Arterien-Screening: Früherkennung für Herz und Gefäße
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Arterien-Screening ist eine Untersuchung, bei der die Arterien – also die Blutgefäße, die das Blut vom Herzen in den Körper transportieren – auf Verengungen oder Ablagerungen geprüft werden. Das Ziel ist, Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) frühzeitig zu entdecken, bevor ernsthafte Probleme wie Herzinfarkt oder Schlaganfall entstehen. Es geht dabei um die Gesundheit Ihres Herzens und Ihres Blutkreislaufs.
Wichtige Fakten
- Arterien sind die Blutgefäße, die das Blut vom Herz weg in den Körper führen.
- Bei Arteriosklerose lagern sich Fett und Kalk in den Gefäßwänden ab, wodurch das Gefäß enger wird.
- Ein Screening kann verengte Gefäße finden, auch wenn Sie noch keine Beschwerden haben.
- Rauchen, hoher Blutdruck und Diabetes erhöhen das Risiko für Gefäßerkrankungen.
- Wer früh handelt, kann schwere Folgen oft verhindern.
Arterienerkrankungen sind weit verbreitet. Besonders Menschen über 60 und Personen mit bestimmten Risikofaktoren haben häufiger eine Gefäßverkalkung.
Ein Arterien-Screening ist besonders sinnvoll für Menschen über 60, für Raucher und Raucherinnen, für Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhten Blutfettwerten sowie für Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie.
Symptome
- Plötzlicher starker Brustschmerz, der länger als ein paar Minuten anhält
- Plötzliche Schwäche oder Taubheit in Gesicht, Arm oder Bein, vor allem auf einer Körperhälfte
- Plötzliche Sprachstörungen oder Verwirrtheit
- Plötzlicher Sehverlust oder Doppelbilder
- Ein sehr blasses, kaltes und schmerzendes Bein, das plötzlich auftritt
- Bewusstlosigkeit – rufen Sie sofort die 112 und beginnen Sie gegebenenfalls mit Wiederbelebung.
- ⚠Neu aufgetretene Schmerzen in den Beinen beim Gehen
- ⚠Wunden an Fuß oder Bein, die nicht heilen
- ⚠Schwindelanfälle mit Hinweisen auf eine Durchblutungsstörung im Kopf
- ⚠Schmerzen im Bauch, die aus dem Nichts kommen und anhalten
Häufige Symptome
- Im Frühstadium haben viele Menschen keine Beschwerden.
- Schmerzen in den Beinen beim Gehen, die in Ruhe nachlassen (Schaufensterkrankheit).
- Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Kältegefühl in den Beinen oder Füßen.
- Schwindel oder Sehstörungen, die durch verengte Halsschlagadern entstehen können.
Symptome bei Kindern
- Arterienerkrankungen bei Kindern sind sehr selten.
- Ein Screening wird nur dann durchgeführt, wenn eine erbliche Störung wie eine stark erhöhte Fettstoffwechselstörung vorliegt.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können Beinschmerzen beim Gehen, schlecht heilende Wunden an den Füßen, blasse oder kühle Haut an den Beinen sowie Erektionsstörungen auf eine Gefäßverengung hinweisen.
- Auch ein einseitiger Blutdruckunterschied zwischen den Armen kann ein Zeichen für Gefäßprobleme sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Ablagerungen von Fett und Kalk in der Gefäßwand – das nennt man Arteriosklerose.
- Entzündungen der Gefäße (Vaskulitis), die die Gefäßwand schädigen.
- Angeborene Gefäßveränderungen wie Aussackungen (Aneurysma) oder Verengungen.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Blutdruck (Hypertonie)
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Alter über 60 Jahre
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen Symptomen wie Brustschmerz, halbseitiger Lähmung oder einem blassen, kalten Bein rufen Sie sofort die 112.
- Bei neu aufgetretenen Gehschmerzen, die in Ruhe verschwinden, sollten Sie innerhalb weniger Tage einen Termin in Ihrer Hausarztpraxis machen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über 60 Jahre alt sind oder Risikofaktoren wie Rauchen oder Diabetes haben, sprechen Sie bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung ein Gefäß-Screening an.
- Wenn in Ihrer Familie bereits Gefäßerkrankungen aufgetreten sind, ist eine ärztliche Beratung sinnvoll.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden, Ihrem Lebensstil und Ihrer Krankengeschichte. Danach erfolgen eine körperliche Untersuchung und spezielle Gefäßtests. Die Untersuchungen sind schmerzfrei und ungefährlich.
Mögliche Untersuchungen
- Blutdruckmessung an beiden Armen und am Knöchel (Knöchel-Arm-Index, ABI)
- Ultraschall der Gefäße (Duplexsonografie) – damit kann man Verengungen und Blutfluss darstellen
- Gegebenenfalls eine Messung der Pulsdurchgängigkeit
- Bei speziellen Fragen: Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) der Gefäße
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie liegen bei den meisten Untersuchungen entspannt auf einer Liege. Die Ultraschalluntersuchung arbeitet mit Schallwellen, die Sie nicht spüren. Der Arzt trägt ein kühles Gel auf und führt die Ultraschallsonde über die Haut. Die Untersuchung dauert meist nur 10 bis 30 Minuten.
