Herzkrankheiten vorbeugen – Ihr Herz schützen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Herzkrankheiten sind Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße. Sie entstehen oft durch Ablagerungen in den Gefäßen (Arteriosklerose) oder durch Bluthochdruck. Vorbeugung bedeutet, das Herz und die Gefäße zu schützen, damit diese Schäden gar nicht erst entstehen.
Wichtige Fakten
- Das Herz pumpt das Blut durch den Körper – es ist nie im Ruhezustand.
- Viele Herzkrankheiten sind vermeidbar: Bewegung, gesunde Ernährung und Nichtrauchen sind wichtiger Schutz.
- Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte schaden den Gefäßen – wenn man sie behandelt, sinkt das Risiko stark.
Ja, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Etwa ein Drittel der Todesfälle geht auf sie zurück.
Das Risiko steigt mit dem Alter. Männer erkranken oft früher, aber Frauen sind besonders nach den Wechseljahren genauso betroffen. Auch erbliche Faktoren spielen eine Rolle.
Symptome
- Starke Schmerzen oder Druckgefühl in der Brust, das länger als 5 Minuten anhält – sofort Notruf 112
- Schwere Atemnot auch in Ruhe – sofort Notruf 112
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht – sofort Notruf 112
- Brustschmerzen zusammen mit kaltem Schweiß oder Übelkeit – sofort Notruf 112
- ⚠Neu auftretendes Herzstolpern oder Herzrasen – noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen
- ⚠Wiederkehrende Brustschmerzen bei Belastung – Termin beim Hausarzt oder Kardiologen vereinbaren
- ⚠Schwindelanfälle, die wiederholt auftreten – ärztlich abklären lassen
- ⚠Geschwollene Knöchel oder Beine – abklären lassen
Häufige Symptome
- Engegefühl, Druck oder Schmerzen in der Brust
- Kurzatmigkeit bei leichter Belastung oder in Ruhe
- Herzklopfen, Herzrasen oder unregelmäßiger Puls
- Schwindel oder Ohnmacht
- Müdigkeit und Erschöpfung ohne ersichtlichen Grund
Symptome bei Kindern
- Herzbeschwerden bei Kindern sind selten. Zeichen können schnelle Erschöpfung, Blässe, bläuliche Lippen oder Atemnot sein. Sie sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen verursachen Herzkrankheiten oft weniger typische Symptome. Manchmal zeigen sich nur Abgeschlagenheit, Verwirrtheit, geschwollene Beine oder Atemnot bei Bewegung.
Ursachen
Hauptursachen
- Ablagerungen in den Arterien (Arteriosklerose): Diese verengen die Gefäße und mindern die Durchblutung des Herzens.
- Bluthochdruck: Er schädigt über Jahre die Gefäßwände und macht sie anfällig für Ablagerungen.
- Entzündungen des Herzmuskels (durch Viren oder Bakterien) können das Herz schwächen.
- Herzrhythmusstörungen entstehen durch Fehler im elektrischen System des Herzens.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Erhöhter Blutdruck (Hypertonie)
- Erhöhte Blutfette, besonders LDL-Cholesterin
- Diabetes (Zuckerkrankheit)
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Ungesunde Ernährung (viel Fett, Zucker, Salz)
- Chronischer Stress
- Eine familiäre Vorbelastung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei neuen Beschwerden wie wiederkehrenden Brustschmerzen, Luftnot bei wenig Belastung oder Ohnmacht: noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen.
- Bei Verdacht auf Herzrhythmusstörungen (z. B. anhaltendes Herzrasen): zeitnah in einer Praxis oder Notaufnahme vorstellen.
- Bei geschwollenen Beinen oder ungewöhnlicher Erschöpfung in den nächsten Tagen ärztlichen Rat holen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie älter als 35 sind oder Risikofaktoren haben: Nutzen Sie den Gesundheits-Check-up beim Hausarzt.
- Wenn Sie Herzkrankheiten in der Familie haben, sprechen Sie jährlich mit Ihrem Arzt über Ihr persönliches Risiko.
- Bei bekannten Herzerkrankungen vor Beginn eines neuen Sportprogramms: vorher den Arzt um Rat fragen.
Diagnose
Der Arzt wird zuerst ein ausführliches Gespräch führen: Fragen zu Beschwerden, Risikofaktoren, Lebensstil und Familie. Danach misst er den Blutdruck und hört Herz und Lunge ab. Ein EKG zeigt die elektrische Herzaktivität.
Mögliche Untersuchungen
- EKG (Elektrokardiogramm): Misst die Herzströme, oft in Ruhe
- Belastungs-EKG (auf dem Fahrrad): Zeigt die Reaktion des Herzens unter körperlicher Anstrengung
- Langzeit-EKG: Zeichnet das Herz 24 Stunden lang auf – zum Beispiel bei Herzstolpern
- Ultraschall des Herzens (Echokardiografie): Zeigt Herzgröße, Klappen und Pumpleistung
- Blutuntersuchungen: Cholesterin, Blutzucker, Nierenwerte und Entzündungswerte
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen dauern meist 10 bis 30 Minuten und sind schmerzfrei. Sie bekommen danach in einem Gespräch die Ergebnisse erklärt. Es kann sein, dass weitere Spezialuntersuchungen nötig sind, etwa beim Kardiologen.
