Angina: Früherkennung und Untersuchung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Angina ist ein Druck- oder Engegefühl in der Brust, das auftritt, wenn der Herzmuskel kurzzeitig zu wenig Sauerstoff bekommt. Es passiert oft bei Anstrengung oder Stress. Angina ist ein Warnzeichen, dass die Herzkranzgefäße verengt sein können.
Wichtige Fakten
- Angina ist ein Warnsignal für eine Herzkrankheit, aber keine Krankheit an sich.
- Mit einem Screening lassen sich Risiken früh erkennen und behandeln.
- Ein gesunder Lebensstil und die richtige Behandlung können Folgen wie Herzinfarkt verhindern.
Ja, Angina ist häufig. Schätzungsweise viele Millionen Menschen in Deutschland haben Beschwerden, die auf eine verengte Herzkranzarterie zurückgehen.
Angina betrifft meist ältere Menschen, Männer häufiger als Frauen. Nach den Wechseljahren steigt auch das Risiko bei Frauen. Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes, Rauchern oder erhöhten Blutfetten sind besonders häufig betroffen.
Symptome
- Starke Brustschmerzen, die länger als 15 Minuten anhalten
- Brustschmerzen zusammen mit Übelkeit, starkem Schwitzen oder Atemnot
- Engegefühl, das in Ruhe nicht weggeht
- Bewusstlosigkeit oder Kreislaufzusammenbruch – sofort Notruf 112!
- ⚠Neue oder sich verschlimmernde Brustschmerzen bei Ruhe
- ⚠Beschwerden, die häufig auftreten oder bei weniger Belastung schon beginnen
- ⚠Druckgefühl, das mit Schwindel oder Herzrasen einhergeht
Häufige Symptome
- Druck- oder Engegefühl in der Brust
- Brennen oder Stechen in der Brustgegend
- Schmerzen, die in den linken Arm, den Rücken, den Hals oder den Unterkiefer ausstrahlen
- Kurzatmigkeit, besonders bei Belastung
- Müdigkeit, Übelkeit oder Schwäche
Ursachen
Hauptursachen
- Verengung der Herzkranzgefäße durch Ablagerungen (Arteriosklerose)
- Verkrampfung eines Herzkranzgefäßes (Koronarspasmus)
- Erhöhter Sauerstoffbedarf des Herzens, zum Beispiel bei schwerer Blutarmut oder Schilddrüsenüberfunktion
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Blutdruck
- Erhöhtes LDL-Cholesterin
- Diabetes mellitus
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Familienanamnese mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Alter (Männer über 45, Frauen über 55)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei neuen oder schnell zunehmenden Brustbeschwerden
- Wenn Brustschmerzen länger als 10 Minuten anhalten und nicht verschwinden
- Wenn Beschwerden mit Atemnot, Schwitzen oder Übelkeit auftreten
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei bekannten Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder hohen Blutfetten sollten Sie regelmäßig zur Vorsorge gehen.
- Wenn Sie bei körperlicher Belastung wiederholt ein Druckgefühl in der Brust spüren, das nach Ruhe verschwindet, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Diagnose
Der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden, Ihrem Lebensstil und Ihren Risikofaktoren. Danach folgen körperliche Untersuchungen und meist ein Ruhe-EKG. Je nach Befund werden weitere Tests durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Elektrokardiogramm (EKG) in Ruhe und unter Belastung
- Blutuntersuchung zum Beispiel auf Blutfette, Blutzucker und Herzenzyme
- Ultraschall des Herzens (Echokardiografie)
- Belastungstest auf dem Fahrrad oder Laufband
- Herz-Katheter-Untersuchung, wenn eine starke Verengung vermutet wird
- Computertomografie der Herzkranzgefäße bei bestimmten Fragestellungen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern nicht lange. Tragen Sie bequeme Kleidung und essen Sie vor einem Belastungstest nur leicht. Die Ergebnisse werden Ihnen verständlich erklärt. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie nach.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, Ihre Beschwerden zu lindern und einen Herzinfarkt zu verhindern. Dazu gehören eine Änderung des Lebensstils, Medikamente und in manchen Fällen ein Eingriff. Ihr Behandlungsteam erstellt gemeinsam mit Ihnen einen Plan.
