Krampfadern: Tipps für den Alltag
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Krampfadern sind erweiterte und geschlängelte Venen, meist an den Beinen. In den Venen sitzen kleine Klappen, die dafür sorgen, dass das Blut zum Herzen zurückfließt. Bei Krampfadern schließen diese Klappen nicht mehr richtig. Das Blut staut sich in der Vene, sie wird dick und sichtbar.
Wichtige Fakten
- Krampfadern entstehen, wenn die Venenklappen nicht mehr richtig schließen.
- Sie treten häufig an den Beinen auf und können zu Schweregefühl oder geschwollenen Knöcheln führen.
- Bewegung und Hochlagern der Beine helfen, den Blutfluss zu verbessern.
Ja, Krampfadern sind sehr häufig. In Deutschland hat etwa jeder vierte Erwachsene irgendwann im Leben Krampfadern oder kleine Besenreiser.
Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Auch ältere Menschen, Schwangere und Personen, die viel stehen oder sitzen, haben ein höheres Risiko. Auch wenn Krampfadern in der Familie vorkommen, steigt die Wahrscheinlichkeit.
Symptome
- Eine Krampfader platzt und es blutet stark
- Plötzliche, starke Schwellung und Schmerzen in einem Bein
- Akute Atemnot oder Brustschmerz – das kann ein Zeichen für eine Lungenembolie sein
- ⚠Das Bein ist plötzlich gerötet, überwärmt oder geschwollen
- ⚠Sie spüren einen harten, schmerzhaften Knoten in der Wade
- ⚠Die Haut über der Krampfader bricht auf und eine Wunde heilt nicht
Häufige Symptome
- Sichtbar geschlängelte, bläuliche Venen an den Beinen
- Schwere- und Spannungsgefühl in den Beinen
- Geschwollene Knöchel am Abend
- Nächtliche Wadenkrämpfe
- Juckreiz oder ein brennendes Gefühl über den Venen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind Krampfadern sehr selten. Sollten sie auftreten, können angeborene Venenfehlbildungen die Ursache sein. Eine ärztliche Abklärung ist dann wichtig.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Im Alter wird die Haut dünner und trockener. Krampfadern können leichter zu Hautverfärbungen, Ekzemen oder offenen Stellen führen. Auch das Risiko für Blutgerinnsel steigt.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Venenklappen schließen nicht richtig, dadurch staut sich das Blut
- Die Wand der Venen ist zu schwach oder zu dehnbar
- Langes Stehen oder Sitzen erschwert den Blutrückfluss
Risikofaktoren
- Alter – die Venen werden schwächer
- Weibliches Geschlecht und Hormonumstellung, zum Beispiel in der Schwangerschaft
- Übergewicht – der Druck im Bauch belastet die Beingefäße
- Berufe mit langem Stehen oder Sitzen
- Rauchen und Bewegungsmangel
- Familiäre Veranlagung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche starke Schwellung oder Schmerzen in einem Bein
- Rötung und Überwärmung, die sich ausbreitet
- Ein hartes, schmerzhaftes Knötchen in der Wade
- Eine offene oder nässende Stelle am Bein
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sie sehen deutlich geschlängelte Venen, die kosmetisch stören
- Sie haben regelmäßig schwere, müde Beine
- Ihre Knöchel schwellen häufig an
- Hausmittel und Bewegung helfen nicht genug
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte. Danach schaut sie oder er sich Ihre Beine im Stehen und Liegen an.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschalluntersuchung (Duplexsonographie): Damit lässt sich der Blutfluss in den Venen sichtbar machen und die Funktion der Klappen prüfen.
- Körperliche Untersuchung: Die Ärztin oder der Arzt tastet die Venen ab und achtet auf Schwellungen oder Hautveränderungen.
- Falls nötig: Eine spezielle Venendruckmessung oder eine Venenverschlussplethysmographie – das sind schmerzlose Verfahren.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Termin dauert meist nicht lange. Sie müssen sich für die Untersuchung im Unterkörperbereich freimachen, bekommen also eine Hose oder einen Rock, die Sie hochkrempeln können. Die Ultraschalluntersuchung ist schmerzfrei. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt erklärt Ihnen danach die Ergebnisse und bespricht die nächsten Schritte.
Behandlung
Die Behandlung von Krampfadern hängt davon ab, wie stark die Beschwerden sind. Häufig reichen konservative Maßnahmen wie Kompression und Bewegung. Wenn das nicht reicht, gibt es schonende Eingriffe, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen bespricht. Dabei gelten in Deutschland die Empfehlungen der AWMF-Leitlinie.
Selbsthilfe zu Hause
- Lagern Sie Ihre Beine mehrmals am Tag für 10 bis 15 Minuten hoch
- Tragen Sie medizinische Kompressionsstrümpfe, wenn sie verschrieben wurden
- Wechselduschen und kalte Güsse an den Beinen regen den Kreislauf an
- Vermeiden Sie langes Stehen und Sitzen – wechseln Sie regelmäßig die Position
- Bewegen Sie Ihre Füße im Sitzen, zum Beispiel Fußkreisen
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Verfahren, die in der Regel minimal-invasiv sind – das heißt ohne große Schnitte. Dazu gehören die Verödung (Sklerosierung), die Lasertherapie, Radiofrequenztherapie oder die Entfernung über kleine Hautschnitte. Welches Verfahren für Sie geeignet ist, hängt von der Größe und Lage der Krampfadern ab. Die Ärztin oder der Arzt entscheidet gemeinsam mit Ihnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt infrage, wenn Krampfadern starke Beschwerden verursachen, zu Komplikationen wie offenen Wunden führen oder wenn andere Verfahren nicht erfolgreich waren. Bei einer Operation wird die betroffene Vene entfernt oder verschlossen. Die Entscheidung dafür wird individuell getroffen.
Leben mit der Erkrankung
Mit Krampfadern lässt sich gut leben. Wichtig ist, den Blutfluss im Alltag zu fördern: Bewegen Sie sich regelmäßig, gönnen Sie Ihren Beinen Pausen und heben Sie sie an. Ihre Beine danken es Ihnen mit weniger Schwere und Spannung.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßiger Sport wie Wandern, Radfahren, Schwimmen oder Gymnastik
- Normalgewicht anstreben – das entlastet die Venen
- Lockere Kleidung und bequeme Schuhe tragen, enge Strümpfe vermeiden
- Nicht rauchen – Rauchen schwächt die Gefäße
- Bei sitzender Tätigkeit: Jede Stunde einmal aufstehen und einige Schritte gehen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten hilft, das Gewicht zu halten und Verstopfung zu vermeiden. Viel Trinken – am besten Wasser oder ungesüßten Tee – hält das Blut flüssig. Bewegung ist das beste Mittel: Schon 30 Minuten Gehen am Tag verbessern den Blutrückfluss in den Beinen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Krampfadern können das Selbstbewusstsein belasten, weil die Beine nicht so aussehen, wie man es sich wünscht. Das ist verständlich. Viele Menschen haben solche Gedanken. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt – es gibt gute Behandlungsmöglichkeiten. Auch Gespräche mit Partnerin oder Partner oder mit der Familie können entlasten. Wenn die seelische Belastung zu groß wird, suchen Sie sich Unterstützung – zum Beispiel bei einer psychologischen Beratungsstelle.
Vorbeugung
Krampfadern lassen sich nicht immer verhindern, besonders wenn eine erbliche Veranlagung vorliegt. Sie können das Risiko aber deutlich senken: Bewegen Sie sich täglich, achten Sie auf Ihr Gewicht, wechseln Sie bei der Arbeit zwischen Stehen, Sitzen und Gehen und lagern Sie die Beine bei Gelegenheit hoch.
Früherkennungsprogramme
Wenn in Ihrer Familie Krampfadern häufig vorkommen oder Sie Beschwerden spüren, lassen Sie Ihre Venen regelmäßig ärztlich untersuchen. Eine Früherkennung kann Komplikationen wie Thrombosen oder offene Wunden verhindern.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hautverfärbungen und Ekzeme an den Unterschenkeln
- Offene, schlecht heilende Wunden (Beingeschwür), sogenannte Ulcus cruris
- Entzündung der oberflächlichen Venen (Phlebitis)
- Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose), im schlimmsten Fall mit Lungenembolie
- Platzen einer Krampfader mit starker Blutung
Langzeitprognose
Mit einer guten Behandlung und angepasst im Alltag haben Krampfadern meist keinen großen Einfluss auf die Lebensqualität. Die Beschwerden wie Schweregefühl und Schwellungen lassen sich oft gut lindern. Auch bei fortgeschritteneren Krampfadern stehen schonende Verfahren zur Verfügung, die in den meisten Fällen gut helfen. Wichtig ist, dass Sie sich frühzeitig beraten lassen.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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