Cholesterin-Screening: Blutfettwerte im Blick behalten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das Cholesterin-Screening ist ein Bluttest, der die Menge an Fetten (Lipiden) in Ihrem Blut misst. Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die der Körper für den Aufbau von Zellen und Hormonen braucht. Wenn zu viel davon im Blut ist, kann es sich in den Gefäßwänden ablagern und sie verengen. Ein Screening hilft, ein erhöhtes Cholesterin frühzeitig zu erkennen, bevor es zu ernsthaften Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommt.
Wichtige Fakten
- Ein erhöhter Cholesterinspiegel verursacht anfangs keine Beschwerden – nur ein Bluttest kann ihn feststellen.
- Cholesterin wird in „gutes“ (HDL) und „schlechtes“ (LDL) Cholesterin sowie Neutralfette (Triglyzeride) unterteilt.
- Ein Screening kann Leben retten, denn rechtzeitiges Handeln senkt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich.
Ja, erhöhte Blutfettwerte sind sehr verbreitet. In Deutschland hat etwa jeder dritte Erwachsene einen zu hohen Cholesterinspiegel. Viele wissen nichts davon, weil es keine direkten Symptome gibt.
Cholesterin-Screening ist für alle Menschen sinnvoll, aber besonders wichtig für Personen ab 40 Jahren, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie, Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck. Auch Menschen mit ungesunder Ernährung und wenig Bewegung haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Starke Schmerzen oder Engegefühl in der Brust, die länger als ein paar Minuten anhalten
- Schwere Atemnot
- Zeichen eines Schlaganfalls: plötzliche Lähmung, Sprachstörungen, Sehverlust oder Schwindel mit Erbrechen
- Ohnmacht oder Kreislaufstillstand
- ⚠Neu auftretendes Druckgefühl in der Brust bei körperlicher Belastung
- ⚠Wiederkehrende Schwindelattacken
- ⚠Kalte Stellen oder bläuliche Verfärbung an Armen oder Beinen
Häufige Symptome
- In der Regel verursacht ein erhöhter Cholesterinspiegel keine spürbaren Symptome.
- Viele Menschen erfahren erst beim Bluttest von ihren erhöhten Werten.
Symptome bei Kindern
- Auch bei Kindern wird ein Cholesterin-Screening nur bei bestimmten Risiken durchgeführt, zum Beispiel bei familiärer Vorbelastung – es verursacht ebenfalls keine Symptome.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen treten ebenfalls meist keine direkten Symptome auf. erste Anzeichen können sein: Schmerzen in den Beinen beim Gehen (Schaufensterkrankheit) oder ein Druckgefühl in der Brust bei Anstrengung.
Ursachen
Hauptursachen
- Der Körper produziert selbst Cholesterin – bei manchen Menschen davon zu viel (erbliche Veranlagung).
- Fettreiche Ernährung, insbesondere mit gesättigten Fettsäuren und Transfetten, erhöht den Cholesterinspiegel.
- Bewegungsmangel und Übergewicht wirken sich negativ auf das Verhältnis von HDL zu LDL aus.
Risikofaktoren
- Alter (über 40 Jahre)
- Familiäre Vorbelastung mit erhöhtem Cholesterin oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Übergewicht und ungünstige Fettverteilung (Bauchfett)
- Rauchen oder regelmäßiger Alkoholkonsum
- Unausgewogene Ernährung mit viel frittiertem, verarbeitetem Essen
- Erkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion oder Nierenprobleme
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Schmerzen in der Brust, anhaltende Atemnot oder andere Warnzeichen bemerken, suchen Sie sofort eine Notaufnahme auf oder wählen Sie die 112.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Lassen Sie Ihren Cholesterinwert im Rahmen eines Check-ups bei der Hausärztin oder beim Hausarzt bestimmen – in der Regel ab 35 Jahren alle drei Jahre.
- Wenn Sie familiär vorbelastet sind, Diabetes oder Bluthochdruck haben, ist ein früheres und häufigeres Screening sinnvoll – sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darauf an.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch eine Blutuntersuchung. Dafür wird eine Blutprobe aus der Vene entnommen und im Labor analysiert. Man spricht auch von einem Lipidprofil.
Mögliche Untersuchungen
- Gesamtcholesterin
- LDL-Cholesterin (das „schlechte“ Cholesterin)
- HDL-Cholesterin (das „gute“ Cholesterin)
- Triglyzeride (Neutralfette)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Test ist unkompliziert. Sie müssen möglicherweise 8–12 Stunden vorher nüchtern sein – also nur Wasser trinken und nichts essen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt erklärt Ihnen genau, was zu beachten ist. Die Blutentnahme dauert nur wenige Minuten, danach können Sie in der Regel direkt nach Hause gehen. Die Ergebnisse besprechen Sie später im Beratungsgespräch. Die Beurteilung orientiert sich an wissenschaftlichen Leitlinien, unter anderem der AWMF.
Behandlung
Die Behandlung eines erhöhten Cholesterinspiegels beginnt fast immer mit Änderungen des Lebensstils. Nur wenn das nicht ausreicht oder das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sehr hoch ist, kommen Medikamente in Betracht.
Selbsthilfe zu Hause
- Essen Sie mehr Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte.
- Ersetzen Sie gesättigte Fette (z.B. in Wurst, Butter, Käse) durch ungesättigte Fette aus Olivenöl, Nüssen oder fettem Fisch.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, mindestens 30 Minuten an fünf Tagen pro Woche – zum Beispiel zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen.
- Wenn Sie rauchen, suchen Sie Unterstützung für den Rauchstopp.
- Halten Sie Ihr Gewicht im gesunden Bereich oder bauen Sie langsam überschüssige Kilos ab.
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Medikamente, die die Cholesterinaufnahme im Darm oder die Cholesterinbildung in der Leber beeinflussen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wählt das passende Mittel gemeinsam mit Ihnen aus und bespricht auch die Dosierung. Die Medikamente müssen langfristig eingenommen werden, und in regelmäßigen Abständen werden Blutwerte kontrolliert.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie wissen, dass Ihr Cholesterinspiegel erhöht ist, gehört es jetzt zu Ihrem Alltag, regelmäßig zur ärztlichen Kontrolle zu gehen und auf Ihre Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten zu achten. Sie sind dabei nicht allein – Ihr Behandlungsteam unterstützt Sie mit konkreten Empfehlungen.
Tipps für den Alltag
- Kochen Sie öfter selbst mit frischen Zutaten.
- Planen Sie regelmäßige Spaziergänge oder sportliche Aktivitäten ein.
- Lesen Sie Lebensmittelkennzeichnungen und achten Sie auf versteckte Fette.
- Reduzieren Sie Stress durch Entspannungsübungen wie Yoga oder Atemtechniken.
- Nehmen Sie verschriebene Medikamente zuverlässig ein und vereinbaren Sie Kontrolltermine.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung ist reich an Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren. Setzen Sie auf viel Gemüse, Salate, Beeren, Haferflocken und Nüsse. Bewegen Sie sich am besten regelmäßig – schnelles Gehen, Radfahren oder Schwimmen sind ideal. Schon kleine Änderungen können Ihre Blutfettwerte messbar verbessern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose erhöhter Cholesterinwerte kann Verunsicherung auslösen. Manche Menschen fühlen sich ängstlich oder versuchen, alles „perfekt“ zu machen. Nehmen Sie sich Zeit, um über Ihre Gefühle zu sprechen – mit der Familie, Freunden oder einer psychologischen Beratungsstelle. Ein erhöhter Cholesterinwert ist gut behandelbar, und ein kontrollierter Umgang stärkt Ihr Vertrauen in die eigene Gesundheit.
Vorbeugung
Ein erhöhter Cholesterinspiegel kann weitgehend verhindert werden, insbesondere durch einen gesunden Lebensstil. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Nichtrauchen und ein gesundes Körpergewicht beugen hohen Werten vor.
Früherkennungsprogramme
Lassen Sie im Rahmen der gesetzlichen Früherkennungsuntersuchung (Check-up) Ihre Blutfettwerte bestimmen. In Deutschland übernimmt die Krankenkasse diesen Check-up in der Regel ab 35 Jahren alle drei Jahre. Bei familiären Risiken kann ein früheres Screening sinnvoll sein – besprechen Sie dies mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ein dauerhaft erhöhter LDL-Cholesterinspiegel kann zu Verkalkungen der Gefäßwände (Atherosklerose) führen.
- Verengte Herzkranzgefäße können einen Herzinfarkt auslösen.
- Verengte Gefäße im Gehirn erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall.
- Durchblutungsstörungen in den Beinen können Schmerzen und Bewegungsprobleme verursachen (periphere arterielle Verschlusskrankheit).
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Ein erhöhter Cholesterinspiegel ist einer der am besten behandelbaren Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mit einer Änderung des Lebensstils und – falls nötig – mit Medikamenten lässt sich das Risiko deutlich senken. Wer regelmäßig untersucht und beraten wird, kann viele Komplikationen vermeiden und ein langes, aktives Leben führen.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.