Selbsthilfe zu Hause
- Rauchen aufgeben – das ist der wichtigste Schritt für Ihr Herz.
- Lernen Sie Entspannungsmethoden wie Atemübungen oder autogenes Training.
- Achten Sie auf Ihr Gewicht und bewegen Sie sich regelmäßig.
- Trinken Sie Alkohol nur in Maßen und meiden Sie Stress, wo es möglich ist.
Medizinische Behandlungen
Es gibt Medikamente, die die Herzkranzgefäße erweitern, den Blutdruck senken oder die Blutgerinnung beeinflussen. Auch Medikamente gegen erhöhte Blutfette können eingesetzt werden. Welches Mittel für Sie geeignet ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Nehmen Sie Medikamente nur nach ärztlicher Verordnung ein und brechen Sie sie niemals eigenmächtig ab.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei einer starken Verengung kann ein Eingriff nötig sein. Eine Möglichkeit ist die Ballonerweiterung mit dem Einsetzen eines Stents, also einer kleinen Gefäßstütze. Manchmal wird auch eine Bypass-Operation empfohlen. Diese Entscheidung hängt von der Art und Schwere der Verengung ab und wird individuell geplant.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen mit Angina führen ein aktives Leben, wenn sie auf ihren Körper hören. Achten Sie auf Warnsignale und machen Sie bei Anstrengung Pausen. Besprechen Sie Veränderungen regelmäßig mit Ihrer Herzärztin oder Ihrem Herzarzt.
Tipps für den Alltag
- Steigern Sie Ihre Ausdauer langsam, zum Beispiel mit Spaziergängen oder Radfahren.
- Lernen Sie, Ihre Belastung einzuschätzen und im Notfall anzuhalten.
- Führen Sie, wenn verordnet, Ihr Notfallspray gegen Brustenge immer bei sich.
- Planen Sie feste Ruhephasen in den Alltag ein.
Ernährung und Bewegung
Für Ihr Herz ist eine ausgewogene Ernährung ideal: viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und gesunde Fette. Bewegung an den meisten Tagen der Woche – etwa 30 Minuten – verbessert die Durchblutung und senkt den Blutdruck. Ihr Arzt oder eine Ernährungsberatung kann Sie individuell unterstützen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Angina kann Angst machen und den Alltag belasten. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Offene Gespräche mit Angehörigen und Entspannungsübungen helfen. Wenn die seelische Belastung zu groß wird, ist psychologische Unterstützung ein sinnvoller Schritt.
Vorbeugung
Ja, Sie können viel tun. Ein gesunder Lebensstil und die Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes senken die Wahrscheinlichkeit, eine Angina zu bekommen. Und wenn bereits eine Angina besteht, lässt sich das Fortschreiten oft verlangsamen.
Impfungen
Gegen Angina selbst gibt es keine Impfung. Aber Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken können Atemwegsinfektionen verhindern, die das Herz stark belasten. Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland bietet die gesetzliche Krankenkasse regelmäßige Check-ups an, zum Beispiel den Gesundheits-Check-up ab 35 Jahren. Dabei werden Blutdruck, Blutfette und Blutzucker untersucht. Bei erhöhtem Risiko kann eine ausführlichere Herzdiagnostik sinnvoll sein – das entscheidet der Arzt gemeinsam mit Ihnen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt – ein Teil des Herzmuskels wird dauerhaft geschädigt
- Herzrhythmusstörungen
- Chronische Herzschwäche, bei der das Herz nicht mehr genug Pumpleistung hat
- Plötzlicher Herztod – selten, aber möglich
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und einem gesunden Lebensstil können die meisten Menschen gut mit Angina leben. Viele Beschwerden lassen sich lindern und ernste Komplikationen verhindern. Je früher Sie handeln, desto besser sind die Aussichten. Ihr Behandlungsteam steht an Ihrer Seite.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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