Behandlung
Die Behandlung von Herzkrankheiten hängt von der Art und dem Schweregrad ab. Grundlage ist immer eine herzgesunde Lebensweise. Medikamente können den Blutdruck senken, den Cholesterinspiegel verbessern und das Blut flüssiger machen. Bei verengten Gefäßen oder schweren Rhythmusstörungen kommen Verfahren wie Herzkatheter oder Herzschrittmacher infrage. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen die individuell passende Therapie.
Selbsthilfe zu Hause
- Mit dem Rauchen aufhören – ist der wichtigste Schritt für Ihr Herz
- Regelmäßig bewegen: mindestens 2,5 Stunden moderate Bewegung pro Woche (z. B. zügiges Gehen)
- Herzgesund essen: viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn und gesunde Öle
- Stress bewusst reduzieren, z. B. durch Entspannungsverfahren oder kurze Pausen im Alltag
- Medikamente genau nach ärztlicher Anweisung einnehmen
Medizinische Behandlungen
Medikamente können helfen, den Blutdruck zu senken, die Blutfette zu verbessern oder die Blutgerinnung zu beeinflussen. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Wichtig ist, die Medikamente regelmäßig einzunehmen – auch wenn Sie sich gut fühlen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn verengte Herzkranzgefäße den Herzmuskel nicht mehr ausreichend versorgen, können Eingriffe helfen. Dabei wird das Gefäß mithilfe eines Ballonkatheters erweitert und oft eine Gitterstütze (Stent) eingesetzt. Bei mehreren Engstellen ist eine Bypass-Operation eine Möglichkeit. Diese Entscheidungen trifft das Herzteam gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie an einer Herzerkrankung leiden, können Sie mit der richtigen Behandlung gut leben. Es ist wichtig, auf Ihren Körper zu hören und bei Kummer oder Angst Unterstützung zu suchen. Ihr Arzt begleitet Sie langfristig.
Tipps für den Alltag
- Täglich leichte Bewegung einplanen, wenn möglich an der frischen Luft
- Ausreichend schlafen und auf Warnsignale des Körpers achten
- Alkohol in Maßen (z. B. nur an besonderen Tagen)
- Übergewicht langsam und gesund reduzieren
- Sozialen Kontakt halten – Austausch tut dem Herzen gut
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Kost ist bunt und überwiegend pflanzlich: Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse. Tierische Fette wie Butter oder Wurst reduzieren Sie. Greifen Sie zu pflanzlichen Ölen wie Raps- oder Olivenöl. Die Bewegung sollte ausdauerorientiert sein und mäßig intensiv – etwa 30 Minuten an fast allen Tagen. Wenn Sie bereits eine Herzerkrankung haben, lassen Sie den Sport mit Ihrem Arzt abstimmen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Herzkrankheit oder Angst vor einem Herzinfarkt belastet viele Menschen. Es ist verständlich, dass diese Sorge Sie beschäftigt. Sie können mit Ihrem Arzt darüber sprechen, auch mit Angehörigen oder einer psychosozialen Beratungsstelle. Hilfe anzunehmen ist ein Zeichen von Stärke.
Vorbeugung
Ja, das können Sie selbst aktiv beeinflussen. Selbst wenn einige Risikofaktoren erblich sind: Ein gesunder Lebensstil verzögert oder verhindert den Ausbruch vieler Herzkrankheiten. Beginnen Sie Schritt für Schritt – jeder Schritt zählt.
Impfungen
Manche Infektionen, wie eine schwere Grippe, können das Herz angreifen. Lassen Sie sich zu empfohlenen Impfungen von Ihrem Hausarzt beraten.
Früherkennungsprogramme
Der Gesundheits-Check-up beim Hausarzt kann Risikofaktoren früh erkennen: Blutdruck wird gemessen, bei Bedarf Blutzucker und Blutfette. In Deutschland haben Erwachsene ab 35 Jahren alle drei Jahre einen Anspruch auf diese Vorsorge. Sprechen Sie mit Ihrer Praxis.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verschluss eines Herzkranzgefäßes (Herzinfarkt): Ein Teil des Herzmuskels wird nicht mehr durchblutet.
- Herzschwäche: Das Herz pumpt nicht mehr kräftig genug für den Körper.
- Schlaganfall: Ablagerungen oder Blutgerinnsel können ein Blutgefäß im Gehirn verschließen.
- Gefäßverschluss in Beinen oder Armen (periphere arterielle Verschlusskrankheit)
- Lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern)
Langzeitprognose
Mit einer guten Vorbeugung und Behandlung haben Menschen mit Herzkrankheiten eine gute Lebenserwartung. Viele Herzprobleme lassen sich verzögern oder begrenzen. Durch moderne Medizin können Betroffene lange selbstbestimmt leben – mit diesem Ziel lohnt sich jeder gesunde Schritt.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.