ab etwa 50 Jahren. Aber auch jüngere Menschen können gefährdet sein, vor allem wenn sie rauchen, übergewichtig sind oder Diabetes haben. Männer erkranken häufiger früh, Frauen nach den Wechseljahren ebenfalls öfter.
Symptome
- Plötzlicher, starker Brustschmerz, der länger als fünf Minuten anhält.
- Schwere Atemnot, Kaltschweißigkeit und ein Gefühl der Enge in der Brust – das kann ein Herzinfarkt sein.
- Plötzliche Schwäche oder Lähmung im Gesicht, einem Arm oder einem Bein – möglicher Hinweis auf einen Schlaganfall.
- Rufen Sie sofort die 112.
- ⚠Neue oder zunehmende Brustschmerzen bei leichter Alltagsanstrengung oder in Ruhe.
- ⚠Wiederkehrende Beinschmerzen beim Gehen, die Sie immer wieder stehenbleiben lassen.
- ⚠Ungewöhnliche Erschöpfung oder Schwindelphasen.
Häufige Symptome
- In frühen Stadien hat eine Arterienverkalkung meist keine Symptome.
- Engegefühl oder Schmerzen in der Brust bei Belastung – das Herz bekommt dann vielleicht nicht genug Blut.
- Beinschmerzen beim Gehen, die in Ruhe verschwinden – oft ein Zeichen für verengte Beinarterien.
Symptome bei Kindern
- Arterienerkrankungen sind bei Kindern sehr selten. Falls vorhanden, sind sie meist angeboren oder mit starkem Übergewicht verbunden. Vorbeugende Gewohnheiten wie Bewegung und gesunde Ernährung können aber schon im Kindesalter beginnen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Mit dem Alter werden Gefäße natürlicherweise steifer. Warnzeichen können ein Nachlassen der Kondition, Atemnot bei leichter Anstrengung oder Schmerzen in der Brust sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Mit dem Alter werden die Arterien etwas fester und enger – das ist ein natürlicher Vorgang.
- Ein Zuviel an LDL-Cholesterin (ein Blutfett) fördert Ablagerungen in den Gefäßwänden.
- Bluthochdruck belastet die Gefäßinnenwände und macht sie verletzlich.
- Zu viel Zucker im Blut – besonders bei Diabetes – begünstigt Entzündungen in den Gefäßen.
Risikofaktoren
- Rauchen und Passivrauchen
- Bewegungsmangel und Übergewicht
- Ungesunde Ernährung mit viel Fett, Zucker und Salz
- Dauerstress und wenig Schlaf
- Bluthochdruck, erhöhte Blutfette oder Diabetes
- Familiäre Vorbelastung – wenn Herz- oder Gefäßerkrankungen in der Familie häufig sind
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich Schmerzen oder Engegefühl in der Brust bekommen.
- Wenn Sie beim Treppensteigen starke Beinschmerzen spüren und erst nach Pausen weitergehen können.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Lassen Sie ab 40 Jahren regelmäßig Blutdruck, Blutzucker und Blutfette beim Hausarzt prüfen.
- Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an, wenn Sie rauchen, stark übergewichtig sind oder sich Sorgen um Ihre Gefäße machen.
Diagnose
Der Arzt bespricht zuerst Ihre Beschwerden, Ihre Krankengeschichte und Ihre Lebensgewohnheiten. Danach untersucht er Sie körperlich und kann messen, wie gesund Ihre Gefäße und Ihr Herz-Kreislauf-System sind.
Mögliche Untersuchungen
- Blutdruckmessung an beiden Armen
- Blutentnahme zur Kontrolle von Blutfetten, Blutzucker und Entzündungswerten
- Ultraschalluntersuchung der Hals- oder Beinarterien
- Ein EKG (Elektrokardiogramm), um die elektrische Herzaktivität zu prüfen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern nicht lange. Ihr Arzt erklärt Ihnen die Ergebnisse verständlich und bespricht mit Ihnen, ob weitere Schritte nötig sind. Sie haben Zeit für Fragen.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, ein Fortschreiten der Gefäßveränderungen zu verhindern und das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall zu senken. Im Mittelpunkt stehen ein gesunder Lebensstil und eine gute ärztliche Begleitung.
Selbsthilfe zu Hause
- Stoppen Sie das Rauchen – das ist der größte Gewinn für Ihre Gefäße.
- Bewegen Sie sich regelmäßig – am besten jeden Tag, zum Beispiel zügig gehen, Radfahren oder Schwimmen.
- Essen Sie abwechslungsreich mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und Vollkorn.
- Reduzieren Sie Stress und gönnen Sie sich ausreichend Erholung und Schlaf.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Medikamente verordnen, die den Blutdruck senken, die Blutfettwerte verbessern oder die Blutgerinnung günstig beeinflussen. Die passenden Mittel werden für Sie persönlich gewählt und regelmäßig überprüft. Auch Ernährungsberatung oder eine Reha zur Herzgesundheit können sinnvoll sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein Eingriff ist erst dann notwendig, wenn eine Verengung stark ausgeprägt ist und Beschwerden verursacht. Dann kann die Arterie mit einem Ballonkatheter erweitert oder bei Bedarf ein Bypass eingesetzt werden. Die Entscheidung treffen Spezialisten gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Mit guter Behandlung lässt sich mit veränderten Arterien oft lange beschwerdefrei leben. Wichtig ist ein fester Alltag mit Bewegung, gesunden Mahlzeiten und Ruhephasen. Setzen Sie die Empfehlungen Ihrer Ärzte Schritt für Schritt um.
Tipps für den Alltag
- Täglich etwa 30 Minuten bewegen, auch in kleinen Einheiten am Stück.
- Gesund essen: 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag, dazu Vollkorn und Hülsenfrüchte.
- Wenig Alkohol, wenig Salz und auf fertige Fast-Food-Gerichte möglichst verzichten.
- Achten Sie auf Ihr Gewicht und bleiben Sie dran – kleine Schritte zählen.
Ernährung und Bewegung
Eine gefäßfreundliche Ernährung ist bunt und pflanzlich: Beeren, Blattgrün, Nüsse und Olivenöl gehören dazu. Bewegung stärkt die Durchblutung und hält die Gefäße geschmeidig. Sie müssen keinen Leistungssport machen – regelmäßiges Spazierengehen in zügigem Tempo ist schon sehr wertvoll.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Sorge um kranke Gefäße kann seelisch belasten. Auch Stress selbst erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme. Es ist normal, sich manchmal unsicher zu fühlen. Ein offenes Gespräch mit Arzt oder Familie hilft. Bei längerer Angst oder Niedergeschlagenheit ist eine psychologische Unterstützung empfehlenswert.
Vorbeugung
Ja. Die meisten arteriosklerotischen Veränderungen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil vermeiden oder deutlich verzögern – auch wenn eine erbliche Belastung vorliegt. Jeder gesunde Schritt zählt.
Impfungen
Eine Impfung gegen Arterienverkalkung gibt es nicht. Aber Impfungen wie die Grippeimpfung können vor schweren Infekten schützen, die das Herz-Kreislaufsystem stark belasten würden. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Impfungen für Sie empfohlen werden.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren Anspruch auf eine Untersuchung zur Früherkennung von Herz-, Nieren- und Gefäßerkrankungen. Dabei werden Blutdruck, Blutzucker und Nierenwerte geprüft. Fragen Sie Ihren Hausarzt danach.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt durch eine verschlossene Herzkranzarterie
- Schlaganfall durch verengte Halsschlagadern oder ein gelöstes Blutgerinnsel
- Durchblutungsstörungen in den Beinen bis zu Wundheilungsstörungen
Langzeitprognose
Mit sehr guten Behandlungsmöglichkeiten und einem bewussten Lebensstil bleiben Ihre Aussichten klar positiv. Viele Menschen mit Gefäßveränderungen leben lange und beschwerdearm. Jede Veränderung zum Guten macht einen Unterschied – egal, womit Sie beginnen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.