Behandlung
Die Behandlung hängt davon ab, wie stark die Gefäße verengt sind und ob bereits Beschwerden bestehen. Im Vordergrund stehen immer: gesunder Lebensstil, Kontrolle von Blutdruck und Blutfetten und – wenn nötig – Medikamente. Bei schweren Verengungen kommen Eingriffe infrage.
Selbsthilfe zu Hause
- Bewegen Sie sich regelmäßig – zum Beispiel täglich 30 Minuten zügiges Gehen.
- Verzichten Sie auf das Rauchen – das ist der wichtigste Schritt für Ihre Gefäße.
- Nehmen Sie ausreichend frisches Gemüse, Obst und Vollkornprodukte zu sich.
- Reduzieren Sie Übergewicht, falls vorhanden.
- Nehmen Sie ärztlich verordnete Medikamente zuverlässig ein und sprechen Sie bei Fragen mit Ihrer Praxis.
Medizinische Behandlungen
Je nach Befund kommen Medikamente zum Einsatz, die den Blutdruck senken, die Blutfette reduzieren oder die Blutgerinnung hemmen. Diese Arzneimittel muss die Ärztin oder der Arzt sorgfältig auswählen und auf Sie abstimmen. Es gibt keine „Einheitspille“ für alle – die Behandlung ist immer persönlich. Verwenden Sie keine Medikamente ohne ärztliche Verordnung und fragen Sie im Zweifel Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn eine Gefäßverengung sehr stark ist und Beschwerden verursacht, kann ein Eingriff notwendig sein. Dabei wird der verengte Bereich meist mit einem Ballonkatheter aufgedehnt und eine Gefäßstütze (Stent) eingesetzt. In manchen Fällen ist auch eine Operation notwendig, zum Beispiel eine Ausschälplastik oder ein Bypass. Diese Entscheidung treffen Spezialistinnen und Spezialisten für Gefäßmedizin gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Eine Diagnose wie eine Gefäßverengung klingt beunruhigend, aber Sie können selbst viel tun. Ihr Gefäßsystem reagiert positiv auf Bewegung und gesunde Ernährung. Die Erkrankung kann stabil bleiben und muss den Alltag nicht bestimmen.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht.
- Bewegen Sie sich an den meisten Tagen der Woche für mindestens 30 Minuten.
- Vermeiden Sie Stress durch Entspannungsübungen, Atemtechniken oder Hobbys.
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf – 7 bis 8 Stunden pro Nacht stärkt das Herz-Kreislauf-System.
Ernährung und Bewegung
Bevorzugen Sie eine herzgesunde Kost mit viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkorn. Gesunde Fette aus Nüssen, Avocado oder Olivenöl sind besser als tierische Fette. Sport in Form von zügigem Gehen, Radfahren oder Schwimmen ist ideal. Nach einer Gefäßerkrankung in den Beinen ist spezielles Gehtraining besonders wirksam – sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Gefäßerkrankungen können Ängste auslösen – zum Beispiel die Angst vor einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Diese Sorgen sind verständlich. Reden Sie offen mit Ihrem medizinischen Team, mit Ihrer Familie oder mit einer psychologischen Beratungsstelle. Psychische Belastung kann den Blutdruck und die Herztätigkeit beeinflussen, daher ist Unterstützung wichtig.
Vorbeugung
Arterienerkrankungen lassen sich nicht immer verhindern, aber Sie können Ihr Risiko deutlich senken. Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, Nichtrauchen und die Behandlung von Bluthochdruck oder Diabetes sind die wirksamsten Maßnahmen.
Früherkennungsprogramme
Eine erweiterte Gefäßuntersuchung ist nicht für alle Menschen automatisch eine Kassenleistung. Die AWMF-Leitlinien empfehlen ein gezieltes Screening vor allem für Menschen mit erhöhtem Risiko. Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt darüber, ob ein Arterien-Screening in Ihrem Fall sinnvoll ist. Der gesetzliche Check-up ab 65 Jahren bietet eine erste Orientierung.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt durch verengte Herzkranzgefäße
- Schlaganfall durch Verengung der Halsschlagadern
- Durchblutungsstörungen in den Beinen mit offenen Wunden oder Gewebeschäden
- Lebensbedrohliches Reißen einer Gefäßaussackung (Aneurysma)
Langzeitprognose
Mit einer rechtzeitigen Erkennung und Behandlung lassen sich schwere Verläufe sehr oft vermeiden. Wer seinen Lebensstil umstellt und die ärztlichen Empfehlungen befolgt, stabilisiert seine Gefäße und kann weiterhin aktiv und selbstbestimmt leben. Es gibt viele Menschen, die mit einer gut eingestellten Gefäßerkrankung ein erfülltes Leben führen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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