Krampfadern: Ursachen, Behandlung und wie Sie vorbeugen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Krampfadern sind erweiterte, geschlängelte Venen an den Beinen. Sie entstehen, wenn die Venenklappen nicht mehr richtig schließen und das Blut nicht mehr ausreichend zum Herzen zurückfließt. Das Blut staut sich, die Venen weiten sich und werden sichtbar.
Wichtige Fakten
- Krampfadern sind sehr häufig und meist harmlos.
- Bewegung und das Hochlegen der Beine können Beschwerden lindern.
- Bei einer Venenthrombose kann das Bein plötzlich anschwellen und schmerzen – dann sofort den Notruf wählen.
Ja. Schätzungsweise ein Fünftel aller Erwachsenen hat irgendwann Krampfadern. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Krampfadern können in jedem Alter auftreten. Besonders gefährdet sind Menschen mit Übergewicht, die beruflich lange stehen, eine familiäre Vorbelastung haben oder mehrere Schwangerschaften erlebt haben.
Symptome
- Plötzliche, einseitige Schwellung des Beins mit Schmerzen oder Überwärmung – das kann ein Zeichen für eine tiefe Venenthrombose sein.
- Akute Atemnot, Brustschmerzen oder Bewusstlosigkeit – das kann auf eine Lungenembolie hinweisen.
- Starke, nicht stillbare Blutung aus einer aufgeplatzten Krampfader.
- ⚠Rötung, Verhärtung und Schmerzen entlang einer Krampfader – mögliche Venenentzündung.
- ⚠Offene Wunde oder Geschwür am Bein, das nicht heilt.
- ⚠Fieber und starke Schmerzen im Bein.
Häufige Symptome
- Sichtbare, bläuliche, geschlängelte Venenstränge an den Beinen
- Schweregefühl und Müdigkeit in den Beinen, vor allem abends
- Geschwollene Knöchel und Unterschenkel, besonders nach langem Stehen
- Spannungsgefühl oder Juckreiz über den betroffenen Venen
- Nächtliche Wadenkrämpfe
Symptome bei Kindern
- Krampfadern sind bei Kindern sehr selten. Wenn ein Kind auffällig hervortretende Venen hat, ist das meist eine harmlose Eigenheit. Bei Unsicherheit lassen Eltern es von einer Kinderärztin oder einem Kinderarzt abklären.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Im Alter nimmt die Elastizität der Venen ab. Krampfadern können ausgeprägter sein. Häufig kommt eine Wassereinlagerung im Gewebe hinzu. Die Haut kann dünner werden und schneller zu Ekzemen oder offenen Stellen neigen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Venenklappen schließen nicht mehr richtig, sodass das Blut nach unten zurückfließt.
- Die Venenwand wird schwach und weitet sich – die Klappen können nicht mehr vollständig schließen.
- Durch langes Stehen und fehlende Bewegung erhöht sich der Druck in den Beinvenen.
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht
- Alter über 50
- Vererbung
- Übergewicht
- Schwangerschaft
- Langes Stehen oder Sitzen
- Rauchen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich Schwellungen, Rötungen oder starke Schmerzen an einem Bein bemerken.
- Wenn sich ein Beingeschwür nicht binnen weniger Tage bessert.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sichtbare Krampfadern, auch wenn noch keine Beschwerden bestehen.
- Wiederkehrende schwere, müde Beine.
- Vor längeren Reisen oder Operationen, um das Thromboserisiko zu besprechen.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt untersucht Ihre Beine im Stehen und Liegen. Entscheidend ist eine Ultraschalluntersuchung der Venen, die den Blutfluss sichtbar macht.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall mit Doppler (Duplexsonographie) – macht Venen und Blutfluss sichtbar
- Körperliche Untersuchung und Abtasten der Beine
- Bei besonderen Fragen gelegentlich eine Druckmessung in den Venen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei. Sie liegen auf einer Liege, und der Arzt führt einen kleinen Stab (Schallkopf) über Ihre Beine. Nach etwa 20 bis 30 Minuten haben Sie das Ergebnis.
Behandlung
Krampfadern müssen nicht immer behandelt werden. Wenn sie Beschwerden machen oder das Risiko von Komplikationen erhöhen, stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Welche Behandlung für Sie passt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt in einem persönlichen Gespräch.
Selbsthilfe zu Hause
- Tragen Sie medizinische Kompressionsstrümpfe, die Ihnen verschrieben wurden.
- Lagern Sie die Beine im Sitzen und Liegen hoch.
- Bewegen Sie sich regelmäßig – besonders Gehen und Radfahren fördern den Blutfluss.
- Vermeiden Sie eng sitzende Kleidung und hohe Stöckelschuhe.
Medizinische Behandlungen
Es gibt gut wirksame Verfahren, die meist ambulant durchgeführt werden. Dazu gehören die Verödung von Krampfadern, die Behandlung mit Laser oder Radiofrequenz und minimalinvasive Eingriffe. In ausgeprägten Fällen kann eine Operation nötig sein. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen, welches Verfahren bei Ihren Beschwerden am besten geeignet ist. Wir nennen hier keine Marken oder Medikamente – diese Entscheidung gehört in die Hand der Fachleute.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt infrage, wenn Krampfadern starke Beschwerden verursachen, die Haut schädigen oder wenn weniger eingreifende Verfahren nicht ausreichen.
Leben mit der Erkrankung
Krampfadern begleiten Sie oft ein Leben lang. Mit regelmäßiger Bewegung, Kompressionsstrümpfen und Gewohnheiten wie Hochlagern der Beine können Sie selbst viel dafür tun, dass es Ihnen gut geht.
Tipps für den Alltag
- Täglich mindestens 30 Minuten bewegen
- Beim Sitzen oder Stehen immer wieder aufstehen und die Waden anspannen
- Eine gesunde Ernährung mit wenig Salz und viel Ballaststoffen
- Auf Rauchen verzichten
- Bei Übergewicht: Abnahme in kleinen Schritten
Ernährung und Bewegung
Bewegung ist das beste Mittel gegen müde Beine. Gehen, Nordic Walking, Radfahren und Schwimmen stärken die Wadenmuskulatur und pumpen das Blut zurück zum Herzen. Achten Sie auf eine ballaststoffreiche Kost mit viel Obst und Gemüse, um Verstopfung und damit verbundenen Pressdruck zu vermeiden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Sichtbare Krampfadern können Selbstbewusstsein und Lebensqualität beeinflussen. Viele Menschen empfinden sie als störend. Das ist verständlich. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre Sorgen zu sprechen. Auch moderne Behandlungen können das Aussehen verbessern.
Vorbeugung
Es lässt sich nicht immer verhindern, dass Krampfadern entstehen. Aber Sie können das Risiko deutlich senken und Beschwerden lindern, indem Sie aktiv bleiben, Ihr Gewicht beobachten, die Beine hochlegen und das Rauchen aufgeben.
Früherkennungsprogramme
Wenn Sie enge Verwandte mit Krampfadern haben oder beruflich viel stehen, ist eine Ultraschalluntersuchung der Beinvenen sinnvoll. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse in bestimmten Fällen – fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.
Komplikationen
Unbehandelt
- Entzündung einer oberflächlichen Vene (Thrombophlebitis)
- Tiefe Venenthrombose: Blutgerinnsel in tiefen Beinvenen
- Offenes Bein (Ulcus cruris) durch dauerhaft geschädigte Haut
- Blutung aus einer stark gedehnten Krampfader
Langzeitprognose
Mit der richtigen Therapie lassen sich Krampfadern meist gut kontrollieren. Die meisten Menschen haben keine ernsthaften Komplikationen. Ein aktiver Lebensstil und regelmäßige Kontrollen sind die beste Grundlage